| wer hätte das gedacht • Ich bin Alkoholiker |
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Fietje neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 27.08.2005 Beiträge: 58 Wohnort: hannover
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Verfasst am: 05.02.2007, 17:27 Titel: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? |
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Hallo Helmut.
Ja, kann mich nur anschließen. Heute das erste Glas stehen lassen.
Das ist die absolute Basis.
Ich gehe seit 2 Jahren zu einer Selbsthilfegruppe. Hätte ich mir früher nie denken können.
Aber das ist der einzige Ort, an dem ich wirklich frei über meine Probleme sprechen kann.
Das erleichtert mich immer sehr, und ich fühle mich mittlerweile sehr wohl dort und freue mich sogar auf die Meetings!!
Ich habe auch viele Bücher gelesen, um mich über Alkoholismus zu informieren. Hauptsächlich Erfahrungsberichte und die Literatur meiner SHG. Weniger medizinische Bücher, ich habe eigentlich keine Angst vor körperlichen Alkoholschäden, sondern vielmehr davor, was mir im Vollsuff zustoßen könnte, bzw. dass ich sozial auffällig werden würde.
Mein Verhalten im Suff ist schlicht und einfach asozial.
Wichtig ist für mich auch einen Ausgleich zu finden. Wie gesagt, ich mache Sport, dass hilft mir sehr. Ich muss versuchen mich nüchtern wohlzufühlen, sonst sähe ich keinen Sinn in der Trockenheit.
Und ich setze mir Ziele, die ich noch erreichen möchte, was mir ausschließlich nüchtern möglich ist.
Und ich habe meinem Bekanntenkreis klipp und klar gesagt, dass ich keinen Alkohol mehr trinken werde. Irgendwann hören die Sticheleien von selbst auf(Sogar in meiner Fussballmanschaft!!).
Ja, und ich kann Dir nur raten, Partys und andere Aktivitäten, auf denen viel getrunken wird zu meiden.
Dort bin ich immer wieder schwach geworden!!!!!! |
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| Fietje hat zum Thema: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? geschrieben
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Blues neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 27.10.2006 Beiträge: 51
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Verfasst am: 05.02.2007, 17:37 Titel: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? |
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Hallo, Silversurfer,
.."..Wie geht es Dir denn jetzt, was hast Du in Deinem Fall unternommen?.."..
Da hilft nur eins: konsequent das tun, was jemand tut, der sein Tief schon hinter sich hat:
- alkoholfreie Bude schaffen,
- früheres Alkoholumfeld meiden soweit wie möglich,
- Vermeidungsstrategien entwickeln, sich nicht in Versuchung bringen,
- wissen, daß man auch nach zig Jahren dem Alk nicht einmal das kleinste Fingerlein reichen darf, denn er nimmt sofort den ganzen Arm und noch mehr - da bist Du (sind wir) in jedem Fall der Schwächere, und
- sich hin und wieder (z.B. hier im Board) darüber informieren, wie es anderen ergangen ist...
Gruß |
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| Blues hat zum Thema: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? geschrieben
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Meni Gast
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Verfasst am: 05.02.2007, 19:49 Titel: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? |
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Hallo Helmut,
bei mir war es so, dass ich zuletzt bis zum Filmriss trank, weil ich Alkoholikerin bin, d.h. nicht kontrolliert trinken kann. Klar ist das auch bei mir psychisch bedingt. Aber letztendlich ist es Abhängigkeit, nicht mehr und nicht weniger.
Alles Gute für Dich, Meni |
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| Meni hat zum Thema: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? geschrieben
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silversurfer neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 10
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Verfasst am: 06.02.2007, 08:35 Titel: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? |
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Hallo Meni,
auch an Dich danke für Deine Antwort. Ich denke am Anfang einer körperlichen Abhängigkeit steht immer die psychische Abhängigkeit, sobald man Alokohol einsetzt um gewisse Stimmungen/Zustände zu erreichen ist es ja schon ein Warnsignal. Wenn ich trinke dann zwar nicht bis zum Filmriss oder Totalabsturz, der Kontrollverlust tritt ehr dahingehend ein, dass ich nach einer bestimmten Zeit wieder in die Regelmässigkeit komme und dann fast jeden Tag Alkohol trinke. Auch wenn es "nur" ein oder zwei Bier sind, es gibt dann immer wieder Situationen in denen ich mich nicht wohl dabei fühle, deshalb will ich es einfach bleiben lassen.
Gruß Helmut |
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| silversurfer hat zum Thema: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? geschrieben
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silversurfer neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 10
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Verfasst am: 06.02.2007, 12:03 Titel: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? |
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| Blues hat Folgendes geschrieben: |
- früheres Alkoholumfeld meiden soweit wie möglich,
- Vermeidungsstrategien entwickeln, sich nicht in Versuchung bringen,
- wissen, daß man auch nach zig Jahren dem Alk nicht einmal das kleinste Fingerlein reichen darf, denn er nimmt sofort den ganzen Arm und noch mehr - da bist Du (sind wir) in jedem Fall der Schwächere, und
- sich hin und wieder (z.B. hier im Board) darüber informieren, wie es anderen ergangen ist...
Gruß |
Hallo Blues,
danke für die Ratschläge, dazu hätte ich noch ein paar Fragen, vor allem was das frühere Alkoholumfeld anbelangt. Bei mir im Freundes- und Bekanntenkreis ist es so, dass schon gern mal einer getrunken wird, Alkohol gehört vor allem bei Partys einfach dazu. Trotzdem gibt es auch manche die nichts oder wenn überhaupt alle Jubeljahre mal ein Glas Sekt trinken, ist für alle anderen auch völlig ok. Die Gefahr ist natürlich, dass wenn man die Trinkenden sieht an "die gute alte Zeit" erinnert wird und trotzdem wieder trinkt. In den Zeiten in denen ich nichts getrunken habe hat es mich auch nicht gestört auf einer Party nüchtern zu sein, im Gegenteil fand ich es am nächsten Morgen super ohne Kater aufzuwachen. Selbst bei klassischen Trinkanlässen wie Silvester hat es mich nicht gestört. Ich habe dann aber immer den Fehler gemacht nach einer bestimmten Zeit doch mal wieder ein, zwei Bier zu trinken und daraus ist dann wieder eine Regelmässigkeit entstanden. Wäre es trotzdem notwendig oder besser sich von solchen Anlässen fern zu halten oder wäre es in meinem Fall vielleicht auch ausreichend einfach auf die ein, zwei Bier irgendwann zu verzichten? Vielleicht kennt hier jemand ähnliche Situationen und kann mir Tips geben.
Eine Frage die mich auch noch beschäftigt ist die mit Alkohol in Lebensmitteln. Wie soll ich damit umgehen. Ein Bekannter trockener Alkoholiker meint immer, wenn er nicht weiss das Alkohol enthalten ist würde es ihm vermutlich nichts ausmachen, er will es aber lieber nicht darauf ankommen lassen. Stimmt das wirklich? |
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| silversurfer hat zum Thema: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? geschrieben
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silversurfer neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 10
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Verfasst am: 08.02.2007, 08:46 Titel: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? |
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Guten Morgen Ihr alle,
ich war gestern bei meinem Hausarzt und habe nochmals mit ihm über mein Problem gesprochen. Er hat sich wirklich lange Zeit genommen und ausführlich nochmals das Ganze mit mir besprochen. Seiner Meinung nach habe ich eine Angsstörung auf Grund der familiären Verhältnisse die ich vermutlich auch irgendwo durch Alkohol zurückgedrängt habe. Er meint, für mich wäre es auf jeden Fall besser keinen Alkohol mehr zu trinken, vor einer Psychotherapie hat er mit aber (vorerst) abgeraten da seiner Aussage nach die Therapeuten oft solange bohren bis sie etwas finden, egal was. Er sagt, er würde mir raten ich soll mir eine Selbsthilfegruppe suchen, dass würde mir bestimmt helfen.
Was meint Ihr zu der Sache?
Danke und Gruß
Helmut |
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| silversurfer hat zum Thema: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 08.02.2007, 10:14 Titel: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? |
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Hallo Helmut,
das was Dein Hausarzt sagt, ist ein Unterschied zwischen der Psychologie und der Selbsthilfe.
Was Du machst, liegt in Deiner Entscheidung.
Ein Leben ohne Alkohol zu erlernen durch die Selbsthilfe, vielleicht auch hier, wo es ums Heute geht oder über die Psychologie, wo zum Beispiel natürlich auch die Vergangenheit bis zur Kindheit aufgearbeitet wird.
Ich habe für mich meine Krankheit anerkannt und habe nicht das Bedürfnis nach den Ursachen aus meiner Kindheit zu forschen, warum ich zum Alkoholiker wurde. Ich kann die Vergangenheit eh nicht ändern. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 08.02.2007, 11:07 Titel: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? |
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Moin Helmut,
ich kann mich da nur Karstens Worten und Gedanken anschliessen.
Wonach soll man graben, was eh nicht änderbar ist, der Aha-Effekt macht dich nicht trocken.
Der Blick nach vorne, sein Leben neu zu strukturieren, um Freude und Gefühle wahrnehmen zu können, ist unser Weg.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Psychische Abhängigkeit, was tun? geschrieben
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