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Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung?

 
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Neubeginn nicht geschafft trocken zu bleiben   •    Therapie  
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bigear
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 16.11.2006
Beiträge: 4
Wohnort: Braunschweig

BeitragVerfasst am: 16.11.2006, 14:51    Titel: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Bitte helft mir durch Euer Wissen. Bin neu und willig:

Noch bei Tag Null, aber alles mit Ehefrau, Arbeitgeber und Umfeld geklärt. Kontakt mit Lucas Werk, Einweisung durch Arzt und Anmeldung im Krankenhaus erledigt. Wille ist auch da...

Aber mein Arzt schlägt für die Entwöhnung teilstationär vor. Freunde und ich sind eher für stationär. Kann ich das beeinflussen? Meines Wissens wird der Antrag während der Entgiftung gestellt, so dass ich das gern vorher geklärt hätte.

Kann man wählen, wo man hin möchte? Habe da im Internet eine tolle Einrichtung in Hanstedt gesehen.

Weiß jemand, was mich die Sache selbst kosten wird (außer viel Kraft und Willen)?

Kann Entgiftungsbeginn noch steuern, da auf der Arbeit die Vertretung eingearbeitet werden muss. Will aber nun unbedingt schnellstens anfangen. Darum gebt mir bitte möglichst viele technische Infos - psychische, medizinische und mentale habe ich schon ne ganze Menge und werde mich dazu sicher nach Tag 1 mit Euch wieder austauschen.

Danke

Ein leider noch Nasser
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bigear hat zum Thema: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? geschrieben
Whitewolf
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1204
Alter: 44
Wohnort: Homburg/Saar

BeitragVerfasst am: 16.11.2006, 20:24    Titel: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Bigear,

Herzlich Willkommen im Forum bei uns .

Na, da hast Du ja schon eine Menge bewegt. Du hast uns ja gleich vor vollendete Tatsachen gestellt.
Das Problem ist , das wir jetzt so gut wie nix von Dir wissen. lass doch noch etwas über Deinen Werdegang lesen, Deine Motivationen trocken zu werden, wie es Dir so geht.

Naja, ein biserl was zum Einhaken, nachfragen, usw...

Ich finde es natürlich gut, das Du entschieden hast etwas gegen den Alkohol zu tun, und Du scheinst auch zu wissen, das es mit einer Entgiftung alleine in den wenigsten Fällen getan ist. Das 'danach' ist enorm wichtig, dann fängt die Arbeit erst an. Der aktive Austausch hier im Forum wäre z.B. eine Variante.

Wie das mit der stationären/teilstationären läuft, das klärst Du mit dem Arzt und dem Sozialarbeiter im KHS, bei der Antragstellung. Ob eine Wahlmöglichkeit der Threapiestätte besteht, hängt wohl im wesentlichen vom Kostenträger ab. Auch das erfährst Du bei Antragstellung, Fragen kostet auf jeden Fall nix. Die Threapiestätte muss natürlich auch zu Deinem Krankheitsbild passen, es gibt da mitunter Unterteilungen und Spezialisierungen.

Du schreibst, Du kannst den Termin noch steuern. Wann solls denn soweit sein????

So mehr fällt mir im Moment nicht ein.

Viele Grüsse

White
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Whitewolf hat zum Thema: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? geschrieben
bigear
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 16.11.2006
Beiträge: 4
Wohnort: Braunschweig

BeitragVerfasst am: 16.11.2006, 21:26    Titel: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für die erste Antwort Micha!

Zum ersten Komplex: Habe den "Standard-Verlauf" durch ... erster Vollrausch mit 15, täglich in der Stammkneipe, fast jedes WE in die Dizze, geht natürlich unter 1 Promille gar nicht. Auf Parties ordentlich zugelangt. Oft mal Komaurlaub mit Freunden.

Studienzeit natürlich nur mit Alk. Aber mein Leistungssport Tanzen hat es neutralisiert. Dann Sport beendet und Mutter verstorben. Da ging es von Weizen aufs Harte.

Das war vor über 8 Jahren.

Nun liegt der Spiegel bei etwas einer Flasche 0,7 am Tag, zum Glück erst nach Dienst.

Ich merke, dass es nicht mehr geht.

Ehe, Job und Leben gehen drauf, wenn ich nichts unternehme. Kenne das Problem vom Vater, der es mit AA damals 27 Jahre geschafft hat. Nun, mit 81 sei es ihm gegönnt - verziehen - dass er wieder volles Programm fährt.

Zum zweiten Komplex: Gerade weil der Antrag im KHS, ohne viel Informationsangebote gestellt werden muss, möchte ich vorher Infos sammeln. Wer weiß, wie es mir mitten in der Entgiftung geistig geht? Noch bin ich fit (mit Alk). Als Führungskraft im Job möchte ich alles optimiert vorbereiten, gerade weil ich weiß, dass die Zeit danach viel wichtiger ist.

Werde mich also auch noch bei der BfA und meiner KK informieren.

HILFE HIER IM FORUM IST WEITER SEHR WILLKOMMEN!

Zur Frage wann: Bin mit der Einarbeitung der Vertretung und der Erledigung der notwendigen Restaufgaben ziemlich durch. Rechne mit Dienstag anzufangen allmorgendlich im KHS um ein Bett anzufragen (hier läuft das auf tägliche Nachfrage).

Will vorher aber noch unbedingt die genannten Eckpunkte geklärt haben.

Vielleicht kann mir ja noch schnell irgendwer mehr Infos geben.

Danke

Wolle
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bigear hat zum Thema: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? geschrieben
Dante
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 05.08.2006
Beiträge: 2113
Alter: 50
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 16.11.2006, 21:55    Titel: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo bigear & herzlich willkommen im Forum,

auch ich absolviere zur Zeit eine teilstationäre Therapie, d. h. ich bin am Ende jeden Tages wieder zu Hause & muss mein gewöhnliches Tagewerk außer meinen Beruf nebenher erledigen. Für mich persönlich hat sich diese Form als die richtige herausgestellt, weil ich immer wieder Gelegenheiten brauche, mich von anderen zu isolieren & nicht gerade gesellig bin.
Damit habe ich schon etwas sehr wichtiges angedeutet: Für jede Person bedarf es in verschiedenen Lebenssituationen auch andere Therapieformen. Wer z. B. seinen Freundeskreis vor allem in der Kneipe hat, kommt für eine teilstationäre Therapie nicht in Frage. Auch ist eine gewisse stabile Abstinenz vorher sehr hilfreich & wird teilweise auch gefordert.
Eine stationäre Therapie hat den Vorteil, dass sich der Patient um nichts anderes kümmern muss außer seinen persönlichen Angelgenheiten (Wäsche usw.). Eine solche Therapie ist natürlich intensiver, hat aber auch den Käseglockeneffekt zur Folge, der nicht für jederman erträglich ist.
Zusätzlich gibt es noch die Einzeltherapie, über die ich dir allerdings nichts erzählen kann außer, dass sie über mehrere Jahre läuft.
Welche Therapieform nun die für dich geeignte ist, dürfte sich im Laufe der Entgiftung herausstellen, jedenfalls wird so etwas dabei auch besprochen. Sinnvoll ist es allemal, dem fachärztlichen Rat zu folgen (bei mir war es ein Schlag ins Wasser, aber das tut nichts zur Sache). Die persönlichen Wünsche sollten allerdings nicht unberücksichtigt bleiben. Immerhin gibt es auch in der Ausrichtung & in der Hausordnung der stationären Einrichtungen erhebliche Unterschiede. Prinzipiell gilt allerdings, dass man dich nicht gegen deinen Willen in eine bestimmte Therapieform oder auch in eine bestimmte Klinik zwingen kann. Festgelegt wird die Klinik jedoch vom Kostenträger d.h. in der Regel vom Rentenversicherungsträger.
Gleiches gilt auch für die Zuzahlung zur Therapie. Bei stationären Einrichtungen ist ein Tagessatz von 10 € für maximal 42 Tage üblich, die teilstationären verzichten i.d.R. auf diese Einnahmen, so sie überhaupt dazu befugt sind. Der Tagessatz ist nämlich mit dem Selbstkostenbeitrag in den Krankenhäusern vergleichbar.
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Dante hat zum Thema: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? geschrieben
henri
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 1618

BeitragVerfasst am: 16.11.2006, 22:26    Titel: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Bigear und auch von mir ein herzliches Willkommen

Im ersten Beitrag schreibst du vom Lukas Werk. Deren Hilfe erstreckt sich nur auf den Großraum Hannover – Braunschweig, ist mir daher nicht so bekannt.

Der sonst übliche Verlauf, Entgiftung im Krankenhaus, dann Antrag auf Therapie beim Rentenversicherungsträger, wobei beide Maßnahmen getrennt behandelt werden. Dabei kann es nach der Entgiftung durchaus bis zu zwei Monate dauern, bevor ein Platz in einer Klinik frei wird. Bei Antragstellung kann eine Wunschklinik benannt werden.

Zu den Kosten: Die Entgiftung wird von der KK übernommen, die Therapie vom Rentenversicherungsträger.. Da die Lukas Werke ein e.V. sind, könnte es etwas anders aussehen. Wie ich Google entnehmen kann, sind jedoch auch zwischen den Lukas-Werken und den KK Abkommen für die Kostenübernahme geschlossen worden. Näheres wirst du also dort recherchieren müssen.

Wünsche dir viel Erfolg

Gruß Henri
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henri hat zum Thema: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? geschrieben
bigear
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 16.11.2006
Beiträge: 4
Wohnort: Braunschweig

BeitragVerfasst am: 16.11.2006, 23:10    Titel: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Dante,

danke für die Infos. Wie Du selber vom "Schlag ins Wasser" weißt, würde ich genau diesen vermeiden wollen.

Den "Käseglockeneffekt" würde ich sehr gern bewusst in Anspruch nehmen, da sowohl ich, wie auch meine Ehefrau beruflich und ehrenamtlich ziemlich beansprucht sind.

Ganz ehrlich: ohne die Glocke habe ich Angst, wie es heißt "in die gewohnten Verhaltensmuster zurück zu fallen".

Ich glaube, zu erlernen, wie man sein Leben wieder lebenswert leben kann wäre der größte Erfolg.

Wie schon in den ersten Beiträgen erläutert habe ich nur den Drang, meinen weiteren Weg (kurzfristig) optimal vorzubereiten.

Seit meiner Kindheit steht mir das AA-Motiv höchst positiv in den Augen (der Spruch stand meine gesamte Jugend über im Eingangsbereich unserer Wohnung). Und genau danach lebe ich seit Jahren mein Leben. Es hilft in allen Lebenslagen und nicht nur für Alkoholiker: "Gott (oder auch andere akzeptierte Übernaturen) gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann; Dinge zu ändern, wenn ich es kann; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden".

Also will ich nun etwas ändern, solange ich weiß, dass ich es noch kann!
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bigear hat zum Thema: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? geschrieben
bigear
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 16.11.2006
Beiträge: 4
Wohnort: Braunschweig

BeitragVerfasst am: 16.11.2006, 23:23    Titel: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Henri,

Dank für die Infos, welche ich leider schon hatte: Zwischen Entgiftung und Entwöhnung liegen, dank deutschem Bürokratismus, mindestens 4 Wochen. Bis zu 80% der Patienten werden dann wieder rückfällig und müssen zur Entwöhnung erst einmal wieder in die Entgiftung.

Für mich als Betroffenem keine besonders rosige Aussicht (Vielleicht ein Anreiz in meinem zukünftigen Leben mal etwas für einen patientenfreundlicheren Ablauf bewegen zu können?!).

Danke erst einmal für die freundliche Aufnahme. Ich werde meinen Weg sicher so gehen, wie ich es mir, in Absprache mit meinem Lebensumfeld, vorgegeben habe.

BIN IMMERNOCH FÜR WEITERE INFOS ZU MEINER URSPRUNGSTHEMATIK DANKBAR!

Wolle, 43, Alkoholiker
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bigear hat zum Thema: Re: Stationäre oder teilstationäre Entwöhnung? geschrieben

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