| Das regt mich auf! • kann man wirklich nicht helfen |
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Marjel Gast
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Verfasst am: 04.01.2007, 18:19 Titel: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? |
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Habe mich gestern Abend, schweren Herzens entschlossen, meinen alkoholabhängigen Lebensgefährten nach heimlichem Trinken, und Leugnen, vielen gebrochenen Versprechen, Agression, Eskalation und Gewalt und immer wieder Einknicken meinerseits vor die Tür zu setzen und unseren gemeinsamen Mietvertrag für die -Gott sei Dank- noch nicht bezogene gemeinsame Wohnung wieder zu kündigen.
Welche Erfahrungen haben andere Betroffene gemacht? Wie gelingt es Euch kosequent zu bleiben? |
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| Marjel hat zum Thema: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? geschrieben
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Krümelmonster neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.12.2006 Beiträge: 184 Wohnort: Hamburg-Süd
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Verfasst am: 04.01.2007, 18:37 Titel: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? |
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Hallo Marjel!
Du hast den ersten Schritt getan, und so wie es scheint rechtzeitig (vor dem Zusammenzug). Jemand hier im Forum sagte mal nicht Fallenlassen, aber Loslassen in Liebe.
Ich konnte zwar meinen Eltern nicht helfen, als ich auszog um mein eigenes Leben in den Griff zu bekommen, aber für mich war es ein wichtiger Schritt. Ich habe mich praktisch der Macht entzogen, die die Alkoholabhängigkeit auch auf mich hatte.
Für Deinen Freund ist es jetzt die Möglichkeit sich endlich mal bewusst darüber zu werden, was der Alkohol eigentlich angerichtet hat. Aus Erfahrungsberichten hörte ich, dass viele Abhängige erst durch solche Situationen, wie sie jetzt auch bei Deinem Freund vorliegt, angefangen haben konkret etwas "zu tun".
Mein Ex-Partner hat auch nicht aus seinen Fehlern gelernt (erst war er Alkoholiker, jetzt kifft er ... (sog. Suchtverlagerung)), aber ich bin nicht zu ihm zurück weil ich fünf Jahre meines Lebens damit vergeudet habe mir seine leeren Versprechungen anzuhören. Irgendwann hat man es einfach satt (so wie ich). Aber heute finde ich, dass ich viel früher den Schlussstrich hätte ziehen müssen. Das wiederrum ist aber auch eine Erkenntnis, die vielen Angehörigen erst "hinterher" kommt.
Es ist halt so.
Meine Konsequenz musste ich erst einmal für mich selbst lernen und heraus kristallisieren. Was ist eigentlich für mich wichtig, was kann ich für mich tun? Ich habe irgendwann eingesehen, dass ich nicht bis ans Lebensende gegen eine Wand reden will und nicht ewig darunter leiden
möchte. Auch meinen Kindern wollte ich so ein Leben ersparen. Und vieles von meinem falschen Verhalten meiner Umwelt gegenüber, ist leider auch auf meine Kinder "abgefärbt". Ich bin dabei, den Scherbenhaufen zu beseitigen und langsam gegen etwas neues, heiles einzutauschen.
Konsequent kann man gut bleiben, wenn man sich immer vor Augen hält, was einem selbst eigentlich wichtig ist. Was man für sein eigenes Leben erreichen und ändern will.
Lieben Gruß, KM |
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| Krümelmonster hat zum Thema: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? geschrieben
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Bernd G aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.11.2006 Beiträge: 827 Alter: 51 Wohnort: Waldbronn
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Verfasst am: 04.01.2007, 18:52 Titel: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? |
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Hallo Marjel !
Willkommen im Forum.
Das nenne ich mal wirklich Konsequent !!!
Du schreibst da was von Gewalt ! Ich denke spätestens dann sollte die Schmerzgrenze überschritten sein.
Aus deiner Fragestellung entnehme ich aber das da bei dir noch Gefühle wie Zuneigung oder Liebe vorhanden sind. Ich denke Du hast alles RICHTIG gemacht und kannst eigentlich nur abwarten wie dein Partner darauf reagiert. Der Ball liegt nun bei ihm, wenn er bereit ist was für sich zu tun kannst du ihn vieleicht unterstützen. Wenn nicht solltest du über eine Trennung nachdenken. Niemand hat das Recht dir Gewalt anzutun.
Auch ich bin immer wieder " weich " geworden und das Spielchen ging von neuem los. Dann habe ich meiner Partnerin ein Ultimatum gestellt und ihr deutlich gemacht , das ich mich beim nächsten Rückfall trennen werde. Seit diesem Tag ist sie trocken und geht zur Gruppe, sie tut also was für sich und somit auch für uns.
Vieleicht ist das ja auch eine Möglichkeit für dich. Geht dein Partner nicht darauf ein, weist du eigentlich das erst der Alkohol kommt und dann Du. Diese Reihenfolge kann eigentlich Niemandem gefallen, oder ?
Viele Grüsse von Bernd |
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| Bernd G hat zum Thema: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? geschrieben
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Marjel Gast
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Verfasst am: 04.01.2007, 19:03 Titel: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? |
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| @ BerndG ja, die Gefühle kann man nicht einfach abschalten. Aber selbst wenn er sich ändern würde, was ich für ihn hoffe, kann ich wohl nicht mehr vertrauen. |
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| Marjel hat zum Thema: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? geschrieben
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Marjel Gast
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Verfasst am: 04.01.2007, 19:08 Titel: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? |
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Ich fürchte, daß mein Verhalten nicht ausreicht ihn zu unterstützen. Seinem Vater fehlt die Einsicht, er deckt ihn immer wieder und wird ihn schon auffangen.
Er bombardiert mich schon den ganzen Tag mit e-mails 30-40 Stück ins Büro und akzeptiert meine Entscheidung nicht. Er versucht mich abwechselnd mit Vorwürfen ihnin diese Lage gebracht zu haben und Liebesbekundungen "weichzuklopfen" |
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| Marjel hat zum Thema: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? geschrieben
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Bernd G aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.11.2006 Beiträge: 827 Alter: 51 Wohnort: Waldbronn
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Verfasst am: 04.01.2007, 19:22 Titel: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? |
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Hallo Marjel !
Sehe ich beides genau so.
Das Vertrauen in meine Partnerin ist auch noch ein ganz kleines Pflänzchen aber es wächst mit jedem Tag.
Das muss der Partner denke ich verstehen , das das nicht per Mausklick wieder ist wie vorher.
Für mich kann ich sagen ,das ich meine Freundin jetzt nach 12 Jahren erst kennenlerne. Denn da war ja immer " Kumpel " Alkohol der unsere Beziehung bestimmt hat.
Eine Garantie giebt es jedoch nicht.
Bei Dir kriege ich aber das Wort Gewalt nicht aus dem Kopf. Für mich muss ich sagen, kein Mensch auf diesem Planeten der mir Gewalt antut ist es wert das ich ihn liebe.
Warte doch erst mal ab , ob er überhaupt bereit ist seine Krankheit einzusehen und dann auch noch bereit ist ein abstinentes Leben in Angriff zu nehmen.
Dann kanst du dir Gedanken machen was du willst.
Wie gesagt ich finde es toll wie du reagiert hast, mehr kannst du meiner Meinung nach im Moment nicht tun. Jetzt ist er dran.
Viele liebe Grüsse von Bernd |
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| Bernd G hat zum Thema: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? geschrieben
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lavendel sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.05.2006 Beiträge: 2869
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Verfasst am: 04.01.2007, 19:29 Titel: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? |
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hallo marjel,
ich hab mich auch von meinem freund getrennt, weil er nicht ernsthaft etwas gegen sein alkoholproblem getan hat. den ganzen werdegang kannst du bei allzuviel zeit hier nachlesen: http://www.forum-alkoholiker.de/viewtopic.php?t=3517&highlight=.
aber zu der konkreten frage: ich hab mich am anfang abgelenkt ohne ende, um nicht schwach zu werden. ich hab versucht mich zu verabreden, hab mir jeden tag was vorgenommen, auch wenn mir das tierisch schwer gefallen ist. hab hier stundenlang gelesen, tagebuch geschrieben. mich verwöhnt. alles getan, damit ich nicht zu sehr ins grübeln komme. und ich hab mir immer wieder vor augen geführt, wie mein leben im vergangenen jahr ausgesehen hat, was daran schlecht war, um nur nicht wieder schwach zu werden.
das hat mir geholfen, denn ich glaube, man ist ganz schnell wieder dabei, nur noch die schönen seiten zu sehen und das, was man vermisst. ich hab mir vor augen gehalten, was jetzt - d.hieß ohne meinen freund alles ging, was vorher alles nicht ging. im prinzip hab ich am anfang mit mir selbst gehirnwäsche betrieben. das hat sich gelohnt. jetzt, nach drei monaten, weiß ich genau, was ich will und was ich nicht will. vor allem letzteres .
mein freund hat auch erst nach der trennung angefangen nachzudenken, und etwas zu tun. aber auch hier bin ich nach wie vor im höchsten grade misstrauisch und bleibe auf distanz um zu sehen, ob da was dran ist an seinen vorsätzen.
ignorier seine mails, geh nicht ans telefon wenn du sorge hast, dass er dich wieder einwickeln könnte. mir hat das geholfen, erst einmal alles abzublocken bis ICH so stark war, dass ich e-mail- oder telefonkontakt wieder haben konnte ohne umzufallen.
gruß
lavendel |
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| lavendel hat zum Thema: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? geschrieben
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Bernd G aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.11.2006 Beiträge: 827 Alter: 51 Wohnort: Waldbronn
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Verfasst am: 04.01.2007, 19:30 Titel: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? |
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Nochmal Hallo !
Irgentwie haben wir uns überschnitten.
Deinem dritten Schreiben zufolge kämpft da gerade jemand verzweifelt um sein " gemachtes " Nest.
Oder War bei den E-Mail eine in der etwas von " ich bin Alkoholkrank und will nicht mehr trinken- Bitte helfe mir " stand ?
Werde nicht weich, du wirst es sicher bereuen.
Viele liebe Grüsse von Bernd |
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| Bernd G hat zum Thema: Re: Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft? geschrieben
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