| Trocken 2007! • Alles geht schief :( |
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michael81 Gast
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Verfasst am: 07.01.2007, 08:27 Titel: Der Kampf beginnt... |
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So... nachdem ich jetzt entgiftet habe sehe ich dem Tag Nr. 10 entgegen...
Noch habe ich so meine schwachen Momente aber ich bin zuversichtlich, dass ich es durchhalten kann. Leider habe ich allerdings noch nicht die `geistige Trennung' vom Alkohol geschafft -- aber das wird auch noch werden. Trinken kann ich schon alleine nicht mehr, weil sonst dieser Knast (Entgiftungsstation) umsonst gewesen waere *g
Ich beginne mich auch langsam wieder besser zu fuehlen, der Entzug war kein Vergnuegen. Normalerweise muesste ich morgen wieder arbeiten aber ich werde mir noch ein paar Tage auszeit goennen ich bin immer noch etwas `instabil'. Nicht dass mich der Stress ueberfordert. Ich kann auch noch nicht richtig schlafen.
Ich wuerde mich hier gerne etwas unterhalten und meinen Fortschritt diskutieren. In diesem Sinne alles Gute,
Michael |
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| michael81 hat zum Thema: Der Kampf beginnt... geschrieben
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Petter neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.07.2006 Beiträge: 329 Alter: 49 Wohnort: Zwischen Hamburg und Hannover
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Verfasst am: 07.01.2007, 10:26 Titel: Re: Der Kampf beginnt... |
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Hallo Michael,
du schreibst:
"Leider habe ich allerdings noch nicht die `geistige Trennung' vom Alkohol geschafft -- aber das wird auch noch werden. Trinken kann ich schon alleine nicht mehr, weil sonst dieser Knast (Entgiftungsstation) umsonst gewesen waere *g"
Diese beiden Sätze haben es in sich, finde ich. Im ersten Satz bedauerst Du, "die geistige Trennung" nicht geschafft zu haben. Im zweiten Satz bezeichnest Du die Entgiftungsstation als "Knast" und setzt ans Ende ein *g.
Ich vermute mal, so wird das nichts. Vielleicht hilft es Dir ein klein wenig auf die Sprünge (auch für den geistigen Absprung), wenn ich Dir sage, dass Du Deine Entgiftungsstation eher als Hilfe und Gelegenheit begreifen solltest, denn als Knast. Sie (die Entgiftung) gibt Dir die grossartige Möglichkeit unter Kontrolle von der körperlichen Abhängigkeit runterzukommen. Nach der Entgiftung hast Du die Basis für die weitere Arbeit an Dir und Deiner Trockenheit.
Nimm das doch besser als Chance wahr. Es ist nämlich wirklich eine.
Alles Gute!
Gruss Peter |
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| Petter hat zum Thema: Re: Der Kampf beginnt... geschrieben
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michael81 Gast
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Verfasst am: 07.01.2007, 11:37 Titel: Re: Der Kampf beginnt... |
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Als Knast bezeichne ich es, weil es durchaus Parallelen mit dem offenen Vollzug hat und ich die Zeit ueber eingesperrt war.
Und dass ich die geistige Trennung noch nicht geschafft habe ist nicht negativ, da ich das Problem erkannt habe. Ein *g indiziert meistens, dass man etwas nicht todernst meint, ne?
Ich weiss schon dass hier viele Leute sofort schwarz sehen wenn nicht alles so laeuft, wie sie es in ihrer persoenlichen Optimalvorstellung ausgemalt haben... aber von diesem Pessimismus lasse ich mich jetzt mal nicht anstecken, ne? In diesem Sinne... |
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| michael81 hat zum Thema: Re: Der Kampf beginnt... geschrieben
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Micha sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.07.2006 Beiträge: 4416
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Verfasst am: 07.01.2007, 12:12 Titel: Re: Der Kampf beginnt... |
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Hallo Michael,
ich beglückwünsche dich zu deiner Entscheidung, ein Leben ohne Alkohol führen zu wollen.
Ich denke nicht, dass Petter's Hinweis auf die Einstellung zu einer stationären Entgiftung dazu taugt, in die Pessimistenschublade geschoben zu werden. Aber das kann ein schriftliches Missverständniss sein und ich will da nicht weiter Wortklauberei betreiben.
Was ich persönlich nicht verstehe ist, warum du deinen Thread überschreibst: "Der Kampf beginnt"?
Welchen Kampf meinst du ? Ich frage dich das, weil ich das Trockenwerden ganz anders erlebt habe/erlebe. Ich habe seit ich nicht mehr getrunken habe das Gefühl und zunehmend auch die Gewissheit, den unleidlichen Kampf gegen den Alkohol endlich nicht mehr führen zu müssen. Das ist das was mein Trockenwerden kennzeichnet: Ich habe kapituliert vor der Kraft die der Alkohol auf mich als Alkoholiker ausübt. Ich habe jeden Kampf gegen ihn verloren und habe deswegen vor 7 Monaten beschlossen, mich in keine Auseinandersetzung mit ihm mehr einzulassen und mir stattdessen ein Leben fern ab des Alkohols aufzubauen.
Und das empfinde ich als sehr befreiend. Und mit jedem Tag mehr, weil ich merke, dass ich mich wirklich von ihm abnabeln kann wenn ich mich erst auf gar keinen Kampf mehr einlassen muss und mir ein Leben ohne ihn bastele.
Finde ich gerade so schön, nicht mehr dagegen kämpfen zu müssen und endlich so schlau geworden zu sein, den Alkohol aus meinem Leben herauszuhalten. Ich habe dadurch im Lauf der Zeit schon erheblich an Selbstbewusstsein gewonnen und weiß, dass ich keine Auseinandersetzung mehr mit dem Alkohol haben muss um zu wissen, dass ich sehr gut ohne ihn lebe.
Auseinandersetzen und austauschen tu' ich mich nur noch über den Alkohol, aber nicht mehr mit ihm.
Ich wünsch' dir alles Gute auf deinem weiteren Weg
Mit trockenem Gruß vom Micha |
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| Micha hat zum Thema: Re: Der Kampf beginnt... geschrieben
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michael81 Gast
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Verfasst am: 07.01.2007, 13:03 Titel: Re: Der Kampf beginnt... |
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Hei!
Nunja... ich bin halt erst im zehnten Tag und da ist es wohl klar dass man noch so seine schwachen Momente hat. Aber ich denke nicht dass ich deswegen fallen werde. Mir geht es auch zunehmend besser so dass ich bald auch keinen Kampf (im Endeffekt der Entzug) mehr fuehren muss. Ich geniesse es auch, dass es mir das erste mal seit Jahren mal wieder halbwegs gut geht... das will ich nicht missen.
Habe mich gerade mit Markus (meinem besten und quasi einzigen Freund) zum Thema unterhalten und er meinte, ich habe seine volle Unterstuetzung und dass er mich fotzt sollte er mich nochmal mit einem Bier sehen... das finde ich schonmal sehr positiv Hatte Angst dass er das evt. in den falschen Kragen bekommt weil er sich das Zeug ja selber so gerne schmecken laesst. Aber wie gesagt er ist halt wirklich ein Freund und kam keinesfalls nur zum Saufen zu mir oder sowas. Gott sei Dank habe ich mir erst garnicht so einen Kreis aufgebaut, von dem ich mich jetzt weinenden Auges trennen muesste! Was meinen Umgang angeht war ich immer waehlerisch. Damit habe ich jedenfalls schonmal ein grosses Problem behoben.
Als ich aus der Klinik rauskam war ich halt ein bisschen ueberwaeltigt und mir war zum Heulen. Aber einen ernsten Gedanken daran, zu trinken, hatte ich nicht.
Ich beseitige gerade noch die letzten Relikte (leere Bierflaschen usw.) und bring die Bude bisschen auf Vordermann. Schon witzig zu sehen was ich in nem Monat so weggesoffen habe... bestimmt 10 Kaesten... und das ohne das Tankenbier *g
lg && bb,
Michael |
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| michael81 hat zum Thema: Re: Der Kampf beginnt... geschrieben
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Micha sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.07.2006 Beiträge: 4416
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Verfasst am: 07.01.2007, 13:43 Titel: Re: Der Kampf beginnt... |
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Hallo Michael,
ja, die Gefühle können einen schon mal überwältigen. Ich denke mal, wir haben mit dem Saufen früher eine Menge Emotionen "runtergespült".
Ich find's echt bereichernd, mich nüchtern und sehenden Auges auf meine Gefühle einlassen zu können und sie anzunehmen wie sie sind. Am Anfang konnte ich mich manchmal nur schwer ertragen.
Mittlerweile finde ich mich schon ganz passabel.
Das ist gut, dass du deine Bude auf Relikte des Saufens untersuchst und alles beseitigst, was dich ans Trinken erinnern könnte.
Das Thema von Freundschaften ist für viele eine heikle Sache. Ich musste einsehen, dass sich die meißten meiner Bekannten als Saufkompagnons herrausstellten. Das bezieht sich bei mir leider auch auf die Familie. Ich habe da sehr große Veränderungen vornehmen müssen, die ich aber nie bereut habe, weil mir klar wurde, dass es dabei wirklich im Vordergrund ums Saufen ging. Da habe ich Trennungen unterm Strich als Bereicherung empfunden.
Umso besser, wenn du einen richtigen Freund hast, der nicht nur Verständnis hat, sondern sogar etwas auf dich achtgibt. Du schreibst, dass er dich nie wieder mit einem Bier sehen will. Du solltest deinerseits darauf achten, dass du ihn in den nächsten Monaten auch nicht mit einem Bier siehst. Er sollte seinen eigenen Konsum in deiner Gegenwart auch unterlassen, was ja sicher kein Problem für ihn/euch ist, da ihr ja vorher keineswegs nur zum Trinken zusammengekommen seid.
Ich wünsch' dir noch ein aufgeräumtes Gefühl beim "Altlastenentsorgen" und alles Gute
Trockener Gruß vom Micha |
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| Micha hat zum Thema: Re: Der Kampf beginnt... geschrieben
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michael81 Gast
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Verfasst am: 07.01.2007, 13:56 Titel: Re: Der Kampf beginnt... |
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Hallo Micha,
sicher... ich habe viele Gefuehle einfach runtergespuelt. Unterm Strich bin ich doch ein recht emotionaler Mensch. Ich habe die Angewohnheit, nicht die Augen zu verschliessen und habe mir oft Probleme anderer zu meinen eigenen gemacht... aber Gefuehle koennen durchaus etwas schoenes sein, definieren sie uns doch als Menschen.
Das mit den Saufkompagnons ist klar... das duerfte fuer viele ein grosses Problem sein. Sowas wusste ich aber immer zu vermeiden -- haben haette ich das sicher koennen. Aber Freunschaft war fuer mich immer schon ein Begriff, mit dem ich vorsichtig umgegangen bin. Und jemand, der sich nur zum Birne-Wegsaufen treffen will haette sich ohnehin nie qualifizieren koennen. Dass sich in einem solchen Moment die Spreu vom Weizen trennt ist natuerlich klar. Aber als Verlust haette ich das sicher auch nicht empfunden an Deiner Stelle.
Ich denke wir werden uns jetzt eine Zeit lang nicht sehen oder dann eben nur unter der Premisse, dass nicht gesoffen wird. Er weiss worum's geht und wird das sicher verstehen.
Das mit dem Altlasten-Entsorgen dauert wohl noch nen bisschen hehe... is ne Menge.
greetings,
Michael |
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| michael81 hat zum Thema: Re: Der Kampf beginnt... geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 07.01.2007, 15:17 Titel: Re: Der Kampf beginnt... |
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Hallo Michael,
ich freue mich, von dir wieder zu hören und erinnere mich an den Tag im Weihnachtschat, als du dann beschlossen hast, doch in ein Klinikum zu gehen. Du hast einen immensen Grundstein gelegt.
Dieser Grundstein allein ist eine enorme Bereicherung in deinem Leben, an dem du nunmehr täglich feilen musst.
Nur nichts trinken reicht leider nicht.
Du hast eben auch hier im Forum gewaltiges Wissens- und Erfahrungspotential zur Verfügung, was man sich sehr zu nutze machen kann.
Also lesen, lesen, lesen ...
Es heißt nun, täglich sein neues Leben zu gestalten, fern von altern Mustern, fern den Anlässen und Begebenheiten, zu denen man früher obligatorisch zum Alk gegriffen hat.
Mit Kampf hat das nichts zu tun, den hast du gegen den Alk aufgegeben.
Arbeite kreativ und wertschöpfend an dir.
Ich freue mich sehr für dich.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Der Kampf beginnt... geschrieben
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