| Kennt ihr das auch? • HILFE! Rückfall! |
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emmari100 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.04.2007 Beiträge: 2
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Verfasst am: 02.04.2007, 17:29 Titel: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? |
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Hallo,
ich lebe jetzt wieder seit einiger Zeit mit dem Gedanken mich mit der Alkoholsucht meines Vater intensiver auseinander zu setzen und bin froh auf diese Seite gestoßen zu sein. Die vielen Beiträge, die ich bisher gelesen haben, haben mich sehr berühr. Vielesprechen mir aus der Seele.
Zu meiner Geschichte: ich bin 25 Jahre und Studentin und lebe deshalb seit 5 Jahren nicht mehr zu Hause.
Mein Vater ist Alkohliker und depressiv (eigentlich schon immer, ich kenne ihn zumindest nicht anders). Er ist kein agressiver trinker und keiner der öffentlich viel trinkt, im Gegenteil er trinkt öffentlich eigentlich gar nichts, aber hat trotzdem konstanten Pegel.
Meine Eltern leben seit 2 Jahren getrennt. Meine Mutter hatte ihn zuvor vor die Entscheidung Ehe oder Alkohol gestellt. Er hat dann auch eine 2 wöchige Entgiftung und später eine 4monatige Entziehungskur gemacht. Es hat sich allerdings nichts geändert.
Es spitzte sich danach alles nur weiter zu, ein auf und ab, zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Schließlich war die Situation zu Hause nicht mehr ertragbar. Meiner Mutter ging es immer schlechter, weil es sie fertig geamacht hat, dennoch hat sie Angst sich zu trennen. Schließlich habe ich sie mit Erfolg unter Druck gesetzt. Ich bin nichrt mehr nach Hause gefahren, solange er da war.
Ich selber habe ich der Zeit psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Mitlerweile komme ich mit allem eigentlich ganz gut klar, habe mein eigenes Leben. Meine Therapeuting sagte damals zu mir, dass es erstaunlich sei, wie stark ich bin. Dennoch zweifel ich manchmal, ob ich wirklich so gesund bin oder ob ein bitteres Erwachen später kommt.
Ich bin oft gefühlsmäßig hin und her gerissen. Schwanke zwischen totalem Hass (wünsch mir manchmal, dass es meinen Vater nicht mehr gibt und er uns keine Probleme mehr bereitet). Dann hab ich wieder total Mitleid und fühle mich total mies, weil ich mich nicht mehr um ihn kümmer (er ist ja immerhin mein Vater), ihn alleine lasse. Ich habe momentan kaum Kontakt zu ihm. Er wohnt wieder bei seinen Eltern, die ihn decken (sie behaupten ihr Sohn hätte kein Alkoholproblem, bzw. meine Mutter hätte ihn in der Alkohol getrieben). Ich fahre alle paar Monate mal zu einem Pflichtbesuch hin, den ich dann aber auch nur schwer ertrage. meist endet dieser, weil mein Vater mir heulend um den Arm fällt und selbstmitleidig wird, weil ja "alle so gemein zu ihm sind".
Er ruft mich jede Woche an, ich ihn kaum. Meistens erzählt er mir selbstmitleidiges Zeug und dass meine Mutter gemein ist. Bei mir sößt er damit aber auf Granit. Ich möchte eigentlich mit den ganzen Problemen zwischen meinen Eltern nichts zu tun haben. Auf der anderen Seite stehe ich aber auch total hinter meiner Mutter was ihn betrifft. Das macht mich manchmal wieder fertig, weil ich ihm in den Rücken falle.
Ich habe bisher einfach keinen optimalen Weg gefunden (gibt es den?) mit ihm und der Situation umzugehen. Am liebsten möchte ich keinen Kontakt zu ihm, nicht immer über das selbe, das sich ja doch nciht ändert nachdenken müssen. Ich habe aber Angst, dass ich dann verdränge und irgendwann bereue mich nicht mit meinem Vater auseinander gesetzt zu haben.
Eigentlich bin ich wirklich eine sehr starke Person, rede über alles was mich bewegt und bin sehr selbstkritisch. Meine Mama sagt ich habe einen natürlichen Selbstschutzmechanismus, denn wenn mir etwas bedrohlich wird, dann greif ich ein. Unterschätze ich die Situation mit meinem Vater? Holt mich das alles irgendwann wieder ein? Kann man irgendwann freidlich damit abschließen?
Ich hoffe es liest sich jemand meine Geschichte durch. Ich hoffe auf Antworten.
Liebe Grüße. |
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| emmari100 hat zum Thema: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? geschrieben
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Kurt neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.02.2007 Beiträge: 52
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Verfasst am: 02.04.2007, 18:28 Titel: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? |
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Hallo emmari100,
willkommen im Forum.
Es ist beeindruckend für mich, das zu lesen was du unternommen hast.
Auf jeden Fall hast du meiner Meinung nach das richtige getan.
Deiner Mutter diesen Rat zu geben, den sie ja auch angenommen hat und wahrscheinlich auch damit zufrieden ist.
Du weißt auch genau, dass man einem Alkoholiker nur bedingt helfen kann, nämlich nur dann, wenn er selbst will. Das aber wiederum machen deine Großeltern zunichte, wenn sie ihn aus gutgemeintem aber falschen Grund ihm beistehen.
Dein Gefühl von Hass, falls es überhaupt solches ist, würde ich als unangebrachte Haltung sehen. Denn wem nützt es? Wem schadet es? Schadet es nicht etwa nur dir?
Mir gibt mein Alter die Besonnenheit das so zu sehen.
Nun was hilft dir? Wenn es möglich war deine Mutter von dem untauglichen Weg des Verstehens und damit der Verlängerung des Leidens deines Vaters zu überzeugen, so solltest du meines Erachtens die Großeltern von dem abbringen was sie tun. Denn, dass sie auf dem falschen Weg sind, kann ich als trockener Alkoholiker mit Bestimmtheit sagen.
Dass sie deine Meinung nicht teilen wollen kann ich verstehen, wenn auch nicht gut heißen. Denn was will das Kind uns denn dareinreden? So etwa denke ich ist ihre Einstellung. Deshalb wäre es gut, wenn sie aus anderem Mund das hören würden, und wenn es auch nur der Ausdruck dieses Schreibens fürs erste wäre.
Wenn dein Vater auch dort den falschen Halt nicht mehr hätte, würde er sicher leichter die Einsicht zur Therapie gehen zu müssen haben.
Aus deinen Zeilen habe ich nicht entnehmen können ob du noch Geschwister hast.
Auf jeden Fall sehe ich es auch so, dass es immer noch dein Vater ist und der vollständige Abbruch der Beziehung nicht anzuraten sei.
Gruß Kurt |
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| Kurt hat zum Thema: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? geschrieben
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lavendel sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.05.2006 Beiträge: 2869
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Verfasst am: 02.04.2007, 19:46 Titel: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? |
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hallo emmari,
willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast. hut ab vor dem, was du durchgesetzt und durchgezogen hast, das schaffen nicht viele. und instinktiv hst du das richtige gemacht: dich distanzieren, din eigenes leben leben, kontakt auf das nötigste beschränken.
in vielem deiner geschichte erkenne ich mich wieder. meine eltern (beide) sind/waren auch alkies, ich hab mich irgendwann auch distanziert, von beiden, über längere zeit, weil ich es zum einen einfach nicht mehr ausgehalten habe, und zum anderen, weil mir insbesondere mein vater phasenweise tierisch auf den geist gegangen ist. er wurde nämlich auch selbstmitleidig: "alle haben mich verlassen, du bist doch das einzige, was ich noch habe, hast du mich denn garnicht lieb, ich bin doch dein vater....". was habe ich das gehasst. irgendwann hab ich den kontakt dann für einige jahre komplett abgebrochen (wegen einer anderen sache), musste ihn dann aber nach dem tod meiner großmutter - seiner mutter - wieder treffen.
gern hab ich das nicht getan, aber im nachhinein bin ich froh, es stellte sich nämlich heraus, dass er an krebs erkrankt war. bis zu seinem tod hatten wir dann einen distanzierten kontakt. wir haben auch einmal alles aus der vergangenheit aufgerollt. er hat mich nicht verstanden, fand das alles nicht schlimm, aber er hat sich entschuldigt. als er dann gestorben ist war ich sehr froh, dass das nicht in unserer null-kontakt-zeit passiert ist. ich glaube, dann htte ich keinen frieden mit ihm machen können. deshalb weiss ich nicht, ob ein totaler kontaktabbruch, wenn dich dein vater "nur" nervt, aber dich nicht groß psychisch belastet, so gut ist. und das meine ich nicht aus dem grund heraus "er ist schliesslich dein vater", sondern aus dem puren selbstschutz heraus: kannst du in frieden leben, wenn ihr keinen kontakt mehr habt und er stirbt. ganz pragmatische überlegung. hört sich vielleicht herzlos an, aber was alkies ihren kindern durch ihre sucht und das nicht dagegen kämpfen antun, ist auch herzlos.
das schwanken zwischen hass un liebe kenn ich auch, allerding eher in bezug auf meine mutter, sie war mir immer näher als mein vater. wenn sie mal längere zeit nüchtern war, war sie mir eine supergute freundin, und ich war auch stolz auf sie und hab gerne zeit mit ihr verbracht. wenn sie wieder getrunken hat, hab ich mich vor ihr geekelt, und in den schlimmsten phasen des psychoterrors hab ich mir gewünscht, dass sie tot ist, damit all das ein ende hat, weil ich einfach hilflos war. da war ich aber noch kind. jetzt sehe ich sie viel distanzierter (bin aber auch schon ein paar jährchen älter als du). wenn sie betrunken anruft, lege ich auf. es nimmt mich mit, aber es bestimmt nicht mehr ständig meine gedanken. ich würde mich freuen, wenn sie dauerhaft trocken würde, aber die hoffnung hab ich aufgegeben. sie lebt ihr leben, ich meins. die beiden leben haben nichts mehr miteinander zu tun. ich kenne auch von ihr das selbstmitleid, das "alle sind schuld, mir gehts so schlecht". da schalte ich dann auf durchzug, argumentieren hat eh keinen sinn.
ja, und ob es ein spätes erwachen gibt? ich weiss nicht. ich denke schon, dass ich es in manchem schwerer habe im leben (vertrauen fassen, beziehungen, selbstbewusstsein....), aber soooo gravierend finde ich das nicht, ich hab mich damit arrangiert. und da du dich relativ abgeklärt anhörst und ich das gefühl habe, dass du die situation zwar nicht doll findest, sie dich aber auch nicht übermäßig belastet - eben weil du dich gut abgrenzt - sehe ich da nicht wirklich eine gefahr.
lieben gruß
lavendel |
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| lavendel hat zum Thema: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? geschrieben
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emmari100 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.04.2007 Beiträge: 2
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Verfasst am: 02.04.2007, 23:08 Titel: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? |
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Hallo Kurt, hallo Lavendel,
vielen Dank für eure Antworten. Es tut so gut darüber zu reden.
Zu Kurt:
Naja, vielleicht ist Hass der falsche Ausdruck, klar ist er mein Vater und ich liebe ihn auch, er ist ja von Nauur aus kein schlechter Mensch, hab viele schöne Erinnerungen an früher und ich weiß, dass Alkoholismus eine Krankheit ist...vielleicht ist Wut der bessere Ausdruck. Momentan bin ich wütend, weil er immer noch meine Mutter tyrannisiert. Mal will er sich mit ihr friedlich einigen (finanziell), am nächsten Tag beschimpft er sie und droht damit sie finaziell zu ruinieren. Und ich muss dann zu sehen, wie ich meine Mutter wieder aufbaue. Sie kann nicht mehr, dachte das alles hätte ein Ende, wenn er auszieht und jetzt das.
Ich habe einen Bruder. Er ist 3 Jahre älter als ich und hochgradig schwerhörig, ist aber sonst "normal", hat auch eine "normale Ausbildung". Meine Mutter hat sich darum bemüht und ihn sehr gefördert. Mein Vater hingegen kaum. Die beiden haben keinen guten Draht. Mein Vater lässt sich nicht auf ihn ein, gibt sich keine Mühe mit ihm. Er sagte mir einmal, dass mein Bruder der Grund sei, dass er mit dem trinken angefangen hat....völlig unbegründet meiner Meinung nach, mein Bruder ist eine sehr bewundernswerte Person.....Naja, da mein Bruder aber keine gute Beziehung zu meinem Vater hat und da er vieles nicht so mitbekommt (weil er es nicht hört) bin ich mit der Sache eher alleine.
Zu meinen Großeltern habe ich leider keinen guten Kontakt mehr (wegen der Sache). Sie nehmen mich nicht ernst. Es ist sehr schwer, ich habe versucht mit ihnen zu reden (hab auch mehrere Briefe geschrieben), meine Mutter hat es versucht, die Schwester meines Vaters hat es versucht, mit dem Erfolg, dass sie mit allen nicht mehr reden. Mit mir reden sie seit nem Jahr wieder. Aber das einzige was ich zu diesem Thema höre ist, dass "mein Vater nicht mehr trinkt" und, dass "vorher meine Mutter ihn in den Alkohol getrieben hat" und "ihn "dann loswerden wollte, weil sie einen anderen habe" (was nicht stimmt!). Das hört sich alles ziemlich unglaublich an, ist aber so.
Ich weiß, dass mein Vater nicht zur Vernunft kommt, solange seine Eltern ihn unterstützen, nur bezweifel ich, dass sich das alles irgendwann ändert. Mein Vater baut körperlich sehr ab und auch geistig hat der Alkohol schon einiges zerstört.
Zu Lavendel:
es ist schön deine Zeilen zu lesen.
Ich glaube du hast recht. Manchmal, wenn ich langen nichts von ihm gehört habe, rufe ich ihn auch an, oft denke ich an ihn (meist habe ich dann Mitleid mit ihm, weil er so alleine ist, keine Famile, kaum Freunde, Eltern die ihm falsch Helfen).......zum Heulen....und dann hat er mich so lieb, ist so stolz, ich bin ja SEINE Tochter (nicht behindert!! Ist wahr!!),kann ihm auch alles an den Kopf werfen, mir nimmt er nichts übel, es bringt ihn aber auch nicht zum Nachdenken!
Auf der anderen Seite die Wut was er meiner Mutter antut, was er mir früher angetan hat......er war nie wirklich da für mich, hat nur mit mir geredet, wenn er seinen Pegel hatte, hat meine Mama völlig alleine gelassen mit der Behinderung meines Bruder, sich dann nicht mal um mich gekümmert. Meine Mutter hatte Krebs als ich 12 war, anstatt sich um uns Kinder und meine Mutter zu kümmern, hat er sich selbstmitleidig besoffen....und, und, und...die Liste ist lang und das macht mich wütend!!
Naja, ich denke, dass ich schon seit Jahren meinen Altergenossen einen oder mehrere Schritte voraus bin. Sehe viele Dinge von einer anderen Seite und gehe Probleme viel ruhiger an. Mein Partner bewundert mich immer wieder für meine Gelassenheit mit extremen Situationen umzugehen. Hinzukommt, dass ich schon ziemlich lange sehr selbstständig bin und weiß was ich will. So gesehen, haben mich diese ganzen Schwierigkeiten auch einen ganz schönen Schritt nach vorne gebracht.
Aber trotzdem gibt es auch einige Tage, an denen ich ganz schön fertig bin, weine und mich frage, warum gerade ich immer in solche schweren Situationen gerate und dann kommt dieser Hass auf meinen Vater und im nächsten Moment das Mitleid......es ist nicht fair was Alkohliker ihren Kindern antun!
Vielen Dank euch beiden und liebe Grüße. |
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| emmari100 hat zum Thema: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? geschrieben
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Kurt neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.02.2007 Beiträge: 52
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Verfasst am: 02.04.2007, 23:24 Titel: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? |
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Hallo emmari,
wenn wir dir auch nicht wirklich so helfen können wie wir gerne würden, ich denke schon mit Leuten wie wir es hier im Forum sind zu reden kann vielleicht etwas lindern. Denn ich versuche mich auch in die Rolle desjenigen hineinzudenken, der mit dem Alkoholiker lebt.
Wenn es dir auch nur etwas hilft, schreib, so du Zeit und Verlangen danach hast.
Gruß Kurt |
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| Kurt hat zum Thema: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? geschrieben
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Larissa neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.02.2007 Beiträge: 68
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Verfasst am: 04.04.2007, 01:35 Titel: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? |
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Hallo
ich war in einer ganz ähnlichen Situation wie Du. Meine Eltern hatten sich auch wegen des Alkoholismus meines Vaters scheiden lassen. Ich hatte einige Jahre eine sehr distanzierte, auch belastende Beziehung zu meinem Vater bis dann die Beziehung ganz abbrach. Es ging eigentlich von beiden Seiten aus. Für beide Seiten war die Beziehung zu schmerzhaft. Mein Vater konnte sich an die schlimmsten Dinge, die er alkoholisiert getan hat, ja gar nicht erinnern, glaubte vieles nicht und litt daher unter unserem (ich habe noch eine Schwester) distanziertem Verhalten. Er brach auch die Beziehung zu meiner Schwester ab, obwohl sie sich noch lange um ihn bemühte.
Vor ein paar Jahren habe ich dann erfahren, daß er verstorben ist, also ohne daß vorher wieder ein Kontakt gewesen ist. Ich weiß nur, daß er wieder eine Frau gefunden hat und sogar eine ganz gute Beziehung zu ihr hatte (wie sie das mit dem Alkohol gemacht haben, weiß ich nicht). Ich bin damit eigentlich ganz gut zurechtgekommen. Ich habe quasi in seiner Abwesenheit mit ihm meinen Frieden gemacht. Und ich freue mich, daß er zumindest noch einige mehr oder weniger glückliche Jahre hatte.
Damit meine ich, daß es auch gut gehen kann, wenn man den Kontakt abbricht, ich denke es kommt immer auf die Situation drauf an.
Ich kann jetzt nicht sagen, daß ich deswegen ein spätes Erwachen hatte, obwohl ich jetzt viel älter bin als Du.
Ich habe Spätfolgen aus dieser Kindheit, aber die haben mit der ganzen Konstellation und den traumatischen Erlebnissen zu tun, die ich trotz Therapie nicht vollständig überwinden konnte. Aber auch so war ein bis jetzt zufriedenes, teils glückliches Leben möglich. Man kann lernen damit zu leben.
Von daher denke ich, daß Du nicht so viel Angst zu haben brauchst bei Deiner Entscheidung. Wenn Du dahinter stehen kannst und gut auf Dich aufpaßt, wirst Du mit beiden Versionen leben können.
Gruß
Larissa |
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| Larissa hat zum Thema: Re: Hass vs. Mitleid - Was ist richtig? geschrieben
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