| ich bin neu hier • Geht es schon wieder von vorne los? |
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Elfi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.12.2006 Beiträge: 4 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 01.12.2006, 23:33 Titel: Herzinfarkt und Alkohol |
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Hallo, heute morgen habe ich das Forum im Internet entdeckt und habe auch schon einige Berichte gelesen. Es ist ja wirklich erschreckend, wie ähnlich sich viele Wege sind.
Als mein Mann und ich uns kennenlernten erzählte er mir, dass er in seiner Studienzeit sehr viel gesoffen hatte. Er kam nach dem Studium mit seiner Familie (Eltern und Geschwister) nach Deutschland. Ich war damals verliebt und blind und dachte, das ist lange her. Aber bald nachdem wir verheiratet waren, merkte ich, daß ich mit seinem Trinkverhalten nicht zurecht kam.
Wenn er mit Freunden trank, vergaß er seine Frau. Ein ander Mal fuhr er stockbetrunken Auto. Oder er warf den Fernseher aus der Schrankwand, weil ich ihm den Autoschlüssel weggenommen hatte, damit er nicht betrunken noch mit dem Auto in die Stadt fährt. Als Dank dafür, nahm er sich den Ersatzschlüssel, fuhr dann doch und verspielte in dieser Nacht 1000 Mark in der Spielbank.
Ein paar Jahre war Ruhe. Er war selbständig. Am Anfang lief das Geschäft noch ganz gut. Dann bekam er einige Rechnungen nicht bezahlt, er nahm Anwalt, dieser mußte bezahlt werden, verlor den Prozeß oder die Gegenseit konnte nicht zahlen. Ärger, Ärger, Ärger.
Auftragslage verschlechterte sich. Mein Mann lenkte sich mit Computerspielen ab. An mir blieb alles hängen, Arbeit, 3 Kinder Haushalt, Garten....
Dann fing er vor ca. 3 Jahren an regelmäßig Bier zu trinken. Aus 1 Flasche am Abend wurden es ziemlich bald 4-5. Er schlief nachts nur noch 3 Stunden. Ich machte mir große Sorgen. Ich hatte das Gefühl mit ihm zu leiden. Ich überlegte immer, wie ich ihm helfen kann, wie man ihn ablenken kann von seinen Sorgen, die Familie nicht ernähren zu können.
Er aber verstand meine Mühe als rumschubsen.
Er kam mit einer Psychose ins Krankenhaus. Von da an wurde es eigentlich nur noch schlimmer. Er sagte, er war nicht krank, sondern nur furchtbar wütend und alle würden jetzt meinen, er sei verrückt. Nach einer Woche ließ er sich auf eigenen Wunsch entlassen. Er nahm seine Tabletten nicht regelmäßig und trank mit neuen Kumpels, die alle arbeitslos und Sozialhilfeempfänger waren. Die verstanden ihn und gaben ihm keine Ratschläge.
Dann besann er sich und er nahm 3 Monate lang seine Medizin. Für mich waren diese 3 Monate die schönste Zeit in unserer Ehe. Wir haben ganz viel geredet, sind spazieren gegangen, waren gemeinsam für die Kinder da. Und Geldsorgen gab es auch nicht, obwohl wir nicht plötzlich mehr verdienten.
Dann bekam er doch wieder Sehnsucht nach den Kumpels. Er blieb immer länger fort. Ich konnte nicht schlafen, weil ich immer Angst hatte, ihm oder anderen passiert etwas, wenn er betrunken Auto fährt.
Ich fragte mich immer, warum er das macht. Ich suchte immer die Schuld bei mir. Habe ich ihn geärgert? Was mache ich falsch?
Dann stellte ich ihn vor die Entscheidung: Famielie oder Kumpels. Ich wollte, daß er aufwacht. Aber er wollte seine Freiheit.
Ich bekam Angst vor ihm, dachte, er macht mich psychisch fertig. Und dann schnappte ich kurzerhand die Kinder (10/12/14) und zog zu Freunden. Es sollte eigentlich nur für 2-3 Wochen sein, aber es wurden 4 Monate. Ich bekam dann über Gericht das Haus zugesprochen und mein Mann mußte raus. Er kam dann öfter um mit mir zu reden. Er hatte ja nun keine Wohnung sondern war in einer Obdachlosenunterkunft. Bald kam er ohne Alkfahne und ich wurde weich. Er bekam ein Kinderzimmer im Haus.
Wir lebten einige Zeit getrennt in einem Haus. Er trank nicht mehr und wir ließen uns wieder zusammenschreiben. Inzwischen hatte er einen befristeten Arbeitsvertrag bekommen und ich dachte, jetzt wird alles wieder gut. Aber auf Arbeit hatte viel Stress. Das war er lange nicht mehr gewöhnt. Er ertrug keine Kritik. Er traf sich wieder mit seine alten Kumpels. Kurz vor Ablauf seines AV bekam er einen Herzinfarkt.
Wieder dachte ich, das sei ein Warnschuß. Jetzt trinkt er meiner Meinung nach noch mehr, bleibt öfter die ganze Nacht weg, fühlt sich von mir in den Rücken gefallen, wenn ich anderer Meinung bin als er. Er verlor vor 2 Jahren auch noch wegen Trunkenheit am Steuer seinen Führerschein.
Alle Menschen sind schlecht, haben keine Ahnung, sind nur dem Geld hinterher.......
Und ich denke eigentlich immer noch positiv. Und falle ihm damit schon wieder in den Rücken, weil ich ihn nicht verstehe.
Und ich traue mich nicht, mich von ihm zu trennen.
Unsere Kinder sind so lieb und verständnisvoll. Machen mir keinen Kummer, Dafür bin ich auch soooo dankbar. Sie waren damals auch froh, dass Mama und Papa sich wieder versöhnt hatten.
Ich liebe ihn doch irgendwo im Herzen immer noch. Ich geh kaputt, ihn im Stich zu lassen. |
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| Elfi hat zum Thema: Herzinfarkt und Alkohol geschrieben
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Peter.Pan Gast
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Verfasst am: 02.12.2006, 07:20 Titel: Re: Herzinfarkt und Alkohol |
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Hallo Elfi,
willkommen hier bei uns.
Du hst ja schon einiges hier gelesen und auch schon etwas geschrieben.
Du allein musst die Entscheidung mit allen Konsequenzen für Dich treffen.
Dies kann Dir niemand abnehmen.
Denk an Dich und an Deine Kinder
LG Peter Pan |
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| Peter.Pan hat zum Thema: Re: Herzinfarkt und Alkohol geschrieben
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speedy53 Gast
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Verfasst am: 02.12.2006, 07:44 Titel: Re: Herzinfarkt und Alkohol |
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Guten Morgen Elfi,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Wie Peter Pan ja schon geschrieben hat, kann Dir Deine Entscheidung niemand abnehmen.
Aber Du musst auch, oder in erster Linie an Deine Kinder denken.
Möchtest Du ihnen wirklich zumuten, die nächsten Jahre mit einem Alkoholiker zu leben?
Du hattest ja schon mal einen Versuch unternommen und bist schwach geworden.
Wir Co's glauben leider immer wieder den Beteuerungen und Lügen.
Auch ich habe fast 25 Jahre gebraucht, um endlich aufzuwachen. Nicht zuletzt mit Hilfe der Menschen hier.
Ja, was soll ich Dir raten. Ehrlich gesagt, ich kann nur sagen. trenn Dich, um Deiner Selbst willen und für Deine Kinder.
Wenn Du magst, kannst Du ja mal meine Geschichte lesen "Mein Mann trinkt kontrolliert"
Vielleicht wirst Du einiges entdecken, was Dir bekannt vorkommt. Nur sind bei mir keine Kinder im Spiel.
Manchmal heisst Liebe auch loszulassen!
Liebe Grüße
Speedy53 |
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| speedy53 hat zum Thema: Re: Herzinfarkt und Alkohol geschrieben
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Elfi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.12.2006 Beiträge: 4 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 02.12.2006, 08:53 Titel: Re: Herzinfarkt und Alkohol |
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Hallo Speedy
Habe gerade deine Geschichte gelesen. Du hast deinem Mann nun ein Ultimatum gestellt. Ich wünsche dir, daß du stark bist und bleibst.
Meine Gefühle und Entscheidungen fahren Achterbahn. Manchmal weiß ich auch, daß es besser wäre, sich zu trennen. Aber dann denke ich daran, daß es unseren Kindern jetzt wo wir wieder zusammen sind, besser geht. In der Schule wird mir gesagt, daß der Große wieder ausgeglichener ist als damals. Und der Jüngste hängt sehr am Papa, obwohl er es auch doof findet, wenn Papa unterwegs ist und nicht nach Hause kommt.
Heute kam mein Mann auch erst wieder morgens um 7 von seiner Tour zurück. Er hat sich leise ins Wohnzimmer auf die Couch gelegt. Ist es ihm nicht peinlich seinen Kindern gegenüber?
Sein Vater hatte früher auch sehr viel getrunken. Die Kinder haben sich dafür geschämt. Und jetzt macht er es genauso.
Werden unsere Kinder vielleicht auch in seine Fußstapfen treten? Jetzt finden die Kinder es doof, aber er fand es doch auch doof.
Elfi |
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| Elfi hat zum Thema: Re: Herzinfarkt und Alkohol geschrieben
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speedy53 Gast
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Verfasst am: 02.12.2006, 09:21 Titel: Re: Herzinfarkt und Alkohol |
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Hallo Elfi,
nochmal ich...
genau das hatte ich gemeint; Deine Kinder lieben ihren Papa, aber sie leiden auch sehr unter seinem Verhalten.
Sie werden keine Freunde mehr mitbringen, weil sie sich schämen
Sie werden, versuchen ihren Vater zu entschuldigen und zu verteidigen und rutschen so, genau wie Du, in die Co-Abhängigkeit.
Natürlich ist es schwer, für Dich und Deine Kinder, aber auf Dauer sicher besser einen Schlußstrich zu ziehen, denn lieber "ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende" !!
Glaub' mir, solange er kein Einsehen hat, kannst Du ihm nicht helfen....leider!!!
Du stehst auf verlorenem Posten, das ist leider so. Und je eher wir das einsehen, um so besser!
Ich möchte Dir nicht den Mut nehmen, aber denke an Dich und an Deine Kinder!!
Ganz liebe Grüße
Speedy53 |
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| speedy53 hat zum Thema: Re: Herzinfarkt und Alkohol geschrieben
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