| Angewohnheiten nach dem Alkohol? • Aktivitaetendrang und zwei Wochen |
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kiki sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.10.2006 Beiträge: 4172 Alter: 46 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 29.12.2006, 11:29 Titel: Re: Ist Euphorie falsch? |
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Hallo swiss,
ich bin auch noch kein "alter Hase",hatte aber diese Euphorie auch,alles war superschön.Und eines Tages war ich mies drauf,heute weiß ich,das war das Ende meiner Euphorie,der Alltag setzte ein.
Ich konnte gar nicht richtig einordnen,warum es mir nicht so gut ging,warum ich depressiv gestimmt war und suchte immerzu die Ursache.Aber die leicht depressive Stimmung war rasch verschwunden und jetzt befinde ich mich in einer gleichbleibend guten Stimmung,was aber nichts mehr mit Euphorie zu tun hat.
Ich denke auch,Euphorie am Anfang der Trockenheit ist normal und auch nicht schlimm,wenn sie nicht zu Übermut wird.
Und du solltest dich gedanklich auch damit auseinandersetzten,wenn die Phase der Euphorie abschwächt.
Dann wünsch ich dir noch viel Spaß mit deiner kleinen Euphorie und denk dran,nicht übermütig werden.
Liebe Grüße
Kiki |
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| kiki hat zum Thema: Re: Ist Euphorie falsch? geschrieben
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Vollmond62 Gast
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Verfasst am: 29.12.2006, 11:29 Titel: Re: Ist Euphorie falsch? |
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Hallo swiss und alle anderen...
... ein schönes Thema! Erstmal ist es schön, swiss, dass Du (ganau wie ich damals) all die Veränderungen siehst und spürst. Das finde ich ganz wichtig und trägt absolut zur Motivation bei - weiterzumachen. Oder? OK, manchmal erschrickt man sich oder ist erstaunt, aber das ist insgesamt überhaupt nicht schlimm.
Ich erinnere mich an einen Abend in meiner ambulanten Therapie: da sollte unsere Gruppe nach draußen gehen und wir hatten die Aufgabe, paarweise durch die Gegend zu laufen. Wir sollten 10 Minuten stumm auf ALLES achten, was um uns herum ist. Auch Geräusche. Dann sollte der eine dem anderen erzählen, was er gehört, gesehen oder gespürt habe und umgekehrt. Also, WAS wir alles in dieser Zeit "aufgenommen" hatten - war genial...
Wollte nur sagen, dass ich seitdem ab und dann mich kurz "zurückziehe" und um mich herum alles sehr bewußt anschaue - und entdecke immer wieder Neues, Erstaunliches...
Und mit der Euphorie ist es doch ähnlich. Jeder erfolgreiche kleine Schritt in Richtung Abstinenz und Trockenheit ist ein "Jubel" wert, sage ich immer. Und dieser Jubel ist nur für DICH gedacht. Sich selbst ehrlich zu loben - ist sehr lobenswert...
Deine Beispiele sind gut genannt, swiss, und es gibt da natrürlich noch tausend weitere - möchte sie jetzt hier aber nicht aufzählen...
Ich wünsche UNS weiterhin viel Erfolg.
Alles wird gut
Frank |
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| Vollmond62 hat zum Thema: Re: Ist Euphorie falsch? geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 29.12.2006, 11:36 Titel: Re: Ist Euphorie falsch? |
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Hallo wildberries,
wie du schon erkannt hast, war das der falsche Weg, so einfach ist dat nun auch nicht. Wie ne Unterhose zu wechseln.
Es geht wirklich darum, akribisch an sich zu arbeiten, alles, aber auch alles, was mit Alkohol zu tun hat, zu meiden. Alte Denkstrukturen, das bisherige Alkumfeld und Verhaltensmuster abzulegen, diese mit neuen Verhaltensmustern zu überschreiben. Wertschöpfung zu betreiben. Und das bedarf einiger Zeit, bevor du dich einmal wieder unter Menschen begibst, die Alkohol trinken. Wenn es denn sein muss. Man denkt dabei, man müsste einen großen Part seines oder allgemein des Lebens aufgeben, resultiert aber nur aus noch nassem Denken.
Hier in diesem Forum kannst du viel Erfahrungs- und Wissensschatz schöpfen. Ich wünsche dir und allen anderen, macht es einfach gut.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Ist Euphorie falsch? geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 29.12.2006, 12:05 Titel: Re: Ist Euphorie falsch? |
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Hallo,
als ich mal eine meiner einjährigen Trinkpausen angefangen hatte, war ich auch immer sehr euphorisch. Ich wollte es unbegingt jeden mitteilen, wie sich mein Leben zum Guten geändert hat.
Ich habe mich vergessen, weil ich Überheblich war, dachte es geschafft zu haben.
Ich hörte auf die Hinweise andere Menschen nicht, die klar sahen, wie weit ich mich aus dem Fenster beugte.
Ich versuchte andere zu helfen und vergaß dabei, dass ich noch genauso auf Hilfe angewiesen war und sie auch noch sehr brauchte.
Nach jeweils einen halben Jahr war so ich so fest davon überzeugt, dass ich wieder alleine leben konnte, ohne die Hilfe von Gleichgesinnten, weil ich es ja bis dahin auch geschafft hatte.
Ich vergaß einfach, dass es um mein Leben ging. Dieser Übermut ließ mich wieder in Kneipen gehen, um dort Skat zu spielen, ich besuchte wieder die Gegenden, wo ich mich früher rumgetrieben habe und war Stolz darauf, dass ich das alles ohne trinken konnte.
Mir hat mal jemand, der viele Jahre trocken war, gesagt: " Stolz ist ein Ausdruck von Arroganz"
Ich habe das nicht verstanden, weil ich doch so Stolz darauf war, weil Leben wieder in den Griff bekommen zu haben.
Heute weiß ich, dass dieser Satz richtig ist.
Ich habe eine Krankheit, die zwar keine Heilung bietet, aber ich kann was dagegen machen, dass sie zum Ausbruch kommt. Warum sollte ich also stolz darauf sein, dass ich etwas gegen eine tödlich verlaufende Krankheit unternehme?
Nein, meiner Meinung sollte dieses Gefühl eher "glücklich" und "zufrieden" heißen und von Dankbarkeit geprägt sein, dass ich wieder ohne Alkohol leben darf. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Ist Euphorie falsch? geschrieben
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wildberries Gast
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Verfasst am: 29.12.2006, 12:26 Titel: Re: Ist Euphorie falsch? |
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Hallo Freund,
ja, da kann ich Dir nur zustimmen.
| Freund hat Folgendes geschrieben: |
Es geht wirklich darum, akribisch an sich zu arbeiten, alles, aber auch alles, was mit Alkohol zu tun hat, zu meiden. Alte Denkstrukturen, das bisherige Alkumfeld und Verhaltensmuster abzulegen, diese mit neuen Verhaltensmustern zu überschreiben. |
Speziell hier wähnte ich mich irrtümlicherweise auf der sicheren Seite.
In meinem Umfeld z.B. gab es keine trinkenden Leute mehr - zwei Gelegenheitstrinker haben (um mich zu untersützen) in meiner Gegenwart keinen Tropfen angerührt und ich Idiot wollte mit meiner Einladung demonstrieren, dass ich seinerzeit (nach knapp einem trockenen Jahr) nicht das geringste Problem mehr habe, andere mit Alkohol zu bewirten. Gleichzeitig sollte es eine Art Dank ausdrücken, dass so lange Rücksicht genommen wurde...
Aber wie Du schon schreibst: es bedarf einer weitaus gründlicheren Arbeit am gesamten Lebens- und Gedankenkonstrukt, als ich sie im ersten Anlauf betrieben habe. Sie ist weitaus mehr als ein Projekt, das am Tag x abgeschlossen ist. |
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| wildberries hat zum Thema: Re: Ist Euphorie falsch? geschrieben
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wildberries Gast
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Verfasst am: 29.12.2006, 12:32 Titel: Re: Ist Euphorie falsch? |
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Hallo Karsten,
ja, exakt diese Erfahrung habe ich auch gemacht.
Dein Schlußsatz gefällt mir besonders gut und trifft es m.E. ganz genau:
| Karsten hat Folgendes geschrieben: | | Nein, meiner Meinung sollte dieses Gefühl eher "glücklich" und "zufrieden" heißen und von Dankbarkeit geprägt sein, dass ich wieder ohne Alkohol leben darf. |
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| wildberries hat zum Thema: Re: Ist Euphorie falsch? geschrieben
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swiss Gast
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Verfasst am: 30.12.2006, 07:31 Titel: Re: Ist Euphorie falsch? |
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Hallo Karsten,
also ich muss sagen, im Gegensatz zu den meisten Fällen teile ich hier deine Meinung nicht. Es leuchtet mir nicht ein, wie man einerseits von einem "schwierigen Weg, um trocken zu werden", "immer an sich arbeiten" und ähnlichem reden kann (es handelt sich hier doch wohl schon um eine Leistung, die vom jeweiligen erbracht wird, immerhin kämpft er gegen eine schlimme Suchterkrankung) und dann vom selben Menschen erwartet, das er nicht stolz auf seine erbrachte Leistung ist, natürlich eine Leistung, die er Tag für Tag neu erbringen muss, um trocken zu bleiben, aber doch eine Leistung. Stolz muss doch nicht unbedingt in Arroganz umschlagen, Stolz kann doch auch Motivation sein, das selbe morgen nochmal und noch besser zu schaffen (und das ist es doch genau, wenn ich hier bis jetzt irgendwas kapiert habe, was es bedeutet, trocken zu sein und auch zu bleiben).
Ich wünsche dir und allen andern ein schönes WE,
Grüssle, swiss |
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| swiss hat zum Thema: Re: Ist Euphorie falsch? geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 30.12.2006, 10:04 Titel: Re: Ist Euphorie falsch? |
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Hallo Swiss,
Grundthema dieses Threats war/ist Euphorie, ein überschwenglicher Gemütszustand, der die Realität etwas befremden kann. Natürlich ist man jeden Tag „stolz“ auf seine Lebensveränderung, auf das Geschaffte, nur heißt es eben, aus dieser neuen, positiven Lebenslage keinen Übermut zu entwickeln. Man sollte also täglich mit Gelassenheit seinen Weg betrachten, was natürlich nicht bedeutet, dass ein inneres Glücksgefühl dabei unterdrückt werden sollte. Gerade Übermut ist sehr gefährlich, wie Karsten es beschrieb, „Gott“ und der Welt zeigen zu wollen, und ja gerade dem trinkenden Umfeld, was man bewegt hat und wie immun man schon angeblich gegen äußere Einwirkungen ist.
Viele Betroffene begehen einen großen Denkfehler. Sie meinen, indem sie sich nichttrinkend in ein trinkendes Umfeld begeben, einen „Verhärtungsprozeß“ zu durchgehen. So gemäß >was uns nicht kaputt macht, macht uns nur noch härter<. Ist aber entwicklungshemmend und rückfallgefährdend.
Du musst jeden Tag zufrieden und glücklich sein.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Ist Euphorie falsch? geschrieben
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