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Alkoholismus - welche Schritte einleiten?

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Hallo alle zusammen!   •    Problemtrinken, Lösung nicht in Sicht  
Autor Nachricht
Andreah
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.01.2007
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 05.01.2007, 20:44    Titel: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, lieber Frank,

zuerst herzlichen Glückwunsch, dass Du es geschafft hast, Dir ein neues Leben aufzubauen!!!
Und es freut mich, dass Du so offen von Dir geschrieben hast!

Mir geht es natürlich nicht gut, sehr schlecht eher. Ich bin jetzt wieder an dem Punkt, an dem ich vor 1,5 Jahren schon mal war. Damals kam ich mit dem Alk nicht mehr zurecht, habe aufgehört zu Trinken und bin daraufhin zusammengebrochen und habe mich meiner Hausärztin anvertraut. Damals machte sie sogar einen Termin in einer Klinik für mich aus und diesen habe ich eine Woche vorher abgesagt....
Bin dann in eine ambulante Therapie gegangen und habe dort zumindest gelernt, mit meiner Essstörung umzugehen, aber das mit dem Alk habe ich auch dort nicht geschafft...
Mit der ambulanten Therapie wird es erst dann weitergehen, wenn ich in einer Klinik war. Ich finde es gut, dass die Therapeutin die Therapie abgebrochen hat! Würde derzeit eh nichts mehr bringen.
Ja, und nun hocke ich wieder hier zu Hause, möchte nicht Trinken, tue es trotzdem und habe ein schrecklich schlechtes Gewissen.
Und den Termin bei der Suchtberatung habe ich wahrscheinlich nur ausgemacht, um mir wieder vorzumachen, dass ich ja auf dem Weg wäre, was dagegen zu unternehmen.
Aber, so ehrlich gesagt, wird mir eine ambulante Unterstützung nicht weiterhelfen, da ich ja alleine lebe und dann abends doch wieder zu den verteufelten Getränken greife.
Auch der Versuch, einfach nichts zu Hause zu haben, ist bei mir gescheitert, da direkt in der Nähe eine Tankstelle ist und dann war ich ‚guter’ Kunde dort.

Und was Du geschrieben hast, die Ausreden, das sich selbst was vorlügen, macht einem das Leben sehr schwer. Ich lobe mich nicht, finde immer nur meine negativen Seiten.

Hast Du vielleicht noch Tipps und Tricks auf Lager, wie man sich selber von diesem schändlichen Tun abhalten kann?

Lieben Gruß
Andrea
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Andreah hat zum Thema: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? geschrieben
Andreah
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.01.2007
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 05.01.2007, 22:22    Titel: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Spedi,

Du bist so schonungslos offen! Deine Worte musste ich erst mal sacken lassen. Hm, ja, ich muss zugeben: Ich fühle mich ertappt. Ich belüge und betrüge mich selber!

Kannst Du mir bitte noch einen Ratschlag geben, wie ich das meinen Eltern klar machen kann, dass ich krank bin? Im August 2006 war ich soweit, dass ich in eine Klinik gehen wollte (!) und habe das dann meinen Eltern erzählt. Die waren völlig schockiert und meinten: Du hast kein Alkoholproblem! Stell Dich nicht so an: Trink einfach mal weniger! Und denk an Deinen Job: Wenn dort bekannt wird, dass Du ein Alkoholproblem hast, dann werden die Dir kündigen (aus irgendeinem anderen Grund natürlich). Und dann wirst Du nie wieder einen neuen Job finden!

Das habe ich damals als willkommene (?) Ausrede genommen und mich vor dem Klinikaufenthalt gedrückt.

Danke Dir schon mal und liebe Grüße
Andrea
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Andreah hat zum Thema: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? geschrieben
carsten10
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 27.09.2006
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 06.01.2007, 18:11    Titel: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Andreah


Das mit den Eltern ist natürlich schwierig hängen doch viele Emotionen Respekt und sonstige Hindernisse dran.

Meine Mutter glaubt es bei mir bis heute nicht. Aber unter dem Strich ist es egal denn es kommt nur auf dich an oder ertragen deine Eltern stellvertretend für dich die körperlichen und seelischen Grausamkeiten die der Alk einem Menschen zufügt?

Es ist sehr schwer zu Anfang zuzugeben Alkoholiker zu sein aber es ist der einzige Weg sich keine Hintertür aufzulassen und nebenbei bemerkt man das die Mensche denen man das erzählt einen gar nicht geringer achten als vorher ehr das Gegenteil ist der Fall. Geringer werden sie dich aber mit Sicherheit achten wenn du weitermachst und irgentwann obdachlos mit kaputten Organen und dem Bier in der Hand auf der Parkbank sitzt.

Und wer sagt dir das dein Arbeitgeber dich entläßt wenn er davon erfährt bei mir in der SHG sin mehrere Alkoholiker die von Ihrem Chef vor die Wahl gestellt wurden entweder Entgiftung oder Job weg. Wenn du nichts tust ist der Job über kurz oder lang sowieso weg.

Nochmal zum Schluß du kannst nur gewinnen wenn du dich bewegst.

Der Preis ist das du dein selbstbestimmtes Leben zurück bekommst
und sich deine Gesundheit innerhalb kurzer Zeit deutlich verbessert

Viel Glück und treff die richtige Entscheidung

Carsten
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carsten10 hat zum Thema: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? geschrieben
Spedi
Gast






BeitragVerfasst am: 07.01.2007, 11:12    Titel: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Andrea,

es freut mich, dass Du Dich nicht einfach sang- und klanglos "davon machst", sondern diesen unangenehmen Wahrheiten entgegentrittst. Das ist schon mal ein guter Ansatz!

Carsten hat einen wichtigen Punkt gebracht:
Zitat:
Aber unter dem Strich ist es egal denn es kommt nur auf dich an


Andrea, es ist egal, ob Dir Deine Eltern "glauben" oder nicht. Viele Angehörige können mit der Thematik nicht / nur schlecht / nur sehr langsam umgehen. Lass das einfach mal so stehen, lass ihnen ihre "Meinung". Die ist im Moment nicht so wichtig.

Schau, Du hast gemerkt, es geht nicht ohne Alkohol, und Deine "Selbstrettungsversuche" sind bisher auch alle gescheitert. Es belastet Dich, Du suchst nach einem Ausweg.

Du kannst uns trockenen Alkoholikern ruhig glauben, der einzige Weg aus diesem tödlichen Dilemma ist die Abstinenz.
Und wenn Du es aus "eigener Kraft" nicht schaffst, dann macht das gar nichts. Dafür gibt es die Hilfsangebote wie Entgiftung, Therapie (in vielen verschiedenen Formen), Selbsthilfegruppen ("real" und online), Beratungsstellen etc.

Du hast Angst, was in einer Therapie so alles auf Dich zukommt. Diese Angst ist normal, kann Dir aber genommen werden. Es waren genügend Forumsmitglieder in solchen Therapien, lies Dich hier mal in Ruhe durch. Die meisten haben positive Erfahrungen damit gemacht.

Und Deine Angst vor einem Arbeitsplatzverlust kann ich Dir hoffentlich auch nehmen: Tust Du nichts gegen Deine Alkoholsucht, wirst Du ihn auf jeden Fall verlieren. Und zwar recht schnell. Unternimmst Du was gegen Deine Sucht und verlierst den Arbeitsplatz trotzdem, ist das auch nicht das "Ende der Welt" - Du bist dann zumindest trocken und somit überhaupt in der Lage, Dich wo anders zu bewerben. Mit Alkohol geht das schon mal gar nicht gut.
Und ich kann Dir aus eigener (positiver) Erfahrung sagen, dass bei einer Bewerbung (ich spiele da im Vorstellungsgespräch mit offenen Karten) kaum negative Resonanz kommt - im Gegenteil, ein Arbeitgeber kann durchaus einschätzen, dass jemand, der sich durch eine Sucht "durchgebissen" hat, extrem motiviert ist und eine gehörige Portion Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit hat. Beides Eigenschaften, die sehr geschätzt sind.
Andrea, das heisst jetzt nicht, dass Du bei Deinem bisherigen Arbeitgeber "die Karten auf den Tisch" legen musst. Aber du kannst. Eventuell erleichtert es Dir auch den "Ausstieg" aus dem Alkohol - sei es, weil Dich Dein Arbeitgeber unterstützt, sei es, weil er Dich (mit anderer Begründung) rausschmeisst und Du im "Zugzwang" bist. Ob Du das tun willst, kannst nur Du entscheiden. Da gibt es keinen pauschalen Ratschlag.

Also, gib' Dir den letzten "Ruck", sprich mit Deiner Ärztin, brich die Brücken zum Alkohol ab und zieh Dein Programm durch! Es kann nur besser werden!!!

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? geschrieben
winterkind
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.01.2007
Beiträge: 1
Wohnort: Arnsberg

BeitragVerfasst am: 07.01.2007, 18:05    Titel: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Andreah,
genau wie du wusste ich schon lange,das ich krank bin und dringend etwas unternehmen muss.Auch ich habe gehört:Du bist nicht nicht krank! Du musst einfach nur weniger trinken!
Auch ich habe Therapie und sonstiges auf die lange Bank geschoben.Es war ja alles mit Unangenehmen verbunden.(Alle wissen jetzt das ich trinke,ich muss unangenehme Gespräche führen,ich werde geschnitten,usw.)
Aber ich finde du bist auf dem richtigen Weg.Ich kann ja nur von mir aus gehen und dir sagen,das wenn du den ersten Schritt gemacht hast ,mit deiner Ärztin gesprochen hast und auch dich deinem Arbeitgeber göffnet hast,kann es nur aufwärts gehen.
Es wird ein langer und beschwerlicher Weg,den du ganz alleine(vielleicht auch ohne deine Eltern)gehen wirst.Aber glaub mir :ES LOHNT SICH!!!
Auch ich bin diesen Weg vor 12Jahren gegangen und habe oft genug daran gedacht wieder den leichteren Weg zu nehmen . Heute weiss ich das das Leben nicht leicht ist,aber trocken leichter zu meistern.
Ich wünsche dir das du die Kraft hast den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.
LG winterkind
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winterkind hat zum Thema: Re: Alkoholismus - welche Schritte einleiten? geschrieben

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