| Parties und Alkohol • Alternativen zum Trinkenverhalten |
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Delphine neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.11.2005 Beiträge: 236 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 20.11.2005, 13:32 Titel: Aufarbeitung |
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Hallo Rolf!
Danke für Deine einfühlsame Antwort.
Mir ist klar, dass mir einiges an Arbeit bevorsteht. Gruppe suchen bzw. finden dürfte dabei einfacher sein, als Einzelgespräche zu bekommen.
Erst mal weg vom Stoff, vom süchtigen Denken, im Grunde sogar fast egal wie - ja! Und soviel wie möglich wieder Erfahrungen mit anderen Betroffenen austauschen.
Es ist für mich tröstlich, wenn Ihr, die Ihr auch lange trocken seid, von Euren Erfahrungen berichtet, mit oder ohne Rückfall.
Ich würde liebend gern einen räumlichen Abstand finden, gerade von meinem belastenden Alltag, kriegs aber nicht fertig, einfach von der Bildfläche zu verschwinden! Es sieht im Arbeitsleben derzeit überall gleich aus, und ich kann mir nicht Knall auf Fall die Bürde aufladen, um meine Stelle zu bangen.
Im Frühjahr will ich eine Kur anpeilen, wenn alles so läuft, wie ich hoffe.
Ich weiß - genau wie von den "harten" Trockenen empfohlen wird, am besten sofort direkt zu sagen, was mit einem los ist, wird auch immer wieder darauf hingewiesen: Du bist krank, und deshalb hast du nicht nur das Recht sondern geradezu die Pflicht, auch in der Form für dich zu sorgen, dass du dir falls nötig sofort eine Auszeit besorgst.
Ich sehe das schon im Grund auch so, nur leider haben Arbeitgeber dafür wenig bis kein Verständnis.
Da ist vielleicht sogar der Alki im "Vorteil", dem es so dreckig geht zum Schluss, dass er eh nicht mehr arbeiten kann; der wird den Absprung finden, weil ihm nichts anderes mehr übrig bleibt.
Habe ich damals auch erlebt. Allerdings sah vor 20 Jahren die Arbeitswelt um einiges besser aus, und ich war um die vielen Jahre jünger...
Ich wünsche auch Dir alles Gute, weiterhin viele trockene, zufriedene Tage.
Viele Grüße
Delphine |
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| Delphine hat zum Thema: Aufarbeitung geschrieben
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OldShatterhand neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.10.2005 Beiträge: 61 Wohnort: Mannheim
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Verfasst am: 20.11.2005, 13:46 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hallo Delphine,
ich stand ja vor dem selben Problem. Ich habe dann einfach im Betrieb angerufen, gesagt, dass ich rückfällig bin. Die reaktion war anders als ich erwartet hatte.
Alelrdings hatte ich in diesem Betrieb während meiner Trockenzeit eien wirksame Suchtkrankenhilfe mit aufgebaut und kontne jetzt erleben wie meine Früchte zum Tragen kamen. Man legt mir keinen Stein in den Weg, erwartete aber, dass ich die Spielregeln (Therapie) einhielt.
Ich wieß, das ist nicht überall so. Vielelicht kansnt du dich erstmal arbeitsrechtlich beraten lassen. Aber eigentlich denke ich, dass das gar nicht dein Hauptproblem ist. Nach so vielen Jahren trocken sein, hat man eben echt ein Problem, sich zu offenbaren. Das hat mich lange davon abgehalten, wirlich wieder trocken zu werden.
Denn selbst in den Trcokenphasen während meines Rückfalles, der ja imemrhin 1,5 Jahre andauerte, hatte ich immer das Gefühl, etwas zu verheimlichen. und so war es ja auch: die anderen wussten ja nicht, dass ich rückfällig war. Da sind wir Langzeittrockenen schon clever! Aber richtig raus kam ich erst, als ich aufräumte und klar und eindeutig dazu stand. Wie beim erstenmal.
Aber egal, was du tust, es ist DEINE Entscheidung und du weisst ja, um was es geht. Achte darauf, dass du dich mit deinem Wunsch, wieder richtig trocken zu sein, nicht mit dem Kopf austrickst. Das können wir gut, sogar sehr gut.
Alles Gute für Dich
Rolf |
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Delphine neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.11.2005 Beiträge: 236 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 20.11.2005, 13:52 Titel: Trickreich |
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| OldShatterhand hat Folgendes geschrieben: |
Achte darauf, dass du dich mit deinem Wunsch, wieder richtig trocken zu sein, nicht mit dem Kopf austrickst. Das können wir gut, sogar sehr gut.
Rolf |
Hallo Rolf -
Ja, genau so ist es! Und genau dahin geht zur Zeit meine Angst... Ich trau mir da selbst noch nicht übern Weg.
Auch was Du von dem Aufräumen sagst, da möcht ich rufen: "Ja - ja - ja!"
Ich fühle mich so UNEHRLICH - obwohl ich seit langem jetzt das erstemal wieder ehrlich bin! Seltsame Sache.
Delphine |
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| Delphine hat zum Thema: Trickreich geschrieben
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OldShatterhand neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.10.2005 Beiträge: 61 Wohnort: Mannheim
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Verfasst am: 20.11.2005, 18:40 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hi delphine,
seltsam ist das nicht: da ist SUCHT !
Wenn du in deinem Computer eine Datei löschen willst, dann fragt er dich: wirklich löschen? (Obwohl du ja schon 'löschen' angeklickt hast). Erst wenn du das dann mit ok bestätigst, hast du wirklich gelöscht. Aber selbst auf deiner Festplatte ( die ich jetzt mal mit 'dein Unbewusstes') bezeichnen will, ist die Datei immer noch da und mit einigen Tricks kann sie ein Fachmann (und wir sind Fachleute, Suchtprofis eben) wieder herstellen.
Du scheinst gerade in dem Zustand zu sein 'wirklich löschen?'... Das ist normal und die Angst ist auch normal. Wenn du dich jetzt gerade ehrlich erlebst, dann erhalte dir diese Ehrlichkeit und.........geh einfach weiter!
Lieben Gruß
Rolf |
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Delphine neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.11.2005 Beiträge: 236 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 20.11.2005, 22:47 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hallo, Rolf!
Danke für Deine Aufmunterung! Anschauliche Bilder...
Ehrlich bleiben... ist s..schwer!!
Ich ertappe mich dabei, wie ich über den Weihnachtsmarkt gehe und denke, aha - also hier KEINEN Glühwein mehr...
Wie ich mit einer Bekannten über ihre gestrigen Gläser Sekt rede, die sie eigentlich nur trank, weil gerade kein Kaffee da war, und denke, hm - also bei den nächsten Treffen unserer Clique KEINEN Wein mehr... - und da hingen IMMER NOCH Fragezeichen hinter! Genau: "Wirklich löschen?"!
Oh Mann, die Datei sitzt noch an mehreren Stellen im Speicher - und wenn noch Trojaner ins System...!?
Trotzdem hoffnungsvoll,
liebe Grüße
Delphine |
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| Delphine hat zum Thema: Re: Nach 11 Jahren geschrieben
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OldShatterhand neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.10.2005 Beiträge: 61 Wohnort: Mannheim
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Verfasst am: 21.11.2005, 09:31 Titel: Re: Nach 11 Jahren |
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Hallo Delphine,
du hast recht. Es ist schwer, aber einfach. Ich sagte dir 'geh einfach weiter...'. Das gilt auch für den Weihnachtsmarkt: wenn du mit deinen Gedanken an das erste Glas Glühwein kommst, dann geh einfach weiter...(in Gedanken)...zum nächsten Glas, zum übernächsten, zum überübernächsten..bis du an die Stelle kommst, wo du stockbesoffen bist, nicht mehr weisst, was du redest, vielleicht auch noch kotzt...und weiter...zu nächsten Tag, wo du mit trockenen und vielleicht heißen, aufgesprungenen Lippen aufwachst...diesen schalen Alkoholgeschmack im Mund...und weiter zu den Schuldgefühlen...wie du versagt hast, das Gefühl wieder von vorne anzufangen...und weiter...und weiter....
...das heißt, geh mit deinen Gedanken zum letzten Glas, anstatt am ersten hängen zu bleiben....dann bist du vielleicht am Glühweinstand vorbei gekommen...
Und vielleicht beginnst du auch damit, dich gegenüber deinen Bekannten ein wenig 'rar' zu machen. Eine Alternative für fehlenden Kaffee ist wohl eher Tee oder Kakao, keinesfalls aber Sekt. Das weisst du. Das erinnert mich an meine Zeit, als ich mich riesig fühlte, wenn ich Whiskey bestellt und gefragt wurde, ob ich lieber Scotch oder Burbon wollte. Mensch, was war ich für ein toller Kerl und Kenner. Klasse wurde es, wenn ich mir zum Essen den besten Wein empfehlen ließ: Elitesaufen! Ähnlich dem Sekt am Morgen!
Komischerweise war ich nach ein paar Stunden (egal, was ich getrunken habe) dann sturzbesoffen und vielleicht habe ich mir auch noch die Klamotten vollgekotzt und dann lief alles rein, egal, ob Burbon oder Scotch, Rotwein oder Sekt, Hauptsache Alk.
Das ist Selbstbetrug und bleibt es. Diese Sekttrinkerei hat auch nichts mit Lifestyle zu tun, sie ist Oberfläche und verdeckt viel Sch....
Denk darüber nach, ob dir der Kontakt zu deinen 'Bekannten' nicht auch das Gefühl gibt, dazu zu gehören. Bei mir war das so. Ich hatte nicht mehr auf meine Zufriedenheit geachtet, nicht mehr für MICH gesorgt und es kam Traurigkeit auf. Ich fühlte mich trocken ausgegrenzt, ach...ich armer...DAS darf ich alles nicht mehr....und irgendwann trank ich...UND ich trank mit System (nur Wochenende oder abends usw.) ...war wieder jemand in der Clique, gehörte dazu...lachte, hatte Spass... bekam endlich wieder die Anerkennung, die ich mir selbst nicht mehr geben konnte...und rutschte wieder ab! - Ich hatte schlicht die Welten ausgetauscht. Sehnte mich aber in der Zeit wieder zurück zu meiner Asbtinenz, wusste unbewusst, dass ich keine Tiefe erlangen konnte, dass das einzige Bindemittel nur der Alk war. Und es wurde mit jedem Wochenende und mit jedem tollen, scheinbar stilvollem Gelage schlimmer...und eigentlich immer unerträglicher.
Also, geh einfach weiter...und denk an das letzte Glas, wenn die Gedanken kreisen.
Lieben Gruß
Rolf |
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