| Mein Freund der Alkoholiker • ich glaube ich bin auch coabhängig und möchte da raus |
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Stefka Gast
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Verfasst am: 13.03.2007, 19:15 Titel: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... |
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... und das will und kann er nicht
Hallo!
Jetzt war ich schon ne ganze Weile nicht mehr hier. Ich habe eine neue Taktik im Umgang mit meinem Freud probiert: Akzeptiere, dass er trinkt und dass du nichts daran ändern kannst, wenn er es nicht will.
Ich dachte, wenn ich den Druck rausnehme, könnte ja was passieren, schließlich haben wir die Problematik häufiger diskutiert. Und wenn ich es akzeptiere, dann würde es mich auch nicht mehr so aufregen.
Das hat für einige Wochen auch wirklich gut funktioniert. Mir ging es prima, ich bin nicht wer weiß wie panisch geworden, wenn er sich mal wieder am Bier oder Wein gütlich getan hat. Bis in der letzten Woche dann immer häufiger Kneipenbesuche anstanden, der Konsum mehr und mehr wurde und ich dann nachts einen laut schnarchenden, nach Alk und Zigaretten stinkenden Mann neben mir im Bett liegen hatte, was mich schon richtig angeekelt hat.
Und gestern morgen war es dann soweit, dass er mal wieder (nachdem er um 3 Uhr nachts aufgestanden ist) gegen halb sieben zurück ins Bett kam und nach Alk stank. Das hat meine ganze neue Taktik hinfällig werden lassen und mich den ganzen Tag total umgehauen. Abends haben wir dann gesprochen. Mal wieder. Habe klar gemacht, dass ich schon überlegt habe, ob ich überhaupt was sagen soll, weil die letzten Male sich nie was geändert hat und es alles so sinnlos erscheint. Das hat ihn erstmal aufgeschreckt. Hey, das sieht nicht gut für mich aus.
Bin mal endlich meine Unzufriedenheit losgeworden, ohne Rücksicht auf seine Gefühle zu nehmen. Dass ich total unglücklich und unzufrieden bin, dass mir mit das wichtigste an der Beziehung (ihm nah zu sein, zu küssen, zu kuscheln und mehr...) keinen Spaß mehr macht, weil ich ständig Alkoholgeruch in der Nase habe und mich das anekelt.
Meine Sorge war ja immer, dass ich mich wie bei meinem Ex-Mann selber aufgebe, um ihn zu unterstützen. Und ich habe mir damals geschworen, dass nicht nochmal zu machen. Ich will nicht nochmal kaputt gehen. Es war hart genug, wieder zu mir selber zurück zu finden. Aber ich bin mal wieder auf dem besten Wege dahin zu zerbrechen. Hab ich ihm alles gesagt.
Er meinte, ich bräuchte nicht auf Rücksicht auf ihn, mich hinten an zu stellen (mein Ex hatte mit Selbstmord u.ä. gedroht, das würde er nie machen). Ich müsste für mich die Entscheidung treffen.
Das habe ich und das habe ich ihm auch gesagt: Egal wie perfekt unsere Beziehung mit Ausnahme des Alkohols läuft, wie gut wir uns verstehen, wie sehr wir uns lieben, ich werde das so nicht lange mitmachen. Es gibt nur zwei Alternativen: entweder er holt sich professionelle Hilfe und ÄNDERT endlich was oder das UNS gibt es nicht mehr lange.
Lange Rede, kurzer Sinn und weshalb ich hier eigentlich poste: Der Grundtenor seiner Reaktion war, dass er von klein auf nie Schwäche zeigen durfte und Hilfe annehmen total verpönt war. Deswegen fällt es ihm so wahnsinnig schwer, sich Hilfe zu holen. Es kann doch nicht nur daran scheitern??? Hat jemand ähnliche Probleme mit seinen Angehörigen gehabt?
Und ehe es jetzt hier losgeht von wegen, das sei alles nur ne Ausrede: Erstens glaube ich ihm, dass er große Schwierigkeiten hat, Hilfe anzunehmen (das konnte ich auch schon in vielen anderen Situationen sehen); zweitens glaube ich nicht, dass es der einzige Grund ist, denn er ist auch nicht bereit zu sagen, dass er für immer auf Alk verzichten will, dafür genießt er das betüdelte Gefühl zu sehr. Außerdem möchte er mit Freunden einen drauf machen können. Er sieht und benennt es sogar selbst als "starken Mann spielen", das will er sich nicht nehmen lassen und das sei der Grund, dass er trinkt. Er war dann jedoch erst einmal sprachlos, als ich meinte, wenn er alleine im Wohnzimmer vorm Fernseher sitzt und sich seinen Wein trinkt, is nicht viel mit starkem Mann, da ist keiner der das sehen würde. Daran könne es also nicht liegen. Dem musste er dann wohl oder übel zustimmen...
Sorry, ich bin mal wieder ziemlich mitten drin in aufwühlenden Gedanken und ich glaube, dass ich wirklich konfus geschrieben habe. Aber hat vielleicht einer ne Ahnung, wie man hier nen Anstoß geben kann, dass sich doch was tut??? Immerhin streitet er sein Problem nicht ab (oder tut er nur so?).
Stefka |
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| Stefka hat zum Thema: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... geschrieben
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Whitewolf sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 1204 Alter: 44 Wohnort: Homburg/Saar
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Verfasst am: 13.03.2007, 19:51 Titel: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... |
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Hallo Stefka,
das sieht mir doch sehr nach einer Defensivtaktik aus um die Sache nicht schlimmer zu machen. Offensichtlich hat er wohl Angst vor Deiner Reaktion und versucht noch die Gratwanderung zwischen "Beziehung geht grad noch " und "trotzdem ab und zu saufen". Klappt natürlich nicht,.... aber versuchen kann man es ja mal.
Der "Starke Mann" ist für den Alkohol nur Kanonenfutter und kein ernstzunehmender Gegner.
Solange er nicht bedingungslos kapituliert und dem Alkohol keine Stirn mehr bietet wird er nicht trocken. Ein Kampf gegen den Alkohol , das erlangen der Kontrolle , ist sinnlos. Das mussten wir alle erkennen. Er muss die Krankheit erkennen.
Wenn er sagt ich will nicht mehr trinken und ich will mir helfen lassen , dann ist ein Anfang gemacht.
Davon ist er wohl leider noch weit entfernt.
Viele Grüsse
White |
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| Whitewolf hat zum Thema: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... geschrieben
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 13.03.2007, 20:06 Titel: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... |
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Hallo Stefka,
hmm, so wird das ja irgendwie nix.
Ich las gerade in einer Broschüre über CO-Abhängigkeit, das der Weg der Nicht-Hilfe der einzig erfolgversprechende Weg ist, um Bewegung in die erstarrten Beziehungsmuster zu bringen.
Das bedeutet, das Du nichts mehr für Deinen Freund tun darfst, keine Erledigungen, keine Entschuldigungen, Rechtfertigungen und kein Lügen für ihn mehr.
Er muss mit den Konsequenzen seines Verhaltens ganz allein klar kommen. Und die wird es geben.
Das er große Angst hat, Hilfe anzunehmen, kann ich gut nachvollziehen, weil es mir selber so ging. Ich hätt mich fast totgesoffen, weil ich mich zu sehr geschämt habe, mir Hilfe zu suchen. Er hat aber keine andere Wahl, um aus seiner Situation wieder raus zu kommen. Er wird automatisch, wenn er weiter säuft, seine ganze restliche Selbstachtung sowieso verlieren.
Vom starken Mann iss doch jetzt schon nix mehr da, wenn er nachts aufstehen muß, um evtl. Entzugssymtome zu lindern durch erneutes Saufen.
Nun ja, wie auch immer, Du kanst nur eins machen. DICH VON IHM ABGRENZEN. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
Und das bedeutet, selber wieder aktiver zu werden, ausgehen, neue Freunde kennenlernen, einen eigenen Bekanntenkreis aufzubauen, Hobbys nachgehen etc. Es ist so ähnlich wie bei Alkies, die müssen ja auch all das tun.
Nur so kommst Du aus Deiner CO-Abhängigkeit heraus. Du wirst daber evtl. auch die schmerzliche Erfahrung machen, das Du Dich in Deiner CO-Rolle schön muggelich eingerichtet hast. Aber Erkenntnis ist ja bekanntlicherweise der erste Schritt zur Besserung.
Du mußt also an Dir selber arbeiten, Dein Leben neu zu gestalten, notfalls auch ohne ihn. Es kann auch sein, das er dann leichte Panik bekommt, das Du wirklich dann einfach wech bist, kann durchaus aufrüttelnd wirken, muss aber nicht.
Leider fällt mir nicht mehr dazu ein, aber so wird datt nüscht. Es geht ihm einfach noch viel zu gut, er wird so nix ändern, warum sollte er ?
Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute
LG
Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... geschrieben
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Elki neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.08.2006 Beiträge: 264 Wohnort: NRW Nähe Köln
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Verfasst am: 14.03.2007, 07:09 Titel: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... |
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Hallo Stefka,
fotografiere ihn mal, wenn er betrunken ist. Nimm sein schnarchen auf, mach Bilder und konfrontiere ihn mit dem "starken Mann", vielleicht weckt dasihn auf!
LG
Elke |
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| Elki hat zum Thema: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... geschrieben
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Stefka Gast
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Verfasst am: 17.03.2007, 09:46 Titel: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... |
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Hallo Ihr Lieben!
@ Elki
Die Idee ist ja grundsätzlich gar nicht so schlecht, da bleibt mir aber nicht viel anderes übrig, als sein Schnarchen aufzunehmen und ob er das nur auf das Saufen zurückführt ist sehr fraglich, denn er schnarcht auch, wenn er nichts getrunken hat. Und ihn betrunken zu fotografieren? Er trinkt ja (noch) nicht so, dass er in der Ecke liegt oder das man es ihm ansieht... Ganz im Gegenteil, ich kann daran merken, dass er mehr als üblich getrunken hat, wenn er kaum mehr aufhört, Komplimente zu machen und sich auf die gemeinsame Zukunft zu freuen (wir haben uns, bevor wir zusammenzogen und ich das Problem klar gesehen habe, verlobt). Für die Methode muss er wohl erst noch weiter runter kommen, aber das will ich mir nicht antun...
@Lilly
Auch hier kann ich wieder nur sagen, dass es - Gott sei Dank - (noch) nicht so dramatisch ist. Ich bin in noch kein Lügenmuster verstrickt, d.h. es gab noch keinerlei Anlässe, in denen es "nötig gewesen wäre" für ihn zu lügen, und auch das ist eine Sache, die ich wohl kaum anfangen werde (hoffe ich), denn ich kann Lügen absolut nicht ausstehen. Mir gehen sogar Notlügen kaum über die Lippen...
Und was meine Freizeitbeschäftigung angeht, da habe ich - sogar auf sein Drängen hin (weil es geldmäßig nicht so einfach ist) - mir jetzt einen Tanzpartner gesucht und fange wieder an, in die Tanzschule zu gehen. Das ist mein absolutes Lieblingshobby. Auch habe ich mir schon Wanderbücher über die Gegend hier geholt, damit ich damit wieder loslege und ich gehe auch immer mal wieder bei schönem Wetter stundenlang spazieren.
Soweit wie ich das für mich sehen, ist die Co-Abhängigkeit noch nicht allzu stark ausgeprägt, so dass ich noch relativ einfach was ändern kann. Ich nehme ihm keine Erledigungen etc. ab. Das einzige, was ich durchaus tue, ist ihn immer mal wieder an Dinge zu erinnern, die er erledigen muss. Vielleicht sollte ich das aufhören und ihm lieber sagen, er solle eigenverantwortlich damit umgehen, meinetwegen Liste führen, damit er nichts vergisst... Nur sind das meistens Gelddinge und die treffen mich dann mittelbar auch, denn wenn er es verpennt, was zu bezahlen und es dadurch teurer wird, dann fehlt das Geld UNS und nicht nur ihm...
Der Kontrollzwang, die Suche nach "Belegen" dafür, dass er mal wieder was gekauft hat, die Suche nach versteckten leeren Flaschen, das Riechen, ob er getrunken hat... Ja, das ist alles recht stark, wie ein Zwang, das kann ich nicht ablegen. Dafür finde ich einfach zu oft auch was...
Aber was ich dringend tun muss, ist mir neue Freunde zu suchen. Ich habe zwar Freunde durch die Uni, aber die sind etliche Jahre jünger. Da fehlen mir schon irgendwie welche in meinem Alter, die nicht gerade erst aus der Schule sind und mir vielleicht in der Situation auch mit ein bisschen mehr Lebenserfahrung beiseite stehen können. Meine alten Freunde wohnen inzwischen zu weit weg, für ständige Besuche (ich bin wegen dem Studium umgezogen).
@whitewolf
Hmm, ich muss dir da wohl oder übel schon zustimmen mit der Defensivtaktik. Mein Eindruck ist z.B. dass er, wenn er sich Hilfe holen würde, gesagt bekäme, er solle / müsse komplett aufhören zu trinken. Und das will er ja definitiv nicht!!!
Ich habe zwischenzeitlich noch mit einer meiner "alten" Freundinnen gesprochen. Ihr Freund hatte auch regelmäßig gebechert, immer nach dem Feierabend und sie sagte, sie hätte damals gedacht, er sei abhängig. Nach Gesprächen hat sich das aber alles geändert und inzwischen ist es nur noch das normale, sich mal ein Bierchen gönnen oder auf Partys was trinken. Für sie sieht das Bild irgenwie so aus, dass wenn ich darauf bestehen würde, dass er ganz aufhört, das zu heftig sei. Ihrer Meinung nach sei es fast immer möglich, kontrolliert zu trinken. So kam das jedenfalls bei mir an. Und dem ist ja bei Abhängigkeit nun nicht so!
Ich komme inzwischen immer mehr zu dem Schluss, dass so lange mein Freund sich nicht vorstellen kann, komplett auf Alkohol zu verzichten, weil das notwendig ist, es auch keine Besserung geben kann. Aber jetzt schon "aufzugeben" finde ich so früh... Ich will diese ansonsten so schöne Beziehung nicht schon nach drei Monaten Auseinandersetzung mit dem Problem wegwerfen. Dafür ist es eine zu schwere Situation finde ich, als dass ich erwarten könnte, dass er sich so schnell um 180 Grad dreht. Aber vielleicht sind das auch wieder nur Ausreden meinerseits, weil ich mir nicht die Umstände machen will, die damit zusammenhängen. Schließlich leben wir uns seit Dezember gerade mal in unserem neuen Heim ein. Und schon wieder ausziehen...???
Und dann noch das Thema Entziehung... Abgesehen davon, dass er noch nicht soweit ist, weiß ich auch nicht, wie wir das finanzieren sollten. Er ist selbständiger Lehrer, d.h. er kriegt nur die Stunden bezahlt, die er unterrichtet. Und wir haben es jetzt schon schwer genug. Wenn dann auch noch einige Wochen Einnahmen ausfallen würden, wegen ner stationären Behandlung... Das mag ich mir gar nicht ausmalen...
Ich danke euch jedenfalls sehr für eure Unterstützung. Es hilft mir immer wieder.
Liebe Grüße
Stefka |
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| Stefka hat zum Thema: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... geschrieben
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Kurt neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.02.2007 Beiträge: 52
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Verfasst am: 17.03.2007, 12:11 Titel: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... |
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Hallo Stefka,
abgesehen von der Entgiftung, die muss sein, ist abstinentes Leben ohne Therapie auch möglich, man muss nur wollen. Das sage ich überzeugt, aus eigener Erfahrung.
Ich war in nasser Zeit ein voll funktionierender Alkoholiker. Beruf, Geldangelegenheiten, sonstigen Planungen zuhause, alles das habe ich erledigen können. Das heißt, wenn dein Mann auch so funktioniert, dann wäre eine andere Taktik zu suchen.
Diese ständige Kontrolle (Flaschen und so) hat mich mehr angeheizt weiterzusaufen, als davon zu lassen. Das habe ich auch oft so gesagt. Meine Frau hat und das muss wohl in mir etwas bewirkt haben, alles was mit meiner akloholiker Karriere zusammenhing auf einmal verändert, beendet. Keine Kontrolle, keine Vorhaltungen. Dann nach geraumer Zeit hat sie mir ein Ultimatum gesetzt, und ich habe erkannt jetzt ist’s Zeit.
Ich will damit sagen, ein deutliches Achtung!! könnte helfen. Wie das aussehen sollte kann nur individuell gefunden werden.
Gruß Kurt |
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| Kurt hat zum Thema: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... geschrieben
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Stefka Gast
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Verfasst am: 17.03.2007, 12:40 Titel: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... |
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Hallo Kurt!
Diese andere Taktik... Das habe ich ja auch versucht, keine Vorhaltungen, keine Bemerkungen zum Alkoholkonsum. Naja, mit keine Kontrolle kann ich jetzt nicht mithalten, aber ich kontrolliere nicht so, dass ich ihm das dann auf die Nase binde, sondern eher damit ich weiß, ob was fruchtet und ob sich was tut...
Aber dann klappe ich irgendwann zusammen, wie Anfang der Woche. Aber ich habe ihm ja in dem Gespräch gesagt, bzw. so hat es geendet, dass er nur die Möglichkeit hat, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn das mit uns weiter gehen soll. Nur habe ich kein Ultimatum gestellt. Jetzt denke ich mir, dass das nicht so klever war. Ich hätte sagen sollen, dass ich bis dann und dann Handlungen sehen will. Tja, is nicht passiert. Jetzt werde ich abwarten und sehen, was er daraus zieht.
Das Gespräch war Montagabend, di und mi hat er nichts getrunken. Donnerstagabend ist er noch an die Tanke gefahren, weil ich das Auto am nächsten morgen brauchte und es leer war. In der Zeit bin ich ins Bett gegangen. Er kam gar nicht. Ist die ganze Nacht aufgewesen. Um drei musste ich aufs Klo, hab gesehen, dass er wieder ne Flasche Rotwein geleert hat und seitdem kreisten meine Gedanken nur noch um die meinerseits festzusetzenden Konsequenzen... Sprich, ich habe den Rest der Nacht auch nicht mehr geschlafen...
Gleich wollen wir zum Mittag in die Gaststätte um die Ecke, es ist st. patrick´s day und da mein Freund Halbire ist, möchte er den Feiertag feiern... Jetzt hab ich mich im Internet mal schlau gemacht. Das wird normalerweise mit reichlich bier gefeiert. Da hab ich ja schon keinen Bock, heute abend mit in den Irish-Pub zu gehen.
Das ist doch alles Sch.... WEnn ich ihn machen lasse und nicht drauf reagiere, bin ich früher oder später so deprimiert, dass er es mir auch anmerkt. Dann hätte ich auch gleich drauf reagieren können, dass er trinkt... Macht doch so alles keinen Sinn und vor allem keinen Spaß mehr...!!! |
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| Stefka hat zum Thema: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... geschrieben
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 17.03.2007, 13:09 Titel: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... |
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Hallo Stefka,
Das tut mir leid, aber war so vorauszusehen. Dein Partner hat seinen Tiefpunkt nicht erreicht und es wird wohl noch sehr lange dauern. Ohne den zu erreichen, hat er keine Chance gegen den Alk. Er muss einfach vor ihm aufgeben, keine weiteren Kämpfe mehr ausfechten wollen, denn diese sind einfach nicht zu gewinnen. Ohne diese Einsicht geht leider gar nix.
Dein Verhalten in der letzen Zeit führt nur dazu, sein Leiden zu verlängern und somit auch Deines. Es geht ihm noch viel zu gut, leider muss ich das so krass sagen. Du kannst ihm nur insoweit helfen, den Weg zu seinem Tiefpunkt zu verkürzen. Das bedeutet immer Hilfe durch Nicht-Hilfe, es geht einfach nicht anders, das solltest Du einfach mal so akzeptieren. Du MUSST Dich abgrenzen.
Ich persönlich kann Dir nur raten, pack Deine Klamotten und wech. Du wirst sonst noch sehr lange leiden und auch tiefer in die CO-Abhängigkeit gelangen. Du schreibst, Du willst jetzt noch nicht aufgeben, kann ich gut verstehen, aber Du hast keine andere Wahl, tut mir leid. Denn Du hast jetzt schon verloren. Du wirst Dich immer schlechter fühlen, kommst Dir immer wertloser vor, wirst Entschuldigungen finden, lies doch selber bei den anderen CO`s, diesen Weg haben viele hinter sich.
Am Ende wirst Du Deinen Partner beginnen, zu hassen. Er wird Dich anekeln. Und Du wirst Dich auch selber hassen. Ich weiß, wie traurig sich das anhört, aber es ist die Wahrheit. Du zerstörst Dich so systematisch selber, kannst es irgendwann selber auch nicht mehr erkennen, das können dann nur noch Außenstehende.
Entscheide selber, was DU möchtest, niemand hat es verdient, unglücklich zu sein. Hier gilt auch der alte Spruch: Jeder ist seines Glückes Schmied....auch seines Unglückes Schmied
Lieben Gruß an Dich
Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Re: Hilfe annehmen heißt für ihn Schwäche zeigen... geschrieben
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