| Hallo, möchte mich kurz vorstellen • calissa |
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Megges neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 29.07.2005 Beiträge: 101 Wohnort: Nähe Alzey
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Verfasst am: 30.07.2005, 22:10 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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| Zitat: | Ich verlange doch nur das, was ich selbst auch gebe.
Ich begegne meinen Kollegen mit sehr viel Respekt und achte sie und ihre Arbeit. Nur das fordere ich nun auch für mich.
Ich war bisher sehr darauf angewiesen und es war mir ungemein wichtig, dass ich gemocht werde, dafür tat ich alles, was man von mir verlangte, nur leider blieb ich dabei auf der Strecke.
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Hallo Leberzirrhose und Herzlich willkommen,
ich möchte bei obigem Zitat einhaken.
Wohlgemerkt aus meiner Nassen Zeit (die noch nicht so lange her ist)
Ich bin von natur aus ein gewissenhafter Mensch, versuche die mir übertragenen Aufgaben sowie die die ich täglich auf der Arbeit erledigen muss (arbeite im 3 Schicht Rythmus in der Fertigung) so gut und genau zu erledigen wie ich kann. Leider würdigt mein Chef meine Arbeit nicht was für mich ein "Grund" ist ne Pulle Bier zu saufen. Er würdigt meine Arbeit ja nicht. Und auch sonst ist es viel besser in der Pause vor an die Tankstelle zu gehen und in 30min 2 weitere Bier zu leeren und noch eins mit zu nehmen. Was soll ich in meiner Pause ja sonst anderes machen?
Und dann nach feierabend auch noch eins anner Tanke (Feierabendbier) um den Tag ausklingen zu lassen der nicht so toll lief. Wenn das leer ist nehm ich mir noch 3-4 mit nach Hause um gemütlich vor dem PC zu sitzen und diese zu leeren. Was soll ich sonst am PC trinken? Cola? Wasser? *lach* ne ne ersten darf ich in der Wohnung nicht rauchen also muss das Bier herhalten. Da ich nach Feierabend meine Arbeit mit nach Hause nehme brauche ich die auch um abschalten zu können. Warum lief die Machiene nicht richtig? Hab ich vieleicht was übersehen? Könnte eventuell mein Chef was von einem anderen Kollegen gesagt bekommen haben wegen meinem Trinkproblem? Usw
Und überhaupt bin ich der Friede, Freude, Eierkuchen Mensch auf der Arbeit. Bin für Kollegen immer hilfsbereit und lästere nicht. Warum wird hinter meinem Rücken gelästert? Können die nicht genauso freundlich zu mir sein und mich in Ruhe lassen? Hab ihnen doch nichts getan! Naja egal kipp ich ein paar Bier drauf, dann denke ich darüber nicht mehr nach
Warum spricht Kollege xyz nicht mehr mit mir von heute auf morgen? Hab ich ihm was getan? Hmmmmm nicht das ich wüsste. Gehe ich mal auf ihn zu und frage ihn.
DAS waren so meine Gedanken wärend und auf der Arbeit, gar im Urlaub
Irgendwann nahm ich mir vor auf zu hören mit dem Trinken. Naja klappte nicht. Hatte ja noch Alkoholfreies Bier (für den Zweck gekauft) zuhause welches mein Bewusstsein aufrechterhielt.
Nun, seit dem ich 5.6.2005 meine ersten 24 STunden voll gemacht habe sehe ich das alles ganz anders.
Arbeit: Da ich immer noch weiss das ich mein bestes gebe um Maschienen bestmöglich zum laufen zu bringen, sollte ich es nicht schaffen gibt es immer noch Kollegen zum fragen (eventuell haben die eine Idee). Wenn die nicht weiter kommen sind dann die Einrichter gefragt (werden schliesslich dafür bezahlt). Sollte dies in einer Schicht passieren in dem Kollegen und ich nicht mehr weiter kommen und keine Einrichter da sind ist´s halt Pech
Kollegen: Ich komme mit vielen gut zurecht. Das ist auch gut so allerdings bin ich nicht mehr so verrückt nach friede freude eierkuchen. Ich begegne jedem Grundsatzlich mit Respeckt. Merke ich das dieser mir das gleiche nicht engegenbringt gibt es für mich keine Grund ihn zu respektieren. Damit ist das Thema erledigt. Ich ertappe mich zwar immer noch in Gedanken die in die Richtung warum, hab ich ihm was getan gehen kommt aber seltener vor. Und wenn versuche ich es ab zu stellen. Wohlgemerkt wenn zb einen Tag vorher alles bestens war und am nächsten Tag funkstille.
Ich tat auch alles was man von mir verlangte, leider sehen es Kollegen dann als selbstverständlich an und es kommt zum Zoff oder sie sind eingeschnappt wenn man mal nein sagt.
Ich muss nicht gemocht werden (bin auf der Arbeit um Geld zu verdienen, nicht um Freunde fürs Leben zu finden), es sollte aber wenigstens eine zusammenarbeit möglich sein. Und wenn das dann noch auf "Kollegialer" Basis funktioniert dann ist das für mich das was ich anstrebe, muss ja schliesslich 8 Stunden vom Tag auf der Arbeit sein. Man kommt aber nicht mit jedem Kollegen zurecht. Thats life Soll ich mich deswegen Geistig und Körperlich in den Abrund stürzen? Sicher nicht.
Ich bin am anfang nach den Meetings anne Tanke und habe mich gefragt warum ich sowas tue? Hab die Flaschen dann doch gekauft (sitzstreik des Verstands würde ich es treffend vormulieren) und mich darüber geärgert so blöd zu sein und sie zu kaufen. Auf der Arbeit wurden die Flaschen dann mit der Begründung jetz müssen sie getrunken werden, bezahlt ist bezahlt dann doch gesoffen
Zum allein sein: Du bist niemals allein, es sei denn du willst es
Vorschlag von mir: Mach die Wohnung alkoholfrei, besorg dir viel Wasser und Schockolade und gehe in ein AA-Meeting (empfehle AA deshalb weil ich bis jetzt nur erfahrungen mit denen gesammelt habe, möchte mich aber beim Kreuzbund noch informieren. Weis deshalb nicht wie das da abläuft) und lass dir ein Paar Telefonnummern geben. Wenn du einsam bist rufst du einen von deinen Freunden an und schilderst ihm was dich bedrückt. Es wirkt wunder, jedenfalls bei mir....
Drücke dir die Daumen,
in Freundschaft,
Megges |
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| Megges hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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Leberzirrhose Gast
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Verfasst am: 02.08.2005, 10:34 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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Hallo Megges,
ich finde Deine Ausführungen sehr interessant und danke Dir dafür.
Du hast vollkommen recht, in dem, was Du schreibst.
Ich denke, dass man gerade im Beruf große Schwierigkeiten hat, seine Interessen durchzusetzen, weil man ja sein großes Defizit kennt und irgendwo doch ein schlechtes Gewissen vorhanden ist.
Verstehst Du, was ich meine?
Es ist wahrscheinlich so, dass ein Trinker sich viel mehr gefallen läßt, denn er glaubt kein Recht darauf zu haben, sich zu wehren.
Es spielen da auch noch andere Dinge mit rein, keine Frage.
So empfand ich es jedenfalls und wenn dann wieder meine alkoholfreien Zeiten kamen fiel mir erstmal auf, wie beschi***n es mir damit geht, dass ich zu Allem ja sage. Dann kam der große Frust und das Bier mußte her.
Wenn man dann anfängt besser für sich selbst zu sorgen, dann kommen Probleme auf, denn die Kollegen sind das nicht gewohnt. Dennoch geht es mir jetzt wesentlich besser, nach den ersten Schritten in die richtige Richtung. Ich werde diesen Weg auch weiterhin gehen, wohlgemerkt immer mit Würde den Kollegen gegenüber.
Das bin ich mir einfach wert!
Kannst Du jetzt alle Hürden ohne Bier bewältigen?
Ich wünsche es Dir von ganzen Herzen.
Das mit den Freunden anrufen ist nicht so einfach, denn ich war heimliche Trinkerin. (ich schreibe ganz bewusst "war", denn ich hoffe, dass es vorbei ist)! gemeinsam sind wir stark, oder?
Alles Liebe
Romy  |
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| Leberzirrhose hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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Martin Gast
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Verfasst am: 02.08.2005, 20:04 Titel: Antworten |
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Hallo Romy!
Habe Dein Thema "fühle mich schuldig" entdeckt. Aber hallo, was für eine Kindheit! Normaler Weise ist es wohl nicht so klug anderen "Antworten" zu geben. Am Ende helfen ja doch nur die Antworten, die mann/frau sich selbst gibt. Aber bei Dir kann ich nicht anders (warum eigentlich?).
Verantwortungsbewußtsein.
"Dienst" ist für Dich "Nicht-Privat", "Nicht Ich", "eine 8 jährige rennt zur Polizei und rettet die Familie". Volle Verantwortung - das Ziel, die Aufgabe steht über allem.
"Privat", die Ich-allein-Welt" ist der Umkehrschluß. Keine Verantwortung. Kein Bewußtsein für was Dir gut tut. Wie auch - wie hättest Du es erlernen sollen - was für elterliche Vorbilder Du doch hattest! 3 Menschen gekennzeichnet durch Abwesenheit oder Selbstzerstörung.
Schuldgefühle.
Welches Kind kann so eine Kindheit leben ohne ständig zu lernen: ich tue ich mache und doch rette ich nix und niemanden. Eine "Versagerin". Alle Kinder geben sich selbst die Schuld an familiären Abgründen und Leid. Es liegt in der von den Eltern abhängigen Natur des Kindseins. Ein Kind kann sich nicht trennen von der Familie - weder räumlich noch emotional. Sich schuldig fühlen durch pure eigene Existenz.
Süchtige als Partnerwahl.
Wir spielen alle die Mutter- und Vaterbilder in unseren Beziehungen runter. (Meine schwere Meinung mittlerweile!) Und wenn Dein Stiefvater hundert Mal Alki war, so war er doch der naheliegende Mann. Dein "das ist Mann" Vorbild. Ergo...
Offenheit.
Offenheit ist der einzige Schlüßel um Kinder aus ihren Schuldgefühlen zu befreien. Wenn Mutter erzählt, das Problem liege an Ihr, kann das Kind das Problem von seinem Selbst trennen lernen. Du hast es genau richtig gemacht. (Daß Du Deine Sucht Deinen Freunden nicht eingestehst, ist dem entsprechend falsch. Sie sind die Welt in die Du hineingehen wirst. Und solange Du schweigst hälst Du sie auf Distanz.)
Loslassen.
Klar ist das Dein Problem. (Es ist natürlich unser aller Problem. Und auch das vieler "normaler" Menschen.) Aber bei Dir ist es manifest. Und ich muß gar nicht mehr wieder anfangen mit Mamas und Papas und verlorenen Kindheiten...
Bist Du manchmal auch wütend auf diese Deine "Vorbilder"? Jeder einiger Maßen "Normale" würde Dir das zugestehen. Und Dein eigenes Leben unter diesem Blickwinkel als Leistung sehen. Trotz Deines Trinkens. Und noch mehr in Angesicht Deiner jetzigen Phase in der Du Deine Abhängigkeiten ganz überwinden willst. Meinen Respekt hast Du - voll und ganz. Denn Du "heilst" ein kleines Stück Welt, alle Deine Anstrengungen und Erduldungen haben den ganzen Lebenswahnsinn in Deinem Umfeld schon sehr viel geringer werden lassen. Wenn Du jetzt auch noch Dich heilst - dann, ja dann - könnte da sogar noch das Glück auf Dich warten.
(Wohl ist das der Grund, warum ich Dir "Antworten" schreibe - es hat mich wütend gemacht. Zuviel (scheinbar ungerechtes) Leben. Das Leben ist nicht gerecht, bei Leibe nicht... aber es gibt eine Art Ausgleich der Kräfte, das glaube ich immer stärker.)
Schluß jetzt. Die Romy in Oberbayern, soso.
Wünsche Dir das Beste. Hast es verdient. Und vertrau in Dich.
Martin |
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| Martin hat zum Thema: Antworten geschrieben
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Megges neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 29.07.2005 Beiträge: 101 Wohnort: Nähe Alzey
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Verfasst am: 03.08.2005, 00:03 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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| Zitat: | Kannst Du jetzt alle Hürden ohne Bier bewältigen?
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Seit 5.6.2005 trocken
Wenn es eine Hürde gibt die ich ohne Bier nicht schaffen würde, schaffe ich lieber die Hürde nicht
Ich will mir jetzt noch nicht zu grosse Aufgaben stellen.
Ich schreibe bewusst nicht: Ja ich kann jetzt alle hürden berwältigen ohne Bier!
Denn ich konzentriere mich immer noch auf die 24 std
Ich muss versuchen heute die mir in den Weg gelegten Steine ohne Alkohol beiseite zu räumen, oder einfach drüber laufen. Wichtig dabei ist es nicht zu trinken. Egal was passiert ich darf nur heute nicht trinken.
Das erfordert manchmal sehr viel Kraft: "Sch.... drauf heut geh ich mal nach der Arbeit anne Tanke, trink 2 und nehm noch ein paar mit. Will mal wieder besoffen sein und einfach vergessen das ich krank bin"
Bin dann mit der Begründung jetzt nicht nach hause gefahren. Das War letzten Montag. Heute bin ich immer noch trocken
Zuhause war ich erleichtert, mir kam dann endlich in den Sinn wo das geendet hätte. Dann wär alles um sonst, denn in dem ich heute nicht trinke geht es mir morgen gut.
Gemeinsam sind wir stark!
Wahre Worte
Bist du nur über´s Forum trocken geworden oder besuchst du auch eine Selbsthilfegruppe?
Wollte mich nochmal wegen einer Ambulanten Therapie erkundigen. Soll meinen blöden Kopf festigen (ja ich habe nen Dachschaden lol)
Meine Denkweise ist teilweise immer noch nass deswegen die Therapie, aber erst ruf ich mal beim Kreuzbung an. Wenn ich denn nun mal dran denke.....
In Freundschaft,
Megges
P.S. Zum heimlich trinken: Sei endlich ehrlich zu dir selbst  |
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| Megges hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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Leberzirrhose Gast
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Verfasst am: 04.08.2005, 15:57 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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Hallo Megges,
schön von Dir zu hören!
Du hast Recht, bewältige die nächsten 24 Std. ohne Alkohol und Du hast wahnsinnig viel geschafft.
Ich persönlich kannte mein Problem seit Jahren.
Ich habe auch Selbsthilfegruppen besucht ( AA ) und kenne auch den Kreuzbund.
Mit den anonymen Alkoholikern (AA) konnte ich nicht soviel anfangen, der Kreuzbund kam meinen Vorstellungen da schon näher.
Aber bitte, das ist meine ganz persönliche Erfahrung. Bei Dir könnte es genau umgekehrt sein.
Schau Dir einfach verschiedene Gruppen an und entscheide dann.
Wenn Du eine ambulante Therapie machen möchtest, findest Du da sicher interessante Adressen in diesem Forum.
Ich persönlich hoffe, dass ich jetzt trocken bleibe und der Kontakt der Menschen hier im Forum hilft mir sehr dabei den Alkohol in den Hintergrund zu schieben. Seitdem ich mich hier angemeldet habe, dachte ich nicht ein einziges Mal an`s Trinken. Es ist einfach das Wissen:"Da gibt es Menschen, die mich verstehen und die kann ich um Unterstützung bitten. Ich muß es halt nur früh genug tun, möglichst bevor ich wieder zur Flasche greife. ( Ich habe allerdings nicht mehr täglich getrunken!)
Ich wünsche Dir, dass Du das Passende für Dich findest und grüße Dich ganz lieb.
Romy |
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| Leberzirrhose hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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Leberzirrhose Gast
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Verfasst am: 04.08.2005, 16:47 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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Hallo Martin,
ich denke, ich brauche nicht mehr zu erwähnen, dass ich mich über Deine Beiträge sehr freue.
So, Du hast also wieder etwas mehr über mich erfahren und fragst mich, ob ich wütend auf diese "Vorbilder"bin.
Nein Martin, das bin ich nicht mehr.
Natürlich war ich das über lange Jahre, befand mich in der Opferrolle, aber es half mir nicht wirklich weiter.
Immer wieder habe ich mich gefragt:"Warum immer ich, warum kann man mich nicht lieben, noch nicht einmal meine Eltern"! Wo ich doch alles getan habe! (Siehst Du da den Zusammenhang zu meinen heutigen Problemen?)
Meinen leiblichen Vater habe ich insgesamt vielleicht 3 Mal gesehen und meine Mutter habe ich abgöttisch geliebt. Ich hätte sie niemals verraten, an Niemanden. Sie brauchte meinen Schutz.
Irgendwann, ich war wohl so 17 Jahre alt, veränderte sich das Gefühl meiner Mutter gegenüber.
Ich verachtete sie einfach und bettelte trotzdem um ihre Liebe. Aber sie konnte mir keine Liebe geben. Heute weiß ich auch warum.
Ich war immer ein Mädchen, das von Allen gemocht wurde.
Mein Wesen war es wohl, was meine Mutter zur Weissglut brachte. Sie ertrug es nicht, dass ich immer lächelte, wenn sie mich auch noch so sehr mit Füßen trat. Ich verzieh ihr immer.
Sie stellte mich sogar als Lügnerin hin, als ich ihr mit 12 Jahren erzählte, dass ich mißbraucht wurde, als ich 8 war. Ich war oft so sehr verletzt und zog mich immer mehr zurück. Aber ich verzieh ihr, denn sie war doch meine Mutter!!!!!!!!!!!!
Ich habe heute keinen Kontakt mehr zu ihr, sie wollte es nicht, weil sie sehr genau weiß, wie sehr ich mich verändert habe und sie möchte einfach nicht hören, was ich ihr zu sagen hätte. Das könnte ich heute auch nüchtern. Ich mußte sie loslassen und erkennen, dass ich von ihr niemals das bekommen werde, was ich mir all die Jahre erhoffte.
Ja, in meiner frühesten Kindheit rannte ich im Nachthemd zur Polizei, ich versteckte sie vor meinem Stiefvater unter meiner Bettdecke, wenn er sie vor die Tür setzte, holte ich sie wieder rein. Das Schlimmste aber war, wenn sie sich wieder mit ihm versöhnte, warf sie mir vor, dass ich meine Nase überall reinsteckte. Kannst Du Dir vorstellen, was das mit einem Kind macht? 6 Monate lebte ich bei meiner Tante, da war ich 13.
Anfangs fühlte ich mich sicher, denn die Freier meiner Mutter,ertrug ich nicht mehr. Mein Onkel legte dann Hand an mich und wieder zerriß es mich fast.
Wieder glaubte sie mir nicht.
Sie zerstörte sämtliche Kontakte die ich hatte, indem sie mich überall unmöglich machte. Sie ging sogar soweit, dass sie mich anzeigte. Das Schlimme war nur, dass die Gründe Lügen waren. Und ich? Konnte mich nicht wehren.
Weißt Du, irgendwann kam ich an den Punkt, wo ich mir dachte:"Wärst Du heute der gleiche Mensch, wenn Du anders groß geworden wärst?"
Ich glaube nicht, also hat sie mir doch noch was Gutes getan.
Wahrscheinlich konnte sie nicht anders.
Wie gesagt, ich habe sie vollkommen losgelassen und brauche nicht mehr ihre Zuneigung.
Sie tut mir nur ein wenig leid.
Genau deshalb wollte ich immer eine besonders gute Mutter sein und fühlte mich lange Zeit als Versagerin, insbesondere, wenn ich getrunken habe. Aber ich denke auch, dass die Offenheit dafür verantwortlich ist, dass ich dennoch ein wunderbares, inniges Verhältnis zu meinem Sohn
habe. Es vergeht fast kein Tag, an dem ich ihm nicht dafür danke, dass er trotz aller Hürden nie die Liebe zu mir verloren hat.
Das ist das größte Geschenk, dass ich je bekommen habe.
Siehst Du, jetzt verweilte ich doch wieder in meiner Kindheit, aber wenn ich Deine Zeilen lese, kommt soviel wieder hoch und ich habe dann einfach das Gefühl, wenn ich Dir nun mehr schreibe, kann ich es gleichzeitig nocheinmal verarbeiten. Ich danke Dir von ganzem Herzen dafür und hoffe, ich bin nicht zu egoistisch.
Erkennst Du Dich in Teilen meiner Geschichte wieder?
Vielleicht macht es Dich deshalb so wütend.
Ich bin heute auch der Meinung, dass man viele Dinge in seine Beziehungen mit hineinnimmt. Man sucht sich wieder das, was man einfach kennt.
Ich wünsche Dir nun ein wunderschönes Wochenende und danke Dir!!!!!!!
Romy
Hatte das "Soso"am Ende Deiner letzten Antwort an mich eine bestimmte
Bedeutung?  |
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| Leberzirrhose hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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Martin Gast
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Verfasst am: 04.08.2005, 17:24 Titel: soso |
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Hallo Romy,
das "soso" ist meinem Erstaunen geschuldet. Und zwar erstaune ich immer wieder über meine in Trockenheit wiederentdeckte instinktive Menscheneinschätzung. Und hier im Forum ist es wie auch draußen. Ich mache einfach die Erfahrung schon in meinen Instinkt vertrauen zu dürfen. Nicht im Sinne von gut und böse, sondern im Sinne von zu mir passend, interessant, inspirierend, wichtig...
Womit wir schon bei dem bittersüßen Dilemma wären, daß mann/frau ja nur so ist wie er/sie heute ist, weil es diese eigene Kindheit, dieses bisherige Leben gab. Dieser "Instinkt" ist zum Beispiel hilfreich und gut. Und ist doch der kindlichen Angst geschuldet. Jede Stimmungsnuonce in der Familie zu erfassen war überlebenswichtig. Ja. Kinder lieben ihre Eltern, trotz und bei aller Grausamkeit. Du bist bis heute einen weiten Weg gegangen. Einen sehr weiten Weg. Und ich denke, das war es was ich gleich zu Anfang "gespürt" habe. Und ich denke deshalb wirst Du Deinen Weg auch weitergehen und die Trinkerei auch noch besiegen. Ja.
Und - ich bin wütend. Auf meinen Vater. Nach 1 1/2 Jahren Trockenheit steigt die Wut endlich hoch. Anlaß war zu sehen wie Opa (und Oma) mit meinem Sohn 3 1/2 Jahren umging. Etwas das sich meinen Erinnerungen natürlich entzog. Und über den Link "eigener Sohn" wude ich das erste Mal wütend. (Hm, was sind Kinder doch für Geschenke. Mit meinem kleinen Helden darf ich alles gleich auf mehreren Ebenen nochmals und neu leben. Deshalb sehe ich auch ein absolutes Gleichgewicht von Geben und Nehmen gegenüber Kindern.) Es ist einfach an der Zeit, daß bei mir die Emotionen raus dürfen. 34 Jahre Wüste sind viel emotionale Trockenheit die dementsprechend begossen werden mußte. Und mein Verstand hat die ganzen Zusammenhänge mittlerweile durchanalysiert. Aber die Wut muß in diese Welt endlich raus dürfen... und die Tränen...
Du bist hier eine derjenigen, die mir dafür weiterhilft. Es ist also so, daß ich in Deiner Offenheit nichts egoistisches sehen kann. Im Gegenteil, Du bist mir ein Stück weit Hoffnung, Spiegel, Hilfe.
Herzlichen Gruß, Martin |
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| Martin hat zum Thema: soso geschrieben
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Leberzirrhose Gast
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Verfasst am: 09.08.2005, 15:10 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier |
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Hallo Martin,
ich schreibe erst heute, da ich erst gestern wieder von einem wundervollen Seminar zurückgekommen bin. Mehr dazu später.
Ich finde es sehr interessant, was Du schreibst, denn mir ist es so gegangen, dass ich gespürt habe, dass Du Jemand bist, dem ich Vieles anvertrauen kann und wo eine gute Ebene vorhanden ist, ich spürte einfach die gute Energie. Ich bin sehr glücklich darüber, dass mein "Egoismus" hilfreich für Dich ist.
Ich habe nicht ganz verstanden, was Du mit Oma und Opa und Deinem kleinen Helden meintest. Kann es sein, dass Du den Umgang beobachtest und Vergleiche ziehst?
Ich war immer wieder erstaunt, wie liebevoll meine Mutter mit meinem Sohn umgegangen ist, es war unfassbar für mich und ich fragte mich oft, warum sie mir das nicht geben konnte. Ist es das, was Du meinst?
Ich denke sie versuchen einfach, vielleicht unbewusst, an unseren Kindern etwas wieder gut zu machen.
Aber das funktioniert nicht, denn es verletzte mich noch viel mehr.
Als mein Sohn älter wurde, ließ sie auch ihn fallen, hatte Probleme mit mir und mein Sohn mußte ebenfalls drunter leiden. Heute ist er fast 18 Jahre alt, hat Einiges mitbekommen und vermisst seine Oma nicht mehr, denn er denkt jetzt selbst über Vieles nach. Ich hatte ganz viel Angst davor, dass sie auch da versucht, einen Keil zwischen mir und meinen Sohn zu schieben. Sie hat es mir mal angedroht. Diese Angst habe ich heute nicht mehr!
Wie ist das bei Dir?
Martin, es ist etwas so Wunderbares, wenn Deine Wut und Deine Tränen endlich zum Vorschein kommen. Damit bekommst Du die Chance zu verarbeiten und dann loszulassen. Es ist ganz klar, Du verschüttest und dämmst ja jetzt nichts mehr.
Somit wäre ich bei meinem Seminar.
Ich war zum 2.Mal dort, immer zu anderen Themen und ich sage Dir, es war einfach wunderbar. Für mich ist das effektiver, als jede Psychotherapie. Es geht einfach sehr tief und das ist unsere große Chance. Es kommt alles von alleine hoch, was raus will, ohne dass Jemand bohren muß.
Man kann es sehr schlecht erklären. Weißt Du was? Ich gebe Dir einfach die Internet-Adresse, wenn Du sie haben möchtest. Dann könntest Du reinspüren, ob das etwas für Dich wäre. Wenn Du Fragen dazu hast, stell sie mir und laß Dich von bestimmten Dingen nicht abschrecken!
Viele verletzungen liegen einfach im S** Bereich ( 2. Chakra ) und auf diesen Seminaren kommen genau solche Verletzungen zum Vorschein.
Am letzten Wochenende habe ich meine erlebten Mißbräuche nochmal durchmachen müssen, aber jetzt kann es einfach heilen und das ist wichtig. Sie waren plötzlich da. Es war ein unendlich starker Schmerz und es tat so weh, aber ich habe einen großen Rucksack dort lassen können und fuhr wieder ein Stück leichter nach Hause. Es ist auch immer wieder interessant zu sehen, was Männer an Verletzungen erduldet haben und wie sehr sie leiden, aber "ein Indianer kennt keinen Schmerz" - wie schrecklich, was man Euch damit antut!
Ich fahre auf jeden Fall im Oktober wieder hin, denn da geht es um das Thema: Heilung für das innere Kind (genau das brauche ich als Nächstes)!
Jetzt grüße ich Dich ganz herzlich und freue mich, wenn ich wieder von Dir höre.
Romy |
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| Leberzirrhose hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier geschrieben
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