| Ich stell mich denn mal vor.... • Suff im TV |
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marlasinger neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.01.2007 Beiträge: 11 Wohnort: Karlsruhe
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Verfasst am: 04.01.2007, 16:49 Titel: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? |
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Mein Freund ist alkoholkrank, beim Jellinek-Schema hat er inzwischen erstaunlich viele Punkte.
Er trinkt in letzter Zeit weniger (sogar an Silvester, alle anwesenden Männer-"freunde" haben ihn mit Sticheleien bedacht, und er blieb bei 3 Bier), und möchte davon auch gern loskommen. Er plant jetzt, es für einige Monate ganz sein zu lassen.
Durch Literatur, die ich mir zum Thema angeschafft habe, weiss ich, dass er damit 2 weitere Bestandteile einer klassischen Alkoholiker-Karriere vorzuweisen hat. Er ist sich des Problems bewusst, möchte das auch wegbekommen. Die ganze Tragweite hat er allerdings noch nicht begriffen. Mit meiner Frage wende ich mich eher an Alkoholiker als an deren Angehörige: Was macht ihm das Ausmass bewusst? Ich möchte mich nicht weiter in Vorwürfen ergehen, sondern gern konstruktiv helfen. Macht es Sinn, ihm Literatur vorzulegen, ihn den Jellinek-Test machen zu lassen oder ihn zu einer Beratung zu schleifen? Wie gesagt, findet er seine Filmrisse (2 bisher) selbst eklig, kommt aber nicht ohne seine Feierabendbiere aus. Haben denn alle Alkoholkranken die klassische Karriere bis zum Tiefpunkt durchleiden müssen, ehe sie sich helfen konnten? Oder muss etwas Schreckliches passieren, damit ihm die Augen aufgehen? Oder gibt es Betroffene, deren Umfeld eine Stütze war? |
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| marlasinger hat zum Thema: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? geschrieben
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7472 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 05.01.2007, 00:38 Titel: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? |
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hallo marla
das ist denke ich nicht pauschal zu beantworten, jeder hat seinen eigenen anders gearteten tiefpunkt und manche lernen es nie. manchen reicht es den führerschein los zu werden andere schaffen es nicht mal wenn sie auf der parkbank schlafen. das ist so verschieden wie wir menschen.
es ist aber auf keinen fall falsch mal zur suchtberatung zu gehen.
leider kann ich dir nichts anderes sagen.
gruß doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 05.01.2007, 10:39 Titel: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? |
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Hallo marlasinger,
ich mußte erst alles, Familie, Job, Wohnung und soziales Umfeld verlieren und selbst dann wares es noch Jahre, bis ich aufgewacht bin.
Jeder braucht seinen persönlichen Tiefpunkt, der aber nicht ganz unten zu sein muß.
Das Wichtigste ist meiner Meinung, ob der Betroffene in der Lage ist, sein eigenes Wissen in Frage zu stellen.
Dieses Thema ist sehr umfangreich. Viele glauben, dass sie noch alles im Griff haben, dass sie sich die Hilfe, die sie vielleicht bereit sind anzunehmen, noch aussuchen zu können.
Sie hoffen, weil sie merken, es muß sich was verändern, dass sie ihren Tiefpunkt schon erreicht haben, aber die Wenigsten können sich fallenlassen und ohne Bedingungen Hilfe annehmen.
Aus Deinem Beitrag lese ich Hoffnung, dass Du Dir wünscht, dass Dein Freund doch kein Alkoholiker ist und ihr ohne große Lebensveränderungen ein "normales" Leben führen könnt?
Diese Versuche, mal weniger oder auch mal eine Zeit nichts zu trinken, sind oft reine Zeitverschwendung, die durch Hoffnung getrieben werden, weil man nicht wirklich konsquent zu seiner Krankheit steht.
Das zeigt auch der Satz von Dir zu Silvester.
Was hat ein Alkoholiker auf einer Party zu suchen, wo es Menschen gibt, die mit der Alkoholkrankheit nichts anzufangen wissen und den Betroffenen noch sticheln und zum trinken annimieren wollen.
Konsequenz ist mehr, als nur nichts zu trinken. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? geschrieben
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carsten10 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 27.09.2006 Beiträge: 28
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Verfasst am: 05.01.2007, 14:52 Titel: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? |
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Hallo Marlasinger
Als ich das erste mal in meiner SHG war wurde ich nach meinem Tiefpunkt gefragt und ich antwortete das ich wieder ein freier selbstbestimmter Mensch werden möchte. Die anderen in meiner Gruppe brauchten andere Tiefpunkte wie Frau droht mit Scheidung Führerschein weg etc. |
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| carsten10 hat zum Thema: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? geschrieben
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marlasinger neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.01.2007 Beiträge: 11 Wohnort: Karlsruhe
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Verfasst am: 06.01.2007, 20:20 Titel: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? |
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@karsten:
Er ist ja im Bekanntenkreis nicht als Alkoholiker "geoutet". Ich habe damit angefangen, ihn als solchen zu bezeichnen, nachdem diverse "ich trink nicht mehr" Versprechen gebrochen wurden.
Dass er doch keiner ist, glaube ich nicht, dazu habe ich ihn in typischen Alkoholiker-Beschreibungen zu häufig wiedererkannt. Meine Hoffnung war eher, weil er noch nicht so lange trinkt, und nicht schon mittags anfängt, dass er noch nicht soweit in die Sucht reingerutscht ist wie andere.
Erschreckend finde ich die typischen Charaktereigenschaften, die bei ihm wie die Faust auf's Auge passen: Sein immer süffisanter, leicht runterputzender Humor, der mir (seit ich weiss, dass er typisch ist für diese Krankheit), tierisch auf den Wecker fällt. Mir ist aufgefallen, dass cih, wenn er nicht mehr trinkt, ja gar nciht weiss, welcher Mensch mich da erwartet. Ich kenne ihn ja nur so!
Führerschein besitzt er nicht (so schlau isser), Trennungsdrohungen wirken wohl erst, wenn sie verzweifelt genug sind. So weit sind wir aber leider noch nicht.
Ich hoffe immer noch, dass nach dem nächsten großen Knall die Reue so groß sein wird, dass er für Fakten und Beweise zugänglich sein wird und ich ihn zu einer Beratung bewegen kann. Dazu muss es aber erst wieder knallen... |
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| marlasinger hat zum Thema: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? geschrieben
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Whitewolf sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 1204 Alter: 44 Wohnort: Homburg/Saar
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Verfasst am: 06.01.2007, 21:34 Titel: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? |
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hallo Marla,
dein Arragement in allen Ehren, aber eigentlich ist er derjenige der sich über seine Krankheit informieren sollte.
Bei dem was Du so schreibst habe ich das ungute Gefühl Du suchst solange etwas bis es passt.
Typische Charaktereigenschaft....
Typische Alkholiker- Beschreibung....
klassische Alkoholikerkarriere......
Selbstverständlich ist es Dein gutes Recht sich zu informieren. Aber mache nicht den Fehler und übernimm jedes Wort mit Punkt und Komma.
Jeder Suchtkranke ist ein anderer Mensch mit anderen Charaktereigenschaften und lässt sich schlecht in eine Schublade stecken.
Im übrigen besteht die Gefahr das sich derjenige irgendwann abschottet weil er die gelesenen Halbwahrheiten nicht mehr hören kann.
Verliere Deine Objektivität nicht, nur weil Du ein Fachbuch gelesen hast.
Wie Karsten leider schon geschrieben hat, Du befürchtest es wohl auch, kann es Jahre dauern bis zum wachwerden. Je mehr Druck von aussen dabei ist umso geringer ist die Chance das derjenige dauerhaft nüchtern bleibt. Ihn zu einer Beratung zu bewegen.....sehr vorsichtig ausgedrückt.
Schliesslich ist er ja in die 'zufriedene Trockenheit' gezwungen worden.
Eine Zeitbombe.
Die Fachliteratur macht im übrigen für Ihn nur Sinn wenn er trocken werden will. Die wichtigen Sachen werden sonst überlesen oder nicht aufgenommen.
Viele Grüsse
White |
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| Whitewolf hat zum Thema: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? geschrieben
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Gautama neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2006 Beiträge: 232
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Verfasst am: 07.01.2007, 12:04 Titel: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? |
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Hallo Marla,
deine Postings lassen wirklich Klischeedenken erkennen, da kann ich mich Wolf mit seinem gelungenem Beitrag nur anschließen.
Die ganzen Typologien und theoretischen Konstrukte sind zum größten Teil obsolet. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, sein eigenes soziales Umfeld und eine eigene Konstitution. Da können Typologien noch nicht einmal an der Oberfläche kratzen.
An deiner Stelle würde ich mich mehr auf mein eigenes Leben konzentrieren, obgleich ich deine Sorge löblich finde.
Du schriebst:Trennungsdrohungen wirken wohl erst, wenn ......
Mit Drohungen wirst du immer weniger erreichen, sie haben irgendwann ihre Wirkung verloren. Schau auf dein Leben und arrangiere dich mit dir. Stelle es in Frage. Willst du so leben? Wenn nicht, dann trenne dich.
Ein Alkoholiker kann sich nicht für andere ändern-nur für sich selbst, alles andere wäre Massochismus.
Dir alles Gute. Julia |
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| Gautama hat zum Thema: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? geschrieben
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marlasinger neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.01.2007 Beiträge: 11 Wohnort: Karlsruhe
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Verfasst am: 07.01.2007, 16:15 Titel: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? |
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Ja, da könnt ihr recht haben. Ich weiss ja, wie er auf Kritik oder Vergleicht reagiert, das habe ich mir inzwischen abgewöhnt, anzubringen.
Leere Drohungen will ich nicht aussprechen, da hab ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich meinte, dass ich ihm erst dann mit einer Trennung drohen kann, wenn ich auch bereit bin, tatsächlich zu gehen.
Dass er selbst Aufhören wollen muss, ist mir klar.
Sorry, wenn ich klischeebeladen wirke, aber die Situation ist für mich sehr neu, ich bin da mom. sehr am Schwimmen. Ich halte mich keineswegs für einen Fachmann, nur weil ich ein Buch gelesen habe, das ist ja spätestens an meinen haufenweise blöden Fragen zu merken, die euch immer wieder sauer aufstossen.
@julia: Mich zu trennen, soweit bin ich noch nicht. Aber ich kaue unsere Situation schon sehr genau durch und weiss, dass ich das nur bis zu einem bestimmten Punkt mitmachen kann. Schon allein der Kinder wegen. Mich auf mein eigenes Leben konzentrieren fällt mir zur Zeit schon schwer, er ist ja noch ein Teil davon. Aber ich arbeite daran.
Vielen Dank für eure ehrlichen Worte. |
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| marlasinger hat zum Thema: Re: Was hat Alkoholikern die Augen geöffnet? geschrieben
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