| Parties und Alkohol • Alternativen zum Trinkenverhalten |
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OldShatterhand neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.10.2005 Beiträge: 61 Wohnort: Mannheim
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Verfasst am: 19.11.2005, 13:54 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hallo schorni,
auch ich habe mich 1999 wieder aus dem Rückfall heraus geholt. Saufdruck habe ich in den seltensten Fällen, obwohl mir manchmal die Probleme hier schon über den Kopf wachsen ( zwei dorgenabhängige Jungs, die in schönen, regelmäßigen Abständen die Therapie abrechen..)
Ich möchte heute nicht mehr trinken., d.h. ich möchte Alk gar nicht mehr als Lösungsmittel einsetzen. In den größten Problemlagen kommt mir nicht der Gedanke an Alk. Aber aufgrund meines Rückfalles damals weiß ich, dass man manchmal eben auf einer Bananenschale ausrutschen kann. Und das eben dann, wemm man nicht achtsam genug lebt. Seit meinem Rückfall ist das eben für mich oberste Prämisse: Achtsamkeit und Ehrlichkeit mir selbst gegenüber.
Zufriedenheit ist für mich schon der Schlüssel zur dauerhaften Abstinenz. Daran arbeitet man eben bewusst oder unbewusst jeden Tag. Ich liebe es, frei ohne Alk zu leben. Genau das versuche ich mir stets zu erhalten. Auch das Bewältigen von Problemen ist ja aktives Leben. Mit Alk nimmt man am Leben nicht teil, sondern man wird gelebt. Das motiviert zur Abstinenz.
Bei meinem Rückfall damals hat es mir geholfen, eben NICHT zu sagen, dass ich jetzt wieder da stehe, wo ich früher war. Sondern es war hilfreich für mich, meinen Focus auf die 12 Jahre Abstinenz zu lenken, um aus dem Rückfall wieder heraus zu kommen. Das ist ja auch eine Strategie.
Mit jemandem, der schon jahrelang trocken ist , kann ich mich in dieser Form austauschen. Einem Neuling würde ich das so wahrscheinlich nicht sagen (ich stand nicht da, wo ich früher stand), denn der könnte das als willkommene Einladung sehen, einen Rückfall zu produzieren.
Ich habe mich für Freiheit entschieden und deshalb kommt Alk einfach nicht in Frage und damit lebt es sich ganz angenehm. Heute ist meine Trockenzeit höher als meine Trinkzeit. Das gibt natürlich auch Erfahrungen ohne Alk zu leben.
Gute Zeit und viele Grüße
Rolf |
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Helmut 58 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.08.2005 Beiträge: 117 Wohnort: Mülheim/Ruhr
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Verfasst am: 19.11.2005, 22:20 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hallo Teddy
Auch ich war lange Zeit (12 Jahre) trocken und habe dann trotz aller vernunft einen schweren Rückfall gebaut. Ich habe 3 Jahre gebraucht um wieder ein trockenes Leben führen zu können.
Ich habe irgentwann aufgehört eine SHG zu besuchen und mir gesagt das ich die beste Therapeutin zu hause habe ( meine Frau ist auch Alkoholkrank).
Ich dachte immer wenn ich einen Rückfall habe werde ich mich ihr anvertrauen und wir bekommen das zusammen wieder hin.
Wie gesagt " Ich dachte" denn nachdem es passiert war hatte ich nicht den Mut dazu. Ich muß dabei sagen meine Frau ist schwer krank.
Ich wollte sie nicht damit belassten und habe mir gesagt das krieg ich allein wieder hin.
Es hat natürlich nicht geklappt und so mußte ich es ihr dann doch beichten.
Sie wußte natürlich längst bescheid und hat mir auch gesagt das mein Rückfall nicht so schlimm war wie der Vertrauensbruch.
Mittlerweile bin ich wieder 6 Monate trocken und mache eine ambulante Therapie. Dabei ist mir erstmal klar geworden wieviele Probleme sich in der Zeit wieder unbewußt bei mir eingeschlichen haben.
Deshalb sage ich auch nicht "ich werde nie mehr trinken" sondern ich werde heute nicht trinken.
LG Helmut 58 |
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| Helmut 58 hat zum Thema: Re: Nach 11 Jahren geschrieben
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Delphine neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.11.2005 Beiträge: 236 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 20.11.2005, 00:08 Titel: Rückfälle |
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Hallo,
diesem Thema möchte ich mich mit meiner Erfahrung noch anschließen.
Ich habe zwar schon in anderen Threads von mir geschrieben,
denke aber, dass meine Geschichte hier noch eine Facette hinzufügen kann.
Mir selbst ist es nach gut 20 Jahren "wieder passiert";
dazu kurz in Stichworten:
- 1981 als Tabletten- und Alkoholabhängige eine Langzeitkur,
- danach Besuch der AA, trocken und clean bin 2002.
- Seit ca. 1990 keine Gruppe mehr besucht.
- 2003 im Kollegenkreis das 1 Glas Sekt - der Anfang vom Ende
Das Ende bedeutete für mich: über Monate fast an jedem Wochenende ca. 4 Flaschen Wein/Sekt.
Ich habe alleine getrunken und den Alkohol manipulativ zur Entspannung eingesetzt.
Die letzte Flasche habe ich heute vor einer Woche geleert.
Nach einem gestrigen Telefongespräch über meinen Entschluss, nicht mehr zu trinken,
träumte ich heute nacht, ich hätte angebotenen Alkohol angenommen,
bin dann voller Schrecken aufgewacht - und war erst einmal heilfroh, dass es nur ein Traum war...
Meine bittere Erfahrung: auch 20 Jahre Abstinenz schützen nicht vor einem Rückfall.
Viele Grüße
Delphine |
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| Delphine hat zum Thema: Rückfälle geschrieben
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Gerd Gast
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Verfasst am: 20.11.2005, 03:06 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Mir kommt es manchmal vor wie ein Treuegelübde, daß ich mir selbst immer wieder erneuern muß. Ich möchte mir selber treu bleiben und ehrlich sein, zu mir selber stehen und nicht weglaufen, wenn es mal nicht so klappt, wie ich es gerne möchte oder ich mich mal wieder selber nicht leiden kann, ein anderer Gerd sein möchte.
Wenn ich vergesse, was und wie ich war, als ich trank, öffne ich den Giftschrank des Selberbelügens und Theaterspielens.
Mag sein, daß die Dosierung des "Gegenmedikaments" im Laufe der Jahre sich wandelt aber ich brauche immer wieder Gruppen, Gespräche, den Kontakt mit anderen Alkoholikern, um mein Bewußtsein wach zu halten, daß diese tödliche Krankheit in mir steckt. Ich suche auch bewußt die Begegnung mit den "nassen" um immer wieder zu spüren, wo der Anfang von allem war. Das erste Glas und meine Armlänge sind einfache, allgegenwärtige Maßstäbe, die mir zeigen, wie wenig es braucht, um mein ganzes Leben in einem Moment zu zerstören.
Mir ist selber das Glück zuteil geworden, bis heute keinen Rückfall zu bauen, aber ich weiß sehr wohl, daß auch die längste Trockenheit nicht davor feit, ruckzuck kopfüber ins Fass zu fallen, wenn ich nicht gut mit mir umgehe.
Uns allen gute 24h
Gerd, Alkoholiker, heute trocken |
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| Gerd hat zum Thema: Re: Nach 11 Jahren geschrieben
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jraaduss neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.11.2005 Beiträge: 4
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Verfasst am: 20.11.2005, 04:41 Titel: ehrlich.... |
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Das ist für mich die Grundvoraussetzung trocken zu leben.
Ehrlich zu sein mir selbst und anderen gegenüber.
Heute so sein, wie ich tatsächlich bin, mich nicht mehr verstellen um anderen zu gefallen oder versuchen so zu sein, wies mir vielleicht besser gefällt, (oder einem anderen) der ich aber nicht bin.
Meine Hand ist ausgestreckt, um Menschen zu helfen. Erfahrungen, die ich in meiner Trockenheit gemacht habe, weiterzugeben. Das wiedergeben, was ich von meinen Freunden erfahren habe.
Gehe immer noch in meine Krankenhausgruppe, die ich in meinem Entzug kennengelernt habe. Dort saßen und sitzen noch die Freunde, die mir manches erspart haben, denn sie hatten es schon (ge)erlebt und darüber gesprochen.
Ich muß mich mitteilen, egal, ob es mir gut geht oder schlecht und ich tue es bewußt in einem Kreis, in dem "nasse", oder die am Anfang stehen, Hilfe suchen.
So werde ich immer wieder daran erinnert, wo ich einmal stand und nicht mehr hin möchte.
Und so teile ich in Dankbarkeit gerne, verpackt in Toleranz und Liebe zum Menschen und sorge somit auch für mich selbst, um nicht rückfällig zu werden. Davor habe ich nämlich einen "Heidenrespekt"  |
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| jraaduss hat zum Thema: ehrlich.... geschrieben
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Delphine neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.11.2005 Beiträge: 236 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 20.11.2005, 09:49 Titel: Ehrlichkeit |
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Das empfinde ich derzeit als das Schlimmste an meinem Rückfall, der sich über 2 1/2 Jahre hinzog: dass ich mich in eine erneute Lebenslüge verstrickt, mich dem Selbstbetrug ausgeliefert und der Unehrlichkeit Tür und Tor geöffnet habe -
und damit meinem sowieso zeitlebens sensiblen Selbstwertgefühl einen Schlag versetzt, von dem ich noch nicht weiß, ob, wie und wann es sich davon erholen kann. Derzeit kann ich nur hoffen, dass es kein tödlicher Schlag war...
Nach langer Trockenheit ging es ohne Gruppe sogar lange gut. Das ist das Verhängnisvolle: dass man dann meint, ah ja - es geht doch!
Irgendwann folgerichtig das erste Glas und danach: ah ja - geht doch!
Und weiter....
Die früheren Gruppenkontakte und das Gehörte sitzen zwar alle noch im Unterbewusstsein und verderben auch ein bisschen den richtigen Spass beim Trinken, aber mit einiger Mühe kann man sie so lange wegschieben und/oder "totsaufen", bis sie sich geschlagen geben... für eine Weile.
Ca. 10 Jahre Gruppe, dann ca. 10 Jahre ohne: immer noch trocken! - Der Hochmut steht auf der Schwelle --- und man kann doch nochmal das kontrollierte Trinken versuchen... Bei mir saß das Teufelchen auf der Schulter und flüsterte beständig: "Wahrscheinlich kannst du mit Alkohol umgehen, du warst bestimmt nur tablettenabhängig..."
Dass das eine Suchtmittel gegen das andere austauschbar ist - ich hatte es oft genug gehört und gelesen - musste schließlich für mein überhebliches Selbst nicht gelten...
Nun ja, ich wurde eines Besseren belehrt...
Viele Grüße
Delphine |
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| Delphine hat zum Thema: Ehrlichkeit geschrieben
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soul42 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 05.05.2005 Beiträge: 425 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 20.11.2005, 10:44 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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guten morgen,
ja wer hat keinen dauerstress, und ich bin froh, das ich stark genug bin, NICHT zu trinken. sei es meine nichtendende zahngeschichte, die trennung von meiner freundin, die mich in den wind geschossen hat oder keine chance auf arbeit, weil ich durch die trinkerei irgendwo auch da meinen anschluss verpasst habe. aber mein leben geht nüchtern weiter, meister die probleme, ich verschwende nicht mal nur EINEN gedanken an alk, sondern versuche immer wieder das beste daraus zu machen, die probleme zu bewältigen. und DAS geht NUR mit einem klaren kopf..
lg soul |
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| soul42 hat zum Thema: Re: Nach 11 Jahren geschrieben
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OldShatterhand neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.10.2005 Beiträge: 61 Wohnort: Mannheim
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Verfasst am: 20.11.2005, 13:14 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hallo Delphine,
in deinem Beitrag erkenne ich mich wieder. Ich wünsche dir, dass du es schaffst, von deiner trockenen Zeit zu profitieren. Immerhin ist da eine sehr große Erfahrung mit einem trockenen Leben vorhanden. Und du kensnt den Unterschied zwischen zufriedener Abstinenz und einfach nur abstinent sein.
Genau wie beim erstenmal kommt es jetzt daruaf an, sich selbst zu offenbaren und vor dem Alkohol zu kapitulieren. Alles andere sind, wie du selbst am besten weisst, Spiele mit Alk. Dann kannst beginnen, den Rückfall aufzuarbeiten. Aber erstmal weg davon !
Ich weiß heute nach meinem Rückfall damals, dass ich auch nach Jahren davor nicht sicher bin. Deshalb kommt es wirklich darauf an, für sich zu sorgen. Ob dies nun mit ner Gruppe oder mit Einzelgesprächen von Zeit zu Zeit läuft, wird jeder selbst entscheiden müssen. Aber eine Gruppe - gerade nach einem Rückfall - für eine längere Zeit halte ich für wichtig.
Ich habe damals wieder eine Kurzzeittherapie von 8 Wochen gemacht (bin dort trocken hin, 3 Monate nachdem ich wieder aufgehört hatte). Da gab es zwar nicht vieles neues für mich und doch hat es mir gut getan, weil ich den Abstand zum Alltag erstmal aufbauen konnte.
Ich wünsche dir wieder lange, lange Jahre zufriedene Abstinenz.
Gruß
Rolf |
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