| Sungold lebt noch... ;-) die wichtigste Erkenntnis... • wie schreibe ich? |
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 07.01.2007, 18:57 Titel: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s |
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Hallo Alle zusammen,
möchte hier an dieser Stelle mal ein paar provozierende Fragen stellen, weiß aber auch, das sich vielleicht der eine oder andere dadurch auf den Schlips getreten fühlt.
Meine erste Frage richtet sich an Alkoholiker und COs ?
Wann ist unsere "Schuld" abgetragen“ ?
Ich lese hier oft von Schuld, natürlich hat uns nie jemand gezwungen, zu saufen, das ist mal klar. An dem Saufen tragen wir allein die Schuld.
Aber müssen wir nun für immer in geduckter Haltung weitergehen, wenn wir trocken werden /sind ? Wie oft müssen wir wieder dran erinnert werden ?
Wann ist unsere Schuld abgetragen, nach 1 Jahr, nach 10 Jahren oder nie?
Möchte hier als Beispiel mal meine Mutter nennen, die immer wieder auf dieses Thema zurückkommt. Und zwar immer in Situationen, wo ich unbequem werde und beginne, Fragen zu stellen, die ihr nicht gefallen. Da geht es um allgemeine Dinge, wo ihr meine Fragen unangenehm sind. Dann versucht sie, abzulenken, indem sie wieder auf meine Suchterkrankung und mein damaliges Verhalten zu sprechen kommt, damit ich mich wieder schlecht fühle und „kleine Brötchen“ backe. Neulich, bei einem erneuten Versuch, sagte ich klipp und klar, das ich das nicht mehr hören will. Ich trinke nicht mehr und wenn sie immer wieder davon anfinge, würde ich nicht mehr kommen. Ich möchte dieses Thema nicht immer wieder serviert bekommen.
Das ich unsere Krankheit für immer in mir trage, ist mir klar und ich akzeptiere das und auch, das ich mein restliches Leben daran arbeiten muss. Das ist kein Problem für mich. Aber ich will nicht, das da immer wieder drauf rumgeritten wird.
Meinen Mann dazu heut zu diesem Thema befragt, sagte er mir: Deine Schuld, so sie denn existierte, ist schon lang abgetragen. Du hast Dein ganzes Leben verändert und bist trocken, damit ist sie abgetragen.
Muss allerdings dazu sagen, mein Mann hat verstanden, das Alkoholismus eine Krankheit ist, meine Mutter aber weiß das nur theoretisch, sie sagt bis heute manchmal : Wie kann man nur so viel saufen ? Damit sind meist Alkies aus dem Bekanntenkreis gemeint, mit dem ich nix zu tun hab. Meine Mutter trinkt allerdings keinen Alkohol.
Ich für meinen Teil werde versuchen, mich nicht mehr schuldig zu fühlen. Ich werde aufrecht durchs Leben gehen und zu meiner Krankheit stehen. SCHULD aber will ich nicht mehr tragen.
Wie ist das bei Euch so ? Erlebt ihr ähnliches ?
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Dann noch ein paar Fragen zu CO-Angehörigen.
Gibt es eine gewisse Bereitschaft, zum CO zu werden ? Oder sind immer nur die Alkies an allem „schuld“ ?
Ich lese hierbei oft das Wort Liebe. Aber ist das denn wirklich immer so ?
Ist es nicht manchmal die Angst vor Veränderungen ?
Man hat zusammen viel aufgebaut, vielleicht eine Familie gegründet, ein gemeinsames Haus ist vorhanden, eine gemeinsame Firma etc. Ist nicht vielleicht auch Bequemlichkeit der Grund, auszuharren und zu leiden unter einem saufendem Partner ?
Oder die Scham vor der Familie und Bekannten, einen Alkie als Partner zu haben und besser die Fassade aufrecht zu erhalten ?
Oder die Angst vor Einsamkeit, das man dann allein ist ?
Oder die Angst, liebgewordene Gewohnheit aufgeben zu müssen ?
Ist es nicht manchmal auch einfacher, den Partner saufen zu lassen, ist er doch so gefügiger und leichter zu handlen ?
Wenn er sich doch immer schuldig fühlt, wird er ja oft tun, was man von ihm verlangt ? Ist doch einfacher, oder ?
So, nun zur letzten Frage.
Was ist, wenn ein Alkie trocken wird und erkennt, das der Partner eigentlich gar nicht der zu ihm passende ist ? Und sich eigentlich trennen will, aber aus Dankbarkeit davor zurückschreckt. Soll er dann bleiben ? Was denkt dann der andere Partner, der ihm geholfen hat auf dem Weg aus der Sucht ? Ist er enttäuscht und wütend ?
So sind mal so Fragen, die sich mir manchmal so stellen, würde mich über ein paar Antworten von Betroffenen und CO`s sehr freuen.
Lieben Gruß an Alle
Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s geschrieben
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Franki aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.11.2006 Beiträge: 690
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Verfasst am: 07.01.2007, 20:23 Titel: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s |
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Hallo Lilly,
Ich für meinen Teil sehe das so : Wer anderen die Schuld gibt ist meist selbst nicht bereit auch Verantwortung zu tragen. Meine Verantwortung sehe ich darin dafür zu sorgen das so etwas nicht mehr passiert.
Meine Mutter hat, als ich ihr erzählt habe was los ist, angefangen auch Fehler bei sich zu suchen. (Ich hatte Ihr auch weh getan)
Es gibt bei mir auch Menschen die nicht dazu bereit waren. Einige habe ich verloren. Klar tut das weh. Aber wenn ich weis das ich mein Bestes gegeben habe, dann kann ich damit Leben. Einige muste ich erst los lassen, bevor sie zurück kamen. (Allerdings habe ich da keine Erfahrungen mit meiner Familie und ich weis nicht ob ich da jemanden einfach loslassen könnte)
liebe Grüße Frank |
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| Franki hat zum Thema: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s geschrieben
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Andi Gast
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Verfasst am: 07.01.2007, 23:12 Titel: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s |
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Liebe Lilly,
das Wort Schuld,kommt ja schon in der Bibel vor.Herr vergib uns unsere Schuld,denn auch wir vergeben unseren Schuldigern,oder so ähnlich.Ich für meinen Teil,finde das Wort Schuld,nicht besonders passend für unsere Krankheit.Sind wir denn selber Schuld daran,daß es so weit kommen musste,daß wir abhängig wurden?Ich denke nicht!Heute gebe ich zu,daß ich Reue zeige,und mir eingestehe,daß ich vieles im lLeben hätte besser machen können,es aber mir aufgrund meiner Abhängigkeitserkrankung leider nicht möglich war,aber ich fühle mich nicht schuldig!Ich habe es auch aufgegeben,Alltlasten mit mir herumzutragen.Ich bin zu jedem hingegangen,und habe Ihn gesagt,daß ich viele Fehler im Leben gemacht habe,während ich noch Alkohol getrunken habe,aber ich habe nie das Wort Schuld dafür benutzt,um Wiedergutmachung zu erreichen.Wir sind nicht SCHULD,daß wir heute so sind,wie wir sind.Wir müssen uns wohl Fehlverhalten eingestehen,aber wir sind keine Angeklagten!!Also in diesem Sinne,NICHTSCHULDIG IM SINNE DER ANKLAGE!!
Liebe Grüße sendet Dir,Andi |
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| Andi hat zum Thema: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s geschrieben
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pjal neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.12.2006 Beiträge: 30 Wohnort: Münster-Westfalen
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Verfasst am: 07.01.2007, 23:12 Titel: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s |
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hallo lilly!
also würde meine mutter mir meine sucht vorwerfen,würde ich ihr zum besseren verständnis irgenteinen "fehltritt" aus ihrem leben vorhalten.
Ich trage genug schuld in mir und damit muß ich leben,aber meine sucht lasse ich mir nicht mehr vorwerfen!!!dein mann hat da ganz recht!du hast dein Leben geändert!
ich sehe es aber auch so,das ich keine schuld an meiner sucht habe!!!
das ist eine verkettung ungünstiger umstände,geschehnisse und erfahrungen.
ich kann keinen dafür die schuld geben!nur für das dann geschehene trage ich die schuld,und damit zu leben,trocken das ist mit nichts aufzuwiegen!
lg pjal |
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| pjal hat zum Thema: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s geschrieben
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Skye Gast
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Verfasst am: 07.01.2007, 23:29 Titel: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s |
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Hallo Lilly,
sicherlich sind Deine Fragen provozierend, aber sie betreffen doch ein Thema, dass immer wieder durchkommt in vielen Threads. Warum sollte sie man dann nicht auch mal stellen? Ich kann die Fragen nur als erwachsenes Kind beantworten. Es ist etwas anderes ob man als Kind betroffen ist oder als Partner. Seine Eltern sucht man sich nicht aus, seine Partner schon. Auch wenn auf das gleiche hinausläuft, sind für mich andere Gefühle im Spiel.
Wann ist unsere "Schuld" abgetragen“ ?
Schuld setzt für mich ein absichtliches Handeln voraus. Ich glaube nicht, das meine Eltern abhängig geworden sind um mir zu schaden. Natürlich habe ich darunter gelitten, aber es war die Folge davon, dass sie sich selbst geschadet haben. Für mich ist die „Schuld“ abgetragen, wenn ich wieder vertrauen kann. Wenn ich nicht mehr belogen, beschimpft und emotional erpresst werde. Wenn ich mir sicher sein kann, dass es ein dauerhafter Zustand ist und nicht einer von max. 3 Woche. Wann das ist, nun das hängt von meiner Mutter ab, ihrem Willen trocken zu werden, ich kann da keinen zeitlichen Rahmen festlegen.
Gibt es eine gewisse Bereitschaft, zum CO zu werden ?
Ich bin so erzogen worden, ich denke ich konnte fast gar nicht anders werden, bei meiner Kindheit. Für mich bestand erst eine Möglichkeit etwas zu ändern, als ich altersbedingt in die Lage kam für mich selbst zu sorgen. Grundsätzlich glaube ich aber, dass es gewisse Tendenzen bei manchen Menschen gibt ein Helfersyndrom auszubilden. Für mich sind es oft Menschen, die aus welchen Gründen auch immer ihren eigenen Wert niedriger einschätzen als den eines anderen. Sicherlich ist es auch Liebe, aber wie auch in Beziehungen, die sich ohne Alkohol auseinander leben, bekommt man nicht unbedingt immer mit wann sich das Blatt wendet. Bis man es bemerkt ist es dann meist recht spät und wenn man dann noch den ausgeprägten Drang zu helfen hat, tja ich denke das ist spätestens der Zeitpunkt an dem man als Co in der Falle sitzt. Wenn ein Partner nicht krank ist, kann man sich leichter trennen, als wenn man einen hilflosen Kranken zurück lässt, der, so glaubt man zumindest, von einem abhängig ist. Da wird dann Verantwortungsgefühl schnell mit Liebe verwechselt, damit man sich diesem Gewissenskonflikt nicht aussetzen muß. Die Angst vor Einsamkeit spielt sicherlich auch eine Rolle, denn wenn man als Co wach wird, hat sich oft schon der Freundeskreis verabschiedet und dann hätte man niemanden mehr, auch keine Aufgabe mehr. Zumindest ging es mir am Ende meiner Ehe so, obwohl ich keinen Alkoholiker als Mann hatte, war vieles gleich und kann als coabhängig bezeichnet werden.
Warum ich meiner Mutter den Hintern nachgetragen habe? Ich hatte und habe Angst sie zu verlieren, dass sie sich „vor ihrer Zeit“ zu Tode säuft. So einfach ist das. Ich habe gedacht, wenn ich alles mitmache und mich kümmere, kann sie sich um sich kümmern und gesund werden. Nur inzwischen habe ich begriffen, dass ich sie so oder so verliere, wenn sie weiter trinkt und ich sie nicht davon abhalten kann. Egal was ich auch mache oder versuche, es bringt sie nicht vom Alkohol weg. Ich versuche jetzt für mich das Beste aus der Situation raus zu holen. Das macht die Sache nicht weniger beängstigend und schmerzvoller, aber ich fühle mich nicht mehr für sie und ihr Wohl verantwortlich. Das hat mir eine enorme Last genommen.
Was ist, wenn ein Alkie trocken wird und erkennt, das der Partner eigentlich gar nicht der zu ihm passende ist ?
Hier müsste ich endgültig hypothetisch werden, deshalb lasse ich es lieber. Zwar habe ich eine Meinung dazu behalte sie aber für mich, da ich mich nicht in der Situation befinde.
Einen schönen Abend wünscht ……
Skye |
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| Skye hat zum Thema: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s geschrieben
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Little Friend neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.10.2006 Beiträge: 397
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Verfasst am: 07.01.2007, 23:30 Titel: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s |
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Hallo Lilly,
interessante Fragen und aus der Sicht eines Co`s ist es dann auch spannend sich kurz mal Gedanken zu machen.
zum ersten. SCHULD?
wer oder was hat Schuld an einer Krankheit? ich denke, dass sich Co`s und andere, die von dieser Krankheit nicht betroffen sind, zuwenig damit auseinander setzen und es eben nicht als Krankheit sehen und akzeptieren. So wohl auch deine Mutter. Für mich gibts keine Schuld, die abgegolten werden muss. Es gibt nur eine Chance, dass diese Krankheit ihre Grenzen sieht. Und das ist einzig und allein das Schaffen des Trockenwerdens des Alkoholikers. Ich finde, es ist keine Schuld, die wir hier zuordnen sollen, sondern Anerkennung für die Leistung, wenn jemand es geschafft hat, aus diesem Mist rauszukommen!
Das Leben danach..... keine Ahnung wie man da reagiert. ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich aus Liebe mit diesem Mann (leider nasser Alkoholiker) zusammen war und ihn aus meinen Leben verbannt habe, obwohl ich eigentlich es nicht wollte, aber für MICH und ihn keine Chance mehr sah. Vermutlich hätte ich weiter gelitten und nichts geändert, wenn ich nicht hier bei Euch gelandet wäre. Denke schon, dass es Typen gibt, die sich mehr als Co-Abhängige eignen und manche eben nicht. Vielleicht ist das so ein bisserl zu vergleichen mit dem, dass es Frauen gibt, die dann nur noch Mutter sind und vergessen, dass sie ja auch als Frau noch was wert sind.
Sicherlich wäre es schön, wenn die Partnerschaft mit dem trockenen Partner funktioniert, aber hier ist es wohl auch so, dass sich die beiden erst wieder kennenlernen müssen. Der trockene Alkoholiker ist nicht mehr der, der er war und der Co-Abhängige versteht es hoffentlich auch wieder, SEINEN Weg zu gehen.
Wünsche allen einfach, dass die Krankheit nicht Inhalt des gemeinsamen Lebens ist. Das Leben ist eh schon viel zu kurz um die Dinge zu erleben, die schön sind, vertrödeln wir es nicht! |
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| Little Friend hat zum Thema: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s geschrieben
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lavendel sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.05.2006 Beiträge: 2869
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Verfasst am: 07.01.2007, 23:48 Titel: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s |
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hallo lilly,
schwierige fragen. wenn ich sie theoretisch beantworten sollte, würde ich nicht sagen, dass ein alkie "schuld" abtragen muss. weil ich weiss, dass alkoholismus eine krankheit. praktisch finde ich das viel schwerer.
fangen wir mal mit den alkis an:
in meinem fall: bei meinen eltern würde ich eher von "schuld" sprechen als bei meinem partner. obwohl es ja albern ist, die krankheit ist die selbe.
aber meiner mutter (und auch meinem vater, aber der ist tot) nehme ich es im tiefsten innern immer noch übel, was sie durch ihr trinken ihren kindern angetan haben. ich glaube auch nicht, dass ich das irgendwann ehrlichen herzens "verzeihen" kann. ich denke, das liegt aber vor allem daran, dass ich mich als kind so machtlos gefühlt habe (und auch war) und meine mutter mich richtiggehend gedemütigt hat und zu dingen gezwungen, da wird mir heute noch schlecht bei dem gedanken. wenn sie "nur" getrunken hätte, wäre das vielleicht noch anders, dann könnte ich es vielleicht irgendwann verzeihen.
"schuld" meines partners? jein. nein, nicht wirklich schuld. was ich ihm eher übelnehme als das trinken ist die (frühere) überheblichkeit, und dass er sich ständig über mich und meine sorgen und gesprächsversuche lustig gemacht hat, auch im nüchternen kopf. gerade weil er um meine alkoholbelastete kindheit wusste. ich weiß ziemlich genau, warum er getrunken hat, und ich konnte seine gedankengänge und beweggründe auch nachvollziehen. also ist da in gewisses "verständnis", wenn natürlich auch kein gutheißen. schuld? naja, ich nehme ihm schon übel, dass er sein und damit auch mein leben über so eine lange zeit kaputt gemacht hat. das wird auch noch dauern, bis sich der groll gelegt hat, glaube ich. aber ich glaub nicht, dass er "schuld" abtragen muss.
lavendel |
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| lavendel hat zum Thema: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s geschrieben
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Little Friend neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.10.2006 Beiträge: 397
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Verfasst am: 08.01.2007, 00:02 Titel: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s |
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hier dann noch eine Frage.
Wann ändert sich die Sichtweise, dass der Co aus der Sucht helfen wollte und dem Alkoholiker nicht nur nerven und bevormunden will.....?
Wenn er nass ist, dass ist keine Sicht der Hilfe, das ist mir klar. Aber - kommt das mit der Einsicht, dass er trocken werden will oder erst, wenn er eine gewisse Zeit trocken ist? |
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| Little Friend hat zum Thema: Re: Provozierende Fragen an Alkies und CO`s geschrieben
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