| trinkt jeder Mensch Alkohol? • wi organisiere ich den klinikaufenthalt |
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Freund Gast
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Verfasst am: 17.02.2007, 16:44 Titel: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken |
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Hallo und willkommen,
bei mir ist der Tag 1 schon viele Jahre her, versuche aber noch einmal die mir wichtig erscheinenden Veränderungen in meinem Leben nachzuvollziehen.
• Ich hatte ärztliche Untersuchung und Rat in Anspruch genommen.
• Ich hatte vor dem Alkohol kapituliert. Ich hatte begriffen, dass der Alkohol und die Sucht mich zeitlebens (und das verkürzend) begleiten wird, wenn ich nicht den Weg einer totalen Abstinenz gehe, und das für immer.
• Ich habe mir Fremdhilfe zur Selbsthilfe genommen, weil ich erkannt hatte, dass mein Denken, mein Wissen für diesen Weg nicht ausreichte.
• Ich habe mich vorwiegend an Längertrockene und deren Erfahrungen gehalten, weil sie bereits da standen, wo ich hin wollte.
• Ich habe ihre Erfahrungen und Ratschläge bedingungslos angenommen, auch gefragt ohne Ende, aber kein wenn und aber in meinem Denken zugelassen.
• Ich habe meiner Trockenheit allererste Priorität in meinem Leben gegeben.
• Ich habe meinen Tagesablauf minutiös, so gut es geht, geplant.
• Ich habe mir keine Freiräume mehr gegeben, in denen ich früher mir die Zeit zum Saufen nahm.
• Mein Zuhause war mein Refugium, in dem ich meine Kraft schöpfte.
• Ich hatte beschlossen, von Plätzen und Orten, von Menschen an/von denen Alkohol konsumiert wird, gänzlich fernzubleiben. Dafür hatte ich mir eine Zeit von mind. 1 Jahr gegeben, Verlängerung nicht ausgeschlossen. Reine Gefühlssache dann.
• Diese räumliche Abstinenz war erforderlich, weil ich nicht lernen wollte, wie man nüchtern die alkoholtrinkende Gesellschaft überstehen kann, sondern den Alkohol in seiner Bedeutung aus meinem Leben streichen wollte.
• Dafür habe ich mich von manchen Freunden/Bekannten trennen müssen, die nicht bereit waren, in meinem Beisein keinen Alkohol zu trinken. Feiern, Veranstaltungen, Gastronomie etc. waren auch erst einmal tabu. Es gab keine Ausnahmen.
• Mein Streben nach meinen Zielen war stärker als etwaige Verzichtsgedanken.
• Sicher meldete sich mein Suchtgedächtnis in der Anfangszeit auch öfters. Frische Luft, Wanderungen oder Fahrradtouren halfen mir zu manchem Ausgleich, Dialoge mit dem Teufel Alkohol eingeschlossen.
• Ich habe auf jeden Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten, nicht mit der Vergangenheit, nur mit den erforderlichen Maßnahmen zur zufriedenen Trockenheit, „gebrannt“. Hier im Forum täglich möglich.
• Ich habe täglich daran gearbeitet, mein Denken, meine Gefühle, mein Leben auszuleben. Mein Leben zu füllen, fern des Gedankens an Alkohol.
• Durch auch meine räumliche Distanz zum Alkohol habe ich mein Belohnungssystem überschrieben.
Das erst einmal als Anfang.
Ergänzungen und Fragen bauen die Reflektion eines jeden nur aus.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 17.02.2007, 17:18 Titel: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken |
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• Ich hatte es satt, halbe Sachen zu machen, dass meine Selbstversuche immer wieder im Rückfall endeten.
• Ich wollte für immer und ewig mit dem Alkohol abschließen, dieses Kapitel sollte nunmehr der Vergangenheit angehören.
• Nichts in meinem Leben hatte ich bisher so vehement betrieben, wie meine angehende Trockenheit. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken geschrieben
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Restart 07 Gast
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Verfasst am: 17.02.2007, 20:39 Titel: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken |
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Hallo Freund,
Einen ähnlichen Leitfaden, natürlich etwas anders formuliert, aber im Wesentlichen punktuell in etwa so gegliedert, habe ich vor noch gar nicht so langer Zeit bei einem Arzttermin im Wartezimmer in einem Prospekt einer Zeitschrift gelesen.
Ich glaube von der DHS, bin mir aber nicht sicher.
Ich bin schon seit einigen Monaten dabei, meine Denkweisen und auch den Umgang mit meiner Abstinenz in für mich gesündere und stabilere Richtungen zu lenken, als dies vorher der Fall war.
Für mich gilt eigentlich auch bis heute immer noch, dass meine Familie für mich die allererste Priorität in meinem Leben hat.
Meine Lebensgefährtin ist bezüglich ihrer Erkrankung leider auch weiterhin zunehmend dem Tode näher als dem Leben.
Das alles zu bewältigen, nebst 7jähriger Tochter, Haushalt, Arbeitsbemühungen, und auch alles was Familie überhaupt ausmacht, dem allem kann ich nur trocken und abstinent gerecht werden.
Insofern stufe ich hier in meinem Leben die Trockenheit nicht gesondert ein, sie soll stabiler Bestandteil dieses, meines Lebens sein und künftig auch bleiben.
Meinen Tagesablauf nun minutiös zu planen geht auch nur, sofern es geht oder derzeit eigentlich auch fast gar nicht möglich ist in der momentanen Situation bei uns zu Hause.
Was mir zurzeit sehr schwer fällt, ist z. B. wenn ich den jeweils abgelaufenen Tag abends im Bett noch mal in Gedanken Revue passieren lasse, dass mir dann unzählige Tagesereignisse einfallen, die ich hätte besser machen können bzw. müssen, wenn ich dies und das mal wieder vergessen habe usw. und deshalb oft die geplanten Abläufe für den nächsten Tag schon wieder über den Haufen geworfen werden müssen.
Nicht nur, dass ich dann schlecht einschlafen kann, bin ich dann auch am nächsten Tag meistens sehr unruhig und nervös, bis hin zu mir nicht erklärlichen Angstzuständen, die ich dann auch noch obendrauf bekomme.
Das ist zum Glück nicht täglich so, aber in letzter Zeit häufiger.
Ohne SHG und amb. Therapie und auch der Nutzung dieses Forums hier, käme ich in der derzeitigen Situation auch nur sehr schwer, wenn überhaupt zurecht.
Mein Hausarzt bot mir erst letzte Woche ein Schlaf- und Beruhigungsmittelmittel an, (Benzos) was ich jedoch dankend ablehnte.
Ich weiß nicht genau, ob das hier in diesem Forum schon mal Thema war oder sogar ist, aber was Ärzte da so für Medikamente raus hauen an Suchtkranke, von denen selbige Ärzte ganz genau wissen, dass diese Patienten suchtkrank sind, macht mich echt sprachlos.
Ich höre das bei uns in der SHG jedenfalls immer öfter.
Aber ich glaube, hier komme ich schon zu sehr vom Thema ab.
Letztes:
| Zitat: | | • Durch auch meine räumliche Distanz zum Alkohol habe ich mein Belohnungssystem überschrieben. |
. . . verstehe ich nicht ganz in Verbindung mit dem Belohnungssystem.
?? könntest du ja bei Gelegenheit noch mal genauer erklären.
Ich denke aber bestimmt, diesen Leitfaden von dir werde ich mir noch öfters durchlesen von Zeit zu Zeit, tut immer ganz gut in bestimmten Situationen im Hinterköpfchen zu wissen ,“ da ist doch noch was, lies noch mal nach“!
Dies betrifft im übrigen auch die Beiträge von dir hier in diesem Forum allgemein, wo mich die Inhalte sehr oft anregen, so manche Dinge grundlegend mal aus anderen Blickwinkeln zu sehen, und mir auch schon entsprechende Denkanstöße gaben und geben.
Danke dafür, LG Heiko |
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| Restart 07 hat zum Thema: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken geschrieben
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Timster neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.11.2006 Beiträge: 361
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Verfasst am: 17.02.2007, 21:08 Titel: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken |
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Hallo Freund,
den Leitfaden finde ich gut. Den Punkt mit den Freiräumen werde ich mir heute abend mal zur Brust nehmen, denn es ist mir schon öfters passiert, dass ich gerade am Wochenende, wo mein Tag nicht mehr durch meine Arbeit strukturiert wird, da stand und mir denke - ähh...und was jetzt ? Einkaufen, bisserl Internet, Wäsche machen, Wohnung machen, Flur wischen. Genug Dinge die mir mehr Spaß machen könnte ich tun, aber mir fehlt manchmal der Tritt zum loslegen. Hört sich zunächst harmlos an, aber ich merke auch, wie groß der Feind 'Langeweile' werden kann, wenn ich nicht aufpasse.
Hallo Heiko,
vllt. ein kleiner Tip mit dem Einschlafen. Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, dann setzte ich mich hin und denke so zehn Minuten darüber nach, was ich heute alles hätte besser machen können bzw. was nicht geklappt hat, wie ichs mir gedacht habe. Ich denke bewusst darüber nach und nehme mir das auch jeden Tag vor. Da schreibe ich auch auf, was mich so alles stört, damit mir die Dinge nicht durch die Lappen gehen und gerade eventuelle Wiederholungen mir klar vor Augen stehen. Das betrifft alle möglichen Dinge, aber insbesondere, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten und gefühlt habe. Dann denke ich drüber nach, wie ich das vielleicht hätte besser machen können - am besten ohne Selbstvorwürfe. Seitdem merke ich auch, was ich angehen muss, weil mein 'Fehler' sich häufig wiederholt.
Abends im Bett habe ich dann diese Gedanken schon 'durchgekaut' und denke nicht darüber nach was ich alles falsch gemacht habe, sondern was ich noch besser machen kann. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.
Viele Grüße,
Timster |
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| Timster hat zum Thema: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 17.02.2007, 21:52 Titel: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken |
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Hallo Heiko,
dieser Leitfaden entspricht meinen heutigen Gedanken zu meinem Weg, Ähnlichkeiten zu anderen Quellen entsprechen dem Zufall (... zeigt aber, dass da auch einer Erfahrungswerte gehabt haben muss ).
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 17.02.2007, 22:07 Titel: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken |
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Hallo Timster,
die Langeweile ist des Teufels Kompagnon.
Die lange Weile kann man aber auch einmal genüßlich auf dem Sofa verbringen.
Alles muss seinen Platz und seine Zeit haben.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 17.02.2007, 23:45 Titel: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken |
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Hallo Heiko,
das Belohnungssystem bei alkoholkranken Menschen schlägt immer wieder bei suchtauslösenden Momenten, von Wut, Ärger …bis … zu höchsten Glücksgefühlen, zu. Augenblicke, die den Saufdruck verursachen.
Durch eben eine räumliche Distanz zum Alkohol habe ich es bestmöglich erreicht, diesen in seiner Bedeutung aus meinem Leben zu streichen. Somit habe ich auch alte Verhaltensmuster, man müsse den Alkohol bei jenen suchtauslösenden Momenten in seinem Belohnungssystem verwenden, soweit überschrieben.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken geschrieben
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Restart 07 Gast
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Verfasst am: 18.02.2007, 09:34 Titel: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken |
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Hallo Freund,
Soweit nun schon verstanden. Meinst du mit räumlicher Distanz jetzt speziell nur dein zuhause?
Oder auch überall wo du hingehst und dich zwangsläufig auch schon mal länger aufhalten musst und ggf. auch mal gerne aufhalten würdest?
Ich meine von mir haben sich schon vor geraumer ebenfalls bestimmte Leute aus früherem Freundeskreis von ganz alleine distanziert, die auch heute noch extrem viel Durst haben.
Da musste ich garnicht viel zutun, und kam und komm damit auch klar.
Aber ich würde in meiner Freizeit z. B. niemals auf einen guten Kinofilm verzichten wollen, nur weil ich befürchten müsste dass sich jemand mit einer Kanne Bier neben mich setzt.
Das hielte ich für sehr extrem, dann müsste ich mich zu Hause schon fast einbunkern.
Dennoch meine ich auch aus eigener Erfahrung, dass in vielen Situationen im Umgang mit der Absinenz, besonders am Anfang etwa nach einer Therapie, noch höchste Vorsicht geboten ist.
Bei fortlaufender Abstinenz wächst ja auch das Gefühl der Festigkeit und Stabilität. Irgendwann später macht man das dann mit sich selbst aus, was kannst du verkraften und was nicht. Wo empfinde ich noch Gefahren und dünnes Eis in bestimmten Situationen.
Wenn es mir dann bei Einladungen, Feiern etc. zu krass wird, stehe ich auf und gehe nach Hause.
LG Heiko |
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| Restart 07 hat zum Thema: Re: Mein Weg ... oder auch meine Gedanken geschrieben
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