| Unwiederrufliche Tatsachen!!!! • Und wie soll`s jetzt weitergehen??? |
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Wolke neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.11.2006 Beiträge: 14
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Verfasst am: 17.11.2006, 14:59 Titel: Re: Verzweiflung |
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Hallo Diandra,
dass freut mich zu hören, dass du einen schönen Tag hattest
Bei eurem Familientreffen ist es sicherlich bunt und lustig gewesen und „Mama-Essen“ ist und bleibt eben doch das Beste
Wie viele Kinder hast du eigentlich und wie alt sind sie?
Die Sonne hat also fein gelacht?! Wunderbar! Wünsche eine Wiederholung
Danke dir, mein Tag war..., sagen wir aufregend. Ich wandle gerade gefühlsmäßig immer von einem Extrem ins andere. Stehe dann zwischen Entsetzen und Erleichterung, bin tief betrübt oder glücklich. Dann wieder könnte ich losschreien und mich aufregen oder ich bin einfach nur dankbar, für die etwas neuere Sicht. Aber na ja, besser man fühlt zu viel, wie gar nichts mehr Denn dieses Gefühl der Leere ist für mich noch viel unerträglicher, ich weiß nicht, ob du es auch kennst?
Ansonsten flitze ich von einem Ort zum anderen und tue alles erdenklich mögliche, um mich vorm Lernen zu drücken *gg* Man hat ja auf einmal sooo viel zu tun *gg*
Das Buch von U. Lambrou habe ich übrigens auch gelesen, bzw. ich befinde mich im Endspurt *gg* Es half mir ein wenig alles was so herumschwirrte und nicht einzufangen war, auf „einen Punkt zu bringen.“
Da kann ich dir nur Recht geben, es ist unglaublich welche Verhaltensmuster eingenommen werden können und wie sie sich zwischen den individuellen Personen (obwohl sie eigentlich andere Rollen übernehmen sollten) überschneiden.
Deshalb kann man eigentlich keinem direkt die Schuld geben. Denn jeder trägt mit seinem Verhalten dazu bei, dass es so ist, wie es ist. Gegenseitige Beeinflussung besteht. Ohne nun Vorwürfe heraufbeschwören zu wollen. Kinder die hineingeboren werden lernen so zu sehen, wie es ihnen beigebracht wird, oft erst später können sie dies ändern. Und auch die Partner geraten (u. U.) ganz langsam in ihre Rolle, so dass es schwer wahrzunehmen ist.
Ich wünsche nur diesen ganzen Menschen, dass sie eines Tages diesen Teufelskreis erkennen und lernen ihn zu durchbrechen.
Und für mich selber, wünsche ich mir das auch *ggg*
Das Umfeld, hmm... Weißt du was ich schlimm finde? Diese Etikettierung und wenn man als Person gar nicht mehr gesehen wird. Manche wenden sich ab, andere denken man sei von einem anderem Stern *g*, wiederum andere behandeln einen als wäre man aus Zucker.
Da könnte ich mich manchmal aufregen, aber gut man kann ihnen ja dann auch wieder irgendwie nicht böse sein, denn viele wissen es einfach nicht besser. *gg*
Ist es bei dir innerhalb der Familie, denn auch noch ein Tabuthema oder beginnt ihr darüber zu sprechen? Wie ist es denn dazu gekommen, dass du als hysterisch eingestuft wurdest, wenn ich fragen darf?
Ja, dass stimmt, es ist sehr hilfreich immer wieder mal in die richtige Richtung geschubst zu werden *gg*
Ich wünsche dir noch einen wunderbaren Freitag und ein tolles Wochenende
Ganz liebe Grüße
Wolke |
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| Wolke hat zum Thema: Re: Verzweiflung geschrieben
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Diandra sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.03.2006 Beiträge: 2177 Wohnort: Düsseldorf
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Verfasst am: 21.11.2006, 00:12 Titel: Re: Verzweiflung |
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Hallo Wolke,
ich habe zwei Töchter im Alter von 14 und 15 J. Ganz liebe Mädels, auf die ich sehr stolz bin.
Nee das Gefühl von Leere kenn ich eher nicht. Und wenn, dann habe ich sie wohl immer mit ohnmächtiger "Wut" ausgefüllt.
Das mit dem *sich.vor.was.drücken" kenn ich auch bevorzugt passiert mir das bei dem üblichen Papierkram zu Hause Was ich statt dessen dann auf einmal so alles mache - unglaublich *ggg*. Ich habe immer das Gefühl, nur unter "Druck" bin ich gut.
Mit meiner Mutter und meinen Schwestern kann ich mittlerweilen gut darüber sprechen - sie sehen ein, dass sie zuwenig darüber wissen. Sie fragen oft interessiert nach, urteilen aber wenig. Mir ist es sogar schon passiert, dass meine Mama sein Therapiegebahren in Schutz genommen hat - fand ich im nachhinein aber wirklich klasse - sie hat drüber nachgedacht was ich so alles erzählt oder erklärt habe.
Naja seine Familie stellt mich seit Jahren als "hysterisch" dar. Ich gönn dem armen Kerl ja nix und immer stell ich mich quer und und und Mittlerweilen lässt mich deren Meinung aber kalt - es gibt noch einen Bruder der Alkoholiker ist und sogar Weihnachten haben die ein Faß Bier auf dem Tisch stehen - gott sei Dank habe ich seit gut einem Jahr kein Kontakt mehr zu der ganzen Bande
Ich hoffe, Du hattest auch ein feines WE und wünsche Dir einen schönen Wochenanfang.
Grüßle
Diandra |
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Wolke neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.11.2006 Beiträge: 14
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Verfasst am: 22.11.2006, 17:30 Titel: Re: Verzweiflung |
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Hallo Diandra,
wow, du glaubst gar nicht wie schlau ich das vergangene Wochenende verlassen habe?! Ich weiß nämlich jetzt viel, viel mehr und zwar, dass ich nicht mehr weiß wie vorher.
Das ist ’ne Leistung sag ich dir...
Das freut mich, dass du mit deiner Mutter und deinen Schwestern inzwischen ein offeneres Verhältnis hast und mit ihnen darüber reden kannst.
Das seine Familie hingegen entsprechend anders reagiert, ist natürlich alles andere wie toll, aber scheinbar, nachdem wie du es beschreibst, ist auch nicht sonderlich viel Einsicht von ihnen zu erwarten.
Ich würde mir wünschen, ich hätte ein wenig mehr Kontakt zu meinen Schwestern, in Bezug auf meine Eltern wendet sich das Bild momentan ein wenig. Aber es gestaltet sich als sehr schwer, denn Gespräche werden möglichst vermieden. Ihre Reaktion kann ich ja verstehen, habe ja schließlich selbst die Augen lang genug „zu“ gehabt. Manchmal weiß ich nicht, ob ich meine Schwestern einfach trotzdem immer wieder ansprechen soll, oder ob ich ihnen einfach mal Zeit lassen sollte?
So, ich muss mich nun auch wieder aufmachen, denn leider muss ich ja meinen Wissensstand noch ein wenig erweitern
Ganz liebe Grüße und noch einen wunderbaren Abend
Wolke |
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| Wolke hat zum Thema: Re: Verzweiflung geschrieben
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lavendel sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.05.2006 Beiträge: 2869
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Verfasst am: 22.11.2006, 18:25 Titel: Re: Verzweiflung |
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hallo wolke,
ich mische mich einfach mal in eure konversation ein, ich hofe, diandra nimmt mir das nicht übel *bütte, liebe dia, nicht schümpfen....* .
du fragtest nach erfahrungen mit selbsthilfegruppen (shg). ich gehe als angehörige in eine (kreuzbund) und finde das sehr gut. zum einen um zu sehen, dass ich nicht allein bin, zum anderen, um aus ALKOHOLIKERSICHT zu hören, warum sich der alkoholkranke angehörige so benimmt, warum er wie lügt etc.
ich muss dazu sagen, dass meine eltern beide alkoholiker waren, ich kann also deine scham und dein gedankenwirrwarr sehr gut nachvollziehen. als kind von alkoholikern habe ich meine eltern oft gehasst und hatte deshalb auch meist ein zwiespältiges gefühl ihnen gegenüber, und sie haben mit mir über dieses thema schon mal garnicht geredet. genau das finde ich das gute an meiner shg. dort lerne ich unbelastet menschen kennen, die das selbe problem haben wie meine mutter - aber mit denen kann ich reden, weil sie mir nämlich nichts angetan haben. verstehst du den unterschied? irgendwo hab ich auch mal geschrieben, dass in dieser shg mir zum ersten mal in meinem leben alkoholiker wirklich sympathisch waren - weil die nämlich völlig losgelöst von meinem eigen erleben in der kindheit sind - und ganz normale, nette menschen. versuchs. shg gibts in fast jeder stadt. die konzepte sind ein bisschen unterschiedlich, musst du schauen, wo es dir gefällt.
zum schämen: ja, ich hab mich auch geschämt, und hab bis etwa in dein alter hinein mit niemandem darüber geredet, was bei uns zuhause abging. als ich dann endlich weg war zum studium, und mich gaaaanz langsam geöffnet habe, meinem damaligen freund, einer freundin.... hab ich festgestellt, wie verbreitet alkoholismus ist. es gibt in fast jeder familie irgendwo einen alkoholiker. du stehst damit ganz sicher nicht allein.
kann dir nur viel kraft wünschen für dein wirrwarr. ist nicht leicht, und du musst dich auch auf DICH konzentrieren, ist schließlich nicht leicht, sein leben in deinem alter auf die richtige schiene zu setzen...
liebe grüße
lavendel |
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| lavendel hat zum Thema: Re: Verzweiflung geschrieben
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Wolke neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.11.2006 Beiträge: 14
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Verfasst am: 24.11.2006, 16:07 Titel: Re: Verzweiflung |
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Hallo Lavendel!
Danke dir für deine Antwort bzgl. der SHG, hat mich gefreut
Ich gedenke den Unterschied verstanden zu haben. Mit Menschen zu sprechen die das gleiche durchgemacht haben oder durchmachen wie die eigenen Eltern, ist bestimmt eine wertvolle Erfahrung. So lernt man das ganze auch mal aus ihrer Sicht zu sehen, erhält für manches vielleicht viel leichter Verständnis oder Ereignisse etc. sind durchschaubarer wodurch es einfacher ist zu akzeptieren. Zudem stehe ich mit anderen Alkholikern nicht in der Beziehung, wie ich sie zu meinen Eltern habe. Ich kann wesentlich neutraler betrachten. Ich lerne den Menschen kennen und seine Sucht. Nicht wie bei den Eltern, wo oft halt nur noch ihr Verhalten aufgrund des Alkohols im Vordergrund steht und die Person an sich vielleicht sogar manchmal (etwas) übersehen wird. Vielleicht auch aus dem Grunde, weil ja nie darüber erzählt wurde, wer man ist, was man fühlt oder wodurch die eigene Biographie evtl. in Kindestagen schon geprägt wurde.
Dadurch kann so manch gehegter Hass sicherlich in Verständnis oder / und Akzeptanz übergehen, was ja nicht gleich „gut heißen“ bedeuten muss.
Ich stelle es mir schlimm vor, wenn beide Eltern Alkoholiker sind, sorry wenn ich das so sage. Aber ich mein, da steht man ja wirklich sozusagen „allein“ dar?! Darf ich dich fragen, wie du es geschafft hast, dich von deinen Eltern zu lösen bzw. zu distanzieren? Kam es v.a. durch dein Studium und den Ortswechsel?
Danke dir auf jeden Fall nochmal für deinen Beitrag. Es war interessant deine Erfahrungen zu lesen.
Ich habe mich übrigens erst einmal gegen eine SHG entschieden, zumindest für den Anfang, habe mich glaube ich etwas überfordert.
Denn ich habe gemerkt, dass es mir in letzter Zeit ein wenig zu viel geworden ist, mich ständig damit zu konfrontieren. Deshalb konzentriere ich mich nun erst einmal wieder auf meine Therapie und schaue regelmäßig hier im Forum vorbei
Und wenn ich dann demnächst bemerke, dass ich einfach damit zurecht komme, trete ich vielleicht auch damit in die „Öffentlichkeit“.
Aber nun versuche ich erst einmal wieder kleine Schritte zu machen und nicht wieder so einen riesigen wie vor fast zwei Wochen.
Denn wenn ich dann noch einmal „zurückfallen“ sollte, falle ich vielleicht einen kleinen und nicht einen großen
Ganz liebe Grüße und ein wunderbares Wochenende dir
Wolke |
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| Wolke hat zum Thema: Re: Verzweiflung geschrieben
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