| Partner und Angehörige • meine mutter & die sucht |
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Aileen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.10.2006 Beiträge: 87 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 18.10.2006, 11:07 Titel: Vaters Leben in die Hand nehmen? |
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Guten Morgen,
ich hatte kürzlich berichtet, dass mein Vater eigentlich nicht mehr in der Lage ist, sein Leben ohne Hilfe zu führen.
Heute war ich mit ihm beim Arzt. Neben der eingeschränkten Nervenleitgeschwindigkeit, dem Korsakow-Syndrom sowie einer vergrößerten, gesunkenen Leber (Stand März 05) kommen nun noch andere Dinge hinzu.
Die Lungenfunktion liegt 21% unter dem Wert, der in seinem Alter normal wäre. Er hat außerdem Herzrhythmusstörungen und Mangelerscheinungen - das Gesicht ist von Pickelchen gespickt und die Arme mit Flecken (blau/rote Flecken) übersät. Er wiegt bei einer Größe von 1,75 m noch schlappe 58 kg. Die Blutergebenisse kommen morgen. Mein Vater sagte, dass ihm alle Knochen weh tun würden. Auf Nachfrage sagte er dann, dass er gestern wieder einmal gestürzt sei.
Der Hausarzt hat mir gesagt, dass er mir sofort ein Attest geben würde, um beim Amtsgericht eine Betreuung zu beantragen (bzw. dass ich sie übernehme). Konsquenz wäre, dass ich halt über sein ganzes Leben bestimme (ok - finanziell, Versicherungen usw mache ich ohnehin schon seit Jahren!), aber nun würde auch noch Aufenthaltsbestimmungsrecht etc. dazu kommen.
Hat schon einmal jemand von euch vor so einer Entscheidung gestanden? Wie habt ihr euch entschieden? Und warum? Für/Wider? Was ist richtig? Was falsch?
Menno, mir schwirrt der Kopf! Fragen über Fragen. Wäre schön, wenn mir jemand einen Rat geben bzw. aus der Erfahrung berichten könnte.
Einen schönen Tag wünscht eine traurige und verwirrte
Aileen |
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zeni neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.10.2006 Beiträge: 49
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Verfasst am: 18.10.2006, 11:38 Titel: Re: Vaters Leben in die Hand nehmen? |
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oh man aileen,
das ist eine sehr schwere entscheidung! leider kann ich dir garnicht helfen, dir keinerlei rat geben. ich weiß auch nicht, was "richtig" ist.
ich kann dir nur sagen, dass ich es warscheinlich nicht machen würde. ich weiß jetzt nicht wie alt du bist und in wiefern du beruflich oder in deiner eigenen familie eigespannt bist.
ich hätte viel zu viel angst, dass mich das alles zerstört.
für deine entscheidung wünsche ich dir viel kraft!
liebe grüße! |
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Peter.Pan Gast
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Verfasst am: 18.10.2006, 12:00 Titel: Re: Vaters Leben in die Hand nehmen? |
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Hallo Aileen,
liebe Grüsse von mir,sei nicht so traurig.
Das ist eine sehr schwierige Entscheidung,die Du da treffen must.
Es kann Dir leider niemand diese Entscheidung abnehmen.
Du musst das für und wider genau abwägen,was im besten Interesse für Euch alle ist.
Liebe Grüsse und viel Kraft
Peter Pan |
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Aileen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.10.2006 Beiträge: 87 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 18.10.2006, 13:58 Titel: Re: Vaters Leben in die Hand nehmen? |
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Danke für euren Zuspruch. Ich werde mal einige Tag darüber nachdenken, denn ein "Schnellschuss" ist hier ja nun nicht angebracht.
Ich hatte echt gedacht, dass ich nach all den Jahren, die ich mich um meinen Vater gekümmert habe und in denen der Alk sein bester Freund war, abgehärteter wäre! Aber hin und wieder holt mich doch alles ein und ich bin traurig, wütend, irritiert..... Naja, ich werde gleich mal "Frustputzen" machen - das hat wenigstens einen schönen Nebeneffekt - und dabei mal versuchen runterzuschrauben und die Gefühle wieder in den Griff zu bekommen.
@ZV
ich bin 38, verheiratet (Mann aber geschäftlich viel unterwegs) und voll berufstätig (naja, im Moment nicht, da ich kürzlich meinen Job verloren habe, aber ich bin ganz zuversichtlich, dass ich bald wieder arbeite - habe gute Qualifikationen und Zeugnisse und bin flexibel).
Einen schönen Tag wünscht euch
Aileen |
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esgehtanders aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.09.2006 Beiträge: 670
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Verfasst am: 18.10.2006, 16:08 Titel: Re: Vaters Leben in die Hand nehmen? |
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hallo aileen
kann leider auch nicht mit eigenen Erfahrungen dienen, aber ich würde mal ein paar Nächte darüber schlafen; geht es auch darum, ob ihr hin bei Euch aufnehmt? |
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Aileen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.10.2006 Beiträge: 87 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 18.10.2006, 18:42 Titel: Re: Vaters Leben in die Hand nehmen? |
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Hallo ega,
es geht eigentlich um die generelle Versorgung. Ich denke, selbst wenn wir wollten, könnten wir ihn nicht bei uns aufnehmen. Er hat ja bereits den Orientierungssinn weitestgehend verloren, daher hätte ich immer Angst, dass er mir hier (ich wohne 50 km von ihm entfernt) "abhanden" käme.
Er hat halt, neben den gesundheitlichen Problemen, Probleme mit der häuslichen und körperlichen Hygiene. Letzte Woche habe ich ca. 9 Kündigungen an dubiose "Spielvereinigungen" gesendet, denn mein Vater gibt am Telefon immer bereitwillig seine Kontonummer an, wenn er von irgendwelchen Call-Centern angerufen wird! Der mtl Betrag belief sich auf ca. 360 Euronen! Er braucht also schon Betreuung - nicht 24 h/Tag, aber jemanden, der das Konto überwacht auf Hygiene achtet usw.
Ich lasse gerade die Wohnung von ihm renovieren. Es fliegt alles raus - vom kleinen Löffel bis zum Teppich (außer Erinnerungsstücke und persönliche Dinge). Habe seine KOMPLETTE Wäsche nun in eine Wäscherei gegeben. Und wenn renoviert wurde und die Grundreinigung der Wohnung erfolgt ist, wird wöchentlich eine Putzfrau kommen.
Damit sind aber 2 Dinge noch nicht aus dem Weg geräumt - die Gesundheit bzw. regelmäßige Arztbesuche und ein Entzug in der Klinik, den er erst heute morgen wieder abgelehnt hat. Hätte ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht, könnte ich ihn einweisen lassen, aber was wäre dann danach? Irgendwann kommt er ja wieder raus! Ich glaube nicht, dass er mit 61 Jahren, den körperlichen Schäden und dieser Einstellung schafft. Und die Frage ist auch: Will ich die komplette Verantwortung für ein Menschenleben übernehmen? Mit allen Rechten und Pflichten?
Er fragte mich heute nach dem Arztbesuch: "Und? Wie geht es nun weiter?" Nach kurzer Überlegung habe ich es ihm direkt gesagt: "Papa, du bist sehr krank. Wenn du nicht in eine Klinik gehst wirst du bald sterben - in 3 Monaten, in 3 Jahren - keine Ahnung, aber rechne nicht damit, dass du in 10 Jahren noch lebst".
Tja, das war hart, aber die Wahrheit! Er war nüchtern, als ich es ihm sagte. Seine Antwort darauf: "Setz mich mal an der Kneipe ab!" - Das war um 9:30 h heute morgen!!!!
Morgen bekomme ich Papas Ergebnisse von der heutigen Blutabnahme. Ich spreche dann noch einmal mit dem Arzt und überdenke das ganze noch einmal gründlich!
Jetzt wollte ich eigentlich kurz antworten und es ist wieder ein Roman geworden! Sorry
Einen schönen Abend wünscht
Aileen |
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Whitewolf sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 1204 Alter: 44 Wohnort: Homburg/Saar
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Verfasst am: 18.10.2006, 18:54 Titel: Re: Vaters Leben in die Hand nehmen? |
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Hallo Aileen,
also Betreuung muss sein, aber ob Du das machen musst ist die nächste Frage. Diese Frage würde ich erstmal auf dem Gericht klären, oder einfach mal bei einen Betreuungsverein anrufen ( Telefonbuch). Das Attest braucht Ihr auf jeden Fall.
Mach Dich nicht fertig, das geht alles seinen Gang.
Viele Grüsse
White |
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| Whitewolf hat zum Thema: Re: Vaters Leben in die Hand nehmen? geschrieben
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Aileen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.10.2006 Beiträge: 87 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 18.10.2006, 19:19 Titel: Re: Vaters Leben in die Hand nehmen? |
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Hallo White,
danke für den Tipp mit dem Betreuungsverein - da werde ich gleich morgen früh mal einen Termin vereinbaren.
Ich habe noch ein Problem damit, ein Attest ausstellen zu lassen und die Folgen, die damit verbunden sind. Wie oben erwähnt erledige ich ja schon seit Jahren Dinge für ihn - hab sämtliche Vollmachten (Bank etc.) - das habe ich aber immer als Hilfestellung angesehen. Wenn ich Beteuung - und ich weiß, dass diese unumgänglich ist - beantrage, hab ich das Gefühl, dass ich ihm "sein Leben nehme". Hört sich irgendwie doof an oder?
Übrigens, toll, dass es so viele von euch geschafft haben, dem Alkohol den Rücken zu kehren!
Einen schönen Abend wünscht
Aileen |
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| Aileen hat zum Thema: Re: Vaters Leben in die Hand nehmen? geschrieben
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