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Freizeit eines trockenen Alkoholikers

 
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Björn
Gast






BeitragVerfasst am: 26.11.2004, 19:15    Titel: Freizeit eines trockenen Alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Als ich nüchtern wurde, hatte ich auf einmal auch sehr viel Freizeit. Anfangs mußte ich mich zwingen, etwas Sinnvolles damit anzufangen. Ich hatte kaum soziale Kontakte und mit den alten Freunde hatte ich keine Gemeinsamkeiten ,ehr. Auch wenn man gerne mit dehnen noch zusammen sein wollte, da sich dehren Gespräche immer nur um Alkohol oder woher man den bekommen kann, drehte, ging man deshalb nicht mehr hin.
Auch mußte ich in diese Beziehung die Erfahrung machen, das man nicht mehr gern gesehen wurde. Ob sie nun neidisch waren, das ich es geschaft hatte oder einfach, weil ich nicht mehr so gur drauf war. Das stimmte sogar. Die erste Zeit war ich sehr nachdenklich und hatte bestimmt den Eindruck von Unglücklich gemacht.
Ich war aber eigentlich nur immer an die Vergangenheit erinnert und überlegte mir ständig, wie ich was erreichen konnte. Ich war sehr ungeduldig und wollte mein verschwendetes Leben noch einmal leben.
Nun zur Freizeit zurück. Ich habe dann angefangen, mir ein Hobby zu suchen und fand es ein einem Club für Schachspieler. Da da das Alkoholtrinkem nicht gestattet war, fand ich auch Menschen, die sich mit mir über "normale" Dinge unterhielten. Auch sonst fand ich viele Menschen, die nicht tranken. Früher hatte ich immer den Eindruck, die ganze Welt trinkt. Da ich mich aber nur mit meines gleichen umgab, nahm ich die Anderen nicht war.
Wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht, findet man viele Menschen, die gerne ohne Alkoholkonsum leben.
da ich meine sozialen Kontakte a nun angefangen hatte, neu zu formen, konnte ich mich auch öfter selbst beobachten, das ich mich veränderte.
Meine Scheu legte ich bald ab und ging auch auf andere Menschen zu. Heute habe ich manchmal das Gefühl. ich hätte zu viele Freunde.
Da aber alle wissen, was mit mir war zw. ist, können es nicht genug sein. Sie alle zeigen mir das lebenswerte nüchterne Leben.
Was ich damit sagen will. Wenn man sich neue Kontakte gesucht hat, hat man keine überflüssige Freizeit.

Björn
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Björn hat zum Thema: Freizeit eines trockenen Alkoholikers geschrieben
°|-|°
Gast






BeitragVerfasst am: 28.11.2004, 03:30    Titel: ... habe da andere erfahrungen gemacht Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

... als ich mit meinen suchtmitteln aufhörte wollte ich nicht mehr in die alte szene zurück, dass hätte den sicheren rückfall bedeutet.
doch andere, die s.g. nicht süchtige welt, wollte mich auch nicht mehr, einmal süchtig hatte ich versch....
egal was ich unternahm, egal wen ich traf, sobald jemand von meiner vergangenheit erfuhr, wurde ich, meist weniger freundlich, hinauskomplimentiert

nach all den jahren der sucht endlich frei?

nein, es war allen, wirklich allen egal, was ich tat, was ich empfand, wie's mir geht, was ich gerne hätte, so akzeptiert zu werden wie ich bin, ohne der maske der suchtmittel - alkohol war nur eine unter vielen, die ich nahm - ich hätte sterben können, es hätte mich keiner vermisst, meine herkunftsfamilie wäre sogar froh, wenn ich nicht mehr hier wäre.

systematisch ausgegrenzt frage ich mich, ob es sich gelohnt hat, aufzuhören, die qualen der entgiftung auf mich genommen zu haben.

denn was habe ich jetzt davon? keine sozialen kontakte, ausser sporadisch, wenn ich an der szene vorbei musste, mal den einen oder anderen zu grüssen, einerseits froh, eine pizza essen zu können, ohne dafür 2 stunden zu brauchen und mit dem gesicht im käse zu hängen, andererseits eine einsamkeit, die mich fertiger macht als es die drogen es je vermochten.

ich spiele kein schach, ich spiele in einer kleinen session band, einmal die woche, doch auch dort finden sich keine freunde, nach der session ist alles vorbei, ein par streicheinheiten, weil ich etwas besser gitarre spiele, aber das war's auch schon.

das pubikum ist auch wesentlich älter als ich, so das da selbst musikalisch keine gemeinsamkeit gibt.

als blues / jazz gitarrist ist es nun mal was anderes wenn man oldies der beatles spielt oder ähnliches, aber das ist ja nicht das problem an sich.
aucg dort verkehren trokene alkoholiker und leute, die noch drauf sind, alölerdings geschützer, da man dort nichts alkoholisches trinken kann.

jetzt steht weihnachten bevor, sylvester ... und ich weiss schon, dass ich auch dieses jahr alleine sein werde.
nicht, dass ich auf weihnachten grossen wert lege, doch zumindestens sylvester wäre ich gerne unter leuten.

klar, ich kann zu den unzähligen parties gehen, die öffentlich sind, doch auch dort ist natürlich die rückfall gefahr da, sogar wesentlich verschärfter als es ohnehin schon ist.

ich weiss nur eines, wenn sich das nicht ändert, werde ich nicht so alt, denn was sollei leben ohne andere menschen, ohne einer partnerin, ohne zärtlichkeit, ohne S**, ohne vertraute menschen, mit denen ich über alles reden kann?
bleibt mir nur die anonymität des www?

da gibt es bessere auswege ....


°|-|°
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°|-|° hat zum Thema: ... habe da andere erfahrungen gemacht geschrieben
Karsten
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BeitragVerfasst am: 28.11.2004, 10:49    Titel: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo °|-|°

Als ich Deinen Beitrag gelesen habe, habe ich mich darin wieder gefunden. Auch ich hatte und habe immer noch Schwierigkeiten, über flüchtige Bekanntschaften bei einigen Menschen hinaus zukommen.
Erst einmal möchte ich sagen, es gibt aber auch andere Menschen, die ich auch noch nach Jahren meine neuen Freunde nenne. Ich habe einige ( nicht viele ) Menschen, die "normal" trinken und mit dehnen ich auch mal ausgehe. Natürlich nicht in die Eckkneipe, aber auch zu anderen Veranstaltungen. Ich habe niemanden von Ihnen gesagt, das sie in meiner Gegenwart nichts trinken dürfen, aber weil sie meine Freunde bzw. ich ihr Freund bin, stellt sich dieses Problem nicht, sie machenes einfach nicht.
Nun bin ich nicht der Partymensch und auch sehr schüchtern. Das die Partys oder die Veranstaltungen, wo wir dann sind, manchmal sehr schleppend sind, muß ich auch sagen, aber es gibt auch schöne Feiern, natürlich ohne Alkohol.
Was mir nie in den Sinn kommt, sind Gedanken, wie "Wenn ich jetzt was trinken könnte, dann...."
Ich weiß für mich, auch wenn dieser Abend dann vielleicht, was ich nicht glaube, "besser" verlaufen würde, meine neuen Freunde würden mich am nächsten Tag nicht mehr anschauen, weil ich dann nur noch trinken würde.
Für mich kommt ein Vergleich aber nie in Frage. Ich weiß einfach, das es nüchtern nie so einsamm sein kann, wie ich es zum Schluß mit Alkohol hatte. Ich habe während meiner letzten Saufjahre sogar für eine Flasche Schnaps, meine damaligen "Freunde" beklaut. Für mich war nur jemand ein Freund, wenn ich was von ihm hatte und zwar ausschließlich Schnaps, was anderes wollte ich nicht.
Ich höre sehr oft, das Abhängige Freunde haben, ich hatte keine, wenn wir uns gegenseitig auch so nannten.
Um auf die neuen Bekanntschaften und auch eine Freundin zurück zu kommen, habe ich wie oben schon beschrieben, auch diese Erfahrungen gemacht. Was ich aber auch nicht mache, ist mir die Schuld daran zu geben, weil ich nicht trinke.
Viele Menschen, dehnen ich erzähle, das ich trockener Alkoholiker bin, sind anfangs sehr aufgeschlossen und auch neugierig.
Wenn sie dann von meinem Leben erfahren, merke ich sehr oft, wie sie nachdenklich werden. Sie haben einfach Angst, weil sie nicht wissen, wie sie mit mir umgehen sollen.
Ich versuche dann, in meinen Erzählungen über mich mit einfließen zu lassen, das ich es bin, der ein Problem mit Alkohol habe, nicht sie. Viele versuchen dann das Gespräch zu beenden oder auf ein anderes Thema zu lenken. Wenn ich dann aber in meinem Verhalten zeige, das ich sonst ein ganz normaler Mensch bin, kommen sie manchmal von allein wieder auf mich zu.
Ich würde an Deiner Stelle nicht soviel über mich nachdenken, ob ich daran Schuld bin. Du hast irgendwann mal die Entscheidung getroffen, keine Drogen mehr zu nehmen. Das war bestimmt richtig.
Ich schreibe "bestimmt", weil das kannst nur Du wissen.
Ich möchte Dir raten, stehe zu dieser Entscheidung. Es gab für mich während des Saufens keinen guten Tag, den ein heute scheinbar schlechter Tag, das Wasser reichen könnte.
Erinnere Dich, was Dich dazu bewog, Dein Leben zu ändern und von den Drogen zu lassen.
Dein neues Leben gibt Dir alle Möglichkeiten, Du mußßt sie nur ergreifen.

Was mir bei Deinem Beitrag noch aufgefallen ist, Du schreibst von "sporadischen Kontakten zu alten Bekanntschaften auf der Szene"

Versuche solche Begegnungen zu vermeiden. Der Rückfall ist nicht das erste Glas oder die erste Spritze, sondern die Gedanken sind es. Wenn Du nach Altanativen suchst, weil Dir Dein nüchternes Leben nicht gefällt, ist es vielleicht schon zu spät. Ich wünsche Dir, das Du wieder zu Dir findest.

Einen Gedanken noch zu der erwünschten Partnerin. Ich habe ja auf der Homepage geschriben, das ich eine Frau kennen gelernt habe und mit ihr zusammen zog. Abgesehen von unseren sonstigen Schwierigkeiten, war auch die Freizeitgestaltung und das Zwischenmenschliche ein Problem. Anfangs hatte ich auch Angst unter Menschen zu sein, weil ich ohne Alkohol zu schüchtern war. Sie wollte aber ständig was unternehmen. Bei uns haben sich die Probleme dadurch verdoppelt. Auch da muß man die Richtige finden. Aber geht das nur uns Süchtigen so????????
Auch das Zwischenmenschliche, was man normalerweise Nachts macht, ging Anfangs gar nicht. Ich kannte S** nie nüchtern. Da ich seit meiner Kindheit Alkohol getrunken habe, habe ich nie eine nüchterne Erfahrung damit gemacht.
Es brauchte eine ganze Weile, bis wir in der Lage waren, das schönste der Welt, zu unserer gegenseitigen Zufriedenheit zu erleben. Denn während meines Saufens war ich auch in dieser Beziehung Egoist.

Ich und sicher auch alle anderen würde sich freune, wieder von Dir zu hören. Mit Deinem Beitrag hier hast Du angefangen, Deine Gedanken nieder zu schreiben und nun sollten sie auch gelöst werden.

Ein Rückfall ist kein Ausweg!!!

Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers geschrieben
Charl und Heidi
Gast






BeitragVerfasst am: 28.11.2004, 11:37    Titel: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo und einen schönen ersten Advend,

Wir haben uns über diesen Beitrag erst lange unterhalten bevor wir hier eine Antwort schreiben können.
Das nüchterne Leben ist sicher nicht einfach, auch wir haben unsere Schwierigkeiten, Freunde zu finden, die nicht Abhängig sind. Weil wir aber in einer Gegend jetzt wohnen, wo wir niemanden kennen, sehen wir natürlich auch unsere alten Bekannten nicht und brauchen uns nicht zu verstecken.
Wenn wir Menschen kennen lernen, sagen wir nicht gleich, was mit uns ist, sondern versuchen erst mal, herauszufinden, was der oder die anderen mit dem Thema zu tun haben. Wenn dann bei einem der Treffen das Thema zur Sprache kommt, weil wir ja auch keinen Alkohol trinken, bleibt das nicht aus, sagen wir das dann auch.
Durch unsere teilweise ja auch illegale Vergangenheit, distanzieren sich viele dann und wir sehen sie nicht wieder.
Manche sind aber auch ganz aufgeschlossen und wünschen uns viel Glück und teilweise freuen sie sich dann auch über unseren Erfolg. Das natürlich erst nach öfteren Treffen.
Das es nicht viele sind, dürfte jeden klar sein. Aber wenn man bedenkt, wieviele Menschen, die nicht süchtig sind, soziale Konaktschwierigkeiten haben, sollte man die Schuld wirklich nicht bei sich und schon gar nicht an der Vergangenheit festmachen. Es ist in unserer heutigen Gesellschaft einfach schwer, Menschen kennen zu lernen. Jeder denkt nur an sich und hat Angst durch zu feste Bindungen etwas zu verlieren. Wir möchten Dir raten, die Schuld nicht bei Dir zu suchen. Gehe selbst auf Menschen, die Du Dir auch in Gruppen suchen kannst.
Da Du da keine Angst haben mußt, das sie sich wegen Deiner Drogensucht ablehnen, kannst Du offen über Deine Schwierigkeiten reden.
Du kannst natürlich jetzt sagen, die haben gut reden, die haben ja sich, aber auch das ist nicht immer Sonnenschein.
Da wir gerade bei UNS sind. Auch das mas Du mit einer Frau suchst, klappt bei uns nicht so richtig. Aber mehr möchten wir nun doch nicht dazu hier schreiben.

Einen schönen Advend
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Charl und Heidi hat zum Thema: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers geschrieben
Karsten
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BeitragVerfasst am: 29.11.2004, 20:44    Titel: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich freue mich, das Du Dich wieder gemeldet hast.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, andere nicht unter Druck zu setzen und sich selbst natürlich auch nicht.
Las Dir Zeit und wenn Du Hilfe brauchst, wir sind hier.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers geschrieben
dannilein
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BeitragVerfasst am: 05.01.2007, 13:40    Titel: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

das selbe problem habe auch ich..ich weiss einfach nichts mit mir anzufangen..ich bin mutter von drei kindern..hätte eigentlich mehr als genug zu tun..aber mir fehlt die power,,ich weiss auch nicht was meine hobbys sind..manchmal denke ich das ich keien habe..ich weiss nichts mit meiner zeit anzufangen..dann trink ich..hat jemand einen kleine rat für mich...
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dannilein hat zum Thema: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers geschrieben
Karsten
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Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 05.01.2007, 13:57    Titel: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo dannilein,

vielleicht wäre es besser, einen eigenen Thread aufzumachen und Deine Gedanken gesammelt aufzuschreiben.

In den älteren Threads, wo Du bisher Deine Beiträge geschrieben hast, gehen Deine Gedanken vielleicht unter.

Gruß
Karsten
__________
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Karsten hat zum Thema: Re: Freizeit eines trockenen Alkoholikers geschrieben

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