| Bin neu hier und mal wieder m auf meinem Weg gestolpert..... • Selbsthilfegruppe ist das Sinnvoll???? |
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Restart 07 Gast
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Verfasst am: 16.02.2007, 03:41 Titel: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt |
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Hallo Gilbert,
in deinem ersten Beitrag schreibst du:
| Zitat: | | aber kann ich jemals sicher sein dass es nicht wieder passiert ? |
im zweiten Beitrag schreibst du:
| Zitat: | | Grundsätzlich fühle ich mich vor einem weiteren Rückfall völlig sicher |
was denn nu?
Ich denke so 100%ig sicher sollte man sich vor den Gefahren eines Rückfalls nie sein.
Ganz egal, ob jemand 10 / 20 / oder auch 30 Jahre trocken ist, der Feind Alkohol bleibt immer in deiner unmittelbaren Nähe!
Das ist mir auch gerade erst gestern wieder bewusst geworden, als ich im Linienbus saß und mir gegenüber eine ziemlich stark alkoholisierte Gruppe junger Frauen, die ihre Stimmung zu Weiberfastnacht freien Lauf ließ, was ja hier sicherlich auch in den nächsten Tagen an vielen Stellen und Plätzen so sein wird, ich weiß nicht wie das bei euch in Österreich ist.
Solche Situationen bringen mich zwar nicht auf den Gedanken gleich zum nächsten Supermarkt zu laufen, und mir Sprit zu kaufen.
Aber sie verdeutlichen mir, dass der Alkohol immer neben mir ist.
Nach meinem Rückfall im vergangenen Jahr, habe ich für mich zunächst beschlossen keine Lokale mehr zu besuchen, wo Leute neben mir Alkohol trinken, kein Schützenfest mehr im Bierzelt mit Nachbarn zu feiern, es nicht mehr zu dulden, wenn sich z.B. mein Stiefbruder bei Besuch ne Dose Bier aus der Tasche zieht, die er sich reinziehen will usw.
Warum soll ich's mir auch schwerer machen wie nötig ist, wenn ich mir durch diese Konsequenz gewisse Gefahren oder auch nur schon die Fahne von jemandem, vom Hals halten kann.
Ich war von 1988 - 1996 fast 8 Jahre trocken.
Wenn ich das heute nachempfinde, vorallem auch vieles rausziehe was ich hier in diesem Forum schon zum Thema Rückfall und Gefahren gelesen habe, bin ich eindeutig während dieser 8 Jahre viel zu leichtfertig mit mir umgegangen.
Besonders in Zeiträumen, wo es mir nach einigen Schicksalsschlägen in unserer Familie eh schon nicht gut ging.
Warum? Weil ich mich zu sicher fühlte!!
Ich bildete mir damals nach der Therapie und einigen Monaten Trockenzeit ein, der Alkohol kann dir nicht's mehr.
Das was Spedi geschrieben hat, über Soglosigkeit/Nachlässigkeit und Routine die sich einschleichen kann, trifft auf mich haargenau zu !
Gilbert, ich möchte dir mit dem geschriebenen nur gerne auch noch mal ein paar Denkanstösse geben, zu dem " sich sicher fühlen "!
Ich wünsch dir und Family ein schönes Wochenende LG Heiko |
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| Restart 07 hat zum Thema: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 16.02.2007, 06:26 Titel: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt |
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Hallo Gilbert,
„ich habs geschafft" ist in Bezug auf unsere Alkoholkrankheit insofern nie treffend, wenn man damit die automatisierte Trockenheit meint.
Ich gehe mehr mit den Worten/Gedanken "Ich habs hinter mir" durchs Leben, bin aber immer wachsam, dass es auch so bleibt. "Hinter mir" meine ich den Lebensabschnitt, den Zustand des suchtabhängigen Saufens, „ich habe also genug gesoffen für mein Leben" und "arbeite" daran, dass es auch so bleibt.
Zwischen meiner realen Gruppenarbeit und dem Einstieg hier ins Forum lagen auch gut 1 ½ Jahre, in denen ich zwar meine erlernten Verhaltensstrukturen täglich auf mein Leben angewandt habe, aber irgendwie keinen Erfahrungsaustausch bzw. aktive Reflektion mit dem Thema an sich mehr hatte.
Beim Einstieg in dieses Forum war ich erst der Meinung, eigentlich größtenteils GEBEN zu können, wozu ich auch gern bereit war. Allerdings habe ich nunmehr festgestellt und kann heute sagen, dass durch aktiven Erfahrungsaustausch, in diesem Sinne aktiver Arbeit an der Trockenheit, diese dir immer allgegenwärtiger ist und damit auch immer im Vordergrund bestehen bleibt. Und das ist bei unserer Krankheit enorm wichtig.
Ich kenne auch persönlich Menschen, die nach über 10-jähriger Abstinenz, ich nehme bewusst nicht das Wort 10-jährige Trockenheit, rückfällig geworden sind. Sie haben ihre Krankheit verdrängt, Verzichtsgedanken kamen auf, sie haben nicht mehr an sich gearbeitet. Die Cola- und Bier-Dose rückten im Regal immer näher zusammen.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt geschrieben
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klaro neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.01.2007 Beiträge: 287 Wohnort: Borken
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Verfasst am: 16.02.2007, 11:44 Titel: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt |
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hallo gilbert!
du schreibst ob man gegen einen rückfall gefeit ist:
warum beschäftigst du dich mit dem gedanken rückfall? was macht du für dich um überhaupt den gedanken an einen rückfall nicht aufkommen zu lassen.
ich gehe regelmässig in eine SHG,nehme an anderen veranstaltungen teil die sich mich den thema sucht beschäftigen denn da sind meine freunde die mich stärken so das der gedanke erst garnicht aufkommt.
ich muss mit mir zufrieden sein und das werde ich nur wenn ich mich in einem nüchternen umfeld aufhalte.
warum soll ich mich unnötig unter druck setzen,wenn ich mich in einem trinkenden umfeld aufhalte.
ich habe keine schwierigkeiten damit,wenn auf einer feier an der ich verpflichtet bin teilzunemmen alkohol getrunken wird aber wie lange ich dort bleibe bestimme ich und kein anderer.
um eine zufriedene abstinenz zu haben, muss ich an mir arbeiten und kann nicht sagen es regelt sich alles von selbst.
ich werde auch nicht sagen,das ich in meinem leben nie mehr alkohol trinke aber ich habe es mir vorgenommen
wenn ich mich dauernd mit einem rückfall auseinandersetzte so muss man bei sich schauen warum es mich so beschäftigt.
du hast nicht geschrieben ob du in eine SHG gehst und falls das nicht der fall ist so kommt der alk wieder näher an mich heran,weil ich meine abstinenz vernachlässige und die gedanken kommen es wird schon nichts passieren. gehst du doch in eine SHG so spreche das thema rückfall mal an.
ich habe die erfahrung gemacht,das die rückfallgefahr sehr gross ist wenn die gruppenbesuche seltener werden weil dadurch die abstinenz nicht mehr ernst genug genommen wird.
wenn du mal richtig in dich hinein horchst,so sind das schon nasse gedanken die du hast.
herzlichen gruss heinrich |
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| klaro hat zum Thema: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 16.02.2007, 12:01 Titel: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt |
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Hallo Gilbert,
ich genieße mein Leben so wie es ist.
Ich weiß, dass ich alkoholkrank bin, aber ich habe mich für ein nüchternes Leben entschieden und stehe dazu.
Im Laufe meiner Nüchternheit habe ich erkannt, gelernt, dass ich den Alkohol nicht brauche, um mein Leben zu meistern.
Rückfallgedanken habe ich nicht, weil alles was mit meinem früheren Leben und dem Alkohol verbunden ist, 100 mal schlechter war, als jeder noch so griesgrämige Tag heute, den jeder mal hat.
Warum hat man Angst vor einem Rückfall?
Meiner Meinung nach nur, wenn man mit dem alten Leben nicht wirklich abgeschlossen hat. Das heißt auch, wenn ich mein Leben nicht verändert habe und nur nichts trinke.
Während des trinkens habe ich mir ein Leben angewöhnt, dass den Alkohol in den Mittelpumkt gestellt hat.
Seit meiner Trockenheit stehe ich im Mittelpunkt meines Lebens.
Es gibt viele Menschen, Situationen und andere Dinge in meinem Leben, den ich nicht aus den Weg gehen kann und die zu meinem neuen Leben dazugehören, aber an erster Stelle komme ich.
Ich habe mir ein Leben angewöhnt, das frei von Alkohol ist, soweit es eben geht. Diese neue Lebensgewohnheit ermöglicht es mir, Gedanken, wie Rückfall gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Alkohol ist in meinen Gedamken keine Altanative mehr. Wenn es um Entscheidungen zu zum Beispiel Problemlösungen geht, suche ich Möglichkeiten.
Ich habe viele Menschen kennen gelernt, die dann solche Gedanken im Kopf haben "wenn alles schief läuft, trinkste eben wieder" . Leider wurde diese Altanative auch irgendwann von diesen Menschen genutzt.
Alkohol ist für mich keine Altanative zu meinem Leben |
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| Karsten hat zum Thema: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt geschrieben
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gilbert neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.02.2007 Beiträge: 25
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Verfasst am: 21.02.2007, 13:56 Titel: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt |
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Hallo zusammen,
Ich danke Euch für die Gedankenanstösse und Meinungen, die doch sehr unterschiedlich sind. Ist es nun besser, wenn man oft über das Thema Rückfall nachdenkt, oder soll man diese Gedanken vermeiden (verdrängen) ? Und wird die Rückfallwahrscheinlichkeit geringer, je länger man trocken ist ?
Ich beschäftige mich mit dem Thema, weil ich mich schon seit Jahren internsiv mit meiner Krankheit auseinandersetze. Ich finde es faszinierend, dass Alkoholismus eine der wenigen Krankheiten ist, die noch nicht heilbar ist.
Wie schon erwähnt, habe ich bestimmt ein passendes Umfeld, um trocken zu bleiben. Meine Auseinandersetzung mit dem Thema ist auch etwas, was ich für mein trocken sein mache.
Andere Dinge für meine Trockenheit mache ich eigentlich nicht, nachdem ich alles erfolglos ausprobiert habe. Ich war natürlich auch in SHG, ich hatte längere stationäre Behandlungen und war bei verschiedenen Ärzten. Ich glaube, es muss jeder für sich persönlich den richtigen Weg finden, wie er trocken bleibt.
Mir hilft der tägliche Gedanke: Ich bin Alkoholiker, aber ich bin trocken und das will ich auch bleiben. Ich werde immer mit Alkohol konfrontiert werden, aber ich brauche keinen Alkohol um glücklicher oder zufriedener zu sein. Im Gegenteil, für mich hatte Alkohol nur negative Auswirkungen.
Gar nicht mehr an meine Krankheit zu denken oder diese Gedanken zu verdrängen, wäre für meine Begriffe leichtsinnig.
Gruss
Gilbert |
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| gilbert hat zum Thema: Re: 18 Monate trocken und noch immer besorgt geschrieben
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