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Alkohol und Rauchen   •    Ein Monat trocken aber...  
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Wasted Days
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.12.2006
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 11.12.2006, 17:09    Titel: Erschreckend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Mitleser,

ich schreibe jetzt, weil ich nicht weiss, wem ich dies sonst anvertrauen kann. Bin 35, m, Akademiker, gut im Job.

Mir ist in den letzten Wochen bewusst geworden, dass ich Alkoholiker bin. Ich werde mein Leben vor die Wand fahren, wenn ich so weitermache. Zwar trinke ich tagsüber nichts und fahre nicht besoffen Auto. Aber ich saufe bis auf sonntags jeden Abend. Am Wochenende trinke ich bei Verwandten vier Bier und radele dann heim, Dort saufe ich dann weiter. Unter der Woche ziehe ich mir jeden abend meine zehn Becks Gold rein.

Dabei belüge ich mich selbst und andere. Meine Verwandten denken, es sind nur die vier Bier. Ich mache mir weiss, dass ich meine Verwandten so liebe und brauche, dass ich immer zu ihnen muss. Dabei ist es tatsächlich nur die einfache Sauferei, die ich bei ihnen bekomme. Unter der Woche rede ich mir ein, ich hätte mir nach dem harten Arbeitstag ein "Bierchen" verdient.

Wahrscheinlich habe ich auch meine letzte Freundin belogen. Weshalb wollte ich nie Treffen unter der Woche abends, weil ich saufen wollte. Weshalb nicht am Wochenende, weil niemand sehen sollte, wieviel ich mir reinhaue. Ich hätte doch nicht mit ihr weggehen können und fünf Liter Bier saufen! Wen hat sie am Ende kennengelernt, den besoffenen oder den nüchternen Menschen?

Ich gehe kaum noch aus, abendliche Aktivitäten fallen aus, da ich ja jeden abend fahruntüchtig bin.

Ich habe so Angst vor der Zukunft. Ich will loskommen von der ***. Zwar mag ja im Moment noch dieses Rock'n Roller-Leben gehen, aber was ist, wenn ich 50 oder 60 bin? Ich will nicht allein in einer Wohnung voller Flaschen sitzen oder im Krankenhaus liegen! Ich möchte abends ganz normal weggehen können. Wenn ich so weitermache, passiert irgendwann etwas furchtbares.

Dabei fing alles ganz harmlos an. Mit sechzechn mal ne dose Bier, aber mehr um zu posen, geschmeckt hat es nicht. Mit achtzehn ein paar Besäufnisse. Später ging wohl das Fatale los: wenn die Angebetete abends wegging und ich eifersüchtig war, liess sich das mit ein paar Bieren viel leichter ertragen. Später habe ich Leute kennengelernt, mit denen ich jedes Wochenende um die Häuser gezogen bin. Am Anfang bin ich gefahren und habe nichts getrunken. So kam ich perfekt in die Gruppe rein. Später fuhren andere oder das Taxi, es war ein regelmässiges Saufen von Donenrstag bis Samstag. Ich habe mich schon die ganze Woche darauf gefreut, war ab Donnerstag früh ganz hibbelig. Ich freute mich vermeintlich auf die coole Gruppe.

Fielen die Treffen aus, probierte ich wiederum was fatales: ich habe mir mit der gleichen Saufmenge einen Abend zuhause gemacht. Und siehe da, es war gar nicht so schlimm, dass unser Treffen ausfiel.

Heute gibt es die Gruppe nicht mehr. Alle haben irgendwann aufgehört zu saufen. Sie haben heute gutgehende Beziehungen oder sind verheiratet. Nur ich saufe immernoch.

Ich lese im Moment Bücher dazu. Ich lese bei Euch so viel hilfreiches. Ich will auch auf ein Treffen einer Alkoholikergruppe gehen. Ich muss das in den Griff bekommen. Aber ich hab so schiß, heute abend wieder um halb neun an den Kühlschrank zu gehen und mir ein Bier aufzumachen.

Bin auf jeden Kommetar gespannt, ich hoffe ich habe mit meinem Posting nicht gegen irgendwelche (ungeschriebenen) Regeln verstossen. Bin im Moment nur so verwirrt und verschreckt.

Viele Grüße und Danke!

W.D.
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Wasted Days hat zum Thema: Erschreckend geschrieben
Annika
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 3847
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 11.12.2006, 17:18    Titel: re Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo W.D.

ich begrüße dich hier bei uns im Forum und sage dir herzlich willkommen.

Wir verstehen uns hier als eine Selbsthilfegruppe im Internet, die sich durch eigene Erfahrungen hilft und unterstützt.

Für dich gibt es keinen anderen Weg als zum Hausarzt zu gehen und ihm die Wahrheit zu sagen. Du bist alkoholkrank, wie wir alle hier.

Dort solltest du um eine Einweisung für eine stationäre Entgiftung bitten und einen Termin dort vereinbaren.

Ein kalter Entzug, also einfach dem Körper den Alkohol zu entziehen kann lebensgefährlich werden. Tu dir das nicht an.

Auf dieser Station wirst du schon ein wenig auf die nächsten Schritte vorbereitet. Laß dir bitte helfen, du schaffst das nicht alleine.

Habe keine Angst bitte, du bist krank und gehörst ins Krankenhaus.

Nur Mut, du wirst staunen, wie viele heir ein zufriedenes trockenes Leben gestartet haben und es immer noch leben.

LG Annika
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Annika hat zum Thema: re geschrieben
Pauli
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.11.2006
Beiträge: 730

BeitragVerfasst am: 11.12.2006, 17:26    Titel: Re: Erschreckend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo WD ,herzlich Willkommen hier im Forum! Der erste Schritt ist gemacht,du bezeichnest dich selbst als Alkoholiker.
Hast du dir denn schon Gedanken darüber gemacht wie dein Weg ausehen soll?
Ich selber trinke seid fünf Wochen nicht mehr und habe sehr viel Hilfe aus diesm Forum bezogen.
Wenn auch du dich für ein Leben ohne Alkohol entschieden hast ,wirst du hier Hilfe finden und Menschen die dich Begleiten.
Ich freue mich mehr von dir zu lesen.
lG Pauli
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Pauli hat zum Thema: Re: Erschreckend geschrieben
Meni
Gast






BeitragVerfasst am: 11.12.2006, 18:16    Titel: Re: Erschreckend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Wasted Days,

wenn Du wirklich lernen willst, ohne Alkohol zu leben, kannst Du hier wirklich viel Unterstützung finden. Ich kann Dir auch fürs Erste nur raten, Dich aber zuerst Deinem Arzt anzuvertrauen, auch wenn Dich das Überwindung kostet. Vielleicht machst Du das sogar jetzt gleich? Bevor der gewohnte abendliche Ablauf beginnen kann?

Ich bin erst seit fünf Wochen trocken, also kann ich Dir noch nicht viel erzählen. Manche Dinge erscheinen mir jetzt schwieriger, weil ich mir nicht mehr erlaube, vor ihnen davonzulaufen. Aber ich habe meine Wahl getroffen - ich will mich nicht mehr zuschütten und betäuben, sondern mit klarem Verstand leben. Und wie ist es bei Dir?

LG, Meni
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Meni hat zum Thema: Re: Erschreckend geschrieben
Wasted Days
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.12.2006
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 11.12.2006, 18:50    Titel: Re: Erschreckend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

vielen dank für das erste Feedback! Gerade Ihr, die "erst" seid fünf Wochen wieder lebt, seid besonders interessant. Bei Euch scheinen die Erinnerungen an die ersten Schritte ja noch sehr frisch zu sein. Vielleicht könnt ihr mir gerade helfen! Wie waren die ersten Tage?

Ich habe im letzten halben Jahr wegen alk-unabhängiger Krankheiten mal für zwei, mal für drei Tage pausiert, es ist mir gut bekommen. Ich habe jede Nacht besser und erholsamer geschafen. die Gier liess mit jedem Tag nach.

Ein Bekannter macht einmal im Jahr sechs Wochen Saufpause, um die Leber zu regenerieren. Ich weiss nun, dass das nichts bringt. Denn ich habe gelesen, dass man sich wieder auf das "nach der Pause" freut und der Alk damit schon wieder Macht hat.

Nein, mein Ziel ist es, ganz aufzuhören. Das kommt mir im Moment aber wie die Besteigung eines überhohen Berges vor.

Ich habe aber einen eisernen Willen. Ich habe mir einmal innerhalb von wenigen Monaten 30kg heruntergehungert, unter ärztlicher Aufsicht und bin vom Nullsportler zum Halmarathonläufer geworden. Vielleicht helfen mir diese Eigenschaften. Wenn sie der Alk nicht pkattgemacht hat.

Was ich mir als schwierig vorstelle, ist die Zeit zu verbringen. Ich kann und möchte nicht jeden Abend aus gehen, nur um nicht auf meinem Sofa, vor meinem Kühlschrank, vor dem Chat zu sitzen, wie sonst immer. Ich möchte nicht meine Verwandten hängen lassen. Kurzum: vor dem gewohnten Alk-Umfeld habe ich Angst!

Ich möchte mir heute abend seit Jahren mal wieder etwas zu Essen kochen. Sonst war Bier auch ganz klar ein Hunger-Stiller. Wenn ich gegessen habe, ist der Saufdruck geringer. Ich möchte mir viel Tee kochen.

Ich habe trotzdem Angst.

W.D.
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Wasted Days hat zum Thema: Re: Erschreckend geschrieben
Astrid 2
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.11.2006
Beiträge: 337
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 11.12.2006, 19:06    Titel: Re: Erschreckend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!
Dies sind meine ersten Worte, die ich hier schreibe. Bin ganz frisch hier *reingeschneit* und habe gerade mal meinen 4. alkfreien Tag. Es geht mir so weit ganz prima, und durch das Lesen hier hab ich schon gute Tipps erhascht. Ich wünsche Dir Mut zum nächsten Schritt - wie auch immer (meiner war letzte Woche in eine Suchtberatung) und uns allen viel Erfolg.

PS.: Meine Geschichte werde ich wohl auch mal die nächsten Tage erzählen...

Alles Liebe - meme
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Astrid 2 hat zum Thema: Re: Erschreckend geschrieben
Ute
Gast






BeitragVerfasst am: 11.12.2006, 19:19    Titel: Re: Erschreckend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo W.D

ich bin jetzt seit 17. tagen trocken, nicht leicht

auch ich kann dir nur den tipp geben, gehe zu einem arzt, sage die wahrheit.

ein kalter entzug ist grausam, da rede ich aus eigener erfahrung. hatte auch krampfanfälle, sie können lebensbedrohlich sein.

auch wenn du dich gut fühlst, körperlich, alles das, wie schwitzen, nicht schlafen, zittern usw. kann noch nach tagen kommen.

schaffe dir eine alkoholfrei zone, damit meine ich deine wohnung. erkläre deinen verwandten was mit dir los ist und du wirst bestimmt erstaunt über ihre reaktion sein, denn ich dachte auch immer das keiner meine trinkerei mitbekommt, dabei wußten es alle.

wenn du abends bier getrunken hast, hast du auch morgens noch eine fahne.

ich wünsche dir viel erfolg und finde den richtigen weg.

liebe grüsse lilieput
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Ute hat zum Thema: Re: Erschreckend geschrieben
Whitewolf
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1204
Alter: 44
Wohnort: Homburg/Saar

BeitragVerfasst am: 11.12.2006, 19:24    Titel: Re: Erschreckend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo W.D.

von mir auch ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Es ist schon so, wie Annika geschrieben hat. Du solltest Dich einem Arzt anvertrauen und in eine Entgiftung gehen. Zuhause wird das nix, Du kommst aus dem alten Trott nicht raus. Das ist hammerschwer, wir wissen schon wie das ist.
Wie Du das dann später mit Deiner Familie machst ist erstmal zweitrangig.

Ein Schritt nach dem anderen.

Wenn Du Dein Bier jetzt einfach weglässt, nennt man das einen kalten Entzug. Da der Körper sich an den Alkohol gewöhnt hat lässt er sich den auch nicht einfach wieder wegnehmen.
Das hat lebensbedrohliche Symptome zur Folge und deswegen können wir Dich nur warnen.

Also der nächste sinnvolle Schritt wäre der Hausarzt.

Viele Grüsse

White
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Whitewolf hat zum Thema: Re: Erschreckend geschrieben

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