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Bin ich eine Spassbremse

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Autor Nachricht
Alessa
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 03.02.2007
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 03.02.2007, 20:58    Titel: Bin ich eine Spassbremse Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo
ich habe wieder mal beschlossen, das Trinken aufzugeben, nachdem alle Mittel mit dem "kontrollierten Trinken" gescheitert sind wieder mal. Doch die Menschen reagieren komisch, weil sie mich halt "besoffen und lustig" kennen. Sogar mein Mann sagt, er mag wenn ich trinke, weil ich halt so unterhaltsam bin - Fakt ist, ich leider sehr unter meiner Persoenlichkeitsveraenderung. Ein Bekannter sagte zu mir "Leute, die gar kein Alkohol trinken, sind mir nicht geheuer" - aber ich muss konsequent nicht trinken, da ich alkoholkrank bin. Gerne wuerde ich ein Glas Wein stilvoll geniessen, jedoch unter einer Flasche bin ich gluecklich und sowieso muss ich mich dann komplett volllaufen lassen. Ist halt so, ich habe nicht beschlossen Alkoholiker zu werden - ich denke, es wurde mir von meinen Elter vererbt. Bin ich nun eine Spassbremse und ist nun nichts mehr mit mir anzufangen, bloss weil ich nicht mehr trinke??? Ich will kein Langweiler sein, jedoch will ich raus aus diesem Teufelskreis "Alkohol".
Welche Erfahrungen habt ihr?
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Alessa hat zum Thema: Bin ich eine Spassbremse geschrieben
Roxy
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.02.2007
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 03.02.2007, 21:13    Titel: Re: Bin ich eine Spassbremse Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Alessa!
Ich selbst bin keine Alkoholikerin, sondern Angehörige, aber ich habe da eine Theorie:
Alkohol baut Hemmungen ab, man wird lustiger, freier, unbefangener, usw.
Wenn du nicht trinkst, sind diese Hemmungen da (woher sie auch immer kommen)
Wenn du eine Therapie machst um mit dem trinken aufzuhören, wirst du sicherlich andere Möglichkeiten erlernen deine Hemmungen zu überwinden und sei es dadurch, dass erst mal der Sache auf den Grund gegangen wird, wann (also in welchen Situation) und warum du dich befangen fühlst!
Und irgendwann wirst du gelernt haben ohne Alkohol ein freier und fröhlicher Mensch zu werden!
Das sollte auch dein Mann verstehen!!!
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Roxy hat zum Thema: Re: Bin ich eine Spassbremse geschrieben
Petter
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 01.07.2006
Beiträge: 329
Alter: 49
Wohnort: Zwischen Hamburg und Hannover

BeitragVerfasst am: 03.02.2007, 21:51    Titel: Re: Bin ich eine Spassbremse Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Alessa!

Du leidest unter der Veränderung Deiner Persönlichkeit, weil Du nicht trinkst?

Das verstehe ich nicht.

Gruß Peter
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Petter hat zum Thema: Re: Bin ich eine Spassbremse geschrieben
esgehtanders
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.09.2006
Beiträge: 670

BeitragVerfasst am: 03.02.2007, 21:59    Titel: Re: Bin ich eine Spassbremse Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo alessa,
du wirst wohl auf Dauer dein trinkendes Umfeld aufgeben müssen, wenn du trocken leben möchtest; Spaßbremse und Langeweiler ist man deswegen noch lange nicht Winken
gruß
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esgehtanders hat zum Thema: Re: Bin ich eine Spassbremse geschrieben
Apfel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 21.10.2006
Beiträge: 270

BeitragVerfasst am: 04.02.2007, 00:19    Titel: Re: Bin ich eine Spassbremse Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo Roxy,

Zitat:
Alkohol baut Hemmungen ab, man wird lustiger, freier, unbefangener, usw.
Wenn du nicht trinkst, sind diese Hemmungen da (woher sie auch immer kommen)


Wie fühlst du dich,da dein partner trinkt?

Ich weiß nicht, meinen Partner hatte ich nicht als lustiger empfunden.

Zitat:
Wenn du eine Therapie machst um mit dem trinken aufzuhören, wirst du sicherlich andere Möglichkeiten erlernen deine Hemmungen zu überwinden und sei es dadurch, dass erst mal der Sache auf den Grund gegangen wird, wann (also in welchen Situation) und warum du dich befangen fühlst!
Und irgendwann wirst du gelernt haben ohne Alkohol ein freier und fröhlicher Mensch zu werden!
Das sollte auch dein Mann verstehen!!!


so einfach ist das nicht.
es ist eine krankheit. ein alki muß für sich trocken werden ohne jeden zwang. und auch eine therapie muß nicht den erfolg haben, für immer trocken zu bleiben.

irgendwie macht es mich ein bißchen wütend, wenn ich deinen ratschlag lese, sie soll eine therapie machen.
und dein partner gibt sich zu hause die kante?

als angehöriger kann man seinem partner nicht helfen, trocken zu werden.

Übrigens gibt es hier einen extra Bereich für Angehörige.

Und irgendwann wirst du vielleicht lernen, ohne (nassen) ALKOHOLIKER ein freier und fröhlicher Mensch zu werden.
Winken


Gruß Apfel
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Apfel hat zum Thema: Re: Bin ich eine Spassbremse geschrieben
Lilly12
Gast






BeitragVerfasst am: 04.02.2007, 09:21    Titel: Re: Bin ich eine Spassbremse Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Alessa
mal ein paar Worte von mir...

Zitat:
ich habe wieder mal beschlossen, das Trinken aufzugeben, nachdem alle Mittel mit dem "kontrollierten Trinken" gescheitert sind wieder mal.


Alkoholiker können nicht kontrolliert trinken, wenn wir das könnten, wären wir keine. Das haben wir alle versucht und sind auch alle dran gescheitert. Das klappt im besten Fall mal für eine gewisse, kurze Zeit, dann wieder volle Breitseite, kennst Du sicher selber, oder ?

Zitat:
Doch die Menschen reagieren komisch, weil sie mich halt "besoffen und lustig" kennen. Sogar mein Mann sagt, er mag wenn ich trinke, weil ich halt so unterhaltsam bin


Ja klar reagieren sie komisch, weil sie Dich halt besoffen kennen. Kein wirkliches Kompliment, oder ? Dein Mann mag, das Du trinkst, ja ? Ich nehme daraufhin mal an, das er auch trinkt, ist das so? Natürlich will er, das Du weiter trinkst, tust Du es nicht mehr, befürchtet er sicher, das Du auch sein Alkoholverhalten kritisch beäugst. Und diese Befürchtung wird auch eintreffen. Soso, unterhaltsam bist Du, ja ? Bist Du sein kleines Unterhaltungs-Äffchen oder seine Partnerin ? Sorry, aber auch das halte ich für kein gelungenes Kompliment, zu sagen: Schatz, wenn Du besoffen bist, bist Du so lustig. Ich empfände es eher als Beleidigung.

Ich sag Dir mal, wie wir wirklich sind, wenn wir breit sind. PEINLICH und nix anderes. Wir sind weder geistreich noch besonders unterhaltsam, höchstens für die, die selber breit sind. Auch wenn wir glauben, wir seien unterhaltsam, geistreich und kreativ im Suff, sind wir es nicht. Das ist ein großer Irrtum, dem wohl viele unterliegen.

Unterhaltsamkeit, Lustigsein und Kreativität oder was auch immer sind meiner Meinung nach Dinge, die wir entweder in uns haben oder nicht. Es gehört zu unserer Persönlichkeit. Und ich habe festgestellt, das ich mein gesamtes Potential an diesen Dingen erst nüchtern richtig nutzen kann. Ich kann so viel lustiger und sicher auch recht unterhaltsam sein, und es erscheint mir viel "echter", ich brauche dazu keine gesellschaftlich anerkannte Droge dazu, es ist in mir. Und sicher auch in DIR !


Zitat:
Fakt ist, ich leider sehr unter meiner Persoenlichkeitsveraenderung. Ein Bekannter sagte zu mir "Leute, die gar kein Alkohol trinken, sind mir nicht geheuer" - aber ich muss konsequent nicht trinken, da ich alkoholkrank bin.


Natürlich sind wir trinkenden Menschen nicht geheuer. Wenn sie uns trockene Alkies sehen, halten wir ihnen einen Spiegel vor, wie sie auch sein könnten, wenn sie nicht mehr saufen würden. Da rein zu schauen wollen sie aber besser nicht, weil das ihnen unangenehm ist. Da hat Dein Bekannter schon recht, wir sind ihnen nicht so ganz "geheuer". Die "anderen" müßten nämlich beim Blick in diesem Spiegel ihr eigenes Alkoholverhalten überdenken, und das möchte niemand gern, der trinkt, so einfach ist das.

Zitat:
Gerne wuerde ich ein Glas Wein stilvoll geniessen, jedoch unter einer Flasche bin ich gluecklich und sowieso muss ich mich dann komplett volllaufen lassen.


Ja, das ist so, weil Du Alkoholikerin bist, uns ist das einfach nicht möglich. Wir sind alkoholkrank und unsere Krankheit verläuft ungestoppt tödlich, so einfach ist das. Wir sind aber in der Lage, unsere Krankheit zu stoppen, von welcher unheilbaren Krankheit kann man das noch sagen ?
Aber Du musst selber entscheiden, was Du willst, Leben oder Sterben, denn darauf läuft es einfach hinaus. Und nochwas, an Alkohol stirbt man nicht, man verreckt dran, wie ich hier neulich so passend las.

Zitat:
Ist halt so, ich habe nicht beschlossen Alkoholiker zu werden - ich denke, es wurde mir von meinen Elter vererbt


Es gibt keine Beweise, das Alkoholismus vererbbar ist. Es gibt wohl Hinweise in diese Richtung, die aber nicht belegt sind.
Ich denke viel eher, das Eltern uns sowas schon in unserer Kindheit vorleben und wir übernehmen einfach gewisse Verhaltensmuster. Wenn die Eltern Alkohol konsumieren, halten wir das für "normal" was es aber keinesfalls ist, Nichttrinken ist NORMAL, unser Körper braucht keinen Alkohol zum Überleben.
Ich persönlich glaube nicht, das es einen unabdingbar in die Wiege gelegt ist, Alkoholiker zu werden. Bei Dir persönlich sehe ich als ein leicht zu öffnendes Hinterttürchen, so nach dem Motto: Ich kann ja gar nicht anders.
Unsinn, natürlich kannst Du ! Jeder Mensch ist für sein eigenes Leben und auch für sein Handeln verantwortlich. Sein Trinken auf Vererbung abschieben zu wollen, erschient mir zu einfach.

Zitat:
Bin ich nun eine Spassbremse und ist nun nichts mehr mit mir anzufangen, bloss weil ich nicht mehr trinke??? Ich will kein Langweiler sein, jedoch will ich raus aus diesem Teufelskreis "Alkohol".
Welche Erfahrungen habt ihr?


Ja, ich habe da sehr wohl eigene Erfahrungen. Als ich trocken wurde, besuchte ich 1 Jahr lang keine Feier und Party. Weil ich es nicht wollte, zu meinem Selbstschutz und erstmal selber mit mir als trockenen Menschen klar zu kommen. Erst in dieser Zeit begann ich zu erfahren, wer ich wirklich bin und diese Entwicklung ist noch keinesfalls abgeschlossen. Und auch ein Grund war, das ich mich fragte, was soll ich da noch ? Ich kann ja eh nie wieder so lustig sein wie die anderen. Was für ein Schwachsinn dieser Gedanke war, hab ich erst später gemerkt. Ich gehe schon lange wieder auf Feiern und Partys, kann da genauso unbeschwert und lustig sein, wie früher, neee, stimmt nicht, viel mehr sogar. Aber wenn datt besoffene Gesülze losgeht, geh ich, dann bringt es mir nix mehr.

Ich habe viel über mich gelernt, als ich trocken wurde und viele neue Dinge an mir entdeckt, von denen ich nichts wußte, die ich nicht mal kannte. Und diese Erfahrung war und ist sehr positiv.
Und ich gestaltete meinen Freundeskreis neu mit nicht trinkenden Menschen. Und ich kann Dir sagen, wir haben schon oft Tränen gelacht, alles ohne einen Schluck Alk. Und ich kenne auch persönliche trockene Alkoholiker, die wahnsinnig lustig sind und mit denen ich sehr viel Spaß habe. Aber die sind auch immer zu ernsthaften Gesprächen bereit, ohne saufen zu müssen. Und das ist wunderschön.

LG an Dich
Lilly
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Lilly12 hat zum Thema: Re: Bin ich eine Spassbremse geschrieben
Sensei
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.01.2007
Beiträge: 623
Wohnort: Raum München

BeitragVerfasst am: 04.02.2007, 12:35    Titel: Re: Bin ich eine Spassbremse Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Alessa,

ich geb Lilly völlig recht. Sollten Suchtkrankheiten vererbbar sein, müsste ich zwangsläufig Raucher sein. Meine Eltern haben beide geraucht, mein Vater ist am Lungenkrebs gestorben. Und ich? Bin überzeugte Nichtraucherin. Gut, ich bin Alkolholikerin, aber meine Eltern wiederum haben so gut wie nichts getrunken.

Zur Spaßbremse wird man nur bei den Leuten, die ohne Alk keinen Spaß haben können. Eigentlich ein Armutszeugnis, finde ich. Ich habe viel lieber Spaß mit Leuten die nüchtern sind, und wissen was sie sagen oder tun. Und der Spaß ist in solchen Kreisen anders, aber nicht weniger!

Liebe Grüße

Sensei
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Sensei hat zum Thema: Re: Bin ich eine Spassbremse geschrieben
lavendel
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.05.2006
Beiträge: 2869

BeitragVerfasst am: 04.02.2007, 17:37    Titel: Re: Bin ich eine Spassbremse Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo alessa,

lilly schreibt:

Zitat:
Unterhaltsamkeit, Lustigsein und Kreativität oder was auch immer sind meiner Meinung nach Dinge, die wir entweder in uns haben oder nicht. Es gehört zu unserer Persönlichkeit. Und ich habe festgestellt, das ich mein gesamtes Potential an diesen Dingen erst nüchtern richtig nutzen kann. Ich kann so viel lustiger und sicher auch recht unterhaltsam sein, und es erscheint mir viel "echter", ich brauche dazu keine gesellschaftlich anerkannte Droge dazu, es ist in mir.


das sehe ich auch so. entweder bist du der kreative, lustige partytyp - dann bist du es auch ohne alkohol. oder du bist es eben nicht - und willst es werden mit alkohol. aber ich glaube auch nicht, dass du dann wirklich lustig und kreativ wirst - ich tippe mal drauf, dass du objektiv besehen eher peinlich wirst. wie die meisten betrunkenen. ich sag das jetzt mal ganz krass, kannst mich dafür prügeln.

ich war früher mal in einer clique, da wurde sehr viel getrunken. zweimal in der woche in die disco, feten, karneval hoch die tassen, sylvester, geburtstage. ERTRAGEN hab ich das immer nur dann halbwegs, wenn ich was mitgetrunken habe. selten viel, ich mag nicht betrunken sein. und natürlich war ich da die "spassbremse". aber weisst du was? das war mir dann ganz schnell ganz furchtbar schnurz. weil ich nämlich festgestellt habe, dass ich menschen, die nur unter alk lustig und fröhlich sind und den mund aufmachen, ziemlich hohl finde. ist nämlich ausser alk-spass nichts dahinter. und der ist nicht wirklich lustig. irgendwann bin ich dann nicht mehr mitgegangen zu diesen "parties". sollen sie mich doch für ne spaßbremse halten. ICH hab freundinnen und freunde, mit denen ich auch ohne alk lustig sein kann und albern, spinnen, kreativ sein.... und darüber freue ich mich sehr. spassbremse ist also relativ.

lavendel
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lavendel hat zum Thema: Re: Bin ich eine Spassbremse geschrieben

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