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hmw
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2007
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 09.03.2007, 23:28    Titel: My Way Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo !

Nachdem ich mich gestern in diesem Forum angemeldet und mich auch schon kurz vorgestellt habe, möchte ich mich nun etwas ausführlicher äußern. Ich werde versuchen meinen Weg in die Alkoholsucht kurz zu beschreiben.
Meinen ersten Kontakt mit Alkohol hatte ich im Alter von ca. 16 Jahren. Das “berühmte erste Bier” auf einer Familienfeier. “Der Junge ist ja jetzt alt genug.” Auch wenn ich seitdem regelmäßig Alkohol konsumiert habe, hielt sich doch alles in sehr engen Grenzen, da ich bis zu 22 Lebensjahr noch sportliche Ambitionen hatte und somit ein übermäßiger Konsum nicht angebracht war. Dennoch habe ich regelmäßig, wenn auch in geringen Mengen Alkohol getrunken. Das Weizen nach dem Sport, einige
Biere oder Longdrinks auf Party´s oder anderen Feierlichkeiten.
Nachdem ich meine sportliche Karriere aufgrund meines Berufes und einigen Verletzungen beenden musste, wurde auch mein Trinkverhalten anders. Nicht, das ich zu diesem Zeitpunkt schon gesellschaftliche Normen verletzt hätte, aber die Menge steigerte sich langsam und auch der ein oder andere Rausch mit den üblichen Folgeerscheinungen war unausweichlich. Nach meiner Hochzeit 1986 begann der Alkohol größere Rollen in meinem Leben zu spielen. Auch in dieser Zeit waren auffällige Ausfallerscheinungen nicht an der Tagesordnung. Alkohol wurde im Rahmen von Feierlichkeiten und immer mehr auch im häuslichen Umfeld ein ständiger Begleiter. Da war das Bier am Feierabend, der Sherry vor dem Essen, der Cognac danach und zum Fernsehabend die ein oder andere Flasche Rotwein, gemeinsam mit meiner Frau. Erst nur am Wochenende, dann auch mal zwischendurch und letztendlich wurde das Ganze ein tägliches Ritual. Gesundheitliche Probleme oder gar Anzeichen von Alkoholmissbrauch hatte ich nicht, oder ich habe sie nicht bemerkt. Das Leben lief weiter, der berufliche Erfolg stellte sich ein und ich erfüllte auch die an mich gestellten gesellschaftlichen Ansprüche. Rundum ich verbrachte eine glückliche und zufriedene Zeit ohne die Gefahr die auf mich lauerte auch nur im geringsten zu ahnen. So ca. 1989/1990 bekam ich gesundheitliche Probleme, die sich in Herzrasen, Schweißausbrüche, zittrige Hände und ähnlichem ausdrückten. Auf die Idee, diese Anzeichen mit meinem inzwischen nicht unerheblichen Alkoholkonsum in Verbindung zu bringen kam ich nicht. Ich schob alles auf beruflichen Stress und auch eine kardiologische Untersuchung verlief zu meiner vollsten Zufriedenheit. So ging denn alles seinen gewohnten Gang. Familiär und beruflich alles Bestens, der Alkohol ein ständiger “ungefährlicher” Wegbegleiter, kauften wir uns 1994 sogar ein Haus. So langsam aber sicher wurde dann der Alkohol zum Problem, das ich aber noch nicht als solches erkannte. Die Trinkzeiten und Mengen wurden ungewöhnlich. Ein Rausch nach dem Frühschoppen. Bier und Schnaps bei der Gartenarbeit, Hobbys ohne entsprechende Alkoholdosis gar nicht mehr ausführbar, usw.
Nun merkte ich auch langsam, dass ich aus der Norm sprang. Wenn andere aufhörten machte ich weiter. Zu irgendwelchen Festen kam ich schon mit einer gewissen V0, um solche Abende überhaupt durchstehen zu können. Ab 2003 war dann auch der morgendlich Konsum nichts ungewöhnliches, da ich meine Betriebsbereitschaft herstellen musste. Ich freute mich, wenn meine Frau das Haus verließ, so konnte ich ungehindert und ohne Angabe von Gründen trinken und brauchte mich dazu nicht in den Keller oder in die Garage zu verziehen. Aber ein Problem hatte ich noch nicht, so glaubte ich. In dieser Zeit bis 2005 war ich auch beruflich während der Woche nicht zu Hause, so dass ich mich auch in meiner Freizeit ungehindert meinem Freund Jonny Walker widmen konnte. Die Wende kam Sylvester 2005. Am Nachmittag diesen Tages brach ich zu Hause unvermittelt zusammen. Den Notarzt und die Sanitäter die mich versorgten und mich auf die Intensivstation eines Krankenhauses einlieferten habe ich nur noch schemenhaft wahrgenommen. Nachdem die Untersuchungen weder einen Herzinfarkt noch sonst eine ernstere Erkrankung ergeben haben, sagte mir der Dienst tuende Stationsarzt unverblümt die Wahrheit. Ich sollte mal über meinen Alkoholkonsum nachdenken und mir so langsam die Konsequenzen vor Augen führen. Ich hatte am Nachmittag einen Blutalkoholwert von 3,2 Promille.
Den Neujahrstag verbrachte ich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wie in Trance. Ich war an meinem persönlichen Tiefpunkt angekommen. Jetzt war er da, “the Point of no Return”. Am 03. Januar bin ich dann zu meiner Hausärztin gegangen und habe mich als Alkoholiker geoutet und um Hilfe gebeten. Diese habe ich auch Gott sei Dank umgehend bekommen, so dass ich mich einige Stunden später in einem Bundeswehrkrankenhaus zur Entgiftung wieder gefunden habe.

Nun ist doch alles wesentlich länger geworden, als ich eigentlich geplant habe. Aber 20 Jahre sind nicht mit zwei Sätzen zu erklären. Zu Fragen über Details im Laufe meiner Alkoholkarriere stehe ich gerne zur Verfügung. Auch werde ich später noch über meine Entgiftung und meinem Aufenthalt in einer Entwöhnungsklinik berichten. Natürlich auch über das jetzt fast vergangene Jahr meiner Abstinenz nach fast 34 Jahren Alkohol.
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hmw hat zum Thema: My Way geschrieben
Martin
Moderator
Moderator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 23.01.2007
Beiträge: 10047
Alter: 47
Wohnort: Frankfurt a. M.

BeitragVerfasst am: 09.03.2007, 23:38    Titel: Re: My Way Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo hmw,
Willkommen im Forum.

Ich bin auf deine Berichte gespannt.

Gruß Maddin
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Martin hat zum Thema: Re: My Way geschrieben
esgehtanders
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.09.2006
Beiträge: 670

BeitragVerfasst am: 10.03.2007, 00:16    Titel: Re: My Way Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo hmw,
danke für deine etwas ausführlichere Vorstellung Winken
gruß
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esgehtanders hat zum Thema: Re: My Way geschrieben
Whitewolf
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1204
Alter: 44
Wohnort: Homburg/Saar

BeitragVerfasst am: 10.03.2007, 01:35    Titel: Re: My Way Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo hmw,

von mir auch noch ein herzliches Willkommen.

Da hast Du ja schon einiges erlebt über das es zu schreiben lohnt.
Ich hoffe wir können Dir eine grosse Hilfe auf Deinem weiteren Weg sein.

Ich verschiebe den Thread gleich mal in den Bereich Alkoholsucht und dann steht einem hoffentlich gewinnbringendem Erfahrungsaustausch ja nichts mehr im Wege.

Viele Grüsse

White
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Whitewolf hat zum Thema: Re: My Way geschrieben

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