| Bin neu hier und rückfällig geworden • Das blaue Kreuz!!! |
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olivia37 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.02.2007 Beiträge: 59
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Verfasst am: 24.02.2007, 08:20 Titel: Re: Olivias Weg |
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Hallo!!
Es beginnt mein 9.Tag ohne Alkohol.
Es geht mir gut aber etwas ist passiert....
Gestern habe ich geschäftlich viel Erfolg gehabt, kam nach Hause und gleich rief meine beste Freundin an.
In meiner Stimme erkannte sie schon, dass alles auf Arbeit gut gelaufen ist.
Und dann sagte sie mit viel Irronie:"Wärest du keine Alkoholikerin, könntest du jetzt ein Glas Wein trinken.
Es ist Wochenende."
Ich bin erstmal bummeln gefahren aber als ich nach Hause kam, war ich das erste mal seit dem ich nicht trinken richtig nervös, unruhig und überhaupt.
Nicht das ich kein Wein trinken konnte. Sondern das es so viele Menschen um uns herum sind, die uns nicht verstehen.
Hier in diesem Forum fülle ich mich gut, weil ihr mich versteht und unterstüzt zugleich.
Ich wünsche allen einen schönen Tag und würde mich über ein paar verständnisvolle Worte freuen.
Bis bald
Olivia |
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| olivia37 hat zum Thema: Re: Olivias Weg geschrieben
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Dante sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.08.2006 Beiträge: 2113 Alter: 50 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 24.02.2007, 13:46 Titel: Re: Olivias Weg |
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Hallo Olivia,
einer der 5 Merkmale der trinkgestörten Gesellschaft, in der wir leben, ist "Alkohol gehört dazu". Deine Freundin kann sich wie so viele nicht vorstellen, dass man eine gute Situation oder ein freudiges Ereignis anders feiern oder behandeln kann als mit "einem guten Glas Wein". Zu Altweiberfastnacht gab es einen Beitrag im Inforadio Berlin-Brandenburg über Rheinländer, die die tolle Zeit "im Exil", z.B. als versetzte Bundesbeamte hier in Berlin verbringen müssen. Tenor: Traurig & wehmütig sitzen sie bei ihrer Arbeit & haben dort wenigsten ein Piccolo, um die Stimmung nicht ganz verpassen. Auch hier ein ganz typisches Phänomen. Fröhlichsein & Alkohol scheinen zwingend miteinander verbunden zu sein, das ist ganz selbstverständlich in den Köpfen der meisten verankert.
Da stehen wir nun mit unserem Vorsatz auf Abstinenz & der scheint zu beinhalten, auf Freude für den Rest des Lebens verzichten zu müssen. Aber das gibt sich: Zuerst ist man traurig angesichts dieser vermeintlichen trüben Zukunftsaussichten, dann entwickelt man eine Gleichgültigkeit gegen dieses Treiben & zum Schluss hat man dafür bestenfalls noch ein mitleidiges Lächeln übrig, hat man doch mit der Zeit ganz andere Wege der Freude gefunden, die in ihrer Wahrnehmung auch viel intensiver sind.
Ich möchte dir also eine gewisse Gelassenheit diesbezüglich anempfehlen. Umgekehrt macht es wenig Sinn, in dieser Sache jetzt den missionarischen Ansatz gefunden zu haben. Wir können abstinetes Leben nur vorleben, um dann vielleicht eine gewisse Außenwirkung zu erzielen. Dazu müssen wir aber abstinentes Leben erst 1 x erlernt haben, & das ist mehr als nur keinen Alkohol zu trinken. |
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| Dante hat zum Thema: Re: Olivias Weg geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 24.02.2007, 14:00 Titel: Re: Olivias Weg |
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Hallo Olivia,
sorry, so ein Spruch von einer Freundin zeigt natürlich nicht gerade Feinfühligkeit. Etwas dumm.
Dieses Belohnungsdenken ist nun gerade typisch für Alkoholkranke und sie können es nicht nachvollziehen, dass Freude anders zu verinnerlichen ist. Ein gesunder Mensch hätte so etwas nicht von sich gegeben.
Achte immer auf dich, dass du größere Gefühlsempfindungen, ob negativ oder positiv, mit anderen Belohnungstechniken ersetzt und halte dich fern von solchen "Ratgebern".
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Olivias Weg geschrieben
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Andi Gast
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Verfasst am: 24.02.2007, 14:14 Titel: Re: Olivias Weg |
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Hallo Olivia,
ich kann mich denWorten Freund's nur anschließen,aber was hast Du daraufhin geantwortet?Hast Du es so für dich stehen lassen?Und mitgenommen?
Innerliche Unzufriedenheit,kann dich auf deinem Weg nur behindern,auch wenn es für Sie nicht zu verstehen ist,gerade deshalb solltest Du dich aber mitteilen,und sagen,waß diese Äußerungen mit Dir machen,und wie Du dich dabei fühlst,und solltest Du dann immer noch mißverstanden werden,dann sollte eine logische Konsequenz folgen,die Du in deinem Stadium für angebracht hälst,Du mußt dich nur mitteilen,um verstanden zu werden,und um dich selbst zu schützen!
Liebe Grüße,Andi |
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| Andi hat zum Thema: Re: Olivias Weg geschrieben
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Martin Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.01.2007 Beiträge: 10047 Alter: 47 Wohnort: Frankfurt a. M.
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Verfasst am: 24.02.2007, 16:18 Titel: Re: Olivias Weg |
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Hallo Olivia,
manchmal haben die anderen mehr Probleme mit unserer Krankheit als wir selbst. Ich merke das immer wieder dass sie mit unserer Krankheit nicht umgehen können, hilflos sind was den Umgang mit uns betrifft. Nach einiger Zeit sieht man darüber hinweg und denkt sich seinen Teil.
LG Maddin |
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| Martin hat zum Thema: Re: Olivias Weg geschrieben
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olivia37 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.02.2007 Beiträge: 59
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Verfasst am: 24.02.2007, 16:41 Titel: Re: Olivias Weg |
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Danke Freund, danke Andi und Maddin!
Es ist wirklich meine beste Freundin schon seit ewigen Zeiten und wir verstehen uns sehr gut.
Nur das Thema Alkohol kommt bei meiner Freundin nicht so an. Sie ist der Meinung, dass alle trinken.
Als ich mich vor ein paar Monaten ihr anvertraut habe, hat sie mich grundlos ausgelacht: "Du und eine Alkoholikerin!?"
Ich habe jetzt kappiert, dass sie mich überhaupt nicht versteht. Deshalb werde ich ihre Sprüche ignorrieren.
Heute rief Sie an um mir eine gute Neuigkeit aus ihrem Leben mitzuteilen. Ich habe gratuliert und schönen Abend beim Vodka gewünscht. Sie hat sich gefreut.
Ich werde das lernen müssen, dass nicht alle mich verstehen und dass ich diese Tatsache, dass ich Alkoholkrank bin nicht unbedingt jedem sagen kann.
Traurig ist das!
Würde jemand in der Öffentlichkeit sagen-ich habe Krebs-wurden alle Mitgefühl zeigen.
Sagst du-ich bin Alkoholiker- dann...ach keine Ahnung was ich denken soll.
Liebe Grüße
Olivia |
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| olivia37 hat zum Thema: Re: Olivias Weg geschrieben
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olivia37 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.02.2007 Beiträge: 59
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Verfasst am: 02.03.2007, 09:00 Titel: Re: Olivias Weg |
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Hallo an alle!
So, zwei Wochen trinke ich nichts mehr und heute fängt der 15.Tag.
Es geht mir sehr gut.
Was ich gemacht habe, damit ich nichts trinke???
Abgesehen vom Arztbesuch, AA Treffen habe ich mit meinem Bewußtsein mein Unterbewußtsein treniert.
Ich habe mir die Nacht vom Donnerstag zu Freitag (Freitag habe ich hier um Hilfe geschrien) so im Gedächnis einprogramiert, damit ich die nie vergesse.
Das Zittern, die Schweissausbrüche, jede halbe Stunde wach, die Vorwürfe, die Panik und die Angst.
Diese Nacht war die schlimmste meines Leben.
Und die möchte ich nie im meinem Leben vergessen, weil das hilft mir, sich mit meinem Problem auseinander zu setzen.
Ich weiss jetzt genau, ich kann kein Schluck mehr trinken.
Nachdem ich hier schon seit über 2 Wochen lese, weiss ich jetzt, das jeder weitere Entzug schlimmer wird.
Und deswegen kann ich es mir nicht vorstellen, was noch schlimmer sein könnte, wie diese grausamme Nacht damals.
Ich wünsche allen einen schönen trockenen Tag
und danke, dass es euch gibt!
Gr
Olivia |
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| olivia37 hat zum Thema: Re: Olivias Weg geschrieben
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Brigitte aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.02.2007 Beiträge: 509
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Verfasst am: 02.03.2007, 10:57 Titel: Re: Olivias Weg |
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Das halte ich mir auch immer vor Augen, wenn der Alkohol mal etwas näher rückt, aber auch sonst denke ich öfter darüber nach, wie der Entzug war und wie lange ich mich mies gefühlt habe. Einfach schrecklich. Und ich denke auch an die schlimme Zeit vor den Entzug, wo man feststellt, dass der Alkoholkonsum einem entglitten ist. Wo ich trinken musste, obwohl ich nicht wollte und alles einfach den Bach runterging. Und dass ich immer aufhören wollte und es ging nicht. Es war einfach eine irre Quälerei.
Der Kommentar deiner Freundin ist natürlich für uns Alkoholiker nicht gut. Ich kann es trotzdem verstehen. Deine Freundin hat an sich gedacht. Sich mit dir gefreut und sich für sich vorgestellt, jetzt mal zur Belohnung was trinken, weil sie wahrscheinlich selbst gerne trinkt und hat es wohl etwas persönlich als Verlust empfunden. Du wirst immer solchen Reaktionen begegnen, sie sind sicherlich nicht böse gemeint'
Ich bin jetzt 1 1/2 Jahre trocken und ab und zu stelle ich mir auch vor und jetzt mal etwas trinken. Aber es vergeht. Es wird blasser und wirkungsloser. Der Wunsch wird mal immer wieder auftreten. Aber abwarten. Wie sagen wir bei uns in der AA "die 3 großen G's = Geduld, Geduld, Geduld". Alles ändert sich, es braucht aber seine Zeit.
Und super, dass du schon 9 Tage rum hast. |
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| Brigitte hat zum Thema: Re: Olivias Weg geschrieben
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