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Schwere nicht zu trinken

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panther
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.01.2007
Beiträge: 2328
Wohnort: ich wohne in mir, mein zuhause ist meine seele

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 08:55    Titel: Schwere nicht zu trinken Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen!

Gestern war ich hier so im Forum, und habe viel gelesen.

Danach gings mir richtig schlecht. Die ganze Nacht hin und her gewälzt und kaum geschlafen. Menis Rückfälle haben mir zu denken gegeben. Auch hat mir zu denken gegeben, daß es hier soviele Ratschläge gibt und es manchmal schwer fällt in Selbstverleumdung diese auch anzunehmen. Wenn ich das richtig verstanden habe sind die meisten Rückfälle die hier so beschrieben werden, dadurch entstanden, daß man nicht erlich zu sich selber und zu den anderen ist. Man sich hier meldet, wenn es gut klappt, aber viel zu wenig, wenn es einem nicht gut geht.

Mir geht es nicht gut. Hab Schmerzen und könnt mir so die Kante geben.

Hab mich gefragt warum ist das so.

Mit diesem ohne Alkohol sich spüren, die Umgebung und seine Mitmenschen wieder wahrzunehen macht mir Angst. Das sich nicht wegtrinken und damit verbunden sich neu zu finden und andere Möglichkeiten mit der Selbstauseinandersetzung zu finden fällt mir schwer. Auch jemanden anzurufen oder hier zu schreiben wie es mir wirklich geht, fällt mir schwer.
Das liegt wohl daran, das meine Mutter mir ganz klar zu verstehen gegeben hat ich bin nichts Wert, geschweige denn irgendwelche Bedürfnisse geltend zu machen. Ich mußte früh lernen auf eigene Füße zu stehen und mir selbst der Nächste zu sein, um zu überleben. Ich war ein Alleinkämpfer. Meine Frau hat mir sooft gesagt, Mäuschen ich bin nicht Dein Feind. Rede mit mir und verschließe Dich nicht. Bei ihr klappt das ja jetzt auch. Sie arbeitet viel und ich bin viel alleine.

Heute ist mein 12. Tag. Es vergeht kein Tag, wo ich nicht an Alkohol denke.
Abhalten tut mir die Gewissheit mein leben und das meiner liebsten zu verspielen. Aber es ist verdammt schwer. Heute ist wieder so ein Tag wo ich nur weinen muß. Ich hoffe das mir die Abstinenz hilft endlich meine Ruhe zu finden. Nun habe ich soviele Therapien gemacht. Analysiert warum ich so bin wie ich bin. Und trotzdem ohne Alkohol kommt der ganze Schmerz hoch. Es gibt Dinge die kann man nicht wegreden. Ich muß lernen damit umzugehen.

Hier wird viel darüber geschrieben wie man trocken bleiben kann.

Sätze wie :
Es gibt kein Patentrezept, individuell, melde dich wenn es dir nicht gut geht, meide Festlichkeiten, wo Alkohol getrunken wird, erste Glas stehen lassen, Alkohol aus dem Haus, meide Freunde die Alkohol trinken oder allgemein dir nicht gut tun. ich tu dies aber trotzdem geht es mir nicht gut.

Gebe mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann,
Den Mut Dinge zu ändern die ich ändern kann,
Und die Weißheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

Das ist der Spruch bei den Meetings. Ich habe diese Weißheit nicht. Bin meilenweit davon entfernt.

Mein Vater war Alkoholiker, er hat meine Mutter brutal geschlagen und vergewaltigt als wir noch im Bauch waren. Hat den letzten Pfennig für Alkohol ausgegeben und wir mußten hungern. Meine Mutter hat sich von ihm getrennt als wir noch klein waren. Ist mit uns aber jede Sommerferien zu ihm gefahren, damit wir unseren Vater sehen. ich habe mich vor diesem Mann geekelt. Als meine Mutter wieder geheiratet hat sind wir ihn nicht mehr besuchen gefahren. Mein Bruder wollte ihn dann nach 20 Jahren wieder sehen. Ob ich den mitwolle. Ich sagte ihm guck du dir den mal alleine an, ich weiß nicht ob ich ihm eine verpasse, wenn ich ihn sehe. das lassen wir mal lieber. jetzt ist er tod.
Meine Mutter war so lange wie wir denken können schwerst depressiv. Sie hat uns das leben zur Hölle gemacht. Sie hat uns psychisch vergewaltigt. Als wir älter wurden, haben wir uns um sie kümmern müßen. Essen ans Bett, immer gucken, daß sie sich nicht das leben nimmt oder abhaut. Ich wollte nie so werden wie meine Eltern. Ich dachte wenn ich Therapie mache werde ich nicht so. Mit meinem Alkoholkonsum bin ich nicht anders.

Mit 14 hatte ich einen Nervenzusammenbruch und bin in die Kinder und Jugenpsychatrie gekommen. Danach bin ich nicht meht nach hause zurück gekommen. Schwerste Vorwürfe habe ich mir gemacht, meine Geschwister insbesondere der Jüngsten zu Hause alleine zu lassen. Mach ich mir immer noch, denn als sie 15 war ist auch sie in die Psychatrie gekommen.

Niemand würde denken das wir so eine schlimme Kindheit hatten. Studiert, beruflich erfolgreich, Familie: alle Vier Kinder. Vorzeigekinder die jeder sich nur wünscht. Und doch 3 davon trinken (alle gerne alleine) und eine hat eine Eßstörung die sich jetzt auch körperlich auswirkt.

Danke fürs zuhören ich kann jetzt nicht mehr weiter schreiben. Tränen halten mich ab.
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panther hat zum Thema: Schwere nicht zu trinken geschrieben
Spedi
Gast






BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 09:35    Titel: Re: Schwere nicht zu trinken Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Panther,

mal ganz ehrlich: Du (und viele andere Alkoholiker auch) hast Dir jahrelang "das Saufen antrainiert", nicht nur den Konsum, sondern den Alkohol als "Problemlösungsstrategie" für alles Unangenehme, alles Belastende.
So, und nun erwartest Du allen Ernstes, dass Du nach 12 Tagen Trockenheit so gelassen bist, dass die ganzen negativen Gefühle erträglich wären?!? Eben weil sie so unerträglich sind, hast Du sie doch "weggesoffen" (wie viele von uns)!

Mach Dir -bei aller verständlichen Ablehnung von Therapien- trotzdem mal Gedanken, ob eine Therapie für Dich sinnvoll wäre. Mach Dir die Gedanken aber nicht alleine, sondern mit einem Mediziner Deines Vertrauens, der im Suchtbereich "fit" ist. Nicht alleine, sonst werden es keine Gedanken, sondern Grübeln, und das führt zu keinem Ergebnis.
Und dann triff eine Entscheidung für Dich - und Deine Familie. Sonst wirst Du noch ewig so "rumeiern", was einer stabilen Trockenheit eher abträglich als förderlich ist - der Rückfall kann dadurch begünstigt werden.

Ich weiss, wir mittel- und langfristig Trockene reden uns leicht, wir sind manchmal eher "kalt und rationell". Aber wir wissen sehr gut, dass Sucht zu 99% auf der Gefühlsebene passiert. Du erlebst gerade, wie schwierig das restliche 1% "Disziplin" zu handhaben ist. (nagelt mich jetzt aber nicht auf die Prozentverteilung fest, ja?)

Dein Gefühl sagt Dir, Saufen ist schlecht. Dann gibt Deinem Gefühl doch mal Platz und steh zu ihm! Lass es zu, lass Hilfe -auch externe- an Dich ran!

Viel Glück und Kraft dabei,

LG
spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Schwere nicht zu trinken geschrieben
Yorkie
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 27.06.2006
Beiträge: 498

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 10:24    Titel: Re: Schwere nicht zu trinken Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Panther,

Du schreibst:
Zitat:
Nun habe ich soviele Therapien gemacht. Analysiert warum ich so bin wie ich bin. Und trotzdem ohne Alkohol kommt der ganze Schmerz hoch.


Du hast Deine ganze Gefühlswelt mit Alkohol vergewaltigt. Der Alkohol hat Dein "ich" zerstört.

Natürlich kommt jetzt nüchtern Dein Schmerz hoch. Willst Du ihn wieder mit Alkohol einsperren? Du mußt ihn jetzt rauslassen.

Die Lösung ist doch so nah.
Du schreibst:
Zitat:
Tränen halten mich ab.


Weine, was das Zeug hält. Lass es raus. Das ist ein natürlicher Vorgang, um Deinen Schmerz zu kanalisieren.
Lachen und Weinen gehören zum natürlichen Lebensrhythmus dazu.

Wird das Weinen unterdrückt, kommt es zum Gefühlsstau.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

Viele Grüße
Yorkie
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Yorkie hat zum Thema: Re: Schwere nicht zu trinken geschrieben
Hermann 65
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 22.07.2006
Beiträge: 159

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 10:26    Titel: Re: Schwere nicht zu trinken Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo panther,

am Anfang muße ich vieles einfach Aushalten. Darüber stand die Erkenntnis-wenn ich das erste Glas stehen lasse kann mir nichts passieren!

Zuviel der "Rat-Schläge" können auch Schläge sein! Wenn ich/wir Alkis
ständig gesagt bekommen was wir zu tun und zu lassen haben machen wir oft genau das Gegenteil aus Trotz! Aus meiner Erfahrung weiß ich das viele von uns so gestrickt sind!?

Der Alkohol ist verschlagen, trügerisch und mächtig! Er wartet nur auf bestimmte Fehler und dann wäre er wieder präsent!

Ich kann Dir jedoch versprechen, das sich einige Schwierigkeiten aus der
Anfangszeit mit dem Faktor Zeit später in Luft auflösen. Dafür kommen dann wieder andere zum Vorschein!

Dennoch lohnt es sich und auch Du wirst mit deiner neuen Trockenheit
Dinge erleben von denen Du heute nicht mal träumst!

Gruß Hermann
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Hermann 65 hat zum Thema: Re: Schwere nicht zu trinken geschrieben
Hermann 65
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 22.07.2006
Beiträge: 159

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 10:45    Titel: Re: Schwere nicht zu trinken Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Es gibt einen Spruch der lautet:

Wenn es Dir schlecht geht geh in die Gruppe, wenn es Dir gut geht renn
in die Gruppe.

Gruß Hermann
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Hermann 65 hat zum Thema: Re: Schwere nicht zu trinken geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32811
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 10:55    Titel: Re: Schwere nicht zu trinken Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo panther,

der Zeitfaktor spielt bei unserer Krankheit eine sehr große Rolle.
Wenn man nichts mehr trinkt, erlebt man sein Leben klar und ohne bewußtseinverändernde Rauschmittel. Viele Dinge aus der Vergangenheit kommen wieder hoch und das alles auf einmal.

Das Leben muß, wie bei einem Kleinkind, neu erlernt werden. Man muß lernen mit diesen Gefühlen umzugehen. Das dauert aber Jahre.

Gebe Dir Zeit, es wird werden, wenn Du bei Dir bleibst.

Auch in den hier beschriebenen Rückfällen, kann ich Dir nur den Rat geben, bleibe bei Dir.

Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Wer nicht richtig und nicht ausreichend an sich arbeitet, hat eben keine Verantwortung für sich übernommen und wird früher oder später auch wieder trinken.

Jeder kann aber nüchtern werden und bleiben. Wenn man sich wirklich auf die Hilfe von anderen Menschen, seih es hier oder die Hilfe anderer Hilfsorganisationen, einläßt, die Hilfe auch annimmt, hat man die Chance, ein nüchternes Leben zu erlernen.

Du hast oben geschrieben:

Zitat:
Danach gings mir richtig schlecht. Die ganze Nacht hin und her gewälzt und kaum geschlafen. Menis Rückfälle haben mir zu denken gegeben. Auch hat mir zu denken gegeben, daß es hier soviele Ratschläge gibt und es manchmal schwer fällt in Selbstverleumdung diese auch anzunehmen. Wenn ich das richtig verstanden habe sind die meisten Rückfälle die hier so beschrieben werden, dadurch entstanden, daß man nicht erlich zu sich selber und zu den anderen ist. Man sich hier meldet, wenn es gut klappt, aber viel zu wenig, wenn es einem nicht gut geht.


Das kann ich teilweise nachvollziehen. Rückfälle wird es immer wieder geben. Wichtig ist aber, dass Du Dir die andere Seite, die positiven Dinge durchliest und daraus lernst.

Es gibt hier viele Menschen, die durch das Forum trocken geworden und geblieben sind. Halte Dich an diese Menschen. Sie können Dir zeigen, wie sie es gemacht haben.

Zu jeder Zeit ist es wichtig, ob es einen gut oder schlecht geht, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Zu gut, kann Übermut auslösen und wenn es einen schlecht geht, wird man Dich hier auffangen.

Die Nüchternheit ist kein Spaziergang. Ehrlichkeit und vor allem auch ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln, damit man weiß, wo man hingehört, ist sehr wichtig.
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Karsten hat zum Thema: Re: Schwere nicht zu trinken geschrieben
panther
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.01.2007
Beiträge: 2328
Wohnort: ich wohne in mir, mein zuhause ist meine seele

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 14:40    Titel: Re: Schwere nicht zu trinken Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für die Rückmeldungen.

Ich habe heute Vormittag gekocht, geputzt und nebenbei mir die Berichte im Forum 'Das Leben nach dem Alkohol' durchgelesen. Insbesondere das Thema von Lilly12. Ja so möchte ich auch leben. So richtig kann ich heute nicht so dran glauben bzw. ist das doch ganz schön weit weg. mir gehts heut einfach bescheiden. Gleich kommen meine Liebsten nach Hause. dann Essen wir zusammen und dann fahren wir an den Weserstrand. Bei uns scheint die Sonne. Meine Frau entführt mich ein bisschen an die frische Luft.

Gruppe gibts heut nicht. So daß ich da auch nicht hinrennen kann.
Wegen der Therapie: Über die Planung habe ich in einem anderen Thema (Wer ist wer im Alkoholikerforum) geschrieben.

Heut ist eins dieser Tage, wo man am besten nicht aufgestanden wäre. Ich wollt heute eigentlich einkaufen gehen. Bin dann lieber nicht los. Kauf jetzt mit Family zusammen ein. Hab heut so ein Druck, daß ich froh bin wenn der tag vorbei ist und da muß ich alles vermeiden wo ich schwach werden könnte. Geh heut abend noch mal ins Forum.

Bis dahin gute 24 Stunden
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panther hat zum Thema: Re: Schwere nicht zu trinken geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32811
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 15:07    Titel: Re: Schwere nicht zu trinken Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Panther,

jeder kann ein zufriedenes Leben erreichen, wen er denn will.
Hier im Forum gibt es viele Beispiele, wo es Menschen, die sehr weit unten waren, geschafft haben.

Auch Du kannst es schaffen. Man muß sich aber in Geduld üben. Es kann sehr lange dauern, aber es lohnt sich.
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Karsten hat zum Thema: Re: Schwere nicht zu trinken geschrieben

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