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schreck in der Entgiftung

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schreck
Gast






BeitragVerfasst am: 23.01.2007, 17:24    Titel: schreck in der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

wenn ich die schlimme Geschichte von Elfriede Lustig im Co-Bereich lese, dann sehe ich, dass es Menschen gibt, die viel schwerwiegendere Probleme haben, als ich hier in dem Krankenhaus. Deshalb ganz kurz :

Bin heute morgen in relativ desolatem Zustand (der Morgentrunk fehlte) ins Krankenhaus zum „körperlichen Entzug“, wie es hier bezeichnet wird, gefahren. Habe ein Einzelzimmer bekommen (Nutznießer der Zweiklassen-Medizin), das im EG liegt und sogar eine kleine eigene Terrasse hat. Das hört sich hier sicher etwas unglaublich an, aber es ist so. Dort darf ich auch meinen Laptop benutzen (und kann dort möglicherweise auch mal eine rauchen). Ärzte und Personal sind sehr nett. Ich bin durch Pillen sediert worden und hänge mehrere Stunden am Tropf.

Ich bin schon jetzt froh, den Schritt zum körperlichen Entzug unternommen zu haben. Morgen schreibe ich vielleicht mal ein wenig mehr, speziell für die Entgiftungs-Aspiranten.

LG von schreck
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schreck hat zum Thema: schreck in der Entgiftung geschrieben
craving
Gast






BeitragVerfasst am: 23.01.2007, 17:30    Titel: Re: schreck in der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo schreck,

bist Du vielleicht in einer Privatklinik ?

LG craving
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craving hat zum Thema: Re: schreck in der Entgiftung geschrieben
schreck
Gast






BeitragVerfasst am: 23.01.2007, 17:40    Titel: Re: schreck in der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nee, nee craving,

ganz normales Krankenhaus. Aber eben privatversichert. Weil ich immer selbständig war, komme ich in die gesetzliche gar nicht mehr rein.

LG von schreck
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schreck hat zum Thema: Re: schreck in der Entgiftung geschrieben
pauly
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 16.11.2006
Beiträge: 950
Alter: 50
Wohnort: BaWü, LB/HN

BeitragVerfasst am: 23.01.2007, 21:41    Titel: Re: schreck in der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Schreck,

dann wünsch ich Dir mal, dass Du die Entgiftung gut rumkriegst.

Liebe Grüße

pauly

PS: Rauch net so viel... Cool
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pauly hat zum Thema: Re: schreck in der Entgiftung geschrieben
schreck
Gast






BeitragVerfasst am: 24.01.2007, 18:10    Titel: Re: schreck in der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen, hallo pauly,

heute war mein 2ter Entgiftungs-Tag im Khs. Arzt und Schwestern sind wirklich super freundlich und meine Befürchtungen, hier möglicherweise aufgrund meiner Krankheit „wie der letzte Penner“ behandelt zu werden, sind so ziemlich gewichen. Aber ich habe leichte Schwindelgefühle und einen unsicheren Gang.

Was passiert denn nun bei dem körperlichen Entzug im Krankenhaus ?

Am 1. Tag, also gestern, fielen zuerst die Vampire über mich her, um sich ein (Blut-)Bild von mir zu machen. Danach erste Untersuchung und Gespräch mit dem Arzt und anhängen an den Tropf. Insgesamt wurde ich 3 x im Abstand von mehreren Stunden abgezapft. Jedesmal dabei : Blutdruck- und Fiebermessung. (Blutdruck ist zu hoch). Ich erhielt eine Portionsschachtel mit je 2 Tabletten für morgens, mittags und abends. Eine Tablette ist prophylaktisch gegen Krampfanfälle, die zweite drosselt wohl das Verlangen nach Alkohol.

Am Abend wurde gefragt, ob ich etwas zum Einschlafen benötige : „mit oder ohne Chemie ?“ Könnte aber jederzeit auch die Nachtschwester rufen. Habe eine Pflanzliche genommen. Tropf kam über Nacht weg. Ansonsten passierte am 1. Tag nichts weiter.

Heute morgen („wecken“ ist erst um 8 Uhr, da war ich schon 2 Stunden angezogen), kamen wieder die Vampir-Mädels und anschließend der Arzt. Der teilte mir mit, daß ich gestern einen leicht delierartigen Eindruck gemacht hätte. Ich hab davon jedenfalls nichts gemerkt, wie das wohl eben so ist.

Dann hat er mir einen Test abverlangt : Gehen Sie mal ein Stück mit geschlossenen Augen. Das ging nicht. Sollte jeder mal für sich ausprobieren (nüchtern und auch mit Alk).
Das hat mich dann doch recht nachdenklich gemacht. Auch den Versuch 1 Minute lang nur auf einem Bein zu stehen musste ich abbrechen. Er hat mir dann noch eine ganze Reihe von medizinischen Untersuchungen für die nächsten Tage angekündigt. Welche das sein werden habe ich aber nicht behalten.

Auf der Station scheinen eine ganze Reihe männlicher und weiblicher Entzugs-Patienten zu sein. Manche sehen sehr, sehr schlecht aus (ich auch ?) und benehmen sich auch so.

Verpflegung ist übrigens sehr gut (mittags 3 Menues zur Auswahl nach Vorbestellung).
Da ich vor meiner Ankunft im Khs. meinen Kalorienbedarf vornehmlich, wenn nicht sogar fast völlig, durch Weisswein gedeckt habe, war mir Hunger eigentlich ein Fremdwort. Nun esse ich hier mein Tellerchen leer incl. des Nachtisches.

Was ich schon gestern geschrieben habe wiederhole ich hier : Ich bin froh, den Schritt zum (professionellen) körperlichen Entzug getan zu haben.

LG von schreck
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schreck hat zum Thema: Re: schreck in der Entgiftung geschrieben
Martin
Moderator
Moderator


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Anmeldungsdatum: 23.01.2007
Beiträge: 10047
Alter: 47
Wohnort: Frankfurt a. M.

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 15:21    Titel: Re: schreck in der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Schreck,

Willkommen bei uns. Ist es nicht schön endlich wieder was gutes zu essen?
Ich habe mich zuletzt auch fast nur flüssig ernährt und musste dann erst wieder lernen feste Nahrung zu mir zu nehmen. Ich wurde in der Klinik erst künstlich über eine Magensonde ernährt weil ich so geschwächt war und keine feste Nahrung zu mir nehmen konnte.
Erst nach und nach lernte ich wieder normal zu essen.
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Martin hat zum Thema: Re: schreck in der Entgiftung geschrieben
schreck
Gast






BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 17:36    Titel: Re: schreck in der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

heute 3. Entgiftungs-Tag und wie man merkt, ich habe hier viel Zeit im Khs. So schlimm wie bei Maddin mit Sonde im Magen war es bei mir glüklicherweise noch nicht.

Auch heute wieder Blutkontrolle und das wird bis zur Entlassung weiter täglich so sein, weshalb ich es nicht mehr erwähnen werde. Bei der Visite erfuhr ich erstmals etwas von meinen Laborwerten. Gamma GT, GOT und MCV-Werte sind deutlich zu hoch.

Am Vormittag wurde eine Sonografie der Organe gemacht. Dass ich eine Fettleber habe, war mir schon bekannt, woher hab´ ich die wohl ? Nun sieht aber auch die Gallenblase nicht so sehr gesund aus.

Nachmittags EKG naja. Außerdem war eine Psychologin da, die aber nicht hier aus dem Khs. ist. Es war ein längeres Gespräch, in dem es um die Zeit nach der Entgiftung ging. Im Haus selbst findet einmal in der Woche ein Abhängigen-Beratungstermin statt. Der ist zwar überlaufen, aber ich habe einen Termin bekommen.

Meine Gangunsicherheit wird auf gestörte Tiefensensibilität (was immer das auch sein mag) zurückgeführt, kann aber auch von den verabreichten Medikamenten her rühren. Ist aber besser geworden.

Morgen ist ein Termin in der neurologischen Abteilung angesagt. Außerdem wurde ich gefragt, ob ich mit einer Spiegelung von Speiseröhre und Magen einverstanden wäre. Unter der Voraussetzung, daß diese in einer Kurzzeitnarkose durchgeführt wird, habe ich bejaht.

Meine anfängliche Scham weicht mehr und mehr, was eben daran liegt, daß man mich nicht wie einen „Saufkopf“ abfertigt und ich mich auch nicht so benehme. Es gibt hier ein paar Mitpatienten, über die man wirklich nur den Kopf schütteln kann. Wie schlimm tief müssen die gefallen sein, wenn sie nicht mehr merken, daß Ihnen beim Gang zur Toilette die Hose runterrutscht oder lallig auf dem Flur herumgröhlen.

Das stößt mich derartig ab, daß ich schon deshalb eine Aversion gegen Alkohol bekomme. Und die Schwestern tun mir sehr leid; das ist ein nervenaufreibender Job.

LG vom optimistischen
schreck
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schreck hat zum Thema: Re: schreck in der Entgiftung geschrieben
schreck
Gast






BeitragVerfasst am: 26.01.2007, 18:09    Titel: Re: schreck in der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

mein 4.Tag der Entgiftung. Die übliche Routine, Blutdruck ist besser geworden, also runter gegangen.

Gestern abend hatte ich noch einen Schreck (nomen est omen) bekommen. Pipi (entschuldigung) war total dunkel. Ich dachte, in Hinblick auf die Berichte von Elfriede Lustig im Co-Bereich, schon an was Schlimmes. Wie sich dann aber herausstellte, war es eine Reaktion von Nieren und Leber auf die verabreichten Medikamente. Einen „Spülvorgang“ könnte man es vielleicht nennen, der ja auch Sinn der Entgiftung ist.

Deshalb auch von mir nocheinmal der dringende Hinweis : Keine eigenen Versuche der körperlichen Entziehung durchführen ! Der Körper reagiert schon heftig auf das Fehlen des Alk´s , weshalb andauernde Blutkontrollen unerläßlich sind. Und diese Kontrollen können nur durch ärztliches Personal vorgenommen werden.

War in der neurologischen Abteilung zur angiologischen Untersuchung wegen des Verdachts auf eine beginnende distal ... soundso ... Polyneuropathie. Das ist, normal ausgedrückt, im Grunde nichts anderes als die Messung der Druckwerte in den Fußarterien. Wegen meiner Raucherei hatte ich schon Befürchtungen (gibt ja Raucherbein z.B.), aber es pulst dort ganz normal.

Bei der Visite heute morgen hat der Arzt sich viel Zeit genommen und mich zum wiederholten mal ausführlich über die Gefährlichkeit des mißbräuchlichen Alkoholgenusses informiert und mir von Patienten erzählt, die ganz jämmerlich aufgrund der eingetretenen Folgeschäden gestorben sind. Zur Verdeutlichung habe ich auch Sonografien von Zirrhose-Lebern und andere Schock-Fotos gezeigt bekommen. Da kann einem im wahrsten Sinne des Wortes der Appetit vergehen. Einem „Mitpatienten“ - natürlich weiss ich nicht wer es ist – gibt er noch maximal 6 Monate. Medizinische Hilfe nicht mehr möglich. Furchtbar.

Mir geht es wirklich gut hier und habe nicht eine Minute Verlangen nach Alk gehabt. Gehe, wenn keine Untersuchung ansteht, jetzt auch viel an die frische kalte Luft. Einen Zigaretten-Automaten gibt es im Umkreis von einem km (leider) keinen, natürlich auch nicht in der Cafeteria. Das ist (nicht so) gut.

LG von
schreck

________________________
Thema Entgiftung
Meine Stationäre Entgiftung
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schreck hat zum Thema: Re: schreck in der Entgiftung geschrieben

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