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Schwalbe
Gast






BeitragVerfasst am: 07.01.2007, 15:40    Titel: Re: Wie weh das tut... Tränen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Jean,
auch Du must Deinen eigenen Weg finden, wie alle anderen hier. Wichtig ist dabei, dass Du lernst in dich hinein zu hören und selber merkst, was dir guttut und was nicht. Trotzdem finde ich es sehr ratsam, Dir Deine tolle Liste immer wieder vor Augen zu führen. Es muß nicht alles auf Dich zutreffen, aber es steckt in den Worten viel Wahrheit drin. Vieles merkt man erst viel später. Den Vergleich von Lilly mit dem Berg finde ich sehr zutreffend. Deine Aufgabe ist es, Deinen eigenen Weg zur Spitze zu finden und zu gehen.
Ich wünsche Dir viel Kraft und vertraue Dir!
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Schwalbe hat zum Thema: Re: Wie weh das tut... Tränen... geschrieben
jean
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.12.2006
Beiträge: 658

BeitragVerfasst am: 07.01.2007, 15:44    Titel: Re: Wie weh das tut... Tränen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lilly12 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Jean,

...

Ja, so ist es, jetzt liegt nur die Schwierigkeit darin, alles auch umzuseten. Dafür muss man aber in kleinen Schitten gehen, immer einen nach dem anderen, sonst steht man ja wie vor einen riesigen Berg, der einem Angst macht.

...

Geh ich aber gemächtlich in Serpentinen hoch, im besten Fall noch mit einen erfahrenen Bergführer, hab ich sehr große Chancen, oben heil anzukommen und in Ruhe die Aussicht zu genießen.

...

Lieben Gruß an Dich
Lilly


Hallo Lilly!

Um in Deinem Bild zu bleiben: Ich geh gern mit erfahrenem Bergführer, wenn mir eine Tour zu schwierig ist - und das ist mir diese ganz sicher. Die ist nichts zum Alleingehen.

Sehr hilfreich ist mir auch die Gruppe, die mich begleitet und die ich begleiten möchte...
Da gibt es ganz Starke und Erfahrene, die nicht weichen, nicht fallen und zur Vernunft rufen. Sie bleiben stehen und sind ein Fels in der Brandung, eine Schutzhütte im Gewitter.
Da gibt es auch Ängstliche und Menschen mit Konditionsschwierigkeiten, die mir vielleicht in einem Moment der Großzügigkeit die Hand reichen, über sich selbst hinauswachsen und mir aufhelfen... Vielleicht werden sie dabei stärker, statt zu fallen, wer weiß.
Wir kommen gemeinsam ans Ziel. Wir gehen gemeinsam Schritt für Schritt.

Ja, das stimmt, es geht nur in kleinen Schritten, die sind oft mühsam, und ich werde mir gern dabei helfen lassen.

Liebe Grüße von
Jean
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jean hat zum Thema: Re: Wie weh das tut... Tränen... geschrieben
Micha
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 18.07.2006
Beiträge: 4416

BeitragVerfasst am: 07.01.2007, 15:44    Titel: Re: Wie weh das tut... Tränen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Jean,

du scheinst ja einen Postrekord aufstellen zu wollen Lachen , gönn' dir mal 'ne Pause, sonst kommst du ja gar nicht mehr zum Lesen Winken .

Find' ich auch gut deinen Punktekatalog. Alles ist richtig.
Aber: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Und noch ein Spruch hinterher: Eile mit Weile.

Lass' dir man Zeit, erstmal sacken zu lassen, was das in der Praxis alles für dein Leben bedeutet. Wie radikal ein Bruch notwendig ist oder du einen Bruch später überhaupt als radikal empfindest, wird auch erst die Zeit zeigen.
Für den Anfang finde ich es besonders wichtig zuzuhören und nachzufragen (was du ja tust) und vor allem ehrlich zu sich selbst zu sein.

Wer mit sich und seiner Entscheidung trocken zu leben im Reinen ist, hat auch keinerlei Probleme, dies nach außen zu vertreten.

Den Rest was dein soziales Umfeld anbelangt musst du nicht akribisch vorherplanen ... das wird dann auch ein Selbstläufer. Vieles ergibt sich einfach folgerichtig aus deiner Lebensweise - geradezu logisch.
Je länger du ohne Alkohol lebst, umso weniger hast du von allein das Bedürfnis, dich mit nassen Alkoholikern (oder eben Trinkern) zu umgeben. Bis dahin meide einfach sicherheitshalber jede Gelegenheit, bei der du mit alkoholisierten Personen in Berührung kommst. Sie können nett sein, werden aber niemals einen günstigen Einfluss auf deine neue Lebensphilosophie haben. Nicht wenn sie vor deiner Nase trinken.
Ich habe seit 7 Monaten nichts getrunken und tu' das noch heute (alkoholträchtige Situationen meiden). Warum sollte ich jemandem beim Trinken zuschauen, wenn ich das für mich selbst ablehne?
Es geht mir dabei weniger darum, dass ich Angst hätte, dass ich auch trinken müsste. Dafür bin ich wohl schon ein Weilchen gefestigt genug. Aber ich lehne es einfach ab. Es tut mir zum verinnerlichen meines trockenen Gedankenguts nicht gut. Ich möchte erst sicher sein, dass das Nichttrinken mir so in Fleisch und Blut übergegangen ist, wie das Atmen und Essen. Und das dauert natürlich eine gewisse Zeit wenn man jahre- oder jahrzehntelang zuvor soff.

Du schreibst:
Zitat:
Es gibt ja vieles an meinem Leben, was gut ist und das ich beibehalten möchte.
Die Kunst besteht eben gerade darin, zu sehen, wo und womit ich radikal brechen muss, um einerseits standhaft zu bleiben und andererseits nichts wegzuwerfen, was gut und wertvoll ist.


Das ist gar keine Kunst. Das ist gelebtes Leben. Was sich bewährt, bleibt - was kontraproduktiv ist, fliegt raus. Man muss es als oberstes Ziel trocken zu leben nur ernst meinen. Die Trockenheit an oberste Stelle setzen und alles was man selbst für notwendig hält, bzw. was man als Rat für notwendig angenommen hat, umsetzen.

Schritt für Schritt und mit großer Geduld und ohne sich selbst überschlagen zu wollen.

Kontinuität kommt dabei vor Schnelligkeit.

Ich wünsch' dir alles Gute auf deinem weiteren Weg

Trockenen Gruß vom Micha
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Micha hat zum Thema: Re: Wie weh das tut... Tränen... geschrieben
Schwalbe
Gast






BeitragVerfasst am: 07.01.2007, 15:46    Titel: Re: Wie weh das tut... Tränen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich sehe, dass Du Deinen Humor noch nicht verloren hast. Lachen
Das ist gut so Ausrufezeichen Ausrufezeichen
Behalte ihn Dir.

Gruß
Heike
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Schwalbe hat zum Thema: Re: Wie weh das tut... Tränen... geschrieben
Timster
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 25.11.2006
Beiträge: 361

BeitragVerfasst am: 07.01.2007, 16:28    Titel: Re: Gewissen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

jean hat Folgendes geschrieben:
RICHTLINIEN FÜR EIN DAUERHAFT TROCKENES LEBEN
6) Brich mit allen Freunden, die Alkoholiker sind oder Deine Saufkumpanen waren. Das sind keine echten Freunde, nur Kollaborateure Deiner Sucht.

Das betrifft vor allem einen sehr guten Freund und Freizeitaktivitätenpartner von mir, mit dem ich gemeinsam gesoffen habe...

Da ist ein Bruch im Entstehen.
Aber so einfach ist das ganze nicht.
Letztendlich habe auch ich, als ich noch gesoffen habe, ihn mithinuntergezogen.
Ich habe Angst, dass wir nur Saufkumpanen waren.
Na ja, zu 50% würd ich sagen.
Die anderen waren gemeinsame Aktivitäten und Gespräche, die nichts mit dem Saufen zu tun hatten.

Priorität hat, dass ich mich nicht runterziehen lasse. Drum habe ich Farbe bekannt vor ihm und den Kontakt stark eingeschränkt - vor allem den geselligen Treffen am Abend werde ich fern bleiben - vorerst.

Aber vielleicht lässt sich da was an Freundschaft retten, und auch wenn er sich entscheidet weiterzusaufen, ist und bleibt er ein Mensch, den ich mir vertraut gemacht habe und für den ich in einem gewissen Maß verantwortlich bin.



Hallo Jean,

vorab mal, heute ist mein 50. Tag ohne Alkohol, bin also kein alter Hase.

finde ich gut, dass du eine so große Freundin des Wortes bist und versuchst so präzise und planmäßig zu sein. Das hilft mir persönlich weiter, weil 'Dinge in Worten auf den Punkt bringen' schon eine gewisse Kunst ist.

Ich für mich meide die Wörter Richtlinien oder Regeln. Mein persönliches Verhältnis zu diesen Wörter ist nämlich verbunden mit dem Gefühl der Fremdbestimmung. Das führt natürlich früher oder später zu einer Verweigerungshaltung, die mir dann im Wege steht bzw. dazu führt, dass ich mir selbst im Wege stehe. Mir hilft vor allem 'ich will'. Aber du hast ja ebenfalls jeden Punkt auch auf dich selbst bezogen und kommentiert.

Bei Punkt sechs komm ich allerdings ins Grübeln. Ich breche nicht unbedingt mit allen alten Bekannten, aber mit denen, die NUR Saufkumpane waren. Wer dagegen kein Problem hat auf Alkohol zu verzichten und sich mit mir zum Quatschen treffen will, der ist herzlich willkommen. Ich habe ohnehin nur wenige Freunde und ich empfinde es eher als Bestätigung der Freundschaft, wenn man sich dann weiterhin trifft und eben Tee oder Kaffee oder Fruchtcocktails zusammen trinkt.

Deinen letzten Absatz fand ich heikel:
"...ist und bleibt er ein Mensch, den ich mir vertraut gemacht habe und für den ich in einem gewissen Maß verantwortlich bin."
Zwei (fast gleiche) Fragen dazu:
1. Woher nimmst du dir das Recht Verantwortung für ihn zu übernehmen?
2. Warum ist das für dich eine Pflicht für einen anderen Verantwortung zu übernehmen ?

Viele liebe Grüße,

Timster
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Timster hat zum Thema: Re: Gewissen... geschrieben
jean
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.12.2006
Beiträge: 658

BeitragVerfasst am: 07.01.2007, 16:51    Titel: Re: Wie weh das tut... Tränen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

.Micha hat Folgendes geschrieben:

du scheinst ja einen Postrekord aufstellen zu wollen Lachen , gönn' dir mal 'ne Pause, sonst kommst du ja gar nicht mehr zum Lesen Winken .

...
Ich wünsch' dir alles Gute auf deinem weiteren Weg

Trockenen Gruß vom Micha


Hallo Micha!
Vielen Dank für die guten Wünsche, ich kann sie gut gebrauchen auf meinem Weg.

Sorry für die Menge! Da musste mal was raus, nach den 8 Wochen beinahe nur drüber schweigen...

Jetzt weiß ich, wo ich stehe und mir ist viel leichter.

Liebe Grüße von
Jean
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jean hat zum Thema: Re: Wie weh das tut... Tränen... geschrieben
jean
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.12.2006
Beiträge: 658

BeitragVerfasst am: 07.01.2007, 16:54    Titel: Re: Gewissen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Timster hat Folgendes geschrieben:
... Deinen letzten Absatz fand ich heikel:
"...ist und bleibt er ein Mensch, den ich mir vertraut gemacht habe und für den ich in einem gewissen Maß verantwortlich bin."
Zwei (fast gleiche) Fragen dazu:
1. Woher nimmst du dir das Recht Verantwortung für ihn zu übernehmen?
2. Warum ist das für dich eine Pflicht für einen anderen Verantwortung zu übernehmen ?

Viele liebe Grüße,

Timster


Hallo Timster!
Erwischt... Woher nehme ich mir das Recht... Muss drüber nachdenken.

Liebe Grüße von
Jean


Und Dank Euch allen für die moralische Unterstützung und dafür, dass ihr mich nicht allein gelassen habt.
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jean hat zum Thema: Re: Gewissen... geschrieben

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