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Darf ich nicht?Oder will ich nicht?

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Andi
Gast






BeitragVerfasst am: 25.03.2007, 11:39    Titel: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,
ich lese hier immer wieder in verschiedenen Beiträgen die Worte,ich darf keinen Alkohol mehr trinken!

Ich würde gerne einmal eure Meinungen dazu hören!

Meine wäre,dürfen tue ich alles,wer sollte mir es denn verbieten?

Ich bin Alkoholiker,und WILL nicht mehr trinken,so heisst es bei mir,die Worte,ich darf nicht mehr,hören sich bei mir an wie Verzichtsgedanken,
oder sind sie vieleicht eine Form,falscher Ausdrucksweisen?

Wie sind eure Meinungen dazu?

Gruß Andi
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Andi hat zum Thema: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
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Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 25.03.2007, 11:58    Titel: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Andi,

Du hast recht. Der Ausdruck "darf nicht" ist sicherlich nicht richtig.
Zum einen kan mir es niemand verbieten und zum anderen birgt dieser Ausdruck auch ein Verzichtsgedanken.

Wenn ich vom persönlichen Tiefpunkt ausgehe, würde jeder von Anfang an sagen müssen: "ich brauche nicht ".

Als in meinem Leben der Zeitpunkt kam, wo ein weiteres trinken mein Tod gewesen wäre, ich die Chance bekam, einen Entzug machen zu dürfen, war ich dankbar, dass ich keinen Alkohol mehr brauchte und trotzdem aufstehe, essen und leben konnte.
Vorher war dies für mich ohne Alkohol nicht mehr möglich.

Bezugenehmend auf den persönlichen Tiefpunkt, kann ich für mich sagen, dass ich nicht aufgehört hätte zu trinekn, wenn es eine Möglichkeit gegeben hätte, zu leben und zu trinken.

Erst als dies nicht mehr möglich war, suchte ich wirklich ernsthaft Hilfe. Vorher hatte ich zwar auch ab und an den Gedanken, ich möchte ohne Alkohol funktionieren, aber im Hinterkopf war immer der Wunsch nach leben und Alkohol.

Ich habe hier schon öfter gelesen, dass es eine Entwicklung ist von "ich darf nicht", "ich wil nicht " und dann "ich brauch nicht".

Wenn ich darüber nachdenke, bin ich der Meinung, dass es eine Sichtweise ist, wie weit mir der Alkohol wirklich das Leben zerstört hat.
Wenn es noch nicht ganz so schlimm ist, man aber nicht ganz nach unten will, sagt man sich natürlich: "ich will nicht" oder "ich darf nicht".

Wenn der wirkliche Tiefpunkt aber tatsächlich erreicht ist und man dankbar ist, keinen Alkohol mehr zum leben zu brauchen, wird man auch alles dafür tun.
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Karsten hat zum Thema: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? geschrieben
Kurt
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 17.02.2007
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 25.03.2007, 12:09    Titel: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Andi,

das sehe ich genauso oder noch eins dazu: Wenn ich sage „ich darf nicht“ , dann steckt doch vielleicht dahinter „ ich möchte ja gern“ und dann denke ich ist der Griff zur Flasche nicht mehr weit.

Noch etwas anderes dazu. Ich habe so gut es geht auch „ich muss“ aus meinen Gedanken und Aussagen gestrichen und durch „ich will“ ersetzt. Denn ich meine das „ich muss“ drückt mich zusammen und deshalb versuche ich es durch „ich will“ zu ersetzen wo immer ich kann.
„Ich will“ ist aktives handeln im Gegensatz zu „müssen“ darin sehe ich als ob ein anderer mich zwingt etwas zu tun.

Gruß Kurt
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Kurt hat zum Thema: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? geschrieben
kiki
sehr aktiver Teilnehmer


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Beiträge: 4172
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Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 25.03.2007, 12:15    Titel: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Andi,

wenn ich mir darüber mal so Gedanken mache,ist es vielleicht oft auch nur eine falsche Art sich auszudrücken.

Mein Tiefpunkt war für mich so,daß ich am Anfang sagen mußte,"ich DARF nicht mehr trinken...damit ich nicht ganz ganz tief falle...mit Arbeitsplatzverlust,Morgens trinken,richtig alkoholbedingten körperlichen Krankheiten usw.

Und aus diesem"Darf nicht" wurde dann ein "WILL nicht" oder "Brauch nicht" mehr zu trinken,was für mich eigentlich den selben Sinn hat.
Ich bin froh,daß ich nicht mehr trinken "BRAUCHE",weil ich keinen Alkohol mehr "WILL".

Liebe Grüße
Kiki
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kiki hat zum Thema: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? geschrieben
Bernd G
aktiver Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 24.11.2006
Beiträge: 827
Alter: 51
Wohnort: Waldbronn

BeitragVerfasst am: 25.03.2007, 12:33    Titel: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Moin moin !!!

Jawoll , das sehe ich genau so.

Wenn Bekannte oder Arbeitskollegen, wer auch immer sagen, " Ach ne , Du darfst ja nichts trinken ".
Dann sage ich immer , Wieso ,? ich bin 18 und zurechnungsfähig. Nur Heute da habe ich kein verlangen danach und werde deshalb etwas anderes trinken.
Denke auch, das da bei den meisten Leuten doch der Verzichtsgedanke eine endscheidende Rolle spielt. Die Masse der Nichtabhängigen , kann sich einfach nicht vorstellen das es kein Verzicht sein muss , eben keinen Alkohol zu trinken. Dazu ist die Droge einfach noch zu präsent und gesellschaftsfähig.
Man wird doch von Kindesbeinen an daran " gewöhnt " , wer kennt ihn nicht den Spruch: Was möchten Sie trinken ?
Also für mich kann ich sagen, " Ich möchte Heute keinen , Alkohol trinken."

Viele liebe Grüsse von Bernd
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Bernd G hat zum Thema: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? geschrieben
Alex G.
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.02.2007
Beiträge: 3624
Wohnort: Thüringen

BeitragVerfasst am: 25.03.2007, 12:58    Titel: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Andi,

Ich möchte Leben und das kann ich nur ohne Alk. Wobei dieses kann bei mir nichts mit Verzicht zu tun hat, da ich aus meiner Kindheit und den vielen Trinkpausen mein Leben kenne, und ich für mich weis, das ein Leben ohne Alk schöner ist. Denn nur aus diesen Zeiten kenne ich das Wahre Leben,
was ich auch wieder zu 100% haben möchte, mit allem was wirklich dazugehört, und dazu zählt der Alkohol nicht.

Da ich aber erst am Anfang meines neuen wahren Lebens stehe, und auch aus meiner eigenen Erfahrung weis, das ich bisher immer wieder auf den Alk zurückgegriffen habe, was natürlich viele Gründe hatte, möchte ich diesmal vorsichtiger sein als bisher.

Ich möchte ein Leben ohne Alk leben, aber dazu muss ich mich an gewisse Grundregeln halten. Tue ich dies nicht, wie bisher, weis ich für mich das dies nicht funktioniert und es ganz schnell kein Leben mehr wäre.

Ich möchte ein zufriedenes Leben ohne Alk erreichen, also muss ich etwas dafür tun, täglich, auch wenn ich das manchmal vielleicht nicht möchte, weil es mir eventuell mal schlecht geht, oder zu gut.
Ich darf nicht übermütig werden, weil ich weis, das das für mich nicht gut ist, ich möchte aber auch nicht übermütig werden, also muss ich etwas dafür tun, egal wann und wo.

Ich muss viele Dinge verändern, um nicht wieder in den Sumpf zu gelangen, ich will da nicht mehr hin, da für mich unter dem Sumpf gleich die Hölle beginnt, ich möchte das nicht mehr erleben, also muss ich etwas dafür tun.

Lange Rede kurzer Sinn, ich möchte alles richtig machen diesmal, und da hilft es mir persönlich, wenn ich mich zu manchen Dingen auch ein bisschen zwinge. Ich muss mich manchmal selbst zwingen zu irgendetwas, aber nur so lange, bis ich den Sinn oder Unsinn verstanden habe. Ab dann, tue ich es gerne oder gar nicht.

Viele Grüße, Alex
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Alex G. hat zum Thema: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? geschrieben
Restart 07
Gast






BeitragVerfasst am: 25.03.2007, 13:00    Titel: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Andi,

ich möchte mich hier dem geschriebenen von kiki anschliessen.

Das teilt sich.

Auch bei uns in der SHG hat sich die Formulierung "ich darf keinen Alkohol mehr trinken" schon sehr oft als eine nur unglückliche Ausdrucksweise herausgestellt.
Fallen bei uns solche Sätze, korrigieren wie da grundsätzlich auch immer sofort, um dahinter zu steigen, was betreffende denn jetzt damit ausdrücken wollten, oder ob noch nicht genügend Erkenntnisse da sind.

Wenn sich dann herausstellt, das etliche da immer noch am eiern und am verbagatellisieren sind, stoßen wir bei uns in der Gruppe fast immer genau in den dazugehörigen Themenbereich, über den Karsten hier schreibt, nämlich den persönlichen Tiefpunkt.

Entweder ist der Tiefpunkt bei vielen dann noch nicht erkannt, empfunden und auch noch nicht erreicht worden.

Da werden dann sehr oft noch sehr viele unnötige Runden gedreht.

Ich habe mir da ja selbst lange genug was vorgemacht und dabei viel kostbares verloren, z. B. an LEBENSZEIT

Einen schönen Sonntag noch!

LG Heiko
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Restart 07 hat zum Thema: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? geschrieben
Caruso
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 10.07.2006
Beiträge: 285

BeitragVerfasst am: 25.03.2007, 13:07    Titel: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr Lieben,

ich darf nicht kenne ich aus meiner Saufzeit. Wenn ich Auto fahren musste habe ich gesagt, ich darf keinen Alkohol trinken. Da war natürlich ein Verzichtsgedanke da. Heute sage ich ich trinke keinen Alkohol. Nicht ich darf nicht oder ich muss nicht, sondern ich trinke ihn nicht. Ich habe auch von Anfang an meiner Abstinenz gesagt: Ich werde ab heute keinen Alkohol mehr trinken. Damit waren alles Hintertüren zu.

Liebe Grüße

Caruso
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Caruso hat zum Thema: Re: Darf ich nicht?Oder will ich nicht? geschrieben

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