Meni Gast
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Verfasst am: 15.01.2007, 19:39 Titel: Re: Die Entwöhnung "allein" gehen |
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Hallo Lilly,
auf dem Arbeitsplatz habe ich meines Wissens nach noch nie jemanden angeschrieen, auch meine Tochter wundert sich sehr und kann kaum glauben, dass ich schreie und mit den Türen (kaputtmachend) knalle, das kennt auch langfristig niemand innerhalb meiner Familie.
Meine Wutanfälle, die ich seit etwa zwei Jahren habe, habe ich eigentlich dem Alkohol zugeschrieben, aber auch nüchtern passieren sie leider weiterhin, deshalb habe ich mich im Dezember (also einen Monat nach meinem Entschluss, nüchtern zu werden) doch zur Psychotherapie entschlossen und bin zu meiner Hausärztin gegangen und habe mich in die PIA überweisen lassen. Ich habe übrigens als Kind zu Jähzorn geneigt. Ich habe mir dann im Laufe der Zeit angewöhnt, meine Gefühle zu unterdrücken, nichts mehr wirklich an mich rangelassen, das klappte gut, ich schluckte alles herunter und war immer und überall anpassungsfähig.
Mein Gefährte ist der erste Mensch, der mir unter die Haut gegangen ist, und ausgerechnet ihn schreie ich an... Vielleicht gerade deswegen, weil ich anfing mich zu öffnen, da kam dann nicht nur das Gute dabei heraus, sondern gleich der ganze Rest. Das kann ein weiterer Grund sein, ihn zu lieben, aber davor tummeln sich ganz viele weitere, das kann sowohl ein Grund sein, dass entweder er oder ich derzeit total überlastet sind. Vielleicht ist da ein glatter Schnitt einfach besser als sich gegenseitig solange weh zu tun, bis alle guten Gefühle weg sind... So haben wir zumindest unser letztes Gespräch beendet...
Nun ist es so, dass eben auch mir Dinge auffallen, die ich betäubt habe, Dinge, gegen die ich mich mittlerweile wehre. Ich fühle mich ganz schlecht, wenn ich bevormundet oder gegängelt werde. Ich fühle mich nicht ernst genommen, wenn mir der Mund verboten wird oder sich quasi jemand die Finger in die Ohren steckt oder man mich nicht ausreden lässt. Wenn jemand die gleichen Fehler macht wie ich und mich dafür verurteilt, empfinde ich das als ungerecht. Ich rege mich dann furchtbar auf. Aber leider erstmal nur innerlich, und der blöde Kessel platzt dann meistens nicht mehr verhältnisgemäß... Ich meine, es gibt Dinge, die ich in meinem Leben nicht hinbekommen habe, und wo ich auch Rat annehme (oder es zumindest tun sollte), aber ganz vieles habe ich auch alllein bewältigt. Dennoch kann ich immer noch allein über die Straße gehen oder meine Schuhe putzen.
Möglich ist es selbstverständlich, dass mein Gefährte und ich nicht zusammenpassen, wir behalten uns diesen Gedanken auf jeden Fall vor. Es hatte anfangs den Anschein, als wären wir füreinander geschaffen.
Eine räumliche Trennung wäre zunächst vermutlich die beste Lösung, meine Gedanken kreiseln allerdings derzeit eher darum, ob das evtl. (vor allem für ihn) mit möglichst wenig Kosten sein könnte (z.B. vorübergehende Appartmentmietung oder bei Freunden unterschlüpfen- wobei mir hier in meiner neuen Heimat leider noch ein bisschen das soziale Netzwerk fehlt).
Also, das Anti-Stress-Programm bei meiner Krankenkasse ist ehrlich, aber ich habe (nach einer Woche) davon noch nicht profitiert, weil ich wohl ein echter Klappskalli bin). Eigentlich wurde mir alles bestätigt, wass ich selbst schon wusste: dass ich ein unvollkommener Mensch bin. Ich denke, dass das nur für Menschen mit ganz normalem Stress geeignet ist.Die Beurteilung durch den Pschologen war erstaunlich klar, aber aber die Wege sind ohne LZT nicht zu schaffen. Für Leute, die vorbeugen oder sich sortieren wollen, in meinen Augen ausreichend. Für mich eher nicht.
LG, Meni
P.S.: Danke lieber Carsten, ich gehe jetzt erstmal die Wege, für die ich die Kraft habe und die ich mir leisten kann. Der finanzielle Spielraum ist wohl bei den den meisten Menschen heute eher eingeschränkt...
LG, Meni |
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Meni Gast
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Verfasst am: 16.01.2007, 07:50 Titel: Re: Die Entwöhnung "allein" gehen |
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Guten Morgen Carsten,
Du hast schon Recht, ich bräuchte wirklich möglichst schnell Hilfe, aber was irgendwie machbar ist, habe ich angekurbelt. Jemanden ohne Zulassung zu nehmen, ist in der Tat nicht ganz billig (und soviel habe ich nicht versoffen, dass ich es nutzbringend anlegen könnte).
LG, Meni |
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