| Meine Mutter starb am Alkohol! • Angst vor der eigenen Courage??? |
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Apache neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.03.2007 Beiträge: 5
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Verfasst am: 24.03.2007, 00:01 Titel: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! |
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Hallo allerseits,
weiß nicht mehr weiter und suche nun endlich Hilfe...
Ich bin 43 Jahre alt und mit einem Alkoholiker verheiratet. Allerdings hat er ein anderes Trinkverhalten als die meisten Alkoholiker. Aber ich möchte zuerst ein wenig ausholen, damit ihr mich versteht:
Ich selbst habe in meinem ganzen Leben noch nicht einen Schluck Alkohol getrunken - habe also keinerlei Erfahrung mit Rauschzuständen.
Meine Mutter war Alkoholikerin und musste daher schon als Kind einiges an Leid ertragen. Sie trank jeden Tag und ist letztendlich 1994 noch ziemlich jung gestorben. In der Zwischenzeit hab ich meine beste Freundin an Alkohol und Tablettensucht verloren. Ihr seht, es gibt schon eine Vorgeschichte. Nun aber zu meinem Mann:
Ich habe ihn kennengelernt, da waren wir Teenager. Und schon damals merkte ich sehr schnell, dass er ein Problem mit Alkohol hat. Er trank jeden Tag jede Menge Bier. Nach 3 Jahren habe ich ihn unter anderem wegen diesem Alkoholgenuss verlassen. Ich war damals 17 Jahre alt.
Viele Jahre später traf ich ihn wieder. Ich war zwischenzeitlich von einem anderen Mann geschieden und hatte 3 Kinder. Wir verliebten uns erneut und als ich ihn nach seinem Alkoholkonsum fragte, sagte er mir, er würde schon seit Jahren nichts mehr trinken. Und tatsächlich, er trank tatsächlich nichts. Wir heirateten und er entwickelte sich zum perfekten Ehemann (was er in seiner nüchternen Zeit immer noch ist). Doch ein halbes Jahr nach unserer Hochzeit der erste Schock. Er hat sich betrunken bis er ins Koma viel. Und das tagelang. Er trank und trank und trank. Ich habe ihn dann eingesperrt und ihn zwangsentnüchtert. Danach das große Leid der Entgiftung. Und immer wieder die Worte, es würde ihm leid tun und es wäre ein einmaliger Ausrutscher. Ich habe es geglaubt. Aber es sollte noch schlimmer werden. Immer, fast mit einer Regelmäßigkeit betrinkt er sich alle 6 Monate und jedesmal so heftig, dass die Ärzte schon mehrmals um sein Leben kämpften. Und dann wieder für 6 Monate keinen Tropfen. Das letzte Mal hat er sich im November 06 betrunken. 7 Tage lang. Aber nicht nur mit Bier! Er fängt meist mit Bier an und trinkt dann Literweise in affenartiger Geschwindigkeit Hochprozentiges, eben bis er ins "Koma" fällt. Wenn er aus diesem komatösem Schlaf erwacht braucht er sofort wieder Stoff, weil er die Entzugserscheinungen nicht ertragen kann. Mit Hilfe von Freunden wird er dann wieder eingesperrt, so dass er an keinen Alkohol mehr kommen kann und dann muss ich diese entsetzlichen Entzugserscheinung mitmachen. Ich kann nicht mehr. Das geht jetzt schon seit 7 Jahren so. Inzwischen bin ich krank geworden und seit letztem Jahr arbeitsunfähig. Somit bin ich zum ersten Mal in meinem Leben arbeitslos und meine Existens und die meiner Kinder ist extrem gefährdet. Ich leide an Angstzuständen, die mich seit Monaten ans Haus fesseln. Sobald ich das Haus verlasse bekomme ich Angstzustände. Ich habe mich aus dem sozialen Leben komplett zurückgezogen, bin aber in Therapie.
Nach der 2. Saufattacke habe ich mich erkundigt und erfahren, dass mein Mann bis zu dem Tag, andem wir wieder zusammen gekommen sind, nur betrunken war. Bis dahin hat er jeden Tag getrunken, also Alkoholiker. Außerdem hat er die Eigenart, ´das Trinken zu verstecken. Überall im Haus finde ich versteckt leere Flaschen, die mir zeigen, welche Unmassen an Alkohol er in der Zeit seiner "Attacken" trinkt.
Seit 2 Tagen ist mein Mann arbeitstechnisch wieder mal im Ausland und bevor er hier losgefahren ist hat er sich angetrunken. Heute hat er mich angerufen und ich habe sofort bemerkt, dass er betrunken ist. Am Mittwoch kommt er zurück und ich habe Angst, dass es so ist wie immer, und er betrunken ist.
Ich habe ihm immer wieder gedroht, dass ich ihn verlassen werde. Dass ich dieses Leid nicht mehr ertragen kann. Vor allem, nachdem ich das 16 Jahre lang mit meiner Mutter schon ertragen musste.
Mein ganzes Leben kämpfte ich gegen den Alkohol an, ohne ihn je selbst konsumiert zu haben.
Was mich aber am meisten krämt, ist, dass alle Mitleid mit meinem Mann haben und mich immer wieder aufrufen, mehr Verständnis für meinen Mann zu haben. Außerdem, meinen die Stimmen da draussen, was sei denn daran so schlimm, dass einer N U R alle halbe Jahr mal was trinkt. Andere würde ja schließlich täglich trinken. Deswegen ist so jemand auch sicherlich kein Alkoholiker.
Ich kann das aber alles nicht mehr ertragen und wie gesagt, inzwischen bin ich selbst krank und habe keine Kraft mehr. Ich habe nur Angst! Angst vor der Zukunft und Angst den Kampf gegen den Alkohol nie zu gewinnen.
Zu einer Therapie ist mein Mann nicht bereit, da er ebenso der Meinung ist, dass jemand, der nur alle 6 Monate was trinkt kein Problem hat.
Stimmt das? Bin ich ganz einfach überempfindlich? Ist das alles tatsächlich meine Schuld, so wie man mir das Glauben machen will?
Vielleicht könnt ihr mir ja helfen.
Vielen Dank
LG Apache |
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| Apache hat zum Thema: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! geschrieben
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Whitewolf sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 1204 Alter: 44 Wohnort: Homburg/Saar
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Verfasst am: 24.03.2007, 01:10 Titel: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! |
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Hallo Apache,
erstmal ganz herzlich Willkommen im Forum.
Was kann ein Mensch ertragen war die erste Frage die mir grade durch den Kopf ging.
Unglaublich was Du da machst.
Ich denke das Forum wird Dir in vielerlei Hinsicht helfen können. Im Austausch, im Erkennen und sortieren.
Nein
Du bist nicht überempfindlich.
Schau Dich in Ruhe erstmal um in diesem Bereich und in nächster Zeit werden einige Dinge klarer wenn Du das möchtest.
Viele Grüsse
White |
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| Whitewolf hat zum Thema: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! geschrieben
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6713
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Verfasst am: 24.03.2007, 01:40 Titel: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! |
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hallo apache
erstmal: ich bin geschockt. was du schon alles ertragen musstest/musst, das ist hart.
| Zitat: | | Außerdem, meinen die Stimmen da draussen, was sei denn daran so schlimm, dass einer N U R alle halbe Jahr mal was trinkt |
puh, dann sollen die netten stimmlein mal alle halbe jahr angst um ihren partner haben, um die gesundheit und sogar um das leben und wenn die saufzeit dann vorbei ist, wissen das der ganze sch... in nem halben jahr wieder losgeht!!!
wenn ich ehrlich bin, bezweifle ich das du deinen mann zur einsicht bringen kannst. er wird immer das argument bringen, er kann ja ohne probleme ein halbes jahr ohne alk.
wenn alles gut zureden nichts wirkt, würde ich dir zu einer trennung raten. du schreibst selber, dass du krank bist, ich weiß nicht ob es besser wird, wenn du alleine lernst dein leben (so traurig es auch jetzt ist) zu genießen, aber solange du bei ihm bleibst, wird es dir definitiv immer schlechter gehn.
| Zitat: | | Stimmt das? Bin ich ganz einfach überempfindlich? Ist das alles tatsächlich meine Schuld, so wie man mir das Glauben machen will? |
deine fragen kann ich alle nur mit einem glasklaren NEIN beurteilen
schon mal überlegt in eine selbsthilfegruppe für angehörige oder zur suchtberatung zu gehn? es würde dir bestimmt gut tun...
liebe grüße |
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| summerdream hat zum Thema: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! geschrieben
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Apache neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.03.2007 Beiträge: 5
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Verfasst am: 24.03.2007, 13:21 Titel: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! |
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Vielen Dank für eure Antworten. Es tut gut zu wissen, dass es da noch Menschen gibt, die einen verstehen und nicht nur Menschen, die meinen Mann verstehen. Ich drohte auch an der Ignoranz der Menschen, die uns umgeben, zu zerbrechen. Ich habe Hilfe und Zuspruch gesucht, doch ich verstehe inzwischen, dass diese Problematik nur Menschen verstehen, die das gleiche Schicksal haben oder hatten.
Ich weiß jetzt nicht, wie ich reagieren soll, wenn er heimkommt. Ist er nüchtern, ist dann alles ok bis zum nächsten Mal? Ist er betrunken - dann Rausschmiss?
Wir haben für das kommende Wochenende einen 10-tägigen Urlaub geplant. Zusammen mit Freunden. Ich habe Angst mit ihm da hinzufahren, da ich da nirgends ausweichen kann und dann alles durchstehen muss, falls er da zu trinken beginnt. Auch weiß ich nicht, wie ich mich den Freunden gegenüber verhalten soll. Beide trinken ganz gern mal abends ein Bierchen oder ein Weinchen. Muss ich ihnen das untersagen, um meinen Mann (und mich) zu schützen?
Was mach ich, wenn mein Mann mir wieder die Hölle heiß macht, weil ich ihm schon ein kleines Bierchen verweigern will? Wenn sein Standardspruch kommt: Ich habe im Leben auf alles verzichtet, damit es dir gut geht. Also lass mir mein einziges Hobby, mal ein Bier zu trinken (ach ja, daraus werden dann meistens 12 und ein paar Flaschen Hochprozentiges!!!!)
Warum machen die Alkoholiker den Partnern immer so ein schlechtes Gewissen, dass sie am Schluss immer glauben, an allem Schuld zu sein und seinem Partner gar nichts zu gönnen?
Man liebt diesen Menschen doch und will eigentlich nur sein bestes!
LG Apache |
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| Apache hat zum Thema: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! geschrieben
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baggerschen aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.01.2007 Beiträge: 528 Wohnort: Thüringen / Gera, Greiz
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Verfasst am: 24.03.2007, 13:32 Titel: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! |
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Hallo Apache...
Warum machst du dir so verdammt viele Gedanken um andere?
Verschwende mal deine Zeit nicht und mach dir die Gedanken lieber um dich nd um deine Kinder.
Dein Mann ist weit weg von einer Einsicht und somit auch weit weg davon irgendwas zu ändern.
Urlaub ? Na klar aber bitte ohne ihn.
Du brauchst Urlaub und vorallem Abstand. Betrachte die Situation mal aus der Ferne.
Wäge mal die positiven Seiten deines Lebens mit den negativen Seiten ab. Was überwiegt da ?
Du bist doch schon ein Häufchen Elend. Wielange denkst du hälst du das noch aus ?
Ziehe endlich Konsequenzen und lebe dein Leben. Du hast nur das eine. Deine Kinder haben ein Recht auf Ruhe und Harmonie. Oder denkst du das geht alles spurlos an ihnen vorrüber?
Also mach dir Gedanken um DEIN LEBEN. Nicht um seins oder um das eurer Freunde.
WACH AUF !
Deine Frage zwecks der Schuld... auch alkoholiker wollen ihren Suff begründen, also nichts ist greifbarer dafür wie der Partner. Der Partner ist das Hintertürchen. Die helfende Hand ist für Alkoholiker ein Druckmittel ( aus ihrem Empfinden).
Warum lässt du dir also Schuld oder ein schlechtes Gewissen einreden? Schüttest du ihm das Zeug in den Hals?
in diesem Sinne... |
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| baggerschen hat zum Thema: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! geschrieben
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Pott neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.11.2006 Beiträge: 301
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Verfasst am: 24.03.2007, 13:42 Titel: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! |
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Hallo Apache,
zunächst mal: du kannst ihm gar nichts verweigern! Er und nur er ist verantwortlich für das, was er tut!
Wenn du kein gutes Gefühl hast und vor diesem Urlaub Angst hast, so hilft dir nur Offenheit - du musst sagen, was DU willst und das dann auch tun. Ich kann mir vorstellen, dass du auf einem Pulverfass sitzt und Angst vor der Detornation hast. Rede mit deinen Freunden, rede mit deinem Mann, wenn er nüchtern ist und solltest du nur den Anflug eines Zweifels verspüren so sag ab, damit du zur Ruhe kommst!
Du bist an NICHTS schuld - du kaufst ihm den Alkohol nicht und bindest ihn auch nicht fest, um ihm mit einem Trichter den Alkohol reinzukippen. Er sucht Ausreden um trinken zu können. Alkoholiker geben jedem anderen die Schuld an ihrer Unbill, das ist einfach so! Vielleicht fühlen sie sich dann besser, auf jeden Fall schafft es einen neuen Grund zu trinken. "Sieh mal, DU setzt mich unter Druck, DU nörgelst, also MUSS ich trinken!" Alles Quatsch - lass dich darauf nicht ein!
Weisst du niemand, der nicht in solch einer Situation steckt, kann dir eine echte Hilfe sein und Verständnis aufbringen. Niemand weiss wie es ist, wenn man in glasige Augen guckt und das Tag für Tag. Wie es sich anfühlt, wenn der geliebte Partner nur noch ein Schatten seiner selbst ist und augenscheinlich verblödet und man nur hilflos zusehen und nicht eingreifen kann. Das Unverständnis ist kein böser Wille, es ist Hilflosigkeit...und Scham. Alkohol ist fest in unserer Gesellschaft integriert und wer ablehnt ist nicht normal. Alles was aus dem normalen Rahmen fällt, wird misstrauisch beäugt und abgelehnt. Man sucht die Schuld bei den Umständen, der Lieblosigkeit der Ehefrau, etc.... man versucht Gründe für die Unnormalität zu finden und reagiert entsprechend.
Was man nicht kennt, scheut man und sucht es zu zerstören......
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende - sorg dafür, dass es in allererster Linie DIR gut geht, dann bist du schon ein Stück weiter - nur Mut
Gruß
Heike |
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| Pott hat zum Thema: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! geschrieben
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 24.03.2007, 14:19 Titel: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! |
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Hallo Apache,
Es ist schon so, wie auch schon von den anderen hier beschrieben, das nur Selbst-Betroffene Deine Lage nachvollziehen können. Anders herum ist es aber genauso, auch Alkoholiker werden nur von anderen mit der gleichen Krankheit vollkommen verstanden. Diese Erfahrung habe ich selber machen müssen, selbst mir sehr nahestehende Menschen können es nicht wirklich begreifen, sondern nur versuchen, zu verstehen. Ich denke, mehr geht einfach nicht, es ist einfach zu viel verlangt. Darum ist der Austausch mit Betroffenen so wichtig, bei CO`s genauso wie bei Alkoholikern. Anderen kann man nur versuchen, so gut wie möglich die Sache zu erklären.
Aber ich möchte nochmal ein paar erklärende Worte sagen zu dem kalten Entzug, den Du da mehrmals mit Deinem Mann praktiziertest. Er wurde dadurch in eine sehr gefährliche Situation gebracht, die hätte für ihn tödlich ausgehen können. Man kann an Entzugssymtomen sterben, Krampfanfälle, Delir etc.
Das mag einige Male gut gehen, aber es ist einfach zu gefährlich, das zu tun, darum dürfen wir hier niemand zu so etwas raten. Vielleicht war Dir diese Gefahr nicht bekannt ?
In so einem Fall ist der Notarztwagen zu rufen, nix anderes.
Dann möchte ich noch etwas zur Alkoholabhängigkeit allgemein sagen. Das Alkoholverhalten der verschiedenen Alkies ist sehr unterschiedlich. Die Trinkmenge oder die Anstände zwischen den Besäufnissen sind kein Indikator für eine bestehende Anhängigkeit. Unsere Krankheit sitzt im Kopf, da ist die Abhängigkeit, die auch immer bestehen bleibt. Darum ist unsere Krankheit auch unheilbar, einmal Alkie, immer Alkie. Wir können nur trockene Alkies werden. Sobald wir wieder trinken, beginnen die alten Abläufe in unseren Köpfen, Synapsen docken falsch an, was auch immer und wir werden rückfällig. Ich glaube, diese Erkenntnis macht vielen Alkies Angst, nach dem Motto: Ich hab doch keinen an der Waffel !
Doch, wenn man es so sehen will, haben wir das.
Aber wenn wir trocken leben, können wir unsere Krankheit stoppen und symtomfrei leben. Aber nur ein Schluck Alkohol bringt alles wieder in Gang. Unsere psychische Erkrankung bleibt ein Leben lang. Wäre es anders, wäre es heilbar, könnten wir ja irgendwann wieder mal "normal" trinken, das ist uns aber nicht möglich. Das zeigen alle Untersuchungen und Erfahrungen.
So, das wars erst mal von meiner Seite,
LG
und einen erkenntnisreichen Austausch hier wünscht Dir
Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! geschrieben
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Apache neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.03.2007 Beiträge: 5
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Verfasst am: 24.03.2007, 14:42 Titel: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! |
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Vielen Dank für eure Unterstützung.
@ Lilly:
Das mit dem kalten Entzug wußte ich nicht, dass das so schlimm ist. Ich dachte eher, dass er beim zu vielen Trinken stirbt. Das Problem ist, er weigert sich, mit dem Notarzt mitzufahren und schon, wenn ich den Notarzt anrufen, flippt er völlig aus. Und solange er "nein" sagt, kann ihn der Notarzt nicht mitnehmen. Alles schon erlebt, leider!
Ich will so was auch nie mehr miterleben! Die Hölle ist ein Paradies dagegen. Aber ich weiß auch nicht wie ich das verhindern kann. Er trinkt ja immer zuhause und alle sind gezwungen das mitzuerleben. Auch meine Kinder (inzwischen 16 und 19 Jahre alt). Wir werden ihn nicht los. Wir haben schon mehrmals versucht ihm klar zu machen, dass er diese Sauf-Attacken wo anderst durchziehen soll, aber weigert sich das Haus zu verlassen. Und wir 3 wissen dann auch nicht wohin. Vorallem leben wir hier in meinem Haus, dass er im Suff schon mehrmals versucht hat zu zerstören, z.B. wollte er Wände einreissen und konnte nur mit Gewalt gestoppt werden. Auch Feuer legen haben wir schon hinter uns. Er weiß dann einfach nicht mehr, was er tut. Man muss in ständig im Auge haben, damit er nichts anstellt. Schlimmer, wie bei kleinen Kindern. Und hinterher weiß er davon nichts mehr. Also ihn allein im Haus zurücklassen geht auch nicht. Ebenso ist mein Mann Sportschütze und wir haben hier im Haus ein ganzes Waffenarsenal mit Munition in Tresorschränken, wo nur mein Mann weiß, wo die Schlüssel sind!!!
Ich habe nur Angst - Angst - Angst. Und irgendwie auch ein zerstörtes Leben.
Aber ihr habt recht. I c h muss l e b e n !!! Und ich werde wieder leben. Seit ich hier im Forum bin, merke ich, dass ich nicht allein auf der Welt bin. Und durch Eure Beiträge merke ich, wie langsam meine Kraft zurückkehrt und ich immer klarer sehe. Die ganze Nacht habe ich eure Beiträge gelesen und sie klingen alle so, als hätte ich sie geschrieben.
Ich kann nur sagen: Schön, dass es Euch gibt.
Danke.
LG Apache |
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| Apache hat zum Thema: Re: Totale Hoffnungslosigkeit? Hilfe!! geschrieben
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