| Vorstellung Holdrio • Hallo alle zusammen! |
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jean aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.12.2006 Beiträge: 658
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Verfasst am: 06.01.2007, 11:10 Titel: Re: Vorstellung Jean |
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| Lilly12 hat Folgendes geschrieben: | Dein Verhalten zeigt mir aber auch, das Du das Nicht-Trinken als Verlust und Verzicht siehst. Solange das der Fall ist, wirst Du nur Trinkpausen machen. Die Vorteile des Nicht-Saufens hast Du aber schon erkannt, Deine Gedanken werden klarer etc. Vielleicht kannst Du das durch Verinnerlichung zu einem wirklich trockenem Leben machen.
Bei mir war das etwas anders, ich verspürte nur unheimliche Erleichterung, nicht mehr trinken zu MÜSSEN, denn das war am Ende so bei mir. Ich wußte anfangs zwar noch nicht, wie ich es schaffen soll, nie wieder zu trinken, aber eins wußte ich genau: Wo ich nie wieder hin wollte.
Du bist nun schon 8 Wochen trocken, eine sehr gute Zeit. Hast Du begonnen, Dein Umfeld zu ändern ? Hast Du begonnen, Deinen Bekanntschaftskreis zu sondieren, wer da noch dazugehören kann und wer nicht ?
Das sind alles wichtige Dinge, die man einfach machen muss, auch wenn man es erst vielleicht nicht versteht, es ist trotzdem sehr wichtig.
Wie füllst Du nun Deine Zeit, die Du früher mit Saufen verbracht hast ? Die will doch nun gefüllt werden.
Ich denke, man wird unzufrieden, wenn man nur Nicht-mehr-trinkt. Auch andere Veränderungen müssen herbeigeführt werden.
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Hallo Lilly!
Du hast Recht, zu den Feiertagen habe ich zum ersten Mal so richtig gespürt, dass ich auf Dinge verzichten muss, wenn ich nicht trinke.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich quasi zu unserer ganzen Weihnachts- und Feiertagskultur nicht richtig dazugehören kann, wenn ich nicht auch besoffen bin. Das sind jetzt die Nachwirkungen, die ich spüre.
Ich musste ständig "nein" sagen, "nein", danke, "nein", "nein" - mich für etwas entschuldigen, das eigentlich mein Recht ist, nämlich nicht zu trinken... Das hat mich verletzt, dass ich das Gefühl vermittelt bekommen habe, dass ich plötzlich nicht mehr dazugehöre...
Die Erleichterung, nicht mehr trinken zu müssen, kenne ich auch, danke dass Du mich darauf hingewiesen hast. Ich war in der letzten Zeit, bevor ich aufhörte zu trinken, psychisch sehr angeschlagen, nervös und ängstlich, manchmal benebelt und total verzweifelt. Es ist eine große Erleichterung dass das verbei ist und dass ich mich stark und klar im Kopf fühle (auch wenn ich momentan traurig bin und mit manchen Veränderungen klarkommen muss).... Mein Leben gefällt mir so viel besser.
Ja, ich hab begonnen meinen Bekanntenkreis zu sondieren... Gottseidank trinken die meisten meiner Freunde ohnehin nicht viel und jetzt in meiner Gegenwart gar nichts... Eine Ausnahme ist ein sehr guter und inzwischen langjähriger Freund, mit dem ich zumindest wöchtentlich einen Abend verbringe. Er ist Alkoholiker und schafft es nicht, in meiner Gegenwart nicht zu trinken. Na ja, von seinen Samstagabendveranstaltungen bin ich ausgeladen, seitdem ich mich nicht mehr betrinke. Das hat sich von selbst erledigt. Das wäre ohnehin die größte Versuchung gewesen. Auf die Freundschaft mit ihm möchte ich aber zumindest momentan noch nicht verzichten... Ich hab das Gefühl, ihn nicht einfach "weglegen" zu können; er ist ja ein Freund... Ich muss halt sehen, dass ich mich nicht übernehme... Jedenfalls weiß er, was bei mir los ist, und steht jetzt selbst mir gegenüber unter Rechtfertigungsdruck. Er trinkt zwar auch vor mir, animiert mich aber nicht mehr zum Trinken und besäuft sich nicht mehr...
Aber ob ich das schaffe, ohne mehr auf Distanz zu gehen? Weiß ich nicht...
Eine zweitägige Tour mit ihm habe ich abgesagt, weil ich sicher war, ich würde das nicht schaffen... Mit meinem Nachbarn habe ich auch einmal gesoffen und er hat mich wieder eingeladen; da bin ich momentan"auf der Flucht" und er ist jetzt ohnehin so beleidigt, dass ich ausgeladen bin...
Sonst hab ich nicht den Eindruck, dass der fehlende Alkohol Leere in meinem Leben hinterlassen hat. Eher sehr im Gegenteil. Ich kann meine Zeit jetzt wieder sinnvoll verbringen, mit Musik hören, mit einem Buch, mit Spielen, mit Leuten... Bei mir war es mehr ein Trinken aus Gewohnheit und um meinen Schmerz über meine Situation am Arbeitsplatz zu betäuben... Der Alkohol hat aber als Betäubungsmittel nicht wirklich funktioniert. Am nächsten Tag waren die Probleme ja noch da und ich hätte mich nur dauerbesaufen können. Wie ich das gemerkt habe, hab ich die Notbremse gezogen. Statt dass ich mich besaufe gehe ich halt jetzt zu vertrauten Menschen und rede, rede, rede...
Vielen Dank für's Zuhören!
Liebe Grüße von
Jean |
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| jean hat zum Thema: Re: Vorstellung Jean geschrieben
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 06.01.2007, 12:45 Titel: Re: Vorstellung Jean |
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Hallo Jean,
dieses Gefühl, nicht mehr "dazuzugehören" kennt wohl jeder hier, das ist wohl anfangs immer so. Aber das gibt sich wieder. Ich halte es für wichtig, sich auch aus diesem Grund einen neuen Bekanntenkreis zuzulegen, da gehört man dann auf jeden Fall dazu, so wie man jetzt ist. Es gibt viele Menschen, die gar nicht oder sehr wenig trinken. Ich habe auch viele neue Bekannte und auch Freunde gefunden, die mit Alk nix zu tun haben, ich war 40, als ich trocken wurde, es ist dann keinesfalls zu spät, sich einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen, ach, dafür ist es ja eigentlich nie zu spät.
Menschen schrecken oft vor tiefgreifenden Veränderungen zurück, ich denke, das ist ein normales Verhalten. So weiß man doch, was man hat, was man bekommt, weiß man noch nicht. Aber dieses Risiko müssen wir einfach eingehen, denn tiefgreifende Veränderungen an uns selbst und unseren Umfeld sind das wichtigste überhaupt, denn nur so können wir dauerhaft trocken bleiben. Für uns ist das sozusagen überlebenswichtig.
ABER all diese Veränderungen kommen nicht von heut auf morgen, es erfordert viel Arbeit an sich, die man oft sicher auch als hart empfindet. Aber wenn man vieles verinnerlicht hat, wird es immer einfacher.
Unsere Krankheit tragen wir nun lebenslänglich in uns, das ist mal Fakt. Aber wir können gut damit leben, auch glücklich und zufrieden. Die Kraft dazu tragen wir alle in uns, wir müssen sie nur wieder aktivieren, das kann man lernen. Aber man muss es ganz fest wollen.
Allerdings kann ich Dir leider jetzt schon sagen, das Du Dich von Deinem Alkie-Kumpel trennen musst und das auch von Dir aus selber so wollen wirst. Denn Du wirst recht bald feststellen, das ihr nicht mehr viele Gemeinsamkeiten habt. Ich denke, diese Erfahrung haben hier wohl fast alle machen müssen, es ist nur ein Frage der Zeit.
Und es kann nicht sein, das er in Deiner Gegenwart trinkt, wenn er das nicht unterlassen kann, ist ein sofortiger Bruch am besten. Er KANN nicht Dein "Freund" sein, wenn er nicht für die paar Stunden Beisammensein auf Alkohol verzichten kann. Freunde tun so etwas nicht.
Auch würde ich Dir raten, weitere Sauf-Veranstaltungen erstmal strikt zu meiden, sei froh, das Du die Weihnachtsfeiertage und Sylvester "heil" überstanden hast. Fordere Dein Glück nicht zu sehr heraus, es kann Dich im schlimmsten Fall in einen Rückfall führen.
Ich für meinen Teil bin im ersten Jahr meiner Trockenheit zu keiner Feier oder Party gegangen. Es wird doch viele Feiern für Dich geben, wenn Du ds möchtest, aber es ist besser, erstmal bei sich zu bleiben. Später irgendwann wird einem Alk gleichgültig, aber solange man sich noch unsicher ist und nicht stabil, ist es besser, Festivitäten zu meiden.
Und reden kannst Du hier ohne Ende, macht uns gar nix ! Du wirst hier gelesen und wirst sicher auch noch viele weitere Ratschläge lesen, die Dir sehr helfen können.
LG an Dich
Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Re: Vorstellung Jean geschrieben
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Bernd G aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.11.2006 Beiträge: 827 Alter: 51 Wohnort: Waldbronn
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Verfasst am: 06.01.2007, 12:54 Titel: Re: Vorstellung Jean |
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Hallo jean !
Willkommen hier im Forum.
Warum machst Du dir das leben so schwer?
Nach Entgifftung und Therapie habe ich allen die es hören wollten oder auch nicht hören wollten offen von meiner Krankheit erzählt. Das war für mich am Anfang nicht leicht , aber das stehenlassen des ersten Glases war es auch nicht. Da hat sich dann ganz schnell herauskristalisiert wer ein Freund ist und wer nur Saufkumpan. Auch auf der Arbeit und in der Familie bin ich so verfahren. Anders als ich mir das vorgestellt habe, bekam ich nur Anerkennung und Unterstützung. Das hat mich bestärkt auf dem richtigem Weg zu sein. Ich muss aber auch sagen , es ist nur ein Freund übriggeblieben. Das sehe ich aber keineswegs als Verlust, lieber ist mir ein Freund auf den ich mich verlassen kann als 20 die wenn ich sie brauche eh nicht zu mir stehen.
Mir hat diese Öffnung gut getan, das konnte ich aber erst nachdem ich akzeptiert hatte das ich Krank bin .
Ich hoffe du findest die Kraft darüber nachzudenken.
Viele liebe Grüsse von Bernd |
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| Bernd G hat zum Thema: Re: Vorstellung Jean geschrieben
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jean aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.12.2006 Beiträge: 658
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Verfasst am: 06.01.2007, 20:46 Titel: Re: Vorstellung Jean |
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Hallo!
Danke fürs Lesen meiner Wehwehchen und Eure lieben Ratschläge...
Momentan wird mir alles, glaub ich, etwas zu schnell - zu viel.
Werd mal nachdenken über das, was Ihr mir geschrieben habt. Vorher:
Atem holen und mich freuen, dass ich jetzt 8 Wochen ohne Alkohol lebe...
Ganz liebe Grüße und danke, dass Ihr mich in Eure Gemeinschaft
aufgenommen habt
Jean |
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| jean hat zum Thema: Re: Vorstellung Jean geschrieben
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Tine neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.12.2006 Beiträge: 155
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Verfasst am: 06.01.2007, 21:10 Titel: Alles Gute! |
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Hallo Jean!
Ich möchte Dir einfach nur noch einmal " Sei Stark" wünschen! Du bist auf dem besten Wege!
In diesem Sinne!
Tine
PS: Denk an mich! Ich brauche diese 8 Wochen noch!!! |
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| Tine hat zum Thema: Alles Gute! geschrieben
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jean aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.12.2006 Beiträge: 658
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Verfasst am: 06.01.2007, 23:10 Titel: Re: Alles Gute! |
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| Tine hat Folgendes geschrieben: | Hallo Jean!
Ich möchte Dir einfach nur noch einmal " Sei Stark" wünschen! Du bist auf dem besten Wege!
In diesem Sinne!
Tine
PS: Denk an mich! Ich brauche diese 8 Wochen noch!!! |
Hallo Tine!
Ich denk an Dich!!!
Lass mich bitte wissen, wann es für Dich an die Entgiftung geht!
Liebe Grüße von
Jean |
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| jean hat zum Thema: Re: Alles Gute! geschrieben
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jean aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.12.2006 Beiträge: 658
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Verfasst am: 07.01.2007, 01:02 Titel: Re: Vorstellung Jean |
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| Lilly12 hat Folgendes geschrieben: | Hallo Jean,
Auch würde ich Dir raten, weitere Sauf-Veranstaltungen erstmal strikt zu meiden, sei froh, das Du die Weihnachtsfeiertage und Sylvester "heil" überstanden hast. Fordere Dein Glück nicht zu sehr heraus, es kann Dich im schlimmsten Fall in einen Rückfall führen.
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Und reden kannst Du hier ohne Ende, macht uns gar nix ! Du wirst hier gelesen und wirst sicher auch noch viele weitere Ratschläge lesen, die Dir sehr helfen können.
LG an Dich
Lilly |
Hallo Lilly!
Du hast recht, ich habe Glück, die Feiertage trocken überstanden zu haben... Vorher war ich in meinen Gedanken schon so weit, dass ich kaum an Alkohol gedacht habe. Es ist mir konstant gut gegangen mit dem Nicht-Trinken.
Ich nehm mir jedenfalls vor, Abende mit Freunden, die zu Trinkgelagen werden könnten, in den nächsten Wochen zu meiden, besonders Abende mit meinem Alkoholiker-Freund in seinem Haus. Das wird aber schwierig für mich, nein zu sagen. Das heißt ja auch: ein Stückchen mehr einsam sein. Partys stehen momentan sowieso nicht an. Ich hoffe, ich komm da wieder raus aus meinen Gedanken ans Trinken, die sind nämlich lästig.
Ja, Eure Ratschläge helfen mir.
Liebe Grüße
von Jean |
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| jean hat zum Thema: Re: Vorstellung Jean geschrieben
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