| Hallo, möchte mich kurz vorstellen • calissa |
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Leberzirrhose Gast
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Verfasst am: 23.07.2005, 11:55 Titel: Hallo, ich bin neu hier |
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Hallo,
ich habe mich zwar schon vor ein paar Tagen angemeldet, habe aber erst heute die Möglichkeit der Vorstellung entdeckt.
Als ich mich anmeldete war ich nicht nüchtern, bin aber froh, dass ich Eure Seiten gefunden habe.
Ich bin 43 Jahre alt, verheiratet und habe einen Sohn von 17 Jahren.
Meine "Trinkerkarriere" begann mit meinem 18.Lebensjahr, als ich meinen Freund, späteren Mann kennenlernte. In seiner Familie war es normal, dass tagtäglich Alkohol bis zum Umfallen konsumiert wurde.
Da ich in einem sehr schwierigen Elternhaus lebte, hielt ich mich immer häufiger in seinem Zuhause auf und das war mein Einstieg.
Nach einiger Zeit war es so, dass wir täglich gemeinsam tranken und irgendwann, etliche Jahre später merkte ich, dass mein Gehirn nicht mehr STOP sagt, wenn es reicht.
Nach 6 Jahren trennte ich mich von ihm, aber nicht vom Alkohol, da steckte ich schon zu tief drin.
Ich konsumierte weiterhin täglich meine 5-8 Flaschen Bier pro Tag.
Vor ca.6 Jahren wollte ich plötzlich die Ursachen für mein Trinken ergründen und nahm Einiges in Angriff. Ich schaffte es dann vom täglichen Trinken wegzukommen und entwickelte mich zum Quartalstrinker. Ich schaffe es wochen-monatelang ohne Alkohol auszukommen, aber dann packt es mich wieder.
Meistens, wenn Situationen auftreten, denen ich mich hilflos ausgeliefert sehe und das Gefühl habe, ich kann mich nicht wehren.
So auch geschehen vor ein paar Tagen.
Es kommt auch nie vor, dass ich Alkohol anrühre, wenn ich arbeiten muß(ich arbeite teilweise 7 Nächte an einem Stück), aber wenn ich frei habe(ebenfalls 7 Tage) und die Unruhe kommt, dann kann ich nicht mehr denken.
Momentan geht es mir super-gut, aber ich weiß,es passiert wieder!
Nun will ich aber unbedingt endgültig schluß machen und brauche sicher häufig Eure Unterstützung.
Heute bin ich einer solchen brennzlichen Situation entkommen und bin schon stolz darauf.
Ich arbeite nach wie vor sehr hart an mir und freue mich über jeden kleinen Fortschritt.
Über Antworten freue ich mich sehr.
Mein Name ist Romy!
Lg |
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| Leberzirrhose hat zum Thema: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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Martin Gast
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Verfasst am: 23.07.2005, 15:00 Titel: Hallo |
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Hallo Romy,
habe gerade auch noch Dein "Hallo" hier gelesen - Du hast eine "interessante" Trinker-Geschichte. Bist Dir sehr bewußt Deiner Problemlage, selbstkritisch. Ich entdecke da schon eine ziemliche Grundlage an Selbst-Achtung und Wissen woher Du kommst, wie Deine Geschichte verlief. Beeindruckend. Du willst Dein Selbst-Managment auf richtig tragende Füß stellen. Joh - tu das!
Da erscheint jetzt die Sache mit dem alltäglichen kleinen "Wiederstand" als gering. Ist es aber freilich nicht! Es ist so ziemlich das Wichtigste sich im Alltäglichen zu behaupten. Vielleicht noch als Tip: Überlege Dir mal diese kleinen Situationen wie dieser Schichtwechsel und versuche dann einmal "Ich-Botschaften" zu formulieren. Im Sinn von:
"Ich bin enttäuscht Frau Kollegin xy, daß ich warten mußte"
"Ich bin nach 14 Stunden erschöpft, und will pünktlich nach Hause kommen."
"Ich habe Hunger, und mußte warten."
"Ich bin müde, Herr Kollege, und könnte jetzt schon im Bett liegen."
"Ich wünsche mir, sie sind das nächste Mal pünktlich."
(Und so weiter, so wie Deine Motivationen halt liegen.)
Ich denke es ist hilfreich sich seiner Bedürfnisse klar zu werden und sie auch als "Ich"-Bedürfnisse an zu melden. Ich-Botschaften sind kein Angriff auf andere ("Du warst unpünktlich!"), sie stellen einfach Deine Bedürfnisse in den Raum und fordern Gehör. Wenn andere sie kleinreden wollen, kannst Du auf ihnen beharren ("Herr Kollege, ich gönne ihnen auch ihre Freizeit, ich will um 17.00 Uhr nach Hause gehen können.").
Nur mal so als als Tip.
Welche grundsätzlichen "Selbst-Managment"-Ideen hast Du?
Gruß, Martin |
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| Martin hat zum Thema: Hallo geschrieben
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Leberzirrhose Gast
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Verfasst am: 24.07.2005, 09:58 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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Hallo Martin,
ich danke Dir sehr für Deinen interessanten Beitrag.
Ich bin gerade vom Dienst gekommen und stelle Dir vor, meine Kollegin ist heute 5 Minuten früher zum Dienst gekommen. Ein Chef-Gespräch gab es nicht.
Sie ist zwar sehr abweisend mir gegenüber und ich merke, wie mich das an meine Kindheit erinnert(meine Mutter ließ mich immer links liegen, oder schlug mich, wenn ich versuchte, eine eigene Meinung kund zu tun), aber ich kann jetzt keinen Rückzieher mehr machen. Früher war es so, dass ich mich letztendlich entschuldigte, für meine eigenen Bedürfnisse und dafür, dass ich mir erlaubte, sie auszusprechen.
Ich erkenne die Zusammenhänge ganz klar und weiß auch, was zu ändern ist, aber die Umsetzung ist verdammt schwer.
Mein Leben bestand bisher nur darin, Anderen eine Unterstützung zu sein, auch das kenne ich vom Elternhaus, denn meine Mutter und ich hatten vertauschte Rollen. Mit ca. 6 Jahren begann ich für sie zu sorgen, nicht umgekehrt.
Das verfolgt mich nach wie vor. Zu mir kann jeder kommen, ich bin Jedem eine Hilfe und weiß immer Rat, habe immer Verständnis.
Aber nun frage ich mich immer häufiger: "Wo bleibe ich?"
Da ich dem Alkohol entgültig entsagen möchte, muß ich endlich lernen, mich ernst zu nehmen, wie Du schon geschrieben hast.
Es ist schon so, dass meine Mutter mich nur liebte, wenn ich Ja und Amen sagte. In meinem Privatleben setze ich mich schon durch, aber im Berufsleben und vorallem Vorgesetzten gegenüber war es bisher unmöglich. Total frustriert und oftmals sehr verletzt griff ich dann wieder zur Flasche, wenn Probleme auftraten und ich nicht zurecht kam.
Genau das will ich nun aber nicht mehr. Als ich älter wurde, konnte ich meiner Mutter schon die Meinung sagen, aber eben nur, wenn ich betrunken war.
Deine Vorschläge mit den ICH-Botschaften, sind sehr interessant.
Ich habe diese Möglichkeit auf einem Seminar gelernt.
Genauso führe ich auch Gespräche und dennoch wird manchmal sehr aggressiv darauf reagiert.
Ich denke, es ist einfach das Ungewohnte, denn bisher beanstandete ich gar nichts, sondern sagte für jeden Tritt noch DANKE!
Meine Kollegen, Eine im speziellen, kommen z.Zt.sehr schlecht mit mir zurecht. Aber das kann doch nicht wirklich mein Problem sein?
Ich verlange doch nur das, was ich selbst auch gebe.
Ich begegne meinen Kollegen mit sehr viel Respekt und achte sie und ihre Arbeit. Nur das fordere ich nun auch für mich.
Ich war bisher sehr darauf angewiesen und es war mir ungemein wichtig, dass ich gemocht werde, dafür tat ich alles, was man von mir verlangte, nur leider blieb ich dabei auf der Strecke.
Was für mich nun sehr wichtig ist: Ich muß einfach dabei bleiben und weiterhin klar machen, dass ich ein Anrecht auf einen pünktlichen Feierabend habe. Ich darf nicht wieder kippen, denn dann kann es passieren, dass ich mich wieder entschuldige und ich hätte verloren! Die nächste "Sauforgie"wäre mir sicher.
Ich hegte immer einen sehr wertschätzenden Umgang mit meiner Umwelt, also am verkehrten Ton kann es nicht liegen, dass man mich nun meidet.
Es kommt einfach auch drauf an, dass ich das jetzt durchstehe und nicht den Arbeitsplatz wechsel.
Das war nämlich immer so. Wenn Dinge auftraten, mit denen ich nicht einverstanden war,oder ich mich nicht richtig behandelt fühlte,wechselte ich einfach den Arbeitsplatz. Dann brauchte ich mich nicht auseinanderzusetzen.
Es steht zwar so oder so ein Wechsel an, aber es darf nicht wieder aus diesem alten Grund sein.
Ich habe jetzt eine gute Möglichkeit zum Üben. Oder?
Martin, Du bist mir wirklich eine sehr große Hilfe und ich freue mich sehr auf jeden Beitrag von Dir. Vielen Dank und einen schönen Tag.
Lg Romy  |
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| Leberzirrhose hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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Martin Gast
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Verfasst am: 24.07.2005, 13:22 Titel: Analyse und Umsetzung |
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Hallo Romy,
für mich ist das ebenfalls hilfreich Deine Worte zu lesen. Geben und Nehmen, ganz gleichberechtigt, oder nicht?!. Ich sehe da einige Ähnlichkeiten in unseren Problemlagen. Zwar steht da Frau zu Mann, Absturz- zu Pegeltrinken, Du frisch trocken ich seit 1,5 Jahre trocken ..., aber jetzt zu den "Ähnlichkeiten":
Die Problemlage, der kindliche Grundzustand:
Ein Kind, das sich um Mutter emotional kümmern muß, also keine/zu wenig "natürliche" Geborgenheit erhält. Zusätzlich muß Kind auch für die Familie funktionieren, darf eigenen Interessen und Neugierden nicht folgen und aussprechen. Ersteres macht aus Kind einen "kleinen (überforderten) Erwachsenen" und verhindert die Entwicklung des normalen "Selbst-bewußt-Seins", zweiteres verhindert ein Erleben (und tiefes Wissen) geliebt zu werden so wie man nunmal ist.
Stark in der Analyse:
Ich bin von Deinen Zeilen begeistert, wie stark Du doch in der Analyse bist. Bis zum Reflex des Arbeitsplatzwechsel hast Du ja schon kapiert wie Du Dich immer wieder selbst austrickst. Sehe das als Stärke an - Du kannst Dir Dein Selbst bewußt machen.
(Kommt die Analysestärke von der früh erlernten Aufmerksamkeit und Vorsicht?! Der zwangsläufigen Distanz zum eigenen kindlichen Ich, um emotional zu überleben?! Ein Kind verläßt lieber sein "Ich", wird analytischer Beobachter und Familienhelfer, als die ihm tatsächlich entgegen gebrachte Kälte wahrzunehmen?! Das würde ein Kind wohl emotional "töten"?! Hm.)
Schwach in der Umsetzung:
Und trotz all dieser klaren Erkenntnisse, fällt es unglaublich schwer diese in Taten und erlebte Emotion umzusetzen. Mir ist gerade die Tage klar geworden wie sehr mein kindlicher Grundzustand aus absoluter Einsamkeit und Stillstand besteht, und ich immer wieder reflexhaft in diesen Grundzustand zurück flüchte.
(Das ist eben gar nicht "Voranschreiten", sondern sind gefühlte Bewegungen in Kreisform - heute sehe ich vielmehr eine spiralförmige Bewegung. Denn ein wenig verändert sich das eigene Leben und der Blick darauf ja doch. Aber alles kehrt eben wieder - alles scheint immer wieder am selben Punkt zu enden. Als Kind träumte ich immer bei Fluchtsituationen am Boden fest zu kleben - "ich kann nicht flüchten", "bin ausgeliefert", diese "abgrundtiefe Bewegungsunfähigkeit". Als ob man jetzt als Erwachsener zumindest weglaufen will, es auch ein Stück weit schafft, dann aber doch immer wieder von diesem Abgrund eingefangen wird.)
Zu deren Wechselwirkung:
Analyse ist immer Distanzarbeit - die Dinge auf Abstand halten, durch Ordnen kontrollieren! Den Taten folgen aber immer die Emotionen - und diese zu erleben bedeutet nun mal Kontrollverlust. Fehlt das kindliche Training, daß eigene Gefühle "überlebbar", "erlebbar" und "lebendig-machend" sind, fürchtet Mann/Frau sie. - Und meidet instinktiv im logischen Selbstschutz die entscheidenden Taten?!
Ausblick:
Ich denke es gibt einige Maßnahmen, die "Wir" ergreifen können. Von ganz einfachen, alltäglichen, wie sich Gehör verschaffen, bis zu grundsätzlichen, erschütternden, wie es zulassen doch von einem Menschen einfach so geliebt zu werden. Mir erscheint im Augenblick aber als das Wesentliche sich von der Rückkehr in den grundsätzlichen Kind-Zustand zu verabschieden, zumindest das sich instinktiv daran klammern zu verlassen. "Die nie erhaltene Kindheit los zu lassen". Das hieße eine mächtige Portion Traurigkeit zu zulassen. So ziemlich abgrundtiefe Traurigkeit. (Und gerade diese schweren Gefühle erscheinen so bedrohlich und sind die Einfallschneise für das Trinken. Teufelskreis. Aber wir knacken Ihn!)
Ich bin nicht allein, Du bist nicht allein. "Wir" sind überall da draußen. Und doch muß jeder seinen alleinigen, eigenen Weg finden. Mein Psycho hat mir neulich mal gesagt, "es ist schwer sich selbst lieben zu lernen". Hm, so ist es - und doch ein schönes, inneren Frieden versprechendes Ziel. Es lenkt den Blick auch ein wenig fort von der "Lösung" aller Probleme hin zum Blick seine eigene Geschichte und sich selbst annehmen zu lernen. Ein Stück weit Veränderung ein zu fordern, aber eben auch ein Stück weit Frieden mit sich selbst zu schließen.
Herzlichen Gruß, (bin ein wenig unregelmäßig hier zu gange - so auch jetzt dann ein paar Tage unterwegs.) Walk Your Way!!! - wie steht`s mit Musik? - Musik ist sicherlich "wichtig" in Deinem Leben, oder?
Vielleicht war das jetzt zu viel und zu grundsätzlich. Schließlich mußt Du Dich auf die kleinen, naheliegenden und Deine aktuelle Trockenheit absichernden Schritte konzentrieren. Versprochen?
Martin |
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| Martin hat zum Thema: Analyse und Umsetzung geschrieben
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Leberzirrhose Gast
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Verfasst am: 24.07.2005, 13:47 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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Hallo Martin,
ist versprochen!!!!
Schreibe Dir morgen wieder ausführlicher und freue mich, wenn ich von Dir höre, wenn Du wieder da bist. Muß mich schon fast wieder für den Dienst fertig machen, der heute um 18Uhr beginnt.
Schön zu wissen, ich bin nicht allein!
Deine Ausführungen sind äusserst interessant.
Lg und alles Liebe von Romy  |
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| Leberzirrhose hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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Leberzirrhose Gast
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Verfasst am: 24.07.2005, 14:00 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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Hallo Martin,
Noch schnell etwas zu Deinem Traum:
Ich habe als Kind immer geträumt, und das über Jahre hinweg, dass ich fliegen kann. Ich brauchte nur meine Arme ausstrecken und hob ab. Oft war ich kurz vor dem Abstürzen und am Boden lauerte große Gefahr. Ich brachte immer die Kraft auf, wieder höher aufzusteigen, so dass mich die drohende Gefahr nicht erreichen konnte.
Das begleitete mich recht häufig und wenn ich das Gefühl hatte, es geht gar nichts mehr, dachte ich daran, dass ich es immer schaffen kann!!!!!!!!
Ich würde Dich gern mitnehmen auf meinen nächsten Flug! (grins)
Mach`s gut.
Romy |
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| Leberzirrhose hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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Martin Gast
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Verfasst am: 27.07.2005, 23:08 Titel: Flugtraum |
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Hallo Romy,
ich hätt nix einzuwenden gegen einen Flugtraum, haha!
Bin aber die Tage auch schon recht glücklich mit "in den See eintauchen".
Hatte noch den Gedanken, daß es wohl auch bei Dir ein schlüßiger Lebens-Zeitpunkt ist das Trinken aufzugeben. Sohn Ende Adoleszenz und auf dem Absprung und Du stelltst Dir (klar oder unbewußt) die Frage was anstellen mit dem eigenen Leben. Und mit Alk ist die Zukunft nicht sehr rosig, ein konstantes Abwärts in die Traurigkeit...
Du hast noch wenig zu Deinem Trink-Alltag, zu Deinem "Programm" geschrieben. Habe ich Dich fälschlicher Weise zu den Abstürzern gezählt? Oder bist Du eigentlich Peglerin, die sich dann für den Beruf diszipliniert?
Wenn Du Dich trocken managen willst, mußt Du Deinem Trinkverhalten auf die Schliche kommen. Das wann, das wo, das wie. Und die emotionalen Lagen, die dahinter stehen oder drohen. Am Anfang ist es eher so, daß man sich auch mit Ablenkung auf ein anderes Gleis bekommt, auch mit "Willen", auch mit "Aufbruchstimmung". Auf Dauer ist es oft jedoch auch hilfreich zu verstehen warum wann das Verlangen zuschlägt. Und inwiefern man hilfreich sein Leben umgestalten sollte.
Herzlichen Gruß, Martin |
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| Martin hat zum Thema: Flugtraum geschrieben
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Leberzirrhose Gast
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Verfasst am: 30.07.2005, 12:25 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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Hallo Martin,
mit Freude habe ich gesehen, dass Du wieder geschrieben hast. Ich war jetzt ein paar Tage in einem interessanten Unternehmen probearbeiten. Habe mir damit eine gute Möglichkeit zur beruflichen Veränderung für`s nächste Jahr geschaffen. Dadurch hatte ich wenig Zeit.
Also erstmal: Wie hast Du denn die große Hitze überstanden?
Geht es Dir gut?
Hattest Du schöne Tage?
Nein, ich bin kein Abstürzer, ich bin eine sehr disziplinierte Peglerin.
Mein Trinker-Alltag sieht, wenn es wieder soweit ist, folgendermaßen aus:
Eigentlich steht es dann am Vormittag schon fest, dass ich am Nachmittag trinken werde.
Ich bin dann sehr unruhig und bekomme Magenprobleme.
Ich fahre dann zum Shop und sichere mir schon mal mein Bier für später.
Hauptsache, ich hab`es schon mal da.
Dann kommt es immer ganz darauf an. Bin ich alleine und ist auch niemand zu erwarten, fange ich schon mittags an, bis ich so auf 4-5 Flaschen bin. Dann esse ich was und dann gehe ich zu Bett. Es ist eigentlich immer dasselbe Schema.
Wenn ich nicht alleine bin, dann höre ich nach 3 Flaschen auf und esse dann schon etwas. Nach dem Essen kann ich nämlich nicht mehr trinken, es schmeckt dann einfach nicht mehr. verrückt, oder?
Es passierte in den letzten Jahren aber eher selten, dass ich getrunken habe, wenn jemand daheim war.
Wenn ich alleine bin, fühle ich mich sehr einsam und dann kommt das Verlangen.
So könnte man es sagen.
Die Lösung ist mir sehr bewußt und ich arbeite daran.
Was mein gutes Analysieren angeht, so bin ich von frühester Kindheit darauf geschult worden.
Ich mußte Situationen blitzschnell erfassen und handeln.
Das Restliche tat dann wohl mein Beruf dazu. Auch da kommt es sehr darauf an, dass man gut einschätzen kann und Hintergründe erfasst.
Außerdem habe ich auch reichlich Selbsterfahrungsseminare besucht.
Momentan geht es mir nach wie vor sehr gut, kein Verlangen nach Alk, obwohl ich dienstfrei habe.
Ich glaube, ich habe Dir noch gar nicht von meiner Ehe erzählt.
Mein 2. Mann lernte mich kennen, als mein Sohn 3 Jahre alt war und ich täglich mein Bier konsumierte. Er stieg natürlich rasch dahinter, zumal er nie getrunken hat.
Es gab oft Streit deswegen, dennoch hat er nie mit dem Gedanken gespielt, mich deswegen zu verlassen. Woher er die Kraft nahm, all die Jahre durchzustehen, das ist mir noch heute ein Rätsel.
Heute ist er froh, dass es nur noch wenige Phasen gibt, in denen ich trinke. "Kein Vergleich mehr zu früher", denkt er sich.
Aber das Problem ist nach wie vor da, keine Frage.
Wie sehr muß ein Mensch wohl lieben, um das ertragen zu können?
Ich konnte es damals nicht! (in meiner ersten Ehe)
Ich bin sehr dankbar dafür, dass dieser Mann immer an meiner Seite war, egal, was kam.
Auch da hatte ich oft das Gefühl, ich habe das gar nicht verdient.
Ein wunderschönes Wochenende
Lg Romy |
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| Leberzirrhose hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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