| Tag 3 ohne Zigaretten • Neueinsteiger/Aussteiger... |
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anodyne neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 29.06.2005 Beiträge: 46 Wohnort: bei Hannover
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Verfasst am: 29.06.2005, 15:04 Titel: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf |
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Auch ich möchte mich hier kurz vorstellen. Ich heiße Kati, ich bin 38 Jahre alt und habe eine fast dreijährige Tochter.
Alkohol in Form von Wein und Sekt konsumiere ich seit ich 17 bin jeden zweiten Abend (inzwischen ein bis zwei Liter). Bis vor etwa zwei Jahren hatte ich keine Probleme, darauf für längere Zeit auch mal zu verzichten. Während meiner Schwangerschaft hab ich nicht getrunken, aber geraucht, denn das Rauchen war für mich eine wirklich schlimme Sucht, von der ich nicht wegkam. Und ähnlich wie jetzt mit dem Alkohol machte mir die Qualmerei zunehmend Angst, so sehr dass ich psychosomatisch immer wieder irgendwelche Wehwehchen bekam.
Im Januar meldete ich mich in einem Fitness-Studio an und mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie sehr meine Kleidung, wie sehr ich nach kaltem Rauch rieche. Ich hörte am 6. Januar auf zu rauchen und verlagerte die Sucht in täglich 2 Stunden Sport und allabendlichen Alkoholexsessen (um die Gier nach einer Zigarette zu betäuben).
Ich dachte, ich hätte alles im Griff.
Leider ist im April dann mein, über alles geliebeter Kater gestorben. Mir war alles egal. Ich wollte nur nicht wieder anfangen zu rauchen. Hab ich auch nicht. Statt dessen hörte ich mit dem Sport wieder auf und fing an zu essen (abends natürlich weiterhin zusätzlich bis zur Bewusstlosigkeit Sekt und Wein).
Meine Gesundheit geht jetzt langsam den Bach runter. Ich habe inzwischen einen erhöhten Blutdruck und erhöhte Cholesterinwerte.
Ich schaffe es schon, mal eine Woche nicht zu trinken, aber dann trink ich wieder bis zum Filmriss und werde sauer, wenn man mir nach einer Flasche Wein, nicht eine zweite besorgt. (Nach einer Flasche merkt mir leider niemand an, dass ich getrunken habe, so dass ich auch selbst noch in den Laden gehen würde). Ich weiß schon beim Trinken, dass ich es am nächsten Tag bereuen werde und trotzdem tu ich es. Ich trinke solange, bis wirklich keine Möglichkeit mehr besteht, an Nachschub zu kommen oder bis ich halbtot ins Bett falle (oder das, was ich für mein Bett halte).
Ich fühle mich schmutzig und ich habe Angst.
Aber immer nur bis zu dem Moment, in dem es für mich nur diese eine Möglichkeit gibt, mich zu entspannen, meinen Kopf loszulassen... Ich trinke mir ganz bewusst das Bewusstsein weg.
Welch ein undankbares Verhalten. Das Leben ist so kurz, kann so schön sein und ich versauf mir den Verstand, ruinier mir die Gesundheit.
Ich will raus aus dem Alkoholsumpf.
Und ich hoffe, hier auf Menschen zu treffen, denen es vielleicht so ähnlich geht wie mir oder die diesen Schritt schon geschafft haben.
(Das war jetzt aber keine KURZE Vorstellung, sorry!)
Kati |
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| anodyne hat zum Thema: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 29.06.2005, 15:26 Titel: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf |
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Hallo anodyne,
erts einmal auch Dir ein herzliches Willkommen im Forum.
Das was Du schreibst ist für Dich sicher eine schwere Zeit und Erfahrung.
Ob es nun daran liegt, dass Du mit dem Rauchen aufgehört hast, weiß ich nicht. Meist ist es ja umgekehrt, dass man unter Alkoholeinfluß seine guten Vorsätze vergist.
Hier wirst Du sicher viele Gleichgesinnte treffen und kannst aus ihren Erfahrungen lernen.
Du hast geschrieben:
| Zitat: | | (Das war jetzt aber keine KURZE Vorstellung, sorry!) |
Da es scheinbar ironisch gemeint ist, möchte ich an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, das es keine limitierte Beiträgslänge gibt. Jeder kann so viel schreiben, wie er glaubt um sich richtig ausdrücken zu können.
Eine zu kurze Beitragsläne kann dagegen manchmal wenig aussagekräftig sein.
Gruß
Karsten
___________________
Süchte
Alkoholsucht
Thema zur Schwangerschaft
Alkohol und Schwangerschaft |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf geschrieben
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greta neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.07.2005 Beiträge: 2
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Verfasst am: 13.07.2005, 16:19 Titel: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf |
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hallo anodyne,
genauso gehts mir auch. bin neu hier seit heute, 27 jahre und mir kommt das sehr bekannt vor. keiner merkt mir nach ner flasche wein an, das dem so war, allerhöchstens durch den geruch. ich sauf mir seit geraumer zeit jeden abend die birne zu und mache dann passieren regelmäßig dinge, die ich bereue und für die ich mich schäme. und dann am nächsten ta muss das schamgefühl weg, am besten mit ner flasche roten.
ich hab die schnauze so voll davon. hab immer öfter ärger mit meinem mann, hätte ihn letztens im suff fast betrogen, 3 wochen nach der hochzeit.
ich weiß doch, was der alc alles anrichten kann, warum zum himmel hör ich erst auf, wenn die welt in scherben liegt???
dazu muss ich aber sagen, dass ich in thera bin, nicht wegen dem alkohol, sondern wegen borderline, aber dies ist auch immer wieder thema.
ich hab das gefühl, das leben entgleitet mir. es ist diese grenzenlose leere, die gefüllt sein will mit was auch immer,
lg greta |
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| greta hat zum Thema: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf geschrieben
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henri sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.03.2005 Beiträge: 1618
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Verfasst am: 13.07.2005, 19:50 Titel: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf |
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Hallo Greta
Willkommen hier im Forum.
Borderline in Verbindung mit Alkohol, ist ein schwieriges Thema. Was ist hier Ursache und was ist Wirkung. Es scheint mir, als ob sich beides zu einem gemeinsamen Krankheitsbild ergänzt. Daher wird auch Alkohol ein Thema in der Therapie sein, über das viel gesprochen wird.
Ich denke, der beste Ansatzpunkt wird beim Alkohol sein. Wenn du es schaffst, den Alkohol zu meiden, werden sich auch einige Probleme der BPS erledigt haben. Besonders brauchst du dich am nächsten Tag nicht für Dinge zu schämen, die du Vortags gemacht hast. Du wirst dich auch allgemein besser fühlen, alles Voraussetzungen, um die BPS auch in den Griff zu bekommen.
Sprich doch mit deinem Mann, dass er dir hilft, vom Alkohol wegzukommen. Er wird dir ganz sicher gerne helfen. Rede aber auch in der Thera von dem Thema. Probier doch einfach mal ohne Alkohol, trau dir was zu, du wirst sehen du kannst das.
Wünsche dir einen guten Anfang dabei
Henri |
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| henri hat zum Thema: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf geschrieben
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greta neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.07.2005 Beiträge: 2
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Verfasst am: 14.07.2005, 13:11 Titel: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf |
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hallo henri,
ja, du hast absolut recht. mein mann ist auf jeden fall ein grosse stütze für mich, ich hab den besten, glaub ich
wir fahren dieses jahr, d.h. morgen, zum ersten mal gemeinsam in den urlaub, bzw. ists die hochzeitsreise und ich glaube, das ist eine gute gelegenheit sich über grundlegendes einen kopf zu machen und vor allem diesen freizukriegen. ich setze mich zur zeit viel zu sehr unter druck mit meiner diplomarbeit, daher immer das ausweichmittel alkohol. ich weiß dass das überhaupt keine lösung ist, deshalb bin ich auch froh, dass die thera endlich begonnen hat. vor allem bekomme ich jetzt ein antidepressivum, was in meinem fall bei einer endogegen depri als bestandteil der bps sehr hilfreich ist und den alc in den hintergrund rückt.
ich melde mich, wenn ich wieder da bin, mal sehen was ich bis dann geschafft habe!
liebe grüsse greta |
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| greta hat zum Thema: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf geschrieben
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henri sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.03.2005 Beiträge: 1618
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Verfasst am: 14.07.2005, 17:37 Titel: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf |
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Hallo Greta
Den Kopf frei zu bekommen ist zunächst einmal sehr wichtig. Daher genieße den Urlaub und mache dir nicht dauernd Gedanken über dich, das kann auch zu Stress ausarten, den du absolut nicht brauchen kannst.
Wünsche euch einen schönen und erholsamen Urlaub
Henri |
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| henri hat zum Thema: Re: Ich will raus aus dem Alkoholsumpf geschrieben
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Martin Gast
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Verfasst am: 22.07.2005, 12:54 Titel: aber hallo von Martin |
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Hallo Kati,
(Ich schreibs mal hier - auch wenn es vielleicht etwas direkt wird, aber ein wenig ist es ja auch Sinn des Forums, daß andere "mitlauschen" dürfen, eben auch wenn`s zur Sache geht. Und - meine "Pause" hier hatte administrative Gründe, tja, was nicht wirklich wichtig ist... werde hier aber etwas sporadischer vorbeikucken...)
Freut mich sehr Dich hier noch aktiv zu sehen! So richtig trocken?!
Und - sehr schön zu beobachten - mittlerweile schreibst Du ja viel klarer, hast ein gutes Stück weit wieder sortiertere Gedanken?!
Und Du schreibst viel zu viel an nebensätzlichem Zeugs herum, haha! Aber das hilft - nicht wahr - Hirnbeschäftigungsprogramm?!
Verkopft, verkopft, verkopft?!
Du - vergiß nicht, daß Ängste, Süchte, ja die persönlichen Instabilitäten tiefere Ursachen und Mechanismen haben und durch das Nicht-Trinken alleine noch nicht aufgehoben sind. Eine tückische Untergrund-Welt in Dir, die auf der Ebene der Gefühle (scheinbar) ganz unvermittelt zuschlagen kann. Hast Du diesbezüglich einen Plan, erste Schritte eingeleitet wie Du Dich da managen wirst, um dauerhaften Erfolg zu sichern?
(Der "Rückfall" gehört nun mal zur instabilen Psyche wie auch immer er dann von Fall zu Fall aussehen mag. Es gibt auch völlig "trockene". Und der "Rückfall" ist immer nur das Zeichen tiefgreifender Gefühlsnotstände. "Ich kann einfach nicht anders, jetzt muß ich wieder...". Das entscheidende ist vielmehr, ob man sich selbst zu managen lernt und sich diesem neuen Weg verpflichtet. Hm - ein weites Feld von Fragen beginnt da.)
Na gut. Würde mich interessieren, welches "Selbst-Managment-Programm" Du deinem alten "Trink-Programm" entgegenstellen willst.
Herzlichen Gruß, Martin
(Hab gar nicht gekuckt - stehst Du immer noch auf Nietsche?! Hätte hier einen lustigen Literaturtip von Schopenhauer - dem alten Schwarzseher und Depro - mal ganz menschenfreundlich, hihi... "Die Kunst, glücklich zu sein" - irre - Glück und Schopi - unfassbar!!!) |
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| Martin hat zum Thema: aber hallo von Martin geschrieben
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