| ohne Alkohol • wie kann ich es schaffen |
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anodyne neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 29.06.2005 Beiträge: 46 Wohnort: bei Hannover
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Verfasst am: 05.07.2005, 18:22 Titel: Das Leben beginnt mit Sonne... |
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hallo zusammen.
in den letzten tagen habe ich hier immer wieder gelesen und manchmal auch geschrieben, vielleicht hat sich auch dadurch meine entscheidung gefestigt: ich möchte nie mehr trinken.
heute ist der achte tag ohne alkohol. wenn ich vorher sagte, dass ich schon mal 12 tage ohne alkohol auskam, dann war das nicht ganz deutlich formuliert, denn ich zählte einen kleinen piccolo oder allo-pop zwischendurch nicht zum "alkohol" dazu...
jetzt bin ich acht tage ohne jeglichen alkohol.
bis vor ein paar tagen war ich auch noch der meinung "ist ja alles noch nicht so schlimm bei mir, bin ja nicht körperlich abhängig", aber ich glaube, ich hab mich geirrt. ein körper, der über 20 jahre jeden zweiten tag mit wein oder sekt versorgt wird, der braucht das irgendwann, auch wenn meine entzugserscheinungen nicht drastisch waren. ich glaube schon, dass mein unwohlsein in den ersten tagen auf den entzug zurückzuführen war.
ich hatte albträume und angstzustände (ok ist eher psyche) aber auch ständig schwindelattacken und beklemmungen. normalerweise hätte eine flasche wein gegen alle symptome geholfen, aber eben nur für 24 stunden. mir sagte heute mein bester freund dazu "man leiht sich im rausch nur die gute stimmung von morgen" und das ist richtig.
jetzt nach einer woche bin ich frei von beschwerden und angst. ich genieße es, die welt nüchtern zu sehen und ich fange an, mich vor dem rausch zu ekeln. es ist sogar so, dass ich nicht begreifen kann, wie ich bislang mein leben so verschenken konnte. das alles, obwohl ich erst 8 tage frei bin und schon mehrmals länger als 8 tage frei war. ich weiß diesmal, dass ich wirklich aufgehört habe.
ich habe heute wieder mit dem spinning (radfahren zu musik) angefangen. es werden mehr endorphine dabei ausgeschüttet als beim saufen (und beim saufen konnte ich die glücksgefühle zudem nie wirklich genießen)...
der sport tut gut und ich entwickele die sucht, besonders gesund zu leben. mit bewegung und vitaminreicher ernährung.
ich meide "versoffene" freunde, treff mich eher mit den "spießern" (wie ich alle nichttrinker gerne nannte).
ich bin sehr sehr glücklich zur zeit und glaube fest daran, dass das jetzt so weitergeht.
dass sich meine ausstrahlung auch nach außen bereits geändert hat, hab ich heut im supermarkt gemerkt. mich lächelte ein etwa 15 jahre jüngerer mann ziemlich offensiv an... sowas ist mir schon lange nicht mehr passiert (wahrscheinlich weil ich immer damit beschäftigt war, die weinflaschen zwischen den anderen einkäufen zu verstecken)
heute las ich dann shiatzos ralley-tagebuch und das machte mich noch zuversichtlicher...
dank an euch alle |
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| anodyne hat zum Thema: Das Leben beginnt mit Sonne... geschrieben
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henri sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.03.2005 Beiträge: 1618
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Verfasst am: 05.07.2005, 20:20 Titel: Re: Das Leben beginnt mit Sonne... |
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Hallo anodyne
Wenn ich deinen Beitrag lese, dann ist da nichts von "anodyne", sondern nur noch etwas von „kraftvoll“ zu merken. Es ist zu spüren, wie ernst es dir mit der Abstinenz ist und sie dir von Tag zu Tag immer mehr Freude macht. Allerdings wird der tägliche Fortschritt zukünftig nicht mehr so groß sein, wie bis jetzt. Es werden vielleicht auch Tage kommen, an denen dir das „Nein“ etwas schwerer fallen wird als momentan. Ich bin mir aber sicher, dass du auch solche Tage gut überstehen wirst.
Nur weiter so, dann kann nichts schief gehen
Henri |
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| henri hat zum Thema: Re: Das Leben beginnt mit Sonne... geschrieben
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anodyne neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 29.06.2005 Beiträge: 46 Wohnort: bei Hannover
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Verfasst am: 05.07.2005, 21:05 Titel: Re: Das Leben beginnt mit Sonne... |
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danke henri
ja, ich weiß, dass ich sicherlich an manchen tagen nicht so euphorisch sein werde wie heute, aber es ist inzwischen so, dass ich die "vorteile des trinkens" nicht mehr richtig erkennen kann. die nachteile nahmen nach und nach überhand und mit der gewissheit, dass ich nicht der mensch bin, der ein glas wein oder einen süffigen cocktail GENIEßEN kann, muss ich dem alkohol ganz entsagen. denn wenn ich getrunken hab, war das kein genuß für mich. und: mein herz ist zu traurig als dass ich weiterhin allen bekannten den kasper mimen möchte (ich weiß nicht, ob es ein kompliment ist, ständig zu hören "ich kenn niemanden, der so verrückt ist wie du"... denn ich bin lange nicht so locker und ungehemmt wie der eindruck, den ich hinterließ) aber deshalb sag ich: ich fühl mich wie neu geboren und ich freu mich darauf, ruhig und still sein zu können, schwach sein zu dürfen. nicht mit dem alkohol schwach sein, sondern seine schwäche, trauer, schmerzen auch ohne alkohol durchstehen zu können.
es gibt dinge, die kenn ich gar nicht mehr, weil ich sie sofort betäubt habe, wenn sie sich ankündigten (wie zB trauer oder liebeskummer)
das alles möchte ich nun genießen. ja, auch den schmerz. denn ohne diesen gäbe es auch kein hochgefühl.
wo kommt bloß heut die euphorie her? *seufz*... anscheinend scheint jetzt wirklich endlich die sonne...  |
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| anodyne hat zum Thema: Re: Das Leben beginnt mit Sonne... geschrieben
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