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Ist die Trennung der richtige Weg?

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Eldarwen
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Anmeldungsdatum: 06.02.2007
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BeitragVerfasst am: 06.02.2007, 18:50    Titel: Ist die Trennung der richtige Weg? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Leute,

ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Ich selbst habe kein Alkoholproblem, aber das Alkoholproblem meines Freundes wurde zu meinem eigenen. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll und hoffe daher, dass ich hier vielleicht Hilfe bekommen kann und eventuell auch Antworten auf meine vielen Fragen.

Ich fange am besten mal an, unsere Situation möglichst genau zu schildern...

Ich hab meinen Freund von ca. einem Jahr im Netz kennengelernt. Wir kamen beide aus der gleichen Stadt. Also haben wir uns irgendwann getroffen und naja... hat halt gefunkt. Ich wusste zu dem Zeitpunkt schon, dass er mal gerne einen über den Durst trinkt...doch das Ausmaß wurde mir erst sehr viel später bewusst.

Ich wurde irgendwann von meinen Eltern angesprochen, ob es sein kann, dass mein Freund alkoholabhängig ist...aber blind wie ich war habe ich das vehement dementiert und alle für bekloppt erklärt...in meinem Beisein hat er ja auch so gut wie nie getrunken^^ und genau da lag mein Fehler... irgendwann habe ich gemerkt, dass er jedes Mal total betrunken war, wenn ich nicht bei ihm war...es war egal welcher Tag es war...seine 6-10 Bier und teilweise auch harte Sachen hat er immer weggekippt...irgendwann kam es zum ersten handfesten Streit wegen dem Alk...da ich immer versucht habe, ihn vom Trinken abzuhalten...hab selbst auch nie mitgetrunken, es sei denn wir waren mit Freunden unterwegs. Als ich ihm dann sagte, dass ich nur so handel, weil ich Angst habe, dass er irgendwann nicht mehr ohne kann, da sagte er zu mir, dass er über diesen Punkt schon lange hinaus sei...und da war auch für mich klar, dass er abhängig ist...und er deutete mir an, dass er aufhören will...also haben wir abgemacht, dass ich bei ihm bleibe (wir haben zwar noch getrennte Haushalte, aber wir haben uns jeden Tag gesehen), um "auf ihn aufzupassen" Das ging auch 2 Monate gut...mit zwei Ausnahmen, wo er sich doch betrunken hat...Doch zu Beginn diesen Jahres wurde für ihn alles zu viel. Er hat mich immer wieder weggeschickt...war mit allem überfordert...wusste nicht mehr was er will und war wieder jeden Abend, den ich nicht bei ihm war, total betrunken...er sagte er könne niemanden um sich herum ertragen und ich bin nicht mehr an ihn ran gekommen. Ich habe dann mehrmals versucht durch Briefe an ihn ran zu kommen und habe ihm klar gemacht, dass ich das nicht mehr mitmache und dass er aufhören muss zu trinken und dass ich ihm dabei helfen werde...aber ich habe erstmal ein wenig Abstand genommen um mir über einiges klar zu werden...vor allem, ob ich das alles will...dieser ständige Stress und die ständige Angst davor, dass er Rückfällig wird...doch in der Woche, in der wir Funkstille hatten, wurde mir klar, wie sehr ich ihn liebe und dass ich ihn nicht verlieren will...wir haben danach das erste Mal seit langem wieder richtig miteinander geredet und er meinte, dass er aufhören wird zu trinken, weil er mich liebt und weil er nicht will, dass unsere Beziehung wegen dem Alk kaputt geht...das ganze ging dann wieder eine Woche gut...und dann hat er wieder die Krise gekriegt und mich weggestoßen...mir wurde klar, dass ich für mich die Notbremse ziehen muss, denn ich bin jedes Mal ein Stück mehr zerbrochen an der ganzen Sache...und bevor ich mich ganz und gar verliere, habe ich mich vor 4 Tagen von ih getrennt...obwohl ich den Mann über alles liebe...aber ich konnte einfach nicht mehr...habe ihm dann vorgestern einen langen Brief geschrieben...mir wurde klar, dass ich mich selbst überschätzt habe, dass ich ihm helfen könnte und dass wir beide das allein schaffen würden...habe ihm zu einer Therapie geraten...dass er sich helfen lassen muss und dass er sich darüber klar werden muss, dass er krank ist und dass er das weder alleine, noch mit meiner Hilfe schafft, sondern dass er sich professionelle Hilfe holen muss, um sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen...und vor allem, dass er vom Alk loskommen WOLLEN muss...und auch wenn wir unsere Beziehung noch retten wollen...Das schlimme an der ganzen Sache ist, dass ich es zutiefst bereue, dass ich mich von ihm getrennt habe und mich jetzt total mies fühle, weil ich das Gefühl habe, dass ich ihn im Stich lasse...habe ihm zwar meine Hilfe und Unterstützung angeboten, aber ich pack das noch nicht...nicht so...ich liebe ihn mehr als alles andere...aber ich habe Angst, dass er den Schritt nicht geht, wenn ich bei ihm bleibe, weil ich dann ja da bin und er die Dringlichkeit wieder vergisst...er meinte, er will eine Therapie machen...aber ich glaube nicht, dass er das wirklich durchziehen wird...ich will ihn nicht verlieren...ich will ihn zurück, aber ich kann das nicht solange er nicht bereit ist eine Therapie zu machen....ich weiß einfach nicht mehr weiter...wir wollen uns die Tage treffen (eigentlich weil ich meine restlichen Sachen bei ihm abholen will)...aber wir wollen auch reden...nur habe ich Angst, dass ich es wieder nicht schaffe meine Gedanken und Ängste auszusprechen und dass ich wieder schwach werde und zu ihm zurück gehe und sich doch nix ändert...alle raten mir ich soll ihn vergessen...ich sei mit meinen 22 Jahren noch zu jung um mir den Stress und den harten Weg, der vor uns liegen würde, anzutun...und es würde noch genug andere Männer geben und irgendwo sei der Richtige...aber sie verstehen einfach nicht, dass ich den Richtigen schon gefunden habe...nur bin ich einfach ratlos und kraftlos um weiter zu kämpfen...bitte helft mir...
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Eldarwen hat zum Thema: Ist die Trennung der richtige Weg? geschrieben
Spedi
Gast






BeitragVerfasst am: 06.02.2007, 19:01    Titel: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Eldarwen,

schön, dass Du hierher gefunden hast. Im Bereich der Angehörigen und Co-Abhängigen findest Du jede Menge Erfahrungsberichte zu diesem Thema.

Um auf Deine Situation zu kommen: ich verstehe, worauf Du hinaus willst. Aber mal ganz ehrlich: So, wie die Situation momentan ist, ist es eigentlich keine schlechte Ausgangsbasis.
Wichtig ist, dass Du Deinem Freund wenn er nüchtern ist ganz klar und deutlich sagst, dass Du ihn trinkend nicht willst und Dich von ihm trennst, so lange er trinkt. Und das dann auch konsequent durchziehst (sonst wirst Du unglaubwürdig)!
Macht er dann was für sich (Therapie etc.), dann ist ja auch vielleicht wieder eine gemeinsame Basis gegeben. Ich sage bewusst vielleicht, weil sich ein trockener Alkoholiker deutlich von einem nassen unterscheiden kann (im gesamten Wesen).

Aber von daher sehe ich Dich eigentlich in einer "komfortablen" Ausgangsposition.

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? geschrieben
Eldarwen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Wohnort: In der schönsten Stadt der Welt

BeitragVerfasst am: 06.02.2007, 19:15    Titel: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Die Frage ist, ob er es wirklich ernst meint...und ob ich nicht vielleicht schon längst unglaubwürdig geworden bin, weil ich ihm immer wieder und wieder eine Chance gegeben habe und halt auch nicht weiß, wie ernst ihm das alles ist...er hat mir so viele Dinge (auch Dinge, die nix mit dem Alk zutun haben) versprochen und selten etwas gehalten....

=(
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Eldarwen hat zum Thema: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? geschrieben
Spedi
Gast






BeitragVerfasst am: 06.02.2007, 21:24    Titel: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Eldarwen,

deswegen bin ich ja der Ansicht, Deine momentane Position (=Du hast Dich von ihm getrennt) ist gar nicht so schlecht.

Tut er was für sich (das dauert einige Zeit, rechne mal mit Monaten und nicht mit Wochen), ist es gut und Du kannst dann überlegen, ob ihr dann eine gemeinsame Basis findet.

Unternimmt er nichts, schadet er Dir zumindest nicht, weil Du Dich von ihm zurückgezogen hast. Du hast so die Chance, ohne weitere Verletzungen/Demütigungen Dein Leben zu strukturieren und zu planen.

Schau, Du bist noch verdammt jung. Willst Du wirklich Dein Leben sinnlos dem Alkohol opfern? Lies Dich durch die Vielzahl der Beiträge von Co-Abhängigen und Angehörigen in diesem Forum, und Du wirst erkennen, dass das mit Sicherheit kein erstrebenswerter Zustand ist - und schon gar kein Leben!

Du hast es momentan in der Hand, wie Dein Leben verläuft.
Sein Leben kannst Du nicht beeinflussen, so lange er nicht von sich aus bereit ist, ohne Alkohol leben zu wollen und sich die Grundlagen für ein Leben ohne Alkohol selbst zu erarbeiten.

Tu Dir selbst was Gutes, Lebe Dein Leben, ohne Alkohol, ohne Co-Abhängigkeit. Je mehr Du Dich jetzt um ihn kümmerst, Verantwortung für sein Leben übernimmst, um so schwieriger wird es für Dich, nicht irgendwann in die Falle der Co-Abhängigkeit zu geraten.
Du hast ein Recht darauf, ein selbstbestimmtes Leben zu führen - und nicht eines, das vom Alkohol und der Sucht bestimmt wird. Das ist nämlich kein Leben, das ist unsagbares Leid - für nichts und wieder nichts...

Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg, und die Einsicht, herauszufinden, was für Dich gut ist.

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? geschrieben
Eldarwen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.02.2007
Beiträge: 17
Wohnort: In der schönsten Stadt der Welt

BeitragVerfasst am: 06.02.2007, 21:40    Titel: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke Spedi...

ich fühle mich aber total mies, weil ich das Gefühl habe, dass ich ihn im Stich lasse...und genau das treibt mich immer wieder in seine Arme...und eben weil ich den Mann über alles liebe (vielleicht sollte ich auch nochmal erwähnen, dass er erheblich älter ist als ich...um genau zu sein 18 Jahre) und wir uns beide eine gemeinsame Zukunft wünschen...(ja ich weiß, ich bin noch jung und hab mein Leben noch vor mir...und sollte mich jetzt noch nicht binden...das kenn ich alles schon! Aber die meisten Leute vergessen hierbei, dass LIEBE im Spiel ist!!)...ich habe total Angst davor, dass wir uns nur weiter voneinander entfernen, als dass wir wieder zusammen finden und das ist es ja, was ich will!! Doch ich weiß, dass es im Moment nicht geht...aber ich pack die Trennung auch nicht...ich vermisse ihn unbeschreiblich doll...mache mir tierische Sorgen um ihn...und die Trennung macht mir mehr zu schaffen, als das was vorher war...(das liegt in meinem Wesen...ich kämpfe um und für den Menschen, den ich liebe...habe ich immer gemacht...und werde ich wohl auch immer tun...) Gibt es nicht einen Weg das GEMEINSAM zu schaffen ohne dass ich mir diese Vorwürfe mache? Ohne dass ich ihn mit der Trennung unter Druck setze? Weil dann würde er die Therapie doch nur für mich und für die Rettung unserer Liebe machen und nicht um sich selbst zu helfen?!

Ich habe schon mehrere Beziehungen mit kranken Menschen (Borderline, Bulemie, SVV, Drogen) hinter mir und im Grunde weiß ich, dass ich nicht wirklich helfen kann..."Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner" sagt mein Papa immer...aber es muss doch einen Weg geben ohne gleich alles "hinzuschmeissen" was uns die ganzen Monate verbunden hat?!
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Eldarwen hat zum Thema: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? geschrieben
Spedi
Gast






BeitragVerfasst am: 06.02.2007, 21:51    Titel: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Oha, Eldarwen,

Eldarwen hat Folgendes geschrieben:


Ich habe schon mehrere Beziehungen mit kranken Menschen (Borderline, Bulemie, SVV, Drogen) hinter mir und im Grunde weiß ich, dass ich nicht wirklich helfen kann...
...aber es muss doch einen Weg geben ohne gleich alles "hinzuschmeissen" was uns die ganzen Monate verbunden hat?!


jetzt läuten bei mir aber sämtliche Alarmglocken!

Kann es sein, dass Du ein ausgeprägtes Helfersyndrom hast?

Unabhängig davon: was hat Euch denn die ganzen Monate verbunden? Weisst Du es? Ich habe da so meine Zweifel...

Ich kann Dir nur von mir berichten: so lange ich nass war, war ich mit meinem Suchtmittel "liiert", aber nicht mit meiner Frau...die einzige "Gemeinsamkeit" (ja, ist jetzt absichtlich übertrieben) war die Adresse...

Ach ja, und "im Stich lassen" kannst Du ihn nicht in diesem Fall: egal, ob mit Dir oder ohne Dich, er muss seinen Weg aus dem Alkohol finden. Tut er das nicht, hast Du schon "verloren", bevor Du überhaupt angefangen hast ihm zu helfen.

Und nochmal: lies Dich durch die Beiträge hier im Forum, Rubrik Angehörige/Co-Abhängige. Ich kann Dich nur warnen, ein Helfersyndrom ist der perfekte Einstieg in eine Co-Abhängigkeit (wenn es nicht schon so weit ist)!

Mädel, mach kein Schei..., Du kannst nur verlieren!

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? geschrieben
Eldarwen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.02.2007
Beiträge: 17
Wohnort: In der schönsten Stadt der Welt

BeitragVerfasst am: 06.02.2007, 22:05    Titel: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Spedi hat Folgendes geschrieben:

Kann es sein, dass Du ein ausgeprägtes Helfersyndrom hast?

Ja...das kann sein...und vielleicht ist es so...meine Mutter neigt aber eher dazu zu sagen "Ich liebe Katastrophenbeziehungen"...keine Ahnung...

Spedi hat Folgendes geschrieben:

Unabhängig davon: was hat Euch denn die ganzen Monate verbunden? Weisst Du es? Ich habe da so meine Zweifel...

Ja, das weiß ich...eine sehr tiefe Liebe, die ich auch von seiner Seite zu spüren bekomme...und viele gemeinsam Träume und Ziele...sowie gemeinsame Hobbies...die wir auch gemeinsam betreiben!

Spedi hat Folgendes geschrieben:

Ach ja, und "im Stich lassen" kannst Du ihn nicht in diesem Fall: egal, ob mit Dir oder ohne Dich, er muss seinen Weg aus dem Alkohol finden. Tut er das nicht, hast Du schon "verloren", bevor Du überhaupt angefangen hast ihm zu helfen.

Ich habe ihm doch schon geholfen...ich habe ihn "wachgerüttelt"...aber kann man den Weg "hinaus" denn schaffen ohne jemanden, der einem den Rücken stärkt, der für einen da ist und ein bisschen halt gibt? Das wage ich zu bezweifeln, denn wenn ich mich trenne, verliert er auch den Halt und ich bin einfach der Meinung, dass ein Mensch ohne Halt leichter rückfällig wird, als jemand, der einen Menschen an seiner Seite hat, der einen liebt! Aber ich lasse mich da gerne etwas besserem belehren, wenn ich mich wirklich täuschen sollte...

Spedi hat Folgendes geschrieben:

Und nochmal: lies Dich durch die Beiträge hier im Forum, Rubrik Angehörige/Co-Abhängige. Ich kann Dich nur warnen, ein Helfersyndrom ist der perfekte Einstieg in eine Co-Abhängigkeit (wenn es nicht schon so weit ist)!

Das habe ich und werde auch mein eigenes Leben niemals aufgeben...nicht für ihn und auch nicht für irgendwen anders...das habe ich vorher nicht und werde es auch jetzt nicht! Aber es ist alles immer leichter gesagt als getan sobald Gefühle im Spiel sind! Liebe kann bekanntermaßen Berge versetzen und will einfach nicht glauben, dass es in diesem Fall nicht geht! Er zeigt ja den Willen was zu ändern und weiß auch, dass er krank ist...das sind doch die besten Vorraussetzungen für eine Basis trotz Krankheit...oder täusche ich mich da auch?!
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Eldarwen hat zum Thema: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? geschrieben
Spedi
Gast






BeitragVerfasst am: 06.02.2007, 22:29    Titel: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Eldarwen,

Deinen letzten Satz kann ich Dir beim besten Willen nicht beantworten - ich bin kein Hellseher.

Ich kann Dir nur aus meiner täglichen Erfahrung berichten. Diese Erfahrung stammt aus meiner eigenen Geschichte als Alkoholiker, aus fast vier Jahren aktiver Arbeit in Selbsthilfegruppen für Alkoholiker und Angehörige, sowie aus den vielen Krankenhausbesuchen in Entgiftungsstationen.

Leider ist es sehr häufig so, dass ein Alkoholiker, der zwar durchaus seine Krankheit erkannt hat, aber noch nicht bereit ist, sein Leben zu ändern, nun, dass also dieser Alkoholiker sehr viele Versprechungen macht, Besserung gelobt, zum Teil zum Schein sogar "handfeste" Aktionen umsetzt (wie z.B. Therapien etc.) und immer wieder sogar (längere) Trinkpausen einlegen kann.
Dieser Alkoholiker wird aber (immer wieder) rückfällig. So lange, bis er von sich aus sein Leben ohne Alkohol leben will.
Und kein Angehöriger, kein Freund, keine Therapie, schlichtweg niemand "erreicht" ihn in dieser Phase und kann ihm helfen. Wir nennen das "er muss seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht haben, um etwas ändern zu wollen".

Ich kann Dir also leider nicht sagen, ob Dein Freund diesen individuellen Tiefpunkt erreicht hat oder nicht. Dieser Tiefpunkt ist auch so unterschiedlich, dass es keine "Erfahrungswerte" dafür gibt.
Dem einen reicht es, wenn sein Angehöriger mit Trennung droht, manchem wird sogar ohne Einfluss "von aussen" klar, dass es so nicht weitergeht.
Aber es gibt auch viele Fälle, in denen der Alkoholiker noch in der Intensivstation des Krankenhauses "nicht genug hat" und weitertrinkt - bis zu seinem grausamen Tod.

Eines muss Dir klar sein: Unsere Krankheit endet tödlich, sofern sie nicht zum Stillstand gebracht wird! Wir reden hier nicht über ein "Zipperlein".
Und ich selbst musste erst kürzlich wieder einmal miterleben, dass es manchmal einfach zu spät ist, um noch etwas gegen die tückische Krankheit zu unternehmen. Wir Alkoholiker haben nicht "unbegrenzt" die Chance, unser Leben zu ändern. Der Punkt, an dem es zu spät ist, kommt manchmal schnell und ohne Vorwarnung.

In diesem Sinne, ich muss für heute Schluss machen, Dir noch viel Kraft auf Deinem Weg.

Lg
spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Ist die Trennung der richtige Weg? geschrieben

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