| Kontrolliert Trinken?????????????? • Ich, als Angehöriger, soll 3 Tage mit zur Langzeittherapie?? |
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Silberstreifen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.10.2006 Beiträge: 18
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Verfasst am: 09.01.2007, 19:30 Titel: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie |
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Hallo,
mein Mann ist jetzt seit 7 Tagen auf einer Langzeittherapie. Ich weiß nicht genau, ob ich hier im Forum den Namen der Klinik nennen darf, denn ich würde gerne mehr über diese Klinik erfahren???
Also auf jeden Fall ist mein Mann jetzt schon depressiv und sagte, dass er nicht weiss wie lange er dort aushalten wird, denn die Ärzte und Therapeuten sind alle total unfreundlich und am schlimmsten ist es bei den Gruppengesprächen, da werden die Leute systematisch runtergemacht bis es nicht mehr geht. Nun hat er mir erzählt ist schon zum 2. Mal passiert, dass jemand von denen so fertig gemacht wurde, dass dieser dann heulend den Raum verlassen hat. Er hat jetzt schon furchtbare Angst, wenn er drankommt. Wer hat denn auch solche Erfahrungen gemacht??? Kann man eigentlich während der Therapie die Klinik wechseln??
Wäre sehr dankbar für Informationen.
Viele Grüsse |
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| Silberstreifen hat zum Thema: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie geschrieben
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Fritz.the.Cat neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.12.2006 Beiträge: 48 Wohnort: localhost
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Verfasst am: 09.01.2007, 19:54 Titel: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie |
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Hi,
ich sage mal etwas platt: vergiß' es. Diese Geschichte habe ich schon so oft gehört, daß man den Eindruck bekommen kann, daß einfach alle Therapeuten Monster sind und nichts anderes vorhaben, als die armen, geplagten Alkoholiker fertigzumachen.
Klar, ein Therapeut stellt schon mal unangenehme Fragen. Und wenn er merkt, daß sein Klient ihm an einer Stelle ausweicht, dann wird auch nachfragen, evtl. auch sehr hartnäckig. Eine Therapie ist schließlich kein Streichelzoo. Wenn da nicht auch die sehr unangenehmen Themen besprochen werden, dann geht der Klient nach x Monaten nach Hause und hat über die wichtigen Dinge nicht gesprochen, weil ihm da wehgetan werden könnte.
Wenn das jetzt ein bißchen ruppig klingt, dann tut es mir leid. Aber wie oben schon gesagt: "Diese Geschichte habe ich schon so oft gehört....", daß ich sie auch nicht mehr hören kann.
Grüße
det
p.s. Ein ehemaliger Kollege, der wg. Kokain rausgeflogen ist, ist z. Zt. zur Therapie. Was meinst Du wohl, was er vor zwei Tagen am Telefon erzählt hat? |
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| Fritz.the.Cat hat zum Thema: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie geschrieben
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Pauli aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.11.2006 Beiträge: 730
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Verfasst am: 09.01.2007, 20:12 Titel: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie |
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Hallo Silberstreifen,
mir sagte mein Therapeut damals,wenn er bei mir vordringt und ans Eingemachte geht,werde ich auf ihn negativ reagieren und nicht mehr zu ihm hinwollen.
Gerade dann ist es wichtig weiter zu machen.
Dein Mann soll doch lernen mit Problemen um zugehen,sie Nüchtern zu begegnen und sie Nüchtern zu lösen.
Dass hat alles seinen Sinn ist ja schliesslich kein Kindergarten da.
Natürlich macht das Angst aber wenn er jetzt aufhört ist es wieder nur eine Flucht.
Bestärke ihn darin,dass er jetzt eine Möglichkeit hat mit sich und seinem Leben auseinander zu setzen .
Das ist schon harte Arbeit,man bekommt halt nichts Geschenkt.
lG Pauli |
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| Pauli hat zum Thema: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie geschrieben
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pauly aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.11.2006 Beiträge: 950 Alter: 50 Wohnort: BaWü, LB/HN
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Verfasst am: 09.01.2007, 21:10 Titel: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie |
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Hallo Silberstreifen,
morgen sind es 3 Wochen, dass ich hier in meiner 16-wöchigen Langzeittherapie bin.
Bevor ich hierhin kam, hatte ich natürlich auch gemischte Gefühle. Aber ich habe bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht. Klar müssen die Therpeuten auch mal unangenehme Fragen stellen, aber ich habe für mich gelernt, wenn ich alle Fragen offen und ohne Beschönigung antworte, fühle ich mich sogar gut dabei. Und das sogar in den Gruppenstunden (oder vielleicht gerade deswegen).
Am kommenden Samstag habe ich den ersten Ausgang. Komischerweise habe ich aber nicht das Gefühl, dass ich endlich mal aus dem Knast rauskomme. Natürlich gehe ich gerne heim, aber ich komm dann auch gerne wieder.
Ich kann aber nur für mich und 'meine' Klinik http://www.wilhelmsheim.de/4.0.html sprechen.
Viele Grüße
pauly |
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| pauly hat zum Thema: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie geschrieben
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pjal neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.12.2006 Beiträge: 30 Wohnort: Münster-Westfalen
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Verfasst am: 09.01.2007, 21:27 Titel: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie |
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Hallo Silberstreifen!
mag jetzt paradox klingen,aber was du da so geschildert hast,hört sich gut an!!
Ne Therapie is kein zuckerschlecken und gerade heut zutage wo überall gelder gestrichen werden,stellen gekürzt und gespart an jedem ende wird,sind viele kliniken auf patienten angewiesen und machen besseren wissens schontherapien um patienten zu halten!
dein mann würde wenn er da abbricht nicht nur die therapie beenden,sondern auch den kampf gegen den alkohol.denn so ein abbruch ist auch immer psychisch mit viel konsequenzen für dejenigen verbunden!
Ich gebe hier nur meine erfahrungen weiter und weiß von meinem "ex"freund,der vor nem viertel jahr seine therapie abgeschlossen hat,daß er als resume des ganzen sieht,das es da,wo er war,viel zu lasch herging,dadurch viele rückfälle waren,und ihm die therapie dadurch nicht soviel gebracht hat,wie er sich gewünscht hat.
bestärke deinen mann,das durch zu halten!
so leicht die klinik zu wechseln ist auch nicht,aber soweit ich weiß möglich!
da müstet ihr mit dem versicherer,der die reha zahlt,in verbindung setzen!hoffe für euch,das dein mann es schafft!
lg pjal |
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| pjal hat zum Thema: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 10.01.2007, 09:34 Titel: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie |
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Servus Silberstreifen,
ich kann mich den bisherigen Kommentaren nur anschliessen.
Was passiert hierbei, warum reagieren manche Alkoholiker in der Therapie so?
Ihnen wird schonungslos "die Maske runtergerissen", "der Spiegel vorgehalten", der ganze seelische "Müll" der letzten Jahre / Jahrzehnte kommt hier komprimiert und in sehr kurzen Zeitabständen "ans Tageslicht".
Vielleicht kannst Du Dir vorstellen, dass das nicht gerade angenehm ist. Für manchen Patienten kommt zu diesem Zeitpunkt erstmalig die Erkenntnis, was alles in seinem Leben "schief" lief (und das kann eine sehr beschönigende Umschreibung sein...).
Warum brechen dann manche Alkoholiker die Therapie an diesem Punkt ab?
Auch relativ einfach erklärt: wir Alkoholiker haben eine sehr ausgeprägte "Fluchtreaktion" vor Problemen. Wir haben sie jahrelang perfekt ignoriert, und was nicht zu ignorieren war, wurde kurzerhand "runtergespült". Das "Runterspülen" hat sich (zumindest in der Therapie) ja nun mal erledigt - also bleibt nur die Flucht, weg von diesem unangenehmen Dingen, die man ja gar nicht hören will, geschweige denn, sich damit zu beschäftigen.
So, Dein Partner hat jetzt Angst davor, dass "er drankommt". Diese Angst wird berechtigt sein, denn er hat gesehen, dass bei seinen Mitpatienten "aufgeräumt" wurde, und zwar auch in den hintersten Winkeln und Schubladen. Und er ahnt, dass das auch ihm "blüht". Und er weiss weiterhin, was in diesen Winkeln und Schubladen bei ihm so "rumliegt". Das will er natürlich auch nicht sehen, dafür hat er es früher ja weggesoffen...Und schon greift bei vielen wieder die "alte Strategie": Mitleid suchen ("die sind so brutal und unfreundlich"), Verantwortung wird abgeschoben ("andere sind auch schon gegangen"), und die Flucht ergriffen...und endlich hat man wieder einen Grund zu saufen (das war ja alles so schlimm, das kann man ja nicht aushalten).
Sorry, war jetzt etwas viel Text, aber das ist halt auch ein recht typisches Phänomen.
Mein Tip: bestärke ihn, dass "das halt jetzt sein muss", dass er das schafft, und vor allem: "ohne" geht's schon mal gar nicht! Er muss sich mit seinen Problemen auseinandersetzen, diese aufarbeiten und neue Strategien entwickeln, sonst ist sehr schnell wieder "alles beim Alten".
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 10.01.2007, 10:23 Titel: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie |
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Hallo Silberstreifen,
vielleicht noch einige Worte zum Verständnis.
Ich kann mir denken, dass Du hier was anderes als Antwort lesen wolltest.
Es gibt jetzt zwei Varianten, wie Du auf diese Antworten hier reagieren kannst.
Zum einen mit schweigen und wegbleiben. Das wäre dan so, wie sich Dein Partner gerad ein der Therapie verhalten möchte.
Zum anderen mit Unterstützung und Aufbauarbeit für Deinen Partner als Motivation, sich seinem Problem zu stellen, in dem Du ihn von unseren Antworten erzählst.
Wir sehen dieses Verhalten Deines Partners hier jeden Tag im Forum.
Es wird eine Frage gestellt und wen man Antworten bekommt, die einem nicht gefallen, bleiben diese Forenteilnehmer weg.
Für mich ist das ein ganz klares Zeichen, dass diese Menschen noch nicht so weit sind, sich wirklich mit ihrem Alkoholproblem auseinanderzusetzen und flüchten.
Streicheleinheiten haben noch niemanden geholfen. Nur die direkte Konfrontation mit dem realen Leben kann einen helfen.
Ich hoffe, Du siehst es richtig und wir lesen wieder was von Dir.
Gruß
Karsten
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| Karsten hat zum Thema: Re: Suche Erfahrungen mit Langzeittherapie geschrieben
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Silberstreifen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.10.2006 Beiträge: 18
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Verfasst am: 10.01.2007, 19:04 Titel: Die Antworten sind ok |
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Hallo Karsten,
ich finde die Antworten ganz O.K, denn ich möchte nicht irgendwelche schöngeredeten Antworten, sondern möchte wirklich wissen, wie es ist oder ob mir mein Mann nur einen Bären aufbinden will. Ich habe gestern schon mit ihm darüber gesprochen und gesagt, dass er das durchhalten muss. Ich selber kann mir eigentlich auch nicht vorstellen, was an den Fragen der Therapeuten so schlimm sein kann.
Übrigens mein Mann ist in der Saaletalklinik in Bad Neustadt.
Viele Grüsse |
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