| Schwere psychische Probleme mit trockenem Leben • Fühle mich einsam... |
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Restart 07 Gast
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Verfasst am: 11.02.2007, 17:37 Titel: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen |
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Hallo zusammen, hier im Forum
Ich habe mich hier unter „Wer ist Wer“ im Januar angemeldet, habe auch mittlerweile schon unzählige Beiträge in fast allen Foren gelesen und kann bis heute rundum sagen, dass ich mich hier sehr wohl fühle.
Ich empfinde hier sehr viel positive Reflexion, finde mich selbst sogar in sehr vielen Beiträgen wieder, die mich teilweise sehr berühren und nachdenklich machen, jedoch positiv zum Nachdenken anregen.
Am Liebsten wäre ich viel öfter hier unterwegs, aber leider schaffe ich dass im Moment aus vielerlei Gründen zeitlich nur sehr begrenzt.
Seit meinem letzten Rückfall und anschließender Entgiftung (14 Tage) im Oktober 2006 bin ich bis heute stabil und abstinent geblieben, auch meine ambulante Therapie mit mehrmaligen wöchentlichen Terminen in einer Tageklinik läuft nebenher noch weiter.
Nun zum Thema und meiner eigentlichen Frage bzw. Suche nach Rat :
Ich bin ja derzeit immer noch arbeitslos und beziehe lediglich ALG II, schon seit mehreren Monaten.
Nun bin ich ja in den letzten Wochen dabei, mich u. a. sehr intensiv wieder um einen neuen Vollzeitjob zu bemühen, habe meine Bewerbungsmappe komplett umgestylt, mit neuem Foto, teilweise die Textbausteine neu formuliert usw.
Und siehe da, gesunder und klarer Kopf sowie kostantes Durchhaltevermögen wird belohnt – ich habe noch in dieser Woche einen, und in der darauf folgenden Woche zwei offenbar sehr interessante Vorstellungstermine für den Bereich Büro in drei mittelständisch/großen Unternehmungen.
Ich fühle mich diesmal aber sehr unsicher, da ich nämlich auch aus der Vergangenheit weiß, dass hierbei u. a. auch sehr unangenehme Fragen kommen werden, wie z. B. die Frage nach chronischen Erkrankungen.
In der Vergangenheit bin ich damit immer sehr offen umgegangen, hatte mit den Arbeitgebern und Vorgesetzten eigentlich auch keine größeren Probleme, auch wenn ich mich von Zeit zu Zeit schon öfters mal beobachtet fühlte oder auch von Kollegen mit dummen Bemerkungen hier und da schon mal blöde angesprochen wurde.
Aber im Großen und Ganzen stand ich bislang darüber.
Ich weiß nicht warum, aber ich mache mir bezüglich der Offenheit einem möglich neuen Arbeitgeber gegenüber diesmal ziemlich große Sorgen, oder fühle mich hierzu zumindest sehr verunsichert.
Mag auch sein, dass dies mit der augenblicklichen Lage auf dem Arbeitsmarkt zu tun hat, bin mir nicht sicher.
Mein Bauch sagt mir jedenfalls, mich bei den bevorstehenden Terminen und evtl. Fragen die hierzu kommen könnten zunächst bedeckt zu halten, mögliche Fragen zu verneinen, um nicht alles von Vornherein aufs Spiel zu setzen, wenn es um die Entscheidung einer möglichen Einstellung in den Job – Ja oder Nein – gehen wird
Ich werde dies auch in dieser Woche bei meiner Therapeutin noch mal ansprechen.
Aber ich würde mich dennoch freuen, auch von euch oder einzelnen ggf. Ratschläge oder Meinungen hier drüber zu bekommen.
Bis dann . . . liebe Grüße Heiko |
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| Restart 07 hat zum Thema: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen geschrieben
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Meni Gast
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Verfasst am: 11.02.2007, 17:44 Titel: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen |
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Hallo Heiko,
bestimmt ist es besser, sich bei einem Bewerbungsgespräch zu outen. Ich habe das nicht geschafft. Oh, wie ich diesen Job, den ich jetzt habe, wollte! Ich habe meine Krankheit verschwiegen (im September war ich dann zur betriebsärztlichen Untersuchung), Werte, Abtasten der Leber usw. - alles ok. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt. Aber ich habe mir da geschworen, dies nicht aufs Spiel zu setzen, meine Krankheit zu stoppen und meine berufliche Zukunft, diese Chance, zu nutzen.
LG, Meni |
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| Meni hat zum Thema: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 11.02.2007, 18:09 Titel: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen |
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Hallo Heiko,
pauschal kann man dass sicherlich nicht beantworten.
In größeren Firmen sollte der Personalchef damit umgehen können.
Als ich damals Arbeit suchte, habe ich es bei jedem Vorstellungsgespräch ohne Umschweife erzählt. Allerdings hat das auch Konsequenzen gehabt und ich habe viele Jobs nicht bekommen.
Aber auch bei dem, den ich dann bekommen habem habe ich es erzählt.
Ich bin und gehe auch heute noch davon aus, dass mir das Risiko zu groß ist, einen Jog mit so einer lebenswichtigen Lüge zu beginnen.
Es wird immer Situationen im Beruf geben, wo ich mit Alkohol konfrontiert werde. Ich müßte jedesmal lügen ( Ausreden sind das für mich nicht, wenn ich andere Gründe für die Ablehnung zum trinken erfinde ), wenn eine solche Situation auf mich zu kommt.
Gruß
Karsten
__________________
Alkoholiker outen?
Selbsthilfegruppen |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen geschrieben
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Restart 07 Gast
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Verfasst am: 11.02.2007, 18:35 Titel: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen |
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Hallo Karsten, Hallo Meni
Vielen Dank für eure Antworten.
Genau das sind die Fragen, die mich ja mitunter verunsichern, in welcher Firma wird heutzutage auch nicht gesoffen.
Besonders jetzt in der Karnevalszeit.
Einen Termin habe ich übrigens Weiberfastnacht bei einer Personalleiterin, mal sehen, vielleicht ist sie ja gut drauf. ' '
Aber ich denke, das es auch vom Gesprächsverlauf abhängt, und werde dann spontan und noch während des Gesprächs mit mir ausmachen, ob ich mich oute oder nicht.
Ich fühle mich nämlich auch nicht sonderlich wohl bei dem Gedanken mit einer Lüge zu starten, sollte ich das Glück haben eingestellt zu werden.
Gruß Heiko |
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| Restart 07 hat zum Thema: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen geschrieben
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esgehtanders aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.09.2006 Beiträge: 670
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Verfasst am: 11.02.2007, 19:55 Titel: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen |
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hallo heiko,
ich denke, ich würde mich outen, wir haben lange genug gelogen, oder?
gruß |
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| esgehtanders hat zum Thema: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen geschrieben
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Restart 07 Gast
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Verfasst am: 11.02.2007, 20:52 Titel: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen |
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Hallo esgehtanders
wie definiere ich den Begriff "Lüge" in einer solchen Situation aber genau ?
In den Säuferzeiten habe ich on mass gelogen, um mir das Saufen leichter zu gestalten, das war grenzenlose Schauspielerei, ist schon klar!
Aber wenn es hier um solche Entscheidungen bzw. möglich existenzielle künftige Veränderungen geht, frage ich mich, ob es die selbe unterste Qualität einer "Lüge" ist, wie in der Säuferzeit.
Ich hätte zumindest im Moment nicht das Gefühl, dehalb wieder Schritte zurück zu fallen, oder auch das Gefühl etwas weniger Alkoholiker zu sein, was ja auch vollkommener Blödsinn ist.
Aber wenn ich im Falle einer Einstellung bei einem der Bewerbungsgespräche mögliche Fragen verneine, lüge ich zwar, behalte mir jedoch für mich vor, mich erst nach Ablauf einer bestimmten Beschäftigungszeit oder auch in einer evtl. heiklen Situationen damit zu outen.
Lieber wäre mir dabei natürlich den Probezeitraum ggf. zu überbrücken.
Also ich denke immer noch mich lieber erst noch nicht damit zu öffnen.
In bestimmten, heiklen Situationen z. B. bei direkter Anfrage: "wie du trinkst kein Alkohol?" gibt es auch zahlreiche andere Gründe zu benennen, warum ich auf Alkohol verzichte.
Ich weiß nicht, ich bin da immer noch im Zwiespalt mit mir, aber ich find's schon raus.
Gruß Heiko |
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| Restart 07 hat zum Thema: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 11.02.2007, 21:10 Titel: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen |
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Servus Restart,
klar, das muss jede(r) für sich herausfinden. Ich für mich gehe ganz bewusst offen damit um, ohne "hausieren" zu gehen damit.
Klartext: Bei meiner letzten Bewerbung (die erste, seit ich trocken bin) habe ich es im Vorstellungsgespräch offen erklärt, trockener Alkoholiker zu sein.
Für mich war es in jeder Hinsicht ein Gewinn, erstens, weil ich so ohne jegliche Geheimnisse in der Firma arbeiten kann, zweitens, weil exakt diese Offenheit mir die Jobzusage erst ermöglicht hat - für den Arbeitgeber (der sonst rein gar nichts mit dem Thema Suchterkrankungen "am Hut" hat) war es der entscheidende "Pluspunkt" zu meinen Gunsten.
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen geschrieben
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Andi Gast
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Verfasst am: 11.02.2007, 21:17 Titel: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen |
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Hallo Heiko,
ich kann da nur aus meiner Sicht sprechen,und auch nur aus dieser,kann ich Dir den Ratschlag geben,dich von vorne herein zu deiner Krankheit zu bekennen!
Wenn Du einen trockenen zufriedenen Weg gehen möchtest,dann gehört meiner Meinung nach dazu,diesen auch absolut ehrlich zu gehen,alles andere wäre unter Vorbehalt,und für mich ein Hintertür offenhalten!Heikle Situationen brauchen überhaupt gar nicht erst entstehen,wenn ich im vornerein dafür Sorge trage,sie im Keim zu ersticken.Nur wenn ich absolut ehrlich zu mir selbst bin,kann mir nichts passieren,entweder gehe ich den geraden Weg,ohne wenn und aber,oder ich lebe weiter unter Vorbehalt!!
Ich wünsche Dir,daß Du die richtige Entscheidung für dich triffst!
Liebe Grüße,Andi |
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| Andi hat zum Thema: Re: Offenheit vs. Ja – Nein / mögliche Folgen bzw. Konsequenzen geschrieben
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