| Leberzirrhose - habe Angst um meinen Mann • Der 5. Tag und nur noch müde, wer hat Erfahrung |
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Annika sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2005 Beiträge: 3847 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 19.10.2006, 15:52 Titel: Konsequenz |
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Lilly hat es in ihrem Tagebuch angesprochen, Karsten benutzt oft dieses Wort und ich auch.
Konsequenz
Nachdem ich mich dermaßen selbst leid war, mich im Spiegel nicht mehr sehen konnte. War schluß.
Ich ging zu meiner Ärztin und weinte mich aus. Wortwörtlich. Ich bekam ein Medikament und strikte Anweisungen und ihre Handy Nr.
Am 18. und 19. November trank ich noch jeweils 2 Glas Wein und ab dem 20.11. trank ich keinen Tropfen mehr. Ich habe mit mir selbst einen Pakt getroffen das sich jetzt alles ändern wird.
Ich las sehr viel hier als Gast und habe mich später hier angemeldet. Ich wollte im Rahmen der Selbsthilfe trocken werden. Eine Gesprächstherapie von 30 Stunden habe ich begleitend gemacht, wobei es aber nicht primär um Alkohol ging sondern um meine Depressionen.
Es war erstaunlich was ich aus den Beiträgen der anderen Mitglieder herausziehen konnte.
Ich habe genauso gehandelt wie sie es getan haben.
Umfeld geändert, alkoholfreie Wohnung, die Leute mit denen ich viel oder immer wieder mal zu tun habe informiert und meinem uneinsichtigen Freundeskreis ade gesagt.
Manchmal war ich in einer gewissen Situation und mir fielen Worte ein, die irgendwann hier geschrieben wurden und die mir dann erst halfen das richtige zu tun.
Bei Saufdruck bin ich stundenlang sparzieren gerannt. Ich bin nach und nach aktiver geworden und habe mir Hobbys zugelegt.
Feiern und Partys, wo eigentlich nur getrunken wurde habe ich nicht besucht. Ich bin in keinen Biergarten und keine Kneipe gegangen.
Wir haben uns auf einem Camping Platz angesiedelt und ich habe sofort meinen unmittelbaren Nachbarn erzählt dass wir keinen Alkohol trinken.
Durch das viele Lesen hier, war auch immer die Angst vor einem Rückfall da, vielen ist er hier passiert. Deswegen habe ich mich immer genau beobachtet und mich gefragt ob es mir gut geht. War die Antwort nein, habe ich schematisch alles abgefragt um zu sehen was fehlt, was läuft gerade schief.
Wenn ich z.B. morgens keine Lust hätte mich zu duschen, Haare machen und Schminken, ständen bei mir die Alarmzeichen auf rot. Wie oft hatte ich das in meiner nassen Zeit.
Heute ist meine Angst davor weg, aber Respekt und aufpassen, das habe ich hier gelernt darf ich nicht vergessen. Keinen Tag.
Ich sage mir jeden morgen vor dem Spiegel, heute trinke ich nicht.
Wenn ich etwas neues vor habe, frage ich mich schaff ich das, bin ich soweit schon ? Es kommt schon öfter mal ein Ja im Vergleich zum Anfang.
Mein Mann und meine Söhne haben die Aufgabe mich zu beobachten, mir alles mitzuteilen was ihm anders vorkommt. Wir sprechen viel und er unterstützt mich in allen Breichen.
Ich vergesse nie den Pakt den ich mit mir geschlossen habe, diesmal soll es anders werden und für immer sein.
Die vielen " Neuen" die ich hier lese erinnern mich immer an meine Anfänge und das ist gut so. Wenn sie schnell wieder weg sind, weiß ich, nicht geschafft. Das erinnert dann wieder an das aufpassen auf mich.
Irgendwann auf meinem konsequenten Weg kam ich dahin, das ich den Satz verstand und ihn auch für mich sagen konnte, weil er stimmte.
Es geht mir gut, auch wenn nicht alles gut ist.
Ich brauche nicht mehr zu trinken.
Es geht nur mit Konsequenz, von Anfang an. Kein " Rumeiern" sonst wird es ganz gefährlich, dann wenn die erste Euphorie weg ist.
Konsequenz ist für mich auch die Gedanken anders zu Denken, in eine andere Richtung zu bringen, die Lebenseinstellung ändern. Den Alkohol nicht als Verzicht zu erleben.
Konsequenz ist auch das schwarz/weiß denken.
Einen Mittelweg gibt es nicht. Aber weil man so denkt, ist das leben und die Erde auf der wir leben bunter als je zuvor.
Gerne lese ich viele Meinungen zu dem Thema .
Annika |
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| Annika hat zum Thema: Konsequenz geschrieben
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ErikL neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.10.2006 Beiträge: 98 Alter: 45
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Verfasst am: 19.10.2006, 16:43 Titel: Re: Konsequenz |
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Hallo Annika,
ich werde als neuer mal der erste sein, der seine Meinung schreibt.
Ich finde es wunderschön, daß du deine Gedanken mit uns teilst.
Mich als neuer erschreckt es ein bisschen, daß jemand der schon so lange trocken ist wie du, noch immer so mit sich kämpfen muss. Es macht mir ein wenig angst für meine Zukunft.
Andererseits sehe ich, daß wenn du dich mit dem Thema täglich auseinandersetzt, es dir zu helfen scheint anderen zu helfen.
Vielleicht ist das auch der Grund warum ich momentan als neuer, für eure Begriffe vielleicht ein wenig zu aktiv im Forum bin.
Nichtsdestotrotz finde ich deinen Beitrag sehr lehreich.
Danke!
Erik |
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| ErikL hat zum Thema: Re: Konsequenz geschrieben
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Annika sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2005 Beiträge: 3847 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 19.10.2006, 16:47 Titel: re |
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Hallo Eric,
wo steht denn dass ich noch immer so viel kämpfen muß
Das ist nicht wahr.
Ich muß nur achtsam sein, jeder hier, sein Leben lang.
Lies noch mal in Ruhe
Gruß Annika |
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| Annika hat zum Thema: re geschrieben
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Kijara sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.08.2006 Beiträge: 1713 Wohnort: Lüneburger Heide
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Verfasst am: 19.10.2006, 20:49 Titel: Re: Konsequenz |
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Liebe Annika,
ich danke dir für diesen tollen Beitrag.
Er gibt mir sehr viel Mut und Kraft meinen Weg weiter zu gehen.
Ich habe festgestellt ,
das das schwarz/weiß denken ,bei mir, mit der Zeit der Nüchternheit kam.
Nach vielen,kleinen und großen "Hürden" und viel positiven ,was ich geschafft habe und mir aus diesem Forum mitnehmen darf konnte ich es für mich annehmen!
Vorher habe ich schon darüber nachgedacht........konnte aber nicht WIRKLICH was damit anfangen.
Es sind immer wieder diese kleinen Schritte die mich bestärken,auf einem guten Weg zu sein.
Die Konsequenz mußte oder muß ich immer noch,in Alltagssituationen
üben.
Die einzige Konsequenz die ich zu 100% weiß ist
Wenn ich jemals wieder Alkohol trinke,bin ich wieder dort wo ich aufgehört habe!
Davor habe ich den größten Respekt und natürlich auch Angst.
Ich wünsche dir noch einen schönen Abend!
Liebe Grüße
Kijara |
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| Kijara hat zum Thema: Re: Konsequenz geschrieben
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Katerlukas Gast
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Verfasst am: 19.10.2006, 21:03 Titel: Re: Konsequenz |
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Hallo Erik,
mach dir mal keine Gedanken dass du zu aktiv bist.
Ich habe hier in den ersten 30 Tagen in 16 Stunden täglich rund 200 Posts geschrieben und sicher bei dem ein oder anderen das Gefühl hinterlassen, ein Euphorischer Neuling zu sein. Das bringt die Erfahrung hier mit sich, den gerade am Anfang sind viele extrem euphorisch.
Damit kann ich aber ganz gut Leben, denn die Euphorie ist immer noch da. Und mit der Zeit bekommt jeder mit, dass du nicht bei der ersten Gelegenheit umfällst. Mach weiter, lies und schreib soviel du möchtest. Es befreit ungemein und ist anderen, die auch aufhören möchten sogar eine Hilfe.
So können wir mit unserer Krankheit sogar noch etwas Gutes für andere tun. Vorausgesetzt man geht den Weg der zum Ziel führt. Und der ist schwarz/weiß. Nie mehr Alkohol ist die Lösung für diese bunte Welt.
Aber dann kommen Farben raus, die nur im echten Leben möglich sind.
Lieber Gruß Michael |
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| Katerlukas hat zum Thema: Re: Konsequenz geschrieben
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esgehtanders aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.09.2006 Beiträge: 670
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Verfasst am: 19.10.2006, 21:55 Titel: Re: Konsequenz |
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hallo annika,
interessanter Beitrag; ich glaube einer der Schlüssel zum Leben ohne Alkohol ist das Umdenken im Sinne von : Nichttrinken ist kein Verlust/Verzicht |
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black-billy2006 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.06.2006 Beiträge: 1050 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 20.10.2006, 05:23 Titel: Re: Konsequenz |
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Liebe Annika,
auch ich danke dir für deinen tollen Beitrag!
Solche Beiträge regen mich immer wieder zum nachdenken an und das ist gut so,denn ich beobachte mich jeden Tag und so kann ich erlernen,nichts ausser Acht zu lassen!
Ich frag mich dann bin ich auf dem richtigen Weg,auf was muß ich noch achten? Hab ich vielleicht etwas übersehen?Was kann ich noch ändern?
Schwarz/Weiß denken,ja das hab ich ganz zum Anfang nicht verstanden,genauso meine Nüchternheit an 1.Stelle zusetzen.
An 1. Stelle standen immer meine Kinder,heute weiss ich das ohne meine Nüchternheit,meine Kinder von mir nichts hätten,also steht jetzt meine Nüchternheit an 1.Stelle!
Am Anfang stehe ich noch heute nach fast 4 Monaten und lerne immer mehr dazu und zu verstehen!
Ich sehe die Welt auch ganz bunt,obwohl ich schwarz/weiß denke!Konsequenz übe ich Tag täglich und es fällt mir immer leichter im Alltag konsequent zu sein!Es ist nicht leicht,aber es ist zu schaffen und zu erlernen.
Ich wünsche uns in diesem Sinne alle schöne trockene 24h!
Liebe Grüße Billy |
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Arina Gast
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Verfasst am: 20.10.2006, 20:23 Titel: Re: Konsequenz |
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Hallo Annika,
ein schöner und hilfreicher Beitrag!
Sofort Alarmstufe Rot ausrufen, wenn man bemerkt, dass Manches, was einem viel wert ist, schludrig gehandhabt wird. Gold wert, wenn man das selber erkennen oder annehmen kann, wenn man darauf hingewiesen wird. Anderen das zu erlauben, bedarf der Offenheit und des ehrlichen Umgangs mit der eigenen Krankheit.
Darauf hat er mich noch mal ganz besonders hingewiesen.
Lieben Dank! und Gruß
Arina |
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| Arina hat zum Thema: Re: Konsequenz geschrieben
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