| Guten Tag. Bei mir es so: • Mein Thema... |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
mannlehen neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.02.2007 Beiträge: 5
|
Verfasst am: 18.03.2007, 17:03 Titel: paar Fragen an Alkoholkranke Personen |
|
|
Schönen guten Tag!
Und zwar stellt sich mir grad die Frage was das mit dem Trinkverhalten so auf sich hat.
Ein alkoholkranker Mensch ist körperlich und meistens auch geistig abhängig vom Alkohol. Das Gefühl kenn ich vom Rauchen, da ich auch starker Raucher bin. In wie weit dieses Gefühl gleich ist kann und will ich nicht beurteilen. Jetzt stellt sich mir die Frage, wie ein Alkoholkranker Mensch diese Sucht bewältigt. Trinkt er soviel das es reicht das sein Körper wieder "ruhe gibt" oder trinkt er einfach soviel er "schafft". Ich seh an meiner Mutter das sie, wenn sie mal wieder trinkt anscheinend keine Grenze kennt sondern einfach soviel reinsäuft das sie sich überhaupt nichtmehr unter kontrolle hat. Ich persönlich (als Raucher) rauche ja auch nur eine Zigarette um der Sucht wieder zu entfliehen...Ich rauch ja auch keine ganze Schachtel am in ner Stunde.
Ist der körper nach dem Alkohol direkt süchtig und würde sich wieder "beruhigen" wenn er ein gewisses maß an alkhol intuss hat oder braucht er zusätzlich den absoluten vollrausch?
wenn ich mich bissl ungenau ausgedrückt hab tuts mir leid da ich im moment wirklich schlecht drauf bin.
gruß |
|
| Nach oben |
|
| mannlehen hat zum Thema: paar Fragen an Alkoholkranke Personen geschrieben
|
|
 |
Lilly12 Gast
|
Verfasst am: 18.03.2007, 18:11 Titel: Re: paar Fragen an Alkoholkranke Personen |
|
|
Hallo mannlehen,
Und Herzlich Willkommen hier im Forum.
ich kann nur Deine Fragen, aus persönlicher Sicht so gut wie möglich versuchen, zu beantworten.
Ein alkoholkranker Mensch ist immer auch psychisch abhängig.
Das Trinkverhalten selber ist sehr unterschiedlich. Das kann man hier gut im Forum nachlesen. Nicht jeder trinkt jeden Abend bis zum Vollrausch.
Die Trinkmenge und das Trinkverhalten ist somit kein Idikator für eine bereits vorhandene Abhängigkeit. Auch trotz geringen Mengen und Unregelmäßigkeit im Trinkverhalten kann eine Abhängigkeit vorliegen.
Die Sucht selber wird wohl sehr ähnlich empfunden. Man schämt sich, versucht es zu verheimlichen, lügt für den Alk, verdrängt die Wahrheit auch möglichst lange vor sich selber.
Sicher wird der Körper nach Trinken von Alk ruhiger, kommt drauf an, wie tief man drinsteckt, wieviel man dann davon braucht.
Die Trinkmengen werden immer größer, so war es zumindest bei mir und ich konnte am Ende nicht mehr durchschlafen, ich kam manchmal schon Nachts auf Entzug und mußte dann was nachkippen.
Die Entzugssymtome selber sind auch sehr ähnlich. Angstgefühle, Zittern, Kreislaufprobleme, es kann bis hin zu Krampfanfällen und Delir führen, was auch im schlimmsten Fall tödlich ausgehen können.
Oft wird man versuchen, seinen Alkkonsum einzuschränken auf ein Minimum, um so noch möglichst "funktionstüchtig" zu bleiben, sich sozusagen runter zu trinken, aber auch das ist nur begrenzt möglich bis zum nächsten Absturz. Für Alkoholiker ist einfach kein kontrolliertes Trinken möglich.
Welche Gelegenheiten oder Probleme bis zum nächsten Vollrausch als Entschuldigung herhalten müssen, sind wohl sehr vielfältig. Die Anlässe wurden bei mir immer geringer, seien es Probleme oder auch Anlässe zur Freude, alles ist dann gut genug zum Saufen.
Mehr fällt mir leider momentan dazu nicht, mal sehen, was den anderen hier noch dazu einfällt, muß bestimmt noch einiges ergämzt werden.
Lieben Gruß an Dich
Lilly |
|
| Nach oben |
|
| Lilly12 hat zum Thema: Re: paar Fragen an Alkoholkranke Personen geschrieben
|
|
 |
linuxgeek81 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.02.2007 Beiträge: 239
|
Verfasst am: 19.03.2007, 17:29 Titel: Re: paar Fragen an Alkoholkranke Personen |
|
|
Hallo mannlehen,
Warum fragst Du eigentlich? Schreibst Du eine Arbeit ueber das Thema oder steckt "mehr" hinter dem Interesse?
Wie Lilly schon sagt ist das von Person zu Person unterschiedlich. Bei mir war es so dass ich nach einer gewissen Minimalmenge zwar weitgehend vom Entzug befreit war, aber es in mir immer nach mehr geschriehen hat. Ich bin dem meistens dann nachgegangen wenn ich wusste ich kann es, also meistens wenn ich am naechsten Tag ausschlafen konnte und an Wochenenden. Manchmal kennen Alkoholiker auch keine Grenzen mehr und Saufen so lange bis nichts mehr reingeht, also z.B. bis sie vor Erschoepfung einschlafen.
Ich hatte Tage, da hatte ich schon >10 Bier intus und bekam nach einigen Stunden einen solchen Durst dass es kaum auszuhalten war und ich noch mehr saufen musste. Dabei war es weniger wichtig schnell zum Vollrausch zu kommen als eher den Pegel gleichmaessig hoch zu halten, also etwa so zwei Bier pro Stunde zu trinken.
greets,
Michael |
|
| Nach oben |
|
| linuxgeek81 hat zum Thema: Re: paar Fragen an Alkoholkranke Personen geschrieben
|
|
 |
Sensei aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.01.2007 Beiträge: 623 Wohnort: Raum München
|
Verfasst am: 19.03.2007, 19:49 Titel: Re: paar Fragen an Alkoholkranke Personen |
|
|
Hallo mannlehen,
mein Trinkverhalten war dem von Lilly sehr ähnlich glaube ich.
Ich habe meinen Konsum kontinuierlich gesteigert. Was am Anfang mit drei Glas Wein am Abend angefangen hat war am Ende zwei/drei Flaschen täglich. Auch wenn ich ab und zu noch versucht habe soviel zu trinken dass ich funktionieren kann, so wurde der Druck weiter zu trinken so stark, dass ich oft bis zum Einschlafen getrunken habe. Auch wenn das noch mitten am Tag war. Wenn es ganz blöd lief und ich nach dem Erwachen nichts mehr da hatte, aber der Entzug kam, bin ich los und hab Nachschub besorgt. Das hat dann gereicht bis zum Bettgehen. Eigentlich habe ich immer bis zum absoluten KO getrunken. Und das oft Tage hintereinander. Der Kontrollverlust setzt beim ersten Schluck ein. Ist dieser getrunken ist ein Zurück so gut wie nicht mehr möglich und ich trinke wie im alten Fahrwasser. Darum wirst Du hier im Forum oft den Spruch lesen, man soll das erste Glas stehen lassen.
Ich habe den Alk vor meiner Familie versteckt und gelogen, dass ich nix getrunken habe. Obwohl mein Konsum offensichtlich war. Schön blöd. Aber das ist die Krankheit.
Gruß
Sensei |
|
| Nach oben |
|
| Sensei hat zum Thema: Re: paar Fragen an Alkoholkranke Personen geschrieben
|
|
 |
sweety15 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.02.2007 Beiträge: 374 Alter: 64 Wohnort: Norddeutschland
|
Verfasst am: 20.03.2007, 09:06 Titel: Re: paar Fragen an Alkoholkranke Personen |
|
|
Hallo mannlehen,
wie schon sensei schrieb ist das erste Glas der Anfang vom Ende. Auch ich habe in den ersten Jahren nur geringe Trinkmengen gebraucht. Die Steigerung erfolgte Schritt für Schritt, ich "vertrug" immer mehr, bevor ich eine Wirkung merkte.....
Am Ende wurde ich mit 3,4o/oo ins Krankenhaus eingeliefert. Das ist ein Wert, der für Frauen meiner Statur normalerweise tötlich ist!!!
Der Entzug war die Hölle.
Ich habe Glück gehabt, aber der Schock sitzt ganz tief. So kann auch ein persönlicher Tiefpunkt aussehen.
Sweety |
|
| Nach oben |
|
| sweety15 hat zum Thema: Re: paar Fragen an Alkoholkranke Personen geschrieben
|
|
 |