| Parties und Alkohol • Alternativen zum Trinkenverhalten |
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Teddy neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.07.2005 Beiträge: 145 Wohnort: Freistaat Bayern
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Verfasst am: 17.07.2005, 02:01 Titel: Nach 11 Jahren |
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nach 11 Jahren Trockenheit ist es eigentlich für mich kein Kampf mehr, das Verlangen nach Alkohol in Schach zu halten, ich habe kein solches Verlangen mehr wie in den ersten Jahren, allerdings das Gelüste etwas zu trinken, ich glaube daß wird unsereiner niemals los.
Für mich ist jedoch die Hauptsache daß ich es so weit im Griff habe nach der langen Zeit jetzt daß es mir nicht mehr gefährlich werden kann weil ich weiß daß ich auf jeden Fall widerstehen kann und somit keinen Rückfall mehr erleiden werde - am Anfang hatte ich einige davon.
Das akute, also heiße Verlangen, die "Lust" auf Alkohol, hat bei mir so um das 5. bis 6. Jahr nach Beginn der Trockenheit aufgehört, seither ist es nur noch so eine Art "Begleitsymptom" das jedoch nicht mehr stärker wird als ich selbst, so fühle ich mich wie ein neuer Mensch weil ich weiß daß mir nichts mehr passieren kann weil ich das Zeugs für immer und ewig stehenlassen werden kann.
Allerdings praktiziere ich nach wie vor alles zu vermeiden was Alkohol enthält, ob es Medikamente oder Nahrungsmittel oder sonstiges ist, das könnte für mich gefährlich werden wie für jeden von uns - ansonsten hoffe ich nie wieder was von dem Zeugs ab zu bekommen.
Ach ja, übrigens, ich habe immer ein SOS-Kettchen um das Handgelenk, gibt es auch als Halskettchen, in diesem findet sich ein Hinweis auf meinen Hausarzt und dieser weiß Bescheid, sollte ich jemals Medikamente bekommen müssen weist der Hausarzt darauf hin daß keinerlei Arzneimittel oder sonstiges verabreicht werden darf was Alkohol enthält - nur so eine Anregung meinerseits für den Fall des Falles.
LG
Teddy |
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| Teddy hat zum Thema: Nach 11 Jahren geschrieben
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Ilka1962 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 08.07.2005 Beiträge: 12 Wohnort: Herford
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Verfasst am: 17.07.2005, 09:38 Titel: DasLeben nach dem Alkohol |
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Hallo Teddy,
ich muß dir antworten, denn das ist auch ein Thema was mich sehr interessiert.
11 Jahre sind schon toll, bei mir werden es bald 2 Jahre.
Ich muß aber dabei sagen das ich keine Entzugserscheinungen oder diesen
berüchtigten Saufdruck kenne.
Was für mich schwer zu verstehen ist, sind Leute die über viele Jahre trocken waren, Rückfällig werden und den Anschluss nicht mehr kriegen.
Ich habe Leute in meiner Therapie kennen gelernt denen das wiederfahren ist, und die schaffen es nicht.
Vielleicht liegt es daran das ich noch keinen Rückfall hatte, was ich auch nicht möchte um zu verstehen.
Ansonsten mach ich es auch wie du , achte auf alles was Alkohl enthalten könnte.
Ich denke oft gar nicht dran, auch mein Partner kann sich in meiner Gegenwart sein Glas Wein trinken.
Da ich nie in Kneipen getrunken habe fällt mir das überhaupt nicht schwer darauf zu verzichten.
Ich wünsche mir das es so bleibt, aber wer weiss das schon.
Dir alles Gute und einen schönen Sonntag.
Grüsse von Ilka  |
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| Ilka1962 hat zum Thema: DasLeben nach dem Alkohol geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 17.07.2005, 10:16 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hallo Ilka,
| Zitat: | | Was für mich schwer zu verstehen ist, sind Leute die über viele Jahre trocken waren, Rückfällig werden und den Anschluss nicht mehr kriegen. |
Das ist leider auch die Realität. Ich habe vor drei Jahren miterleben müssen, wie zwei meiner Mitbewohner aus der WG, sie hatten sich wie ich, wieder ein eigenständiges Leben aufgebaut, nach 10 bzw. 8 Jahren wieder rückfällig wurden und innerhalb eines halben Jahres starben. Ein Dritter, der auch 8 Jahre trocken war, trinkt seit ca. 3 Jahren wieder. Alle Drei hatten einige Jahre nach der WG Zeit alleine gelebt und kamen damit nicht zurecht.
Verstehen konnte ich es nicht, aber es ist NIEMAND vor einem Rückfall geschützt, auch nach sehr vielen Jahren nicht. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Nach 11 Jahren geschrieben
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Teddy neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.07.2005 Beiträge: 145 Wohnort: Freistaat Bayern
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Verfasst am: 17.07.2005, 13:07 Titel: Re: DasLeben nach dem Alkohol |
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Hallo Ilka,
| Zitat: | Ich muß aber dabei sagen das ich keine Entzugserscheinungen oder diesen
berüchtigten Saufdruck kenne. |
ich habe dies während der ganzen Jahre über von vielen Mitbetroffenen erfahren, bei den Entzugserscheinungen kommt es anscheinend immer auf die individuelle (Mit)-Problematik an, Begleiterkrankungen, Disposition etc., während der eine mit den Medikamenten gut klar kommt verträgt der andere dieses oder jenes Arzneimittel nicht, muß es daher weglassen, bei einem anderen spricht es nicht so gut an usw., deshalb auch die Unterschiede bei den Entzugserscheinungen. Bei mir waren die ersten 2 bis 3 Wochen die schlimmsten, das dürfte jedoch bei allen so sein, danach kam bei mir ein jahrelang anhaltender Kampf bzgl. "darf ich jetzt oder nicht", hier möchte ich eigentlich sagen wie wir alle immer wieder erfahren müssen:
das erste Glas mußt Du stehenlassen.
Bevor ich damit begann aufzuhören, trocken zu werden, hatte ich eine Phase von ungefähr drei Jahren, in denen ich meistens nur so 2 bis max. 6 Wochen schaffte und dann wieder einen Rückfall bekam weil ich das berüchtigte erste Glas nicht stehenließ, hatte ich dies getrunken war´s schon wieder vorbei und es ging von vorne los. Danach hatte ich es endlich geschafft überhaupt nichts mehr zu trinken und heute kann ich endlich 11 Jahre völlig trocken und frei von Rückfällen zählen.
Trotzdem bin ich auch wie viele der Meinung daß Alkoholismus eine unheilbare Krankheit ist, deshalb gilt er ja in der Medizin auch als Alkoholkrankheit, deshalb muß man lebenslang gegen das erste Glas ankämpfen, der eine schafft es gut, der andere erliegt leider der Versuchung. Ein Patentrezept habe ich dafür auch nicht, ich hoffe nur daß jeder es schafft das erste Glas stehen zu lassen und vor allem keinen versteckten Alkohol versehentlich abzubekommen, denn das wäre das schlimmste.
Schönen Sonntag noch an alle und gute 24 Std.
LG
Teddy |
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| Teddy hat zum Thema: Re: DasLeben nach dem Alkohol geschrieben
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OldShatterhand neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.10.2005 Beiträge: 61 Wohnort: Mannheim
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Verfasst am: 10.11.2005, 09:03 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hallo zusammen,
leider lese ich den Beitrag erst heute. Ich bin nach 12 Jahren rückfällig geworden und habe fast 1,5 Jahre gebraucht um wieder raus zu kommen.
Für mich hat mein Rückfall nicht mit dem ersten Glas begonnen und ich denke auch, dass ein Rückfall viel früher beginnt. Mein Rückfall begann damit, dass ich anfing mit dem Gedanken ans Trinken zu spielen udn die Achtsamkeit mir gegenüber nicht mehr so ernst nahm. Ich lebte von den 12 Jahren ca. 10 Jahren zufrieden abstinent. Dann kamen Stress, Ehekrise, trinkende Frau, Schichtarbeit und wegen der Schichtarbeit kein Besuch der Gruppe mehr. Diese zwei Jahre lebte ich zwar abstinent, aber irgendwie nicht zufrieden. So weichte ich mein Tabu langsam auf und schaffte mir unbewusst (das läuft ja meistens unbewusst) eine Situation, in der ich Trinken konnte.
Und, na ja, nach ca. 1,5 Jahren kam ich da wieder raus und irgendwie wusste ich auch, dass ich da wieder rauskomme. Ich kann das schlecht erklären, aber ich habe den Rückfall für mich eher als eine Unterbrechung eines weiteren abstinenten Weges interpretiert. Es war ziemlich schlimm, weil ich ja ständig das Gefühl hatte, ich habe versagt. Gerade du als Suchtberater hast versagt! Dieser Satz hämmerte oft in meinem Gehirn udn machte es mir zusätzlich schwer, mich zu offenbaren. Und mit der Interpretation, dass ich nur einen Weg unterbrochen hatte und wieder an den 10 Jahren zufriedene Asbtinenz anknüpfen wollte, habe ich mir irgendwie einen Weg heraus geschaffen. Vielleicht geben andere da auf und das Gefühl, versagt zu haben, überwiegt. Ich weiss es nicht!
Das ist jetzt alles schon wieder einige Jahre her. Seitdem versuche ich, ständig die Zufriedenheit mit meiner Abstinenz zu erhalten. Darin liegt für mich der Schlüssel. |
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jraaduss neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.11.2005 Beiträge: 4
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Verfasst am: 19.11.2005, 02:07 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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..... und das ist auch der Schlüssel, die Zufriedenheit.....
bei mir, kann ja nur von mir sprechen.
hallo zusammen,
wer ist mit Dauerstreß, Liebeskummer o.ä. schon zufrieden?
Ich nicht, bin zwar nicht davor gefeit, aber ich habe gelernt, auf mich aufzupassen, mich abzugrenzen oder mich mit Dingen auseinanderzusetzen, bevor eben eine Unzufriedenheit bei mir entsteht.
Am Anfang meiner Trockenheit war das erste Glas stehen zu lassen, vordergründig. Oder eben, nur für 24h nicht trinken, diese mußte ich oftmals auf 1h runterschrauben, war für mich erträglicher.
Aber im laufe meiner Trockenheit und mit Hilfe meiner Selbsthilfegruppe habe ich gelernt, mein Leben zufrieden trocken zu leben.
Der Rückfall baut sich auf..... darüber habe ich mal gelesen und ich bin höllisch auf der Hut.........auch ich habe eine zeitlang keine Gruppe mehr besucht. So nach dem Motto: wenn ich in einem riesigen Suppentopf mit dem Löffel rühre, dreht sich der Inhalt, ziehe ich den Löffel raus, dreht sich der Inhalt weiter. Aber..... irgendwann bleit er stehen und Stillstand ist Rückgang.
Ich habe daraufhin mein Leben nochmal umgekrempelt, gehe iwieder in die Gruppe, beschäftige mich wieder mehr mit mir.
Gekämpft habe nach meinem letzten Glas niicht mehr. Hab "nass" lange genug gekämpft und war immer der Verlierer. Seit 16 Jahren bin ich "the winner", bis heute...............  |
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| jraaduss hat zum Thema: Re: Nach 11 Jahren geschrieben
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OldShatterhand neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.10.2005 Beiträge: 61 Wohnort: Mannheim
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Verfasst am: 19.11.2005, 12:19 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hallo und willkommen im Forum !
Das mit der Suppenschüssel ist eine wunderbare Metapher.
Gruß
Rolf |
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schorni67 Gast
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Verfasst am: 19.11.2005, 13:05 Titel: Nach 11 Jahren |
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hallo,
ich bin fest der meinung, es ist egal wie lange ich trocken bin. das glas ist wie bei jedem anderen nur eine armlänge von mir entfernt.
der einzige unterschied ist das ich mechanismen entwickelt habe die mich schützen das erste glas zu trinken.
die situationen in denen gefahr besteht sind bei jedem anders. ich kenne auch keinen saufdruck mehr, oder überhaupt ein verlangen nach alkohol.
ich weiss aber das gerade die trügeriche sicherheit ihre gefahr hat, ich muss immer wachsam sein.
ich stelle mich jeden morgen vor den spiegel, jörg alkoholiker, heute trinkst du nicht. das ist ein wichtiger stein, für mich trocken zu bleiben.
ich weiss auch, wenn ich anfange zu saufen, fange ich genau dort an wo ich aufgehört habe.
ich weiss es klingt komisch, aber wenn es eine pille gegen die abhängigkeit geben würde, ich würde trotsdem nicht wieder anfangen zu trinken.
zu was denn, ich habe den alkohol nur als droge eingesetzt, nicht weil er mir geschmeckt hat. das einzige gerechte an dieser krankheit ist doch ich kann sie zum stillstand bringen, ich allein ohne medis ohne alles.
gekämpft habe ich mit dem alkohol 27 jahre, immer verloren.
am 30.03.1999 habe ich kapituliert und das erste mal gewonnen, dafür werde ich ewig dankbar sein.
schorni67 |
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| schorni67 hat zum Thema: Nach 11 Jahren geschrieben
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