| Peepshow oder SHG ? • Mein Kampf??? |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Freund Gast
|
Verfasst am: 20.01.2007, 12:05 Titel: Das Schwierigste ?!? |
|
|
Hallo …,
der Weg in die Trockenheit, ich spreche hier einmal von der verinnerlichenden Trockenheit, hat viele Wege. Die Menschen sind auch zu unterschiedlich.
Nur gehören eben einige Grundbausteine dazu, die fundamental sind.
Ich habe es selbst erfahren und erlebe es hier immer wieder, dass das Loslösen vom alten trinkenden Umfeld, die absolute Abstinenz zum Alkohol immer wieder als das Schwierigste und „opferbringendste“ empfunden und vielfach nicht zwingend als notwendig angesehen wird.
Wieso reicht es nicht mittels Disziplin und Willen, seinem alten Umfeld treu zu bleiben und nebst Cola oder Wasser diesen Menschen und Orten weiterhin beisitzen zu dürfen ?
Ich spreche hier von der verinnerlichenden Trockenheit, also nicht der Nüchternheit, dass ich nichts trinke. Dem Prozeß und dem Zustand des Trockendenkens und Trockenlebens.
Mir wurde in unzähligen Versuchen, jenen Trinkpausen, in denen ich weiterhin dem Alkohol beisaß, aber konsequent nichts trank, auch mit Überzeugung, Selbstbewusstsein und schöpfender Bestätigung, der Alkohol und der „Genuß“, ergo auch der Verzicht im Unterbewusstsein suggeriert.
Das führt letztendlich immer wieder zum Rückfall, so meine Erfahrung, nur eine Frage der Zeit.
Du kannst eine verinnerlichende Trockenheit nur erreichen, indem du fern des Alkohols dein Leben neu strukturierst und die Nebensächlichkeit dieser Volksdroge erlernst, Und das bedarf seiner Zeit, die man sich nicht zu spärlich nehmen sollte.
Für mich war das eine Investition , die den cash-flow (Gewinnschwelle) nach kurzer Zeit erreichte. Booooaaah, war datt ne Rendite !
Gruß, Freund. |
|
| Nach oben |
|
| Freund hat zum Thema: Das Schwierigste ?!? geschrieben
|
|
 |
Freund Gast
|
Verfasst am: 20.01.2007, 12:21 Titel: Re: Das Schwierigste ?!? |
|
|
P.S.
Ich würde mich freuen, wenn auch hier berichtet wird, wie man selbst daran gezweifelt, es einfach angenommen und daraus geschöpft hat. |
|
| Nach oben |
|
| Freund hat zum Thema: Re: Das Schwierigste ?!? geschrieben
|
|
 |
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 20.01.2007, 12:25 Titel: Re: Das Schwierigste ?!? |
|
|
Hallo,
mein Leben entwickelte sich während meiner Trinkzeit so, dass ich mein Umfeld und meine "Freunde" danach aussuchte, wie viel sie tranken und ob sie mich wegen meines eigenen Alkoholverhalten ansprachen.
Erst waren es Menschen, die hin und wieder Alkohol tranken, bis ich dann in der Gesellschaft gelandet bin, die morgends währed sie die Augen öffneten nach der Schnapsflsche tasteten. Zum Schluß ganz alleine, weil ich jeden Schluck, den ich hätte abgeben müssen, lieber für mich haben wollte.
Auf dem Weg in die trockene Zeit, hat sich mein Umfeld automatisch geändert. Das dauerte unterschiedlich lange.
Manche wollten mit mir nichts mehr zu tun haben, weil meine Abstinenz ihnen unheimlich vorkam. Ich sprach von Nüchternheit und sie wollten trinken.Ich passte nicht mehr in ihr Leben. Sie suchten den Umgang, wie ich früher auch, wo sie trinken konnten und keiner sie auf ihren Alkoholkonum ansprach.
Bei anderen, die ich auch länger kannte, fehlten mit der Zeit die gemeinsammen Interessen. Orte, wie Kneipe oder Bierzelt, Karten spielen ohne Alkohol und andere Aktivitäten waren nicht mehr die gleichen Ziele, die unser damaliges Leben verbanden.
Da durch, dass man andere Interessen entwickelt, umgibt man sich auch mit anderen Menschen. Man lernt Menschen kennen, die Alkohol nur mal als Genussmittel sehen und mir zu Libe, aus Freundschaft, auch gerne in meiner Gegenwart verzichten.
Kurz geagt, das Umfeld ändert sich genauso, wie damals, nur in umgekehrter Richtung.
Die Verinerlichung der Nüchternheit und des trockenen Denkens geht und kann auch nicht sofort passieren. Das dauert Jahre, wenn man es überhaupt schafft.
Für den Anfang ist es wichtig, dass man sich seine eigenen Ziele nicht so hoch steckt. Man sollte jede Handlung genau überdenken, ob sie mir gut tut, ob ich damit umgehen kann und ob sie mir schaden kann bzw. ein Risiko darstellt.
Die Grundbausteine der Nüchternheit sind alle gleich, egal welchen Weg man früher genommen hat.
Im Laufe der Jahre wird man ohne Nachzudenken, das Richtige tun, weil sich das Umfeld auch so entwickelt hat bzw. aufgebaut hat, dass es einem für seine Nüchterheit nicht schaden kann.
Keiner meiner Freunde, meiner Bekannten würde mich zum Beispiel zu einer Feier einladen, wo der Alkohol eine große Role spielt.
Nicht nur ich minimiere das Risiko, sondern auch das Umfeld, was ich mir aufgebaut habe.
Verinnerlichung bedeutet auch, dass ich mich auf mein Umfeld verlassen kann, was ich mir selbst aus Gründender Sicherheit aufgebaut habe. |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: Das Schwierigste ?!? geschrieben
|
|
 |
Kijara sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.08.2006 Beiträge: 1713 Wohnort: Lüneburger Heide
|
Verfasst am: 20.01.2007, 14:05 Titel: Re: Das Schwierigste ?!? |
|
|
Hallo,
sicherlich ist das erst mal das Schwierigste.
Wieso soll ich meine "Freunde",das trinkende Umfeld, aufgeben?
ICH WILL doch nicht mehr trinken!
Wer möchte schon alleine da stehn ohne soziale Kontakte grauenhafte Vorstellung,dachte ich!
Nach meinen unendlichen Trinkpausen habe ich endlich angenommen was man mir hier riet.Ich habe es denoch nicht wirklich verstanden sondern einfach gemacht.
Auch den Alkohol komplett zu meiden....nicht mehr auf Einladungen einzugehen wo der Alk in strömen fließt u.s.w.
Heute weiß/verstehe ich "was" damit gemeint ist.
Ich durfte schon so viele Früchte,in meinem nüchternen Leben, "ernten",
so schöne Dinge erleben die ich in meinen "nassen" Zeiten nie für möglich gehalten hätte!
Ich kann wirklich nur jedem raten sich "einzulassen" auf die Hilfe,hier im Forum,alles andere ist verschwendete Zeit und führt doch wieder zur "Pulle".
Auch wenn man vieles nicht versteht was einem geraten wird......es kommt mit der Zeit,dieses AHA Erlebniss!
Noch ein schönes Wochende wünschte euch
Kijara |
|
| Nach oben |
|
| Kijara hat zum Thema: Re: Das Schwierigste ?!? geschrieben
|
|
 |
Freund Gast
|
Verfasst am: 26.01.2007, 07:43 Titel: Re: Das Schwierigste ?!? |
|
|
Hallo,
ich möchte hier noch einmal einen von Käthe so treffenden Satz aus dem >Scrooge-Faden< zitieren :
Ich habe nach meiner Langzeitherapie immer wieder Besuche in meiner alten Umgebung (z.B. Kneipe) gemacht und fand das auch für mich total OK.
Meine SHG hat dies "am Alkohol aus zweiter Hand festhalten" genannt oder so ähnlich. Und sie hatten recht!
Gruß, Freund. |
|
| Nach oben |
|
| Freund hat zum Thema: Re: Das Schwierigste ?!? geschrieben
|
|
 |
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 26.01.2007, 10:56 Titel: Re: Das Schwierigste ?!? |
|
|
Guten Morgen,
um mal die direkt auf das Wort aus der Überschrift zu kommen. Das Schwierigste, was meiner Nüchternheit immer im Wege stand, waren meine eigenen Gedanken.
Ich glaubte lange, ich weiß, wie ich nüchtern werden kann und wollte das auch.
Ich hörte viele andere Menschen zu, versuchte zu verstehen, was sie mir sagen wollten und begriff doch eigentlich nichts.
Erst als ich mich selbst in Frage stellen konnte. Endlich einsah, dass ich nicht denken und überlegen brauchte, sondern nur zu handeln brauchte, ging ich meinen Weg.
Die meisten Betroffenen stehen sich selbst im Weg. Sich können sich nicht fallen lasen, vertrauen und damit Hilfe annehmen.
Ich habe mir in den letzten Tagen viele Tagebücher hier im Forum durchgelesen. Auch wenn Ausgangssituationen unterschiedlich waren, war deutlich zu erkennen, dass alle dort Schreibenden erkannt haben, dass sie aleine nicht wissen, wie sie einen nüchternen Weg einschlagen können.
Als sie sich an die Hand nehmen ließen, fanden sie auf den richtigen Weg. |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: Das Schwierigste ?!? geschrieben
|
|
 |
Freund Gast
|
Verfasst am: 26.01.2007, 13:53 Titel: Re: Das Schwierigste ?!? |
|
|
Watt habe ich es mir schwer gemacht, man man man !
Wie oft habe ich mir nach Saufgelagen, nachdem ich wach wurde oder später wieder bei Sinnen war, der erste Entzug (Kater) weg war, geschworen nichts mehr zu trinken.
Endlich weg von dieser Droge, die so hammerhart mein Leben bestimmte, mich Dinge machen ließ, die ich ja gar nicht wollte, meine Gesundheit arg beutelte, mich immer wieder in diesen Strudel bis zum Absturz riss.
Alleine war ich machtlos, das zu erkennen, hat mich viel, viel Zeit gekostet.
Auch der „öffentliche“ Schritt zum Alkoholismus, die Arbeit mit Gruppe.
Der Schritt von jedem hier in dieses Forum muss ein Schritt sein, raus aus der Hilflosig- und Einsamkeit, die unabänderliche Erfordernis zu sehen, sich mit der Erfahrung und dem Austausch von Gleichgesinnten auseinanderzusetzen, Wege bedingungslos anzunehmen und umzusetzen, auch fern seiner bisherigen Gewohnheiten.
Mit dem Alkohol für immer und ewig abschließen !
Nichts wollte ich damals mehr als das !!!
Gruß, Freund. |
|
| Nach oben |
|
| Freund hat zum Thema: Re: Das Schwierigste ?!? geschrieben
|
|
 |
Freund Gast
|
Verfasst am: 29.01.2007, 13:17 Titel: Re: Das Schwierigste ?!? |
|
|
... und ich sehe es auch immer wieder hier im Forum auch bei aktuellen threats:
Viele Menschen meinen, mit dem ersten Schritt, nun entschieden zu haben, nichts mehr zu trinken, schon Gewaltiges bewegt zu haben.
Aber viele hatten auch scheinbar bisher zu wenige Selbstversuche mit dem gleichen Willen, die aber gescheitert sind und aufgewiesen haben, dass es mit eigenen Mitteln und (nassen) Erfahrungen nicht geht.
NEHMT AN, liebe Leute, dafür sind da.
Gruß, Freund. |
|
| Nach oben |
|
| Freund hat zum Thema: Re: Das Schwierigste ?!? geschrieben
|
|
 |