Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Immer aussichtslos? - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Immer aussichtslos?

Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern -> Seite 45
Mein Bruder braucht dringend Hilfe und ich einen Rat   •    Was kommt jetzt?  
Autor Nachricht
blondie
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2007
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 09.03.2007, 10:43    Titel: Immer aussichtslos? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Forumsmitglieder!

Möchte mich mal kurz vorstellen bevor ich auf mein Anliegen zu sprechen komme. Ich bin 45 Jahre alt, diesen Sommer 25 Jahren verheiratet, habe einen 20 jährigen Sohn und eine 14 jährige Tochter. Mein Mann ist 48 Jahre alt, arbeitet seit 34 Jahren bei ein und derselben Firma, verdient ganz gut, geht regelmäßig seiner Arbeit nach und ist in all den Jahren auch kaum einmal Krank gewesen. Ich bin seit der Geburt meines Sohnes (mit ganz kurzen Unterbrechungen) Hausfrau.

Seit unserer Heirat trinkt mein Mann jeden Tag Bier. Ganz zu Anfang war es maximal eine Flasche am Abend, was sich jedoch im laufe der Zeit immer mehr steigerte, so das er seit mehreren Jahren bei 3 – 3,5 Litern pro Tag angelangt ist. Früher trank er ab und zu mal (immer nachdem ich Kritik an seiner Trinkmenge geäußert hatte) für ca. 4 Wochen nur Alkoholfreies Bier, allerdings liegt das letzte Mal ca. 2 Jahre zurück das er so lange ohne Alkohol auskam.

Während ich früher absolut unwissend war, in Bezug ab wann man Alkoholiker ist, da in meiner Verwandtschaft nach heutigem Wissen wohl ca. 70 % mehr oder weniger Alkoholiker sind und für mich so ein Bild entstand, das häufiges Bier trinken einen noch längst nicht zum Alkoholiker macht, habe ich die Situation wohl sehr lange Zeit völlig verharmlost oder mich mit seinen Argumenten: „Ich trinke ja NUR Bier und auch NUR abends!“ Beschwichtigen lassen. Für mich galten nur diejenigen als Alkoholiker die schon morgens mit Schnaps anfingen. Heute weiß ich dass diese Ansicht völlig naiv war und auch übermäßiger Bierkonsum absolut schädlich ist.
Nichtsdestotrotz war unsere Ehe im Großen und Ganzen recht Harmonisch. Jedoch habe ich mich in den letzten Jahren unbewusst immer mehr abgegrenzt, zumal Gespräche über uns immer weniger stattfanden und er überwiegend nur noch Monologe von sich gibt. Das Liebesleben war immer wieder das einzige Streitthema in dieser Hinsicht, weil er auf sein Bier nicht verzichten wollte, aber bei der Menge anschließend nichts mehr lief. Aber dabei habe ich letztendlich immer wieder die Schuld bei mir gesucht und Wege gefunden daran etwas zu ändern.
Seit über 10 Jahren hat er Wechselschicht, was alles noch verschlimmerte und immer wieder als Grund vorgeschoben wurde für seine schlechte Laune, sein extremes Schlafbedürfnis und andere Veränderungen. Auch trinkt er morgens wenn er von der Nachtschicht kommt, da es für IHN ja quasi abends ist. Erst durch Gespräche mit anderen und darauf folgende Internetrecherchen über Alkoholismus, wurde mir bewusst dass er schon lange Alkoholiker ist. Jedoch hat diese Erkenntnis im Grunde alles noch schlimmer gemacht. Während ich vorher der Ansicht war, das man sich mit zunehmenden Alter natürlich auch weiterentwickelt und verändert, so weiß ich Heute, das es wohl eher der Alkohol war der ihn so verändert hat, aber auch jetzt bin ich mir nicht immer sicher, ob wirklich sein ganzes verändertes Verhalten rein durch seinen Alkoholkonsum bedingt ist.

Das schlimme daran ist eigentlich, das er im Grunde sehr ruhig ist. Er neigt weder zu Handgreiflichkeiten noch wird er aggressiv wenn er getrunken hat. Lediglich sein Redefluss ist vermehrt, wobei er sich überwiegend immer wieder auf die gleichen Themen beschränkt und ich manche Geschichten schon hundertfach gehört habe. Da ich grundsätzlich ein guter Zuhörer bin, war auch das kein Problem. Wesentlich schlechter sieht es da schon aus, wenn ich mal etwas erzählen will. Fast alles was ich sage wird vergessen, unterbrochen oder nicht wahrgenommen.
Gespräche über seinen Alkoholkonsum blockt er sofort ab oder wird dann aggressiv.
Nachdem ich mich über Alkoholismus informiert habe und ihm daraufhin auch sagte dass er Alkoholiker ist, wurde es noch schlimmer. Natürlich „spinne ich rum“ und er trinkt ja nur weil es ihm schmeckt!!!

Abgesehen von den körperlichen Schäden die er sich zufügt, hat sich in den letzten Jahren auch sein Verhalten wenn er nüchtern ist verändert. Er ist ständig am nörgeln und man kann ihm nichts mehr recht machen. Da er aber schon immer sehr pingelig war, habe ich es eher auf diese Charaktereigenschaft zurückgeführt als auf den Alkohol. Erst als absolut unsinniges Gemecker immer mehr wurde, kamen mir Zweifel.
Wenn er frei hat ist er fast nur am schlafen und kann sich kaum zu etwas aufraffen. Lediglich Reparaturen im Keller macht er ohne zu murren, da er dabei trinken kann ohne dass ich es sehe. Das heimliche trinken habe ich schon vor einer ganzen weile bemerkt und ihn auch zur Rede gestellt, geändert hat sich daran aber leider nichts. Durch die Wechselschicht bedingt kommt es auch nur alle paar Monate mal vor das wir gemeinsam schlafen gehen und so kann er abends genüsslich sein Bier trinken während ich schon schlafe.
Da ich selber ein sehr ruhiger Mensch bin, den man nicht so schnell aus der Ruhe bringen kann, habe ich meistens einfach darüber hinweg gesehen wenn er mal wieder was zu meckern hatte, oder habe es einfach ignoriert oder versucht im Vorfeld Dinge, die IHN stören zu beseitigen, damit ER nichts zu meckern hat. Eben die „liebevolle“ Hausfrau, die alles dafür tut damit der Mann glücklich ist. Allerdings ist auch bei mir irgendwann eine Grenze erreicht und die Kinder entwickeln teilweise schon einen Hass deswegen auf ihn. Im Nachhinein gesehen bin ich das Musterbeispiel eines Co-Alkoholikers.

Was ein Co-Alkoholiker ist und das es so etwas überhaupt gibt wusste ich überhaupt nicht. Auch habe ich für die Nörgelei bis vor kurzem immer noch die Schuld bei mir und den Kindern gesucht…….bis ich auf dieses Forum hier stieß.
Die Beiträge die ich mittlerweile hier gelesen habe ähneln meiner Situation teilweise so stark, das einige glattweg auch von mir sein könnten. Erst dadurch ist mir richtig bewusst geworden, dass sein ganzes Verhalten der typische Verlauf einer Alkoholikerlaufbahn ist und ich immer nur auf seine Verharmlosung und seine „Ausreden“ reingefallen bin. Da kann ich noch so „lieb“ sein, aber wenn ich mich dabei nicht selbst aufgeben will, wird sich nichts an der Situation ändern solange er trinkt.

Dieses Aufwachen meinerseits hat dazu geführt, das ich nicht mehr „still“ zusehe wie er langsam aber sicher unsere Ehe und Familie ruiniert. Ich lasse nicht mehr locker ihn solange zu „nerven“ bis er selber einsieht, dass ER etwas ändern muss. Leider will er davon jedoch nichts wissen, sieht sich nicht als Alkoholiker, glaubt „WIR“ spinnen nur rum und jedes gute Zureden bringt keinerlei Einsicht. Er glaubt immer noch, das es reicht wenn er weniger trinkt, wobei er mittlerweile nicht mehr als 2 Tage ohne Alkohol aus kommt. Diese Erkenntnis war für mich das erschreckenste überhaupt. Lediglich Hinweise auf mögliche Gesundheitsschäden und ich glaube, auch das er merkt, das ich mich immer mehr von ihm abkanzel, führen gerade mal dazu das er versucht weniger zu trinken. Die Frage ist dabei nur: Wie lange klappt das? Und wird sich sein Konsum noch weiter steigern?

Im Augenblick ist es für mich zwar noch erträglich, aber ich weiß, dass es so nicht weiter gehen kann und vermisse auch die Gespräche wie es sie früher gab. Wenn es mit der Zeit jedoch noch schlimmer wird weiß ich nicht wo das enden soll. Ist das wirklich bei jedem Alkoholiker so, das es schlimmer wird und bekommt jeder Alkoholiker auch zwangsläufig gesundheitliche Probleme oder gibt es auch ausnahmen???
Wie lange wird es dann wohl dauern bis ich es irgendwann nicht mehr aushalte? Soweit möchte ich es nicht kommen lassen! Aber wie bekomme ich ihn dazu, das ER Aufwacht und etwas dagegen tut? Ich hoffe ihr könnt mir einige Tipps geben wie ich es schaffen kann ihn davon zu überzeugen, dass es so nicht weiter gehen kann und er sich Helfen lassen muss. Alle Versuche mit ihm darüber zu reden scheitern an seiner Uneinsichtigkeit.

Ist leider etwas lang geworden, aber Danke schon mal an alle die es bis hierher durchgehalten haben. Smilie
Nach oben
blondie hat zum Thema: Immer aussichtslos? geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 4741
Alter: 53
Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 09.03.2007, 15:04    Titel: Re: Immer aussichtslos? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo blondie,

herzlich willkommen, schön dass Du hierin gefunden hast und so viel von Dir geschrieben hast.

Die Antwort kann Dir niemand geben, nur Du selbst. Tatsache ist, das da etwas im Raum steht, das oft als Beziehungsproblem abgehackt wird und mit dem Satz: unüberwindbare Differenzen endet. Tatsache ist, dass Du etwas willst und wenig Chancen hast es zu bekommen. Tatsache ist auch, dass vieles anders wäre, wenn der Alkohol nicht im Spiel wäre.

Bei Dir hat jetzt eine Sanduhr angefangen zu rieseln und die kannst Du nicht mehr abstellen. Er wird, wenn das Thema aufkommt, das Loch immer größer machen und der Sand ist dann irgendwann ganz schnell weg.

Das Traurige daran ist, dass Du nachschütten kannst wie viel Du willst, Du kannst das jetzt nicht mehr stoppen, nur indem Du zu siehst und Dich aufreibst oder Deinen Weg gehst, an Dich denkst, mit allen Konsequenzen.

Da Dein Mann Dich nicht versteht und Du nicht Ihn, no way, bleibt Dir nichts anderes übrig, als immer tiefer zu bohren, vielleicht wacht er auf.

Zu den anderen Fragen hast Du bestimmt schon kopfschüttelnd etwas gefunden. Jeder bekommt Probleme und es wird immer schlimmer, die Frage ist nur wann, ob und wie lange Du darauf warten willst.

Lieben Gruß kaltblut
Nach oben
kaltblut hat zum Thema: Re: Immer aussichtslos? geschrieben
Elki
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 264
Wohnort: NRW Nähe Köln

BeitragVerfasst am: 09.03.2007, 16:02    Titel: Re: Immer aussichtslos? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Blondie,
ich stelle immer wieder und gerade heute fest, dass es völlig sinnlos ist darauf zu hoffen, dass sich der Partner ändert. Das einzige, das uns hilft ist uns selber zu verändern und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, das nicht so furchtbar vom jeweiligen Zustand, der Laune der uns umgebenden Menschen bestimmt wird!

Eines ist sowieso ganz sicher, ein Mensch der nicht trinkt kann auch sehr nörgelig sein, das ist nicht unbedingt das Symptom des Alholismus, dagegen hilft ebenfals nur, zu wissen was für einen selber richtig ist und einen gemeinsamen Weg suchen, wie mit Unterschiedlichkeite umgegangen werden kann.

Dein und auch mein Wunsch nach absoluter Harminie ist ein Wunschdenken, das sich im Zusammenleben mit anderen Artgenossen nicht erfüllen kann!

Fang für dich an tätig zu werden und leg ihn ein wenig auf Eis! Wäre ein guter Anfang, finde ich!
LG
Elke
Nach oben
Elki hat zum Thema: Re: Immer aussichtslos? geschrieben
elle
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.03.2007
Beiträge: 553

BeitragVerfasst am: 10.03.2007, 09:28    Titel: Re: Immer aussichtslos? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe blondie,
bin auch ein "neues Mitglied", was nur so halb stimmt, weil ich lange Zeit in diesem Forum gelesen hatte, bevor ich mich dazu entschloss, hier auch zu schreiben. Es ist schon einmal ein für dich ganz wichtiger Schritt, dass du dich entschieden hast, hier ins Forum zu kommen. Genau wie du und wie wahrscheinlich sehr viele hier, hatte ich bei ganz vielen Geschichten das Gefühl: das kenne ich doch!. Nach und nach wirst du einen ziemlich klaren Blick auf das Thema "Alkoholismus" mit allem, was für Partner, Familie und Kinder dranhängt, bekommen. Und du kannst dich mit Menschen austauschen, die deine Situation aus eigener Erfahrung kennen. Deine Kinder sind schon ziemlich groß - vielleicht findest du Zugang zu ihnen und kannst herausfinden, wie sie die Situation wahrnehmen? Nach meiner Einschätzung ist das im Moment vielleicht wichtiger als auf deinen Mann einzureden, dass er sich seinen Alkoholismus eingestehen soll. Beobachte deine Kinder mal eine Weile, wie sie auf ihren Vater reagieren und sprich sie in einem geeigneten Moment darauf an...kann sein, dass du einiges siehst und hörst, was dir nicht so angenehm sein wird..aber es bringt euch als Familie möglicherweise ein Stück voran.
Grüße dich ganz herzlich, Elle
Nach oben
elle hat zum Thema: Re: Immer aussichtslos? geschrieben
blondie
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2007
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 10.03.2007, 13:56    Titel: Re: Immer aussichtslos? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo kaltblut, Elki und elle,
vielen Dank erstmal für eure Antworten und Ratschläge. Leider habe ich dieses Wochenende kaum Zeit um ausführlich darauf zu antworten. Hole ich aber auf jeden Fall noch nach. Nur soviel schon mal......allein schon das Wissen sich mit anderen darüber austauschen zu können, bestärkt mich ungemein und lässt mich meine Ziele konsequenter durchführen.

Ein schönes Wochenende wünsche ich allen......man liest sich. Winken
Nach oben
blondie hat zum Thema: Re: Immer aussichtslos? geschrieben
blondie
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2007
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 13.03.2007, 12:01    Titel: Re: Immer aussichtslos? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

So, nun möchte ich etwas ausführlicher antworten. Das mit der Sanduhr hast du sehr gut beschrieben kaltblut, nur mit dem Unterschied das sie nicht erst jetzt angefangen hat zu rieseln, sondern schon eine ganze Weile. Nur habe ich bisher immer Zweifel an mir selbst gehabt, da ich nicht wusste, dass Alkoholiker Spezialisten in Sachen Schuldzuweisungen und Ausreden sind. Das ist mir erst in den letzten Wochen klar geworden, seit ich in diesem Forum bin und gelesen habe das alle Alkoholiker mehr oder weniger die gleichen Argumente für ihr Verhalten vorbringen.
Wie schon geschrieben, habe ich mich unbewusst schon seit einer ganzen Weile zurückgezogen und das mit einem sehr schlechten Gewissen, weil ich glaubte was er sagt, und an mir und meinen Einstellungen gezweifelt habe.

Zu dir Elki…….mit der Harmonie hast du wohl recht. Obwohl ich für die Familie wohl das Harmonischste daraus gemacht habe, so sind einem doch Grenzen gesetzt wenn nicht alle an einem Strang ziehen oder man sich nicht komplett aufgeben will.
Leider gehöre ich zu den Menschen die alles schnell persönlich nehmen und die Fehler erst bei sich selbst suchen. Das die Fehler nicht immer nur bei mir liegen habe ich nun gelernt und werde mir von meinem Mann auch nichts mehr in dieser Hinsicht einreden lassen. ER muss sich ändern……nicht ICH! Das auch Nicht-Alkoholiker nörgelig sein können, das stimmt! Aber früher war er nicht so und über WAS er heute so alles nörgelt…..das kann man nicht plötzlich ohne weiters erlernen…..da wäre man dann wohl schon von klein auf so.
Und auf Eis gelegt hab ich ihn schon eine ganze Weile. Smilie Er hat es auch schon gemerkt und versucht im Moment weniger zu trinken. Aber das reicht mir nicht! Wie ich hier im Forum erfahren habe bringt nur absoluter Verzicht etwas…….soweit ist er wohl noch nicht, aber er bemerkt das ich mich nicht mit weiteren Ausreden abspeisen lasse. Ich habe ihm klipp und klar gesagt: das ich nicht den Rest meines Lebens mit einem nassen Alkoholiker verheiratet bleiben will. Seit 2 Tagen hat er (wenn nicht heimlich) keinen Alkohol mehr getrunken. Ich habe ein bisschen Angst, dass, wenn er das beibehält, er Entzugserscheinungen bekommt oder Umkippt oder dergleichen. Aber da er immer noch glaubt dass er nicht abhängig ist, lasse ich es darauf ankommen. Zumindest weiß ich was dann zu tun ist und vielleicht „braucht“ er diesen Absturz um Aufzuwachen. Falls nichts passiert habe ich zumindest die Hoffnung dass es noch nicht ganz so schlimm um ihn bestellt ist.

Nun zu dir elle. Wie meine Kinder die Situation sehen weiß ich schon in etwa. Mein Sohn unterstützt mich und hat auch schon selbst in Alkoholiker-Foren gelesen. Das Verhalten von meinem Mann regt ihn teilweise sehr auf, aber er ist in einem alter wo er sich nichts mehr sagen lässt und notfalls ausziehen kann, er aber auch des Öfteren noch die Hilfe seines Vaters braucht. Größtenteils bekommt er die dann auch. Es ist nicht so, dass mein Mann sich um nichts mehr kümmert.
Bei meiner Tochter sieht es schon wesentlich schlechter aus. Sie ist mitten in der schlimmsten Phase der Pubertät. Wenn es nach ihr geht, schneiden wir im Moment wohl beide sehr schlecht ab….was aber in dem Alter wohl ganz normal ist. Was mich nur sehr erschreckt hat:
Als mein Mann und ich mal richtig Streit hatten und ich mit ihr darüber sprach was wäre, wenn wir uns trennen würden………bekam ich zur Antwort von ihr: „Na endlich! Wieso hast du den überhaupt geheiratet und bist auch noch immer mit dem zusammen? Ich wäre froh wenn ihr euch endlich scheiden lässt! Wofür brauchen wir den denn?“

Tja, was soll ich davon halten? Ist es wirklich sooo schlecht um uns bestellt oder gehört das zu den typischen Teeniesprüchen? Ich weiß es nicht, aber es gibt mir stark zu denken auf.
Nach oben
blondie hat zum Thema: Re: Immer aussichtslos? geschrieben
elle
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.03.2007
Beiträge: 553

BeitragVerfasst am: 15.03.2007, 19:19    Titel: Re: Immer aussichtslos? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Blondie,
dein Sohn scheint das Problem ja für offensichtlich zu halten; du hast geschrieben, dass er alt genug ist auszuziehen, wenn es ihm zuhause zu eng wird. Das stimmt zwar, aber er denkt vielleicht darüber nach, in welcher Situation er dich und deine Tochter dann zurücklässt. So richtig "frei" wird er nicht leben können, solange das Thema Alkohol samt allen Begleiterscheinungen das Familienklima bestimmt.
14jährige finden dagegen normalerweise ihre Eltern schrecklich - brauchen sie aber trotzdem und zwar ganz dringend (wobei man auch mit zwanzig noch nicht "richtig" erwachsen ist..). Für pubertierende Kinder ist das Zuhause manchmal ein Gefängnis aber doch auch ein "Nest", in das sie sich fallen lassen können, wenn ihnen alles über den Kopf wächst. Jedenfalls sollte es so sein.
Du hast ja offensichtlich schon Klartext mit deinem Mann geredet und das finde ich sehr mutig. Hoffe, er stellt sich dem Problem und verheimlicht es nicht vor euch und sich selbst.
Grüße dich herzlich und drücke die Daumen,
Elle
Nach oben
elle hat zum Thema: Re: Immer aussichtslos? geschrieben
Elfriede Lustig
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 837
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 15.03.2007, 20:43    Titel: Re: Immer aussichtslos? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Blondie!
Wenn ich Deinen Bericht lese, dachte ich, "oh, ist mein Mann ein Bigamist?" Geschockt Winken

Dieser ganz einschleichende Alkoholkonsum, über Jahre, ja, ich kann Dich verstehen, das Du an Deinem Verstand gezweifelt hast.
Mein Mann war auch nie aggressiv, aber später abends nörgelig, Einsicht gabs natürlich keine.
Er ging auch arbeiten, war kaum krank, aber das dicke Ende kommt eines Tages, hundertpro, bei dem Konsum, bei dem einen früher, bei dem anderen später.

Entscheiden mußt Du selbst, ich habe mich nicht getrennt und im Moment läuft es klasse, habe meinen "alten" Mann zurück, mit dem ich Probleme diskutieren kann, in Ruhe, so wie vorher, die guten Gespräche sind auch wieder da usw.
Aber auch nur, weil mein Mann plötzlich solche gesundheitliche Beschwerden bekam, das er beinahe gestorben wäre.
Er sagt selbst, von alleine wäre er bestimmt nicht gegangen und nun könnte er sich selbst..., wo er sieht, was er alles vergeigt hat.

Schwierige Geschichte, wie bei allen, ich denke auch, das das Forum hier Dir gut tun wird.

Wäre es eine Idee für Dich, eventl. zur Suchtberatung zu gehen, damit Du für Dich mal etwas tun kannst, klarer sehen kannst?
Durch die Geschichte meines Mannes habe ich mich nun entschieden, und nehme an der Diakonie Einzelgespräche für mich in Anspruch.
Soll ich Dir was sagen?
Das war eine gute Entscheidung, denn dort geht es um Dich und nur um Dich und sonst nichts! Ich kann nur sagen, das tut gut, denn ich merke nach nur einem Gespräch, das ich mich die letzten Jahre sträflichst in den Hintergrund gestellt habe und das taugt auf Dauer nicht.

Wünsche Dir alles Gute!
Nach oben
Elfriede Lustig hat zum Thema: Re: Immer aussichtslos? geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Weiter
Seite 1 von 9


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten. Therapie immer nötig ? Sonstiges zu Alkoholsucht und Selbsthilfe im Alkoholiker Forum
Keine neuen Beiträge immer diese psychospielchen Erwachsene Kinder von Alkoholikern
Keine neuen Beiträge Es geht immer weiter... Lebensgeschichten - Erfahrungsberichte - Das Leben nach dem Alkohol

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Meine gefähr. Liebe
Meine gefähr. Liebe
Alkoholkrankheit
Alkoholkrankheit
Angststörung
Angststörung
Lieber schlau als blau
Lieber schlau als blau
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de