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two jears after......

 
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Aber hallo.....   •    Krise im zweiten Jahr?!  
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Käthe
aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.04.2005
Beiträge: 539
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 30.06.2005, 11:52    Titel: two jears after...... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

wie ist das 2 Jahre später,

mir fhlen irgendwie die richtigen Worte.

Das Leben ist irgendwie mehr so wie es sein sollte, mit Höhen und Tiefen.
Vorher waren es mehr Euphorie und Verzweiflung.

Ich bin nach 2 Jahren immernoch in der Lage mich über Kleinigkeiten zu freuen (im Bezug auf meine Entwicklung und die dadurch entstehenden neuen Möglichkeiten), aber noch nicht stabil genug um mich in allen Bereichen sicher zu fühlen.

Ich muss auf mich aufpassen und das ist für mich schwierig.

Ich habe mein ganzes Leben den Hang gehabt auf andere aufzupassen.
Kleiner Bruder, Freunde, Partner, Kinder und Tiere. Bloß auf mich selbst habe ich wenig geachtet. Ich mache da auch heute noch Fehler und muss mich immer wieder hinterfragen.

Ich habe mir ein neues Hobby zugelegt und dafür schon eine Menge Zwänge, die ich mir selbst auferlegt hatte abgelegt. Vor allem bin ich nicht mehr mit meiner Arbeit verheiratet.

Aber am schönsten ist, dass ich meine Angststörung in 99,9% aller Fälle im Griff habe. Ein normaler Mensch ist vermutlich garnicht in der Lage nachzufühlen wie toll das ist z.B. wieder U-Bahn fahren zu können.

Was mir wahnsinnig viel geholfen hat ist reden. Mit Familie, Kollegen, Selbsthilfegruppe und z.B. auch hier. Ich glaube mit dem aussprechen eines Problems ist schon der Anfang der Bewältigung da. Ich schäme mich nicht dafür Alkoholikerin zu sein und war anfangs sehr erstaunt über die Reaktionen meiner Umwelt. Ich habe bisher keine wirklich negativen Erlebnisse mit meiner Offenheit gehabt, im Gegenteil. Fast jeder hat im Familien- oder Bekanntenkreis oder auf der Arbeit selbst einen "Problemfall". Ich werde auch auft um Rat gebeten.

So, das erstmal in Kürze, das Thema ist ergiebig und fortsetzbar.

Wünsche allen, dass sie den Anfang des Fadens im Irrgarten finden.

Käthe
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Käthe hat zum Thema: two jears after...... geschrieben
Martin
Gast






BeitragVerfasst am: 30.06.2005, 13:58    Titel: sich Gutes tun Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen.

Ja Käthe, ich kann das meiste nur bestätigen (nach 1 1/2 Jahren). So ist es. Und ein wenig kann ich das Abstreifen der Ängste nachvollziehen - bei mir hatte sich im Laufe der Zeit Höhenangst eingeschlichen - ich konnte auf keinen Aussichtsturm mehr steigen. Jetzt langsam geht es wieder und ich finde es von mal zu mal toller mich da oben in den Wind zu stellen...

Das Reden hilft wirklich. Es ist eben so, daß man sich selbst durch das Aussprechen die eigenen Gefühle und Probleme ernst nimmt. Und ein wenig von anderen verlangt, daß sie einen auch ernst nehmen. Daß man so wie man ist wichtig ist! Das heißt ja noch lange nicht, daß man ständig herumläuft und "ich, ich, ich" in die Landschaft brüllt.

Einzig die Schwankungen haben bei mir eine andere Richtung genommen. Wo ich früher alles auf einem coolen Mittelwert gepegelt hatte, ist es heute so, daß die Dunkelheit und die Helligkeit meiner Launen viel ausgeprägter sind. Und manchmal sind die Wechsel sehr schnell. Da fahre ich noch pfeifend-singend im Auto dahin und auf einmal denke ich an irgendetwas Schwieriges und es sackt in mir mächtig abwärts. Aber im Grunde genommen wollte ich ja gerade das durch den Trinkstop zurück erhalten. Mich wirklich freuen können - und ohne der Traurigkeit als Gegenpol ist die Freude nicht zu haben.

Manchmal hadere ich mit dem Ziel der Ausgewogenheit, des ausgewogenen Lebensstils. Irgendetwas in mir will immer noch das Extreme, Ganze, Radikale, Rauschhafte (das ich mit dem Pegeltrinken ironischer Weise natürlich nie erhalten habe. Der Trinker pflegt seine Illusionen! Es ist die Selbstszerstörung die man mit Trinken erhält.). Ich versuche es auf andere Dinge zu richten. Perfekt sägen, enthemmt Nicht-Trinken, innigst Küssen. Das Leben in Trockenheit sollte meines Erachtens eben nicht nur im erfolgreichen Nicht-Trinken bestehen, sondern in der wiedergefundenen Freude und Lust am Leben.

So. Und jetzt gönne ich mir was Gutes und hole meinen Sohn übers Wochenende! Hoffentlich knallt die Sonne so richtig runter, dann sausen wir zum See, ziehen die knallorangen Schwimmflügeli an und schmeißen uns in die kalt-frischen Fluten! Ciao,

Euer Martin
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Martin hat zum Thema: sich Gutes tun geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 30.06.2005, 14:26    Titel: Re: two jears after...... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Euch allen,

ein Satzt von Martin macht mir seit einigen Wochen Gedanken bzw. der Sinn des Satzes.

Zitat:
Das Leben in Trockenheit sollte meines Erachtens eben nicht nur im erfolgreichen Nicht-Trinken bestehen, sondern in der wiedergefundenen Freude und Lust am Leben.


Ich habe jetzt ein zufriedenes glückliches und trockenes Leben. Ich habe in meiner Trockenheit viel für mein neues Leben geschaffen, eigene Wohnung, Familienfrieden, neue Ausbildung zum Informationselektroniker und vor allem Gesundheit.

Bei mir ist das Nichttrinken zur Gewohnheit geworden, wie damals das Trinken. Es gibt Handlungen, wie Lebensmittelkontrollen oder meiden von "gefährlichen" Orten, die ich verinnerlicht habe, ohne darüber nachzudenken.
Manchmal gibt es Momente, wo ich ein tief habe. Meine Geduld, alles schnell zu erreichen, wird manchmal auf eine sehr harte Probe gestellt. Früher waren die Höhepunkte schnell erreicht.
Ich setzte mir kleine Ziele, arbeitete drauf hin und nach Tagen oder Wochen hatte ich sie erreicht.
Das längste Ziel was ich mir gesetzt hatte, war meine Umschulung. Sie dauerte insgesammt 32 Monate. Während dieser Zeit lernte ich warten.
Ich lernte, mich nich auf die Zeit nach dem Ziel zu konzentrieren, sonder auf das Jetzt.
Freude und Lust am Leben verspüre ich jetzt, wenn ich mich an Momente dieser Zeit erinnere. Ich brauchte mir keine Sorgen zu machen. Es lief alles und ich war glücklich.
Nach der Schule kommt das nächste Ziel. Ich arbeite auf eine Selbsständigkeit hin, die nichts mit der Umschulung zu tun hat. Das wird dann mein Ziel ohne Ende, also wo der Weg das Ziel ist.
Ein Leben in Zufriedenheit und Hoffnung.
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Karsten hat zum Thema: Re: two jears after...... geschrieben
chrissyta
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.03.2005
Beiträge: 1053
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 30.06.2005, 15:21    Titel: Re: two jears after...... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Zitat:
Aber am schönsten ist, dass ich meine Angststörung in 99,9% aller Fälle im Griff habe. Ein normaler Mensch ist vermutlich garnicht in der Lage nachzufühlen wie toll das ist z.B. wieder U-Bahn fahren zu können.


hallo käthe,

die angststörungen kann ich nachfühlen, nach einem schock traten bei mir auch die panikattacken so schlimm auf, dass ich keine s-bahn, strassenbahn, bus usw. fahren konnte, habe es immer wieder versucht und musste immer wieder voller panik aussteigen. auch kaufhäuser und menschenansammlungen waren der horror. es kann sich wirklich keiner darein versetzten der solche panikschübe noch nie gehabt hat. habe es durch eine jahrelange verhaltenstherapie bessern können, denke man ist auch da nie sicher ob so eine attacke nicht mal wieder über einen hereinbricht.

während dieser zeit hat auch die menge des alkohols bei mir gewaltig zugenommen. eine panikattacke hatte ich 2000 das letztemal und meinen letzten rausch 2001, danach habe ich mein leben in die hand genommen, ich war nur noch für mich alleine verantwortlich und nicht mehr für andere, musste ich auch erst lernen. ich merkte ich bin frei und das hat mich glücklich gemacht und mich immer mehr gefestigt. zur zeit kämpfe ich um meine existenz, in meinem alter, zwar wieder glücklicher single aber arbeitslos, das ist nicht so einfach. naja, ich habe mein leben lang kämpfen müssen und ich glaube auch ein orkan wirft mich heute nicht mehr aus der bahn. ich schaue positiv nach vorn, denn in allem negativen befindet sich auch das positive, man muss es nur finden. Sehr glücklich

das leben kann nur rückblickend verstanden werden, muß aber vorausblickend gelebt werden.

gruss
chrissyta
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chrissyta hat zum Thema: Re: two jears after...... geschrieben

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