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Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen?

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Wie spreche ich meinen Schwager auf sein Problem an?   •    Ab wann "ist" man Alkoholiker?  
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mucki82
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beiträge: 18
Wohnort: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 03.12.2006, 22:43    Titel: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich habe schon viel in den verschiedenen Foren gelesen, aber leider noch nicht das was ich suche.
Mein Vater ist seit ca. 10 Jahren Alkoholiker, das wurde uns ( mir, meiner Schwester und meiner Mutter) aber erst im letzten Jahr richtig bewußt. Mein Vater war über all die Jahre "Quartassäufer". Er hat immer mal wieder 1 Woche am Stück, von früh bis spät, getrunken. Es ging also immer wieder lange Zeit danach gut.
In den letzten Jahren wurden die Abstände jedoch immer kürzer und als wir diese Jahr unser Geschäft schließen mußten, wurde es ganz schlimm.
Er trink im Moment jeden Tag, immer nach der Arbeit. Das ganze natürlich wie fast alle "heimlich".
Er trink nicht nur Bier sondern auch harte Sachen, wie Schnaps. Wir haben Ihn schon oft darauf angesprochen doch er sieht nicht ein das er ein Problem hat.
Zitat: Ich hab doch gar nichts getrunken. Oder: Stellt euch nicht so an.

Wir hatten Ihn sogar letztes Jahr einmal soweit zu einer Suchtberagtungsstelle zu gehen, es war zwar nur 1 Gespräch, aber wir haben alle Hoffnung geschöpft. Danach war es für 2 Monate noch mal gut, er hat nichts mehr getrunken. Doch es fing wieder an, meistens dann wenn es Probleme gab, z.B. wenn eine Maschine im Geschäft kaputt ging, oder wenn eine hohe Rechnung ins Haus kam, es gab immer wieder einen Grund für Ihn. (Ausflüchte, ich weiß)
Wir haben auch wieder versucht ihn zu dieser Beratunsstelle zu bringen, doch das sind ja alles "Idioten" wie er sagt.

Vor 3 Wochen haben meine Schwester und ich beobachtet, wie er im Getränkemarkt gegenüber von unserem Haus direkt an der Kasse einen Flachmann getrunken hat. Meine Schwester und ich waren so außer uns, das wir Ihn aus dem Markt gezehrt haben und Ihn zur rede gestellt haben. Das hat natürlich nichts genutzt, er war ja da schon betrunken. Wir haben auf Ihn eingeredet und er hat nur gelacht. Er sagte er hat gesehen das wir Ihn beobachtet haben, deshalb hätte er das extra gemacht. Das hat uns so sauer gemacht das meiner Schwester sogar die Hand ausgerutscht ist. Es war das erstemal, dass wir unseren Vater in der Öffentlichkeit trinken gesehen haben.
An jenem Tag mußten meine Eltern aus dem Geschäftshaus ausziehen. Er hat wirklich eine schwere Zeit hinter sich und der Verlust von seinem Lebenswerk macht die Sache noch schlimmer. Aber es ist schließlich für uns alle nicht leicht, sollen wir deshalb alle trinken? Wo kämen wir dann hin?
Nun wohnen meine Eltern bei meiner Tante in einer separaten Wohnung, gott sei dank haben beide einen neuen Job, aber das Problem ist wie bereits gesagt immer noch da.
Ich weiß nicht was ich noch tun soll, meine Mutter tut mir so leid, jeden Abend wenn Sie heim kommt sieht Sie Ihren besoffenen Mann.
Es vergeht im Moment kein Tag an dem wir uns nicht Gedanken um Ihn machen. Das macht uns so langsam alle kaputt.
Kann mir bitte bitte jemand sagen wie wir uns selbst helfen können?
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mucki82 hat zum Thema: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? geschrieben
Bernd G
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.11.2006
Beiträge: 827
Alter: 51
Wohnort: Waldbronn

BeitragVerfasst am: 03.12.2006, 23:04    Titel: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo mucki 82 !

Erst mal bist du so denke ich genau richtig hier.

was du da schreibst, diese situation kennen hier im Forum sicherlich viele. Dein Vater trinkt ohne einzusehen das er ein Peoblem damit hat und ohne zu sehen das seine ganze familie ein Problem mit ihm hat.
du kannst hilfe hier im Forum bekommen natürlich auch deine familienangehörigen. Oder in einer Selbsthilfegruppe , die giebt es auch für angehörige.
deinem Vater kannst du nur helfen wenn er das zulässt und will, offensichtlich ist das noch nicht der fall.
manchmal muss man den liebsten menschen aber auch erstmal fallen lassen, damit er selbst wieder austehen kann.

Viele Grüsse von Bernd
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Bernd G hat zum Thema: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? geschrieben
mucki82
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beiträge: 18
Wohnort: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 03.12.2006, 23:42    Titel: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Bernd,

danke für deine Antwort, freut mich sehr.

Das mit dem fallen lassen kann ich nicht, dafür habe ich Ihn viel zu lieb. Ich habe in einem anderen Forum gelesen das du das konntest.

Ich weiß nicht wie ich das anstellen soll. Ich habe Angst das meine Mutter dann denkt ich lasse Sie mit dem Problem alleine. Sie lebt schließlich mit Ihm zusammen.

Ich bin hier schon die ganze Zeit Eure Beiträge am lesen und dabei nur am heulen.
Bin ich vielleicht verrückt, oder was passiert hier mit mir?
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mucki82 hat zum Thema: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? geschrieben
Peter.Pan
Gast






BeitragVerfasst am: 04.12.2006, 00:36    Titel: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mucki,

willkommen hier bei uns.
Ihr könnt nur eines tun,mit ihm reden und er muss dann etwas dagegen unternehmen.
Er macht nicht nur sich selbst kaputt sonder auch Euch.
Es ist immer eine schlimme Situation.

Leider kann ich Dir keine besseren Ratschläge geben,sprecht noch mal mit ihm,wenn er nichts getrunken hat.

LG Peter Pan
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Peter.Pan hat zum Thema: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? geschrieben
mucki82
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beiträge: 18
Wohnort: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 04.12.2006, 22:37    Titel: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo PeterPan,

reden ist gut.
Aber wann ist der richtige Zeitpunkt. Ich sehe Ihn im Moment nur wenn er schon was getrunken hat.
Er ist zwar dann nicht total betrunken, aber ich weiß nicht ob das eine gute Grundlage für ein Gespräch ist.

Er sagt dann immer er habe kein Problem.
Oder wenn er mal einen Funken einsicht hat, dann sagt er - er schafft es alleine, er braucht keine Hilfe und er sei auch nicht krank.

Meine Mutter und ich sagen fast jeden Tag zu Ihm, er soll doch bitte damit aufhören oder sich von uns helfen lassen, aber es bringt nichts,
er macht immer nur leere Versprechungen.
"Ab Morgen trinke ich nichts mehr".
Wenn ich dann nach der Arbeit bei meine Eltern fahre, hat er natürlich wieder getrunken. Wenn ich Ihn frage warum dann kommen immer doofe Ausreden, z.B. er habe soviel gearbeitet, oder sein Kumpel habe Probleme die Ihn auch fertig machen. Er sucht immer und immer wieder Ausreden.

Wie soll ich also mit Ihm reden wenn es Ihn irgedwie gar nicht interessiert?

Ist es eigentlich gut oder schlecht wenn man einen Alki ständig auf die Problematik anspricht?
Mir kommt es manchmal vor als ob wir Ihn zu sehr unter Druck setzen.
Meine Mutter ist in der letzten Zeit auch sehr abwertent zu Ihm und bemängelt alles was er macht.
Er hat bestimmt ständig das Gefühl alle falsch zu machen.

Viele liebe Grüße
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mucki82 hat zum Thema: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? geschrieben
henri
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 1618

BeitragVerfasst am: 04.12.2006, 23:43    Titel: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mucki und auch von mir herzlich willkommen

Geredet habt ihr oft genug und ihr seht, dass ihr damit nicht weiterkommt. Nur zum Verständnis: Ein Abhängiger, und das ist dein Vater ohne Zweifel, kann nicht so ohne weiteres aufhören. Er verspricht dir das immer wieder, aber er kann es nicht einhalten, denn der Druck zu trinken ist stärker, da ist dein Vater keine Ausnahme. Nur wenn der Nachteil, der ihm durch sein trinken entsteht zu groß wird, kann er es schaffen aufzuhören.

Dieser Druck kann durch euch erzeugt werden, indem ihr ihn immer dann, wenn er trinkt, nicht beachtet, er muss merken, dass ihr dann nichts mit ihm zu tun haben wollt, deine Mutter macht das verschiedentlich schon. Ihr müsst es nur gemeinsam tun, sodass er allein ist und das wird ihm wehtun. Das ist dann dieses „fallen lassen“ wovon Bernd geschrieben hat. Vielleicht wirkt das bereits genug und er versucht sich zu ändern. Das tut euch zwar auch weh, aber es ist noch viel schlimmer, wenn ihr es nicht tut und er trinkt immer weiter. Redet also mit eurer Mutter, damit ihr alle drei das gleiche tut und er euch nicht gegenseitig ausspielt.

Nützt das alles nichts, dann bleibt eigentlich nur noch die Trennung übrig. Das soll nicht heißen, dass es eine Trennung für immer sein muss, sondern nur eine vorläufige. Das wäre aber dann der Part, den deine Mutter übernehmen müsste. Schon die Ankündigung kann ihn zur Vernunft bringen. Aber, wenn sie so etwas ankündigt, dann muss sie auch bereit sein, das durchzuziehen, sonst wird sie unglaubwürdig.

Falls dein Vater nun ein Einsehen hat, dann lasst euch nicht auf Versprechungen ein, davon hat er ja bereits genug gemacht, die er nicht einhalten konnte. Er muss schon etwas mehr tun. Ein Gang zum Hausarzt und zur Suchtberatung muss als erstes sein. Danach eine Entgiftung im Krankenhaus. Damit wäre aber auch erst der Anfang geschafft. Eine Therapie ist sicher auch angebracht, ob ambulant oder stationär, sollte bei der Suchtberatung besprochen werden.

Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg. Hoffen wir, dass er an einem der o. g. Punkte den Weg aus der Sucht findet, ich wünsche es euch.

Lieben Gruß
Henri
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henri hat zum Thema: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? geschrieben
zeni
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.10.2006
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 05:35    Titel: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo mucki,

erstmal finde ich es super, dass deine mutter und du das problem an den hörnern packt und es angesprochen habt. das ist -für euch zumindest- schonmal der erste große schritt

mir kommt grade wo ich das hier lese eine idee.
dein vater scheint ja wening einsichtig zu sein.
wie wäre es, wenn ihr jede kleinigkeit die er sagt und tut aufschreibt wenn er betrunken ist. gerne auch vidoeaufnahmen macht, auf denen man ihn wirklich betrunken erlebt. ihn wirklich richtig peinlich zur schau stellt. jede flasche die er trinkt aufheben und sammeln und ihm das vor die füße stellen.
ich weiß ja nicht wie abgebrüht dein vater ist, aber meine eltern hat es schon sehr abgeschreckt, und erschüttert, als wir ihnen ausgerechnet haben, dass sie jährlich eine badewanne voll hochprozentiges pro jahr (pro person) trinken. manchmal helfen wirklich absolute shock-bilder/ vorstellungen.

das andere was mir einfällt ist das "fallen lassen" wie bernd es nennt. wenn frau, kinder und in eurem fall am besten noch tante ( bei der er ja jetzt wohnt wenn ich das richtig verstanden hab) den rücken kehren. manche menschen müssen erst alles verliehren um zu merken was sie haben/ hatten.

liebe grüße, und viel kraft für die richtige entscheidung!
zeni
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zeni hat zum Thema: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? geschrieben
Rockabella82
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.12.2006
Beiträge: 164
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 12:48    Titel: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hey zeni genau das habe ich heute auch vanessa geschrieben mit dem filmen, musste grad schmunzeln, meine idee ist ja allem anschein nach doch nicht so abwegig...
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Rockabella82 hat zum Thema: Re: Er macht uns kaputt, wie können wir uns helfen? geschrieben

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