| Ein Monat trocken aber... • hells bells |
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Astrid 2 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.11.2006 Beiträge: 337 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 16.12.2006, 11:30 Titel: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens |
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Hallo!
Wie Ihr sicher alle am Anfang der Abstinenz, beschäftige ich mich sehr viel mit meiner Krankheit und dem ganzen Drumherum. Besonders in den Abendstunden im Bett vor dem Einschlafen neige ich zum Grübeln.
Insbesondere beschäftigt mich die Frage: Warum muss (oder sollte) man am Beginn eines SHG-Meetings immer diesen Spruch sagen: "Hallo, ich bin Astrid (oder eben Max, Fritz...) und Alkoholiker/in???
Ist das soooooooooo wichtig?
Mir gefällt das Wort nicht so. Ich fände es schöner, wenn man "Ich habe ein Alkoholprpblem" oder "Ich bin alkoholkrank" oder eben etwas anderes sagen könnte. So, wie man sich eben gerade fühlt. Ich empfinde das als *Herunter- Geleiere* einer Floskel. So ohne Gefühl. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine.
Kann mir jemand erklären, warum das so gehandhabt wird???
Ich rede gerne so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Irgenwie komme ich mir vor, wie ein Hündchen, dass auf Befehl Männchen machen soll. Mir fällt kein anderer Vergleich ein, leider.
Mein zweiter Gedanke: Warum redet man von SAUFfdruck? Also ich weiß, dass es so etwas gibt und es geht mir nicht um das Phänomen als solches, aber ich finde das Wort irgendwie ördinär. Saufen als Vokabel ist gar nicht mein Wortschatz. Ich würde lieber Jieper oder Schmacht oder eben irgend etwas anderes dazu sagen, was mehr den Krankheitscharakter ausdrückt und nicht so vulgär rüberkommt.
Hm, ich freue mich auf Eure Antworten. Gibt es jemanden, der ähnlich empfindet?
Liebe Grüße Astrid |
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| Astrid 2 hat zum Thema: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 16.12.2006, 11:44 Titel: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens |
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Hallo Astrid,
ok., diesen Eingangsspruch kenne ich nicht, war auch in keiner SHG.
Sicherlich will man dir deinen Staus quo vergegenwärtigen, hat schon seinen Sinn.
Wenn ich aber meine, mir das gleiche mit: „Ich heiße Astrid, bin alkoholkrank und möchte meine Trockenheit erlernen.“ … vermitteln zu können, würde ich mich so äußern. Reine Ansichtssache.
Ebenso Saufdruck. Was hast du denn gemacht ?
Ordinär ? Ordinär heißt übersetzt gewöhnlich. Kommt von Gewohnheit.
Hast du aus Gewohnheit getrunken ?
Viel wichtiger ist es, an seinen neuen Verhaltensmustern zu arbeiten, die Gründe und Ursachen der alten zu ergründen, diese abzulegen und neue Wertschöpfung zu betreiben.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens geschrieben
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Peter.Pan Gast
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Verfasst am: 16.12.2006, 11:45 Titel: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens |
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Hallo Astrid,
ich war auch einmal in einer SHG,die dieses genauso praktiziert.
Mir wurde erklärt,dass ich mir immer vor Augen halten soll"ich bin Alkoholiker" und dies für mein ganzes Leben.
Einer oder der andere hat auch ein Problem,dies einzugestehen.
Es wird wohl niemand kritisieren,wenn Du diesen Zusatz weglässt.
Zu Saufdruck oder saufen,seien wir mal ehrlich,getrunken haben wir nicht sondern gesoffen.
Jeder sollte Ausdrücke so halten,wie er denkt.
LG Peter Pan |
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| Peter.Pan hat zum Thema: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens geschrieben
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Whitewolf sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 1204 Alter: 44 Wohnort: Homburg/Saar
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Verfasst am: 16.12.2006, 11:49 Titel: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens |
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Hallo Astrid,
es geht im wesentlichen um die Verinnerlichung der nackten Tatsache.
Das wort "Saufen " klingt nicht schön in den Ohren und das soll es auch nicht.
Saufen tut das Vieh auf der Weide, nur dem Trieb folgend, ohne Geschmack und bis es satt ist.
Mit dem Wort Alkoholiker sieht es in etwa genauso aus. Das Wort Alkoholiker bedeutet im Volksmund nicht anderes als heruntergekommenener Säufer, durch und durch nicht mehr gesellschaftsfähig. Die wenigsten sehen auf den ersten Blick eine Krankheit dahinter.
Verniedlichungen sind bei unserer Krankheit nicht mehr angebracht.
Es gibt keine kleinen Bier(chen) und Schnäps(chen) mehr, und wir sind auch nicht mehr ein bißchen angeschnaselt.
Der verbale Aufbau dieser Scheinwelt führt Dich in eine Sackgasse.
Lerne frühzeitig das Kind bei seinem wirklichen Namen zu nennen. Ein Orkan ist kein aufbrausendes Windchen sondern lebensgefährlich.
Wenn Du weitertrinkst stirbst Du.
Viele Grüsse
White |
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| Whitewolf hat zum Thema: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens geschrieben
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Andi Gast
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Verfasst am: 16.12.2006, 11:53 Titel: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens |
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Hallö Astrid 2,
nach Deinen Erzählungen bist Du auf einen Meeting der AA´s gewesen.Dort wird es meines Wissens so gehandhabt,aber wenn es Dir so gar nicht zusagt,dann hast Du doch immer noch die Möglichkeit auf eine andere SHG zurückzugreifen,ich musste zu Anfang meiner Trockenheit auch mehrere SHG´s ausprobieren,bis ich bei meiner heutigen angekommen bin.Du solltest ruhig mal ein paar verschiedene SHG´s ausprobieren,denn Du möchtest Dich ja auch sicherlich dort wohl fühlen können,und Dich öffnen,da ist jede SHG individuell und es könnte schon ein längerer Weg für Dich werden bis Du die richtige für Dich gefunden hast ,aber er lohnt sich,denn nur eine zufriedene Trockenheit,ist auch eine gute Trockenheit!
Ich wünsche Dir viel Erfolg auf der Suche nach einer passenden SHG
mögest Du sicher landen.
Liebe Grüße,Andi |
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| Andi hat zum Thema: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens geschrieben
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Astrid 2 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.11.2006 Beiträge: 337 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 16.12.2006, 12:11 Titel: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens |
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Hallo Ihr Lieben.
Ui, so schnell, so viele Antworten und mit allen kann ich etwas anfangen und habe nun neuen Stoff zum Nachdenken.
Andi, ich bin nicht bei AA sondern beim "Rettungsring EV* - gibts glaube ich nur hier in Berlin. Sie sagen das aber auch. Nicht alle, aber die meisten. Werde das mal nächstens mit denen auch noch besprechen. Ansonsten fühle ich mich dort in der Institution sehr wohl. Die Einzelgespräche mit dem Sozialtherapeuten liegen mir aber eindeutig mehr.
White: Genau DAS meinte, was Du in Deinem 2. Absatz schreibst. Ich möchte mich eben nicht als herunter gekommene Säuferin sehen, weil ich mein Selbstwertgefühl (was ja eh nicht sehr stark ausgeprägt ist) nicht weiter herunter ziehen mag. Viel lieber möchte ich eben, dass jeder weiß, das es eine Krankheit ist.
Peter: Ja, stimmt schon. Es war stellenweise Saufen - aber es tut schon weh, sich so zu betiteln. Ich werde nächstens fragen, ob ich den Spruch auch weg lassen oder ummodeln kann...
Freund: Ja so habe ich das noch nicht gesehen. Klar hab ich aus Gewohnheit getrunken. Und logo, was Du zum Schluss schreibst ist eindeutig wichtiger. Daran arbeite ich auch.
Nur das waren eben gestern Abend so meine Grübeleien und es tat gut, sie mal aufzuschreiben und andere Meinungen dazu zu hören.
Lieben Gruß an Euch alle und ich wünsche Euch ein schönes, trockenes Wochenende Astrid |
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| Astrid 2 hat zum Thema: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens geschrieben
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chrissyta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2005 Beiträge: 1053 Wohnort: BW
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Verfasst am: 16.12.2006, 12:14 Titel: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens |
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hallo astrid,
ich bin auch in einer SHG, gehe allerdings nur noch sporadisch hin, auch in dieser muss man sich vorstellen, weil immer wieder neue hinzukommen. bei der vorstellung kann es jeder halten wie er möchte. wenn ich hin gehe stelle ich mich vor mit, ich heisse..... und ich bin alkoholkrank, dann kurz was ich dagegen unternommen habe, das wars, es macht dort jeder mit seinen eigenen worten. es ist auch keine gruppe die bekannt ist, wie blaues kreuz, AA o.ä., vielleicht daher nicht so förmlich und gezwungen.
zum saufdruck kann ich dir leider nichts sagen, seit ich trocken bin hatte ich so ein phänomen nicht mehr. ich kenne diesen druck nur noch aus meinen trinkpausen und das wort habe ich hier im forum das erste mal gelesen, ich habe mir da keine gedanken drüber gemacht. sucht ist eine besch.... krankheit, warum dann nicht das wort saufdruck.
lieben gruss
chrissyta |
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| chrissyta hat zum Thema: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens geschrieben
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Astrid 2 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.11.2006 Beiträge: 337 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 16.12.2006, 12:26 Titel: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens |
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Hallo chrissyta!
Zum Glück kenne ich das Phänomen auch nicht. Mir kommen zwar immer wieder Gedanken an Alkohol, aber die kann ich gut wieder verscheuchen. Das ist nicht vergleichbar mit der Gier, wenn ich keine Ziggis habe.
Mir ging es hier eher um dieses Wort *saufen*. Ich mag es einfach nicht, weil es nicht zu meinem Wortschatz gehört. Ich sage lieber Betrinken, obwohl damit ja klar das gleiche gemeint ist.
Und white hat sicher Recht, dass Verniedlichungen nicht mehr bei uns angebracht sind.
Wie Ihr das in Eurer SHG so angeht, finde ich richtig prima. Na, ich war ja auch erst einmal da und werde mal sehen, wie es in einer anderen ist. Diese Suchtberatung in der ich bin hat mehrere SHGs (Nichtraucher, nur Frauen, Betroffene und Angehörige etc...).
Danke und lieben Gruß zurück von Astrid |
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| Astrid 2 hat zum Thema: Re: Fragen über Fragen am Anfang des neuen Lebens geschrieben
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