| Hi • Wieder mal ein Lebenzeichen von mir - fühl mich schlecht |
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Lüttn neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.10.2006 Beiträge: 8
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Verfasst am: 14.10.2006, 00:22 Titel: Auch meine Mama ... |
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Hallo,
ich muss mir einfach mal etwas von der Seele schreiben.
Als ich anfing über die Alkoholsucht meiner Mutter nachzudenken, fiel mir auf, dass ich mein Mutter nicht anders kenne. Schon als ich klein war (jetzt bin ich 31) hat sie immer schon getrunken. Damals ist mir das aber nicht so aufgefallen.
Als ich 20 war, ist sie mit ihrem damaligen Freund ausgewandert. Er ist nach 4 Jahren zurück gekommen, sie ist weg geblieben. Bei meinen Besuchen und Telefonaten war es wie immer, sie hat getrunken. Aber sie war ja 3500 km weit weg.
Vor 3 Jahren ist sie dann auch (zwangsweise) zurückgekommen. Sie hatte jeden Monat bei mir oder meiner Oma angerufen und um Geld gebettelt. Ihr Restaurant lief nicht mehr (wie auch, wenn man die Rechnungen nicht bezahlt und ständig besoffen in der Ecke liegt) Bei meinem letzten Besuch wurden ihr die Schulden erlassen, wenn sie das Land verlässt. 2 Monate später war sie dann hier, ohne Hab und Gut. Ich konnte sie nicht aufnehmen, da ich sonst alles für sie hätte bezahlen müssen. Sie wohnte dann in einem Wohnheim für wohnungslose Frauen.(Ich weiß, nicht sehr nett von mir, aber es war das Beste für mich) In diesem Heim durfte sie keinen Alkohol trinken. 24 Std. später ist sie zusammengebrochen und wurde zu ihrer ersten Entgiftung in ein KKH eingeliefert.
Mittlerweile hat sie 7 Entgiftungen und eine Therapie hinter sich. Die letzte Entgiftung ist gerade 2 Wochen her. In diesen 2 Wochen konnte ich mich gut mit ihr unterhalten und es war auch alles gut. Ihrer Aussage nach wollte sie auch wieder eine Therapie machen, etc. etc... In der Zeit hat sie auch eine neue Wohnung gefunden. (War auch wirklich nötig..)
Leider hat die Entgiftung und ihre guten Vorsätze / Aussichten nicht lange gehalten. Vor 3 Tagen hat sie nicht mitbekommen, dass ich bei ihr war. An dem Abend hat sie dann auch bei der Polizei genächtigt, weil sie auf der Straße nicht mehr alleine gehen konnte. Hinzu kommt das sich mich mit einer Fahne anschaut, nicht mehr geradeaus gehen kann und dann sagt: Ich habe nichts getrunken!
In letzter Zeit (Vor der Entgiftung) trinkt sie sich immer in so ein Stadium.Hinzu kommt, dass sie am 10. eines Monats kein Geld mehr hat. Ihr Ex und seine Nachbar und jetzt auch der neue Vermieter rufen mich mehrfach am Tag an und sagen: "Was können wir mit/für Deine Mutter tun?" Ich antworte dann meistens, dasss ich keine Ahnung mehr habe.
Ich habe einfach nicht mehr die Kraft um ihr zu helfen, aber ich habe auch Angst das sie sich zu Tode säuft. Wie soll ich ihr klar machen, dass es so nicht mehr geht und ich meine Kraft für meine Familie (3 Monate altes Baby) brauche. Sie ist doch schließlich meine Ma??? Soll ich sie fallen lassen??? |
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| Lüttn hat zum Thema: Auch meine Mama ... geschrieben
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Dil neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.10.2006 Beiträge: 39
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Verfasst am: 14.10.2006, 02:45 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Luettn,
ich an Deiner Stelle wuerde mir professionelle Hilfe holen. Es gibt viele Selbsthilfegruppen fuer Kinder sowie Angehoerige von Alkoholikern. Da das Stadium Deiner Mama sehr akut ist, ist vielleicht noch was zu retten, bei meiner Mama war es nicht, sie hat sich leider zu Tode gesoffen und ich musste tatenlos zusehen...
Vielleicht sprichst Du auch mal mit Deinem Hausarzt, an wen Du Dich wenden kannst. Ich habe hier im Forum immer wieder gelesen, dass es gut ist, wenn man den nassen Alkoholiker alleine laesst, bis er so tief gesunken ist, dass er von alleine merkt, dass es so nicht mehr weitergeht und er/sie sich Hilfe holt. Was aber, wenn auch dieses Mittel nicht mehr zieht? Schliesslich ist Deine Mama schon ziemlich alleine und schafft es trotzdem nicht.
Also ich wuerde entweder Hilfe ueber den Hausarzt oder die SHG 'Al Anon' (gibt es fast in jeder groesseren deutschen Stadt) einholen.
Liebe Gruesse
Dil |
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| Dil hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Lüttn neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.10.2006 Beiträge: 8
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Verfasst am: 14.10.2006, 22:07 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Dil
Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt eine SHG zu besuchen, konnte mich bis jetzt aber nicht dazu durchringen. Warum?? Keine Ahnung.
Heute war ich bei meiner Mutter. Mein Eindruck war, dass sie sich nicht helfen lassen will. Sie will nicht in eine Gruppe oder zu einem Arzt. Sie will es allen beweisen und es alleine schaffen. Als ich dann nach einem kurzen Einkauf wieder zu ihr bin ( ich war ca. 30 Min. weg) hatte sie schon wieder ein Fahne und ihr Gemütszustand hatte sich ziemlich verändert. Ihr war alles egal und sie schrie herum.
Alleine wird sie es nie schaffen... Sie hat noch nicht begriffen, dass sie fast ganz unten ist. Was soll ich bloß machen??? |
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| Lüttn hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Dil neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.10.2006 Beiträge: 39
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Verfasst am: 15.10.2006, 11:13 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Luettn,
Du hast in Deinem ersten Posting die Frage gestellt 'soll ich sie etwa fallen lassen'? Ja, genau das sollst Du tun. Zu Deinem und (vielleicht) auch ihrem Schutz. Du koenntest ihr auch sagen, ich spreche/besuche dich nur noch, wenn du nuechtern bist. Du musst hart ihr und Dir gegenueber werden. Wenn Du ihr das Gefuehl gibst, dass Du es zwar nicht gut findest, dass sie trinkt, aber keine Konsequenzen folgen laesst, wird sie es nie kapieren, das ist leider so. Und es ist auch kein Egoismus ('sie ist doch schliesslich meine Ma'), wenn Du Dich um DEIN Leben kuemmerst anstatt um Deins.
Und ich glaube, genau auf diesem Weg helfen Dir SHG's. Also verschieb es nicht, sondern greif das Thema an. Du merkst ja selber, wie Dich die Situation immer mehr runterzieht. Das, was wir Angehoerige als Hilfe ansehen (mit demjenigen sprechen, ihm aufzeigen, wie schaedlich das ist, was er/sie tut) ist in Wirklichkeit keine Hilfe fuer den/die Abhängigen. Wir wiegeln den/die Abhängigen nur in der Sicherheit 'es ist zwar nicht gut zu trinken, aber eigentlich ist es ja auch nicht soooo schlimm'.
Du hast ja selber geschrieben, Du brauchst Deine Kraft fuer Dich und Dein Baby. Diese Kraft wird Dir aber von Deiner Mama geraubt, so hart das auch klingt. Also besinn Dich auf DEIN Leben!!!
Liebe Gruesse
Dil |
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| Dil hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Skye Gast
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Verfasst am: 15.10.2006, 12:46 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Lüttn,
es ist schwer zu schauen zu müssen, wie sich die eigene Mutter Schluck für Schluck umbringt. Ich schaue jetzt schon seit vielen, vielen Jahren zu, stehe hilflos daneben. Langsam beginne ich meine Hilf- und Machtlosigkeit zu akzeptieren und fange nach langen Jahren an, mich um mein Leben zu kümmern. Eine verdammt schwierige Aufgabe und das sollte es bei einer erwachsenen Frau eigentlich nicht mehr sein. Das ist das was ich Dir auch nur ans Herz legen kann. Akzeptiere Deine Hilf- und Machtlosigkeit, akzeptiere, daß Du nichts, absolut nichts tun kannst und kümmere Dich um Dein Leben.
Lange Zeit habe ich auch gedacht zusammen schaffen wir das schon irgendwie. Genauso wie Du habe ich ihr Dinge des täglichen Lebens abgenommen. Ich habe gedacht wenn alles um sie herum in Ordnung ist, hat sie Zeit und Kraft sich um ihre Krankheit zu kümmern. Doch ich habe ihr damit nur mehr Zeit zum trinken gegeben. Alles war getan, alles war in Ordnung, also warum sollte sie sich ändern, war doch alles schön…… in ihren Augen. Du hilfst ihr nicht wirklich, wenn Du für sie einkaufen gehst. Was ich für „zusammen schaffen“ gehalten habe, war allein gegen Windmühlen kämpfen. Ich habe allein versucht sie trocken zu legen, ohne ihre Mithilfe. Ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen.
Ich wollte auch keine SHG besuchen. Das kam für mich einer Kapitulation gleich, schließlich wollte ich es allein schaffen. Über meine Mutter zu reden, hieß zudem für mich sie bloß zu stellen. Davor wollte ich sie "beschützen", dabei hatte ich übersehen, daß sie das schon längst selbst erledigt hatte. Ich habe immer an ihr Wohl gedacht und meines darüber als unwichtig vergessen. Dabei sollte mein Wohl doch wohl bei mir an erster Stelle stehen.
Ein alkoholkranke Mutter kann man nicht allein „schaffen“, dass ist ein Gewicht das zwei Schultern nicht stemmen können. Du brauchst Hilfe und zwar für Dich, nicht um raus zu finden, wie Du Deiner Mutter helfen kannst, sondern um zu lernen wie Du Dir helfen kannst.
Deine Mutter hat 7 !!! Entgiftungen hinter sich und eine Therapie. Sie weiß also sehr genau, wo und wie sie Hilfe bekommen kann, wenn sie will. Das sie nach wie vor noch trinkt heißt, dass sie nicht aufhören will. Und solange sie nicht will, wirst Du auch nichts machen können.
Meine Mutter hat 3 Entgiftungen, eine Langzeittherapie, zwei ambulante Therapien hinter sich und das im Laufe der letzten 3,5 Jahre. Zusätzlich hat sie noch diverse Psychotherapien im Lauf der letzten Jahre gemacht.
Sie trinkt noch immer und zwar weil sie will und nicht weil ich versagt habe!
Deine Mutter ist eine erwachsene Frau, die für sich selbst sorgen kann, wenn sie will. Ganz im Gegensatz zu deinem Baby, das ist erst 3 Monate, dieser kleine Mensch braucht dich wirklich. Kümmere Dich um Dich und um Deine kleine Familie, das sollten die obersten Prioritäten in Deinem Leben sein.
Ich wünsche Dir Mut und Kraft, das Richtige für Dich zu tun.
Skye |
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| Skye hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Dil neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.10.2006 Beiträge: 39
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Verfasst am: 16.10.2006, 18:18 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Skye,
Du schreibst, Du wolltest keine SHG besuchen. Hast Du es dann letztendlich doch getan? Und hat es Dir geholfen? Ich frage deshalb, weil ich auch kurz davor stehe, dies in Angriff zu nehmen. Im Moment bin ich aber auch noch zu feige Obwohl ich vom Kopf her genau weiss, dass ich mich nicht schaemen muss!!! Deshalb wuerden mich mal Deine Erfahrungen interessieren.
Vielen Dank
Liebe Gruesse
Dil |
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| Dil hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Lüttn neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.10.2006 Beiträge: 8
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Verfasst am: 16.10.2006, 20:37 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Skye und Dil!
Vielen Dank für Eure Antworten, sie helfen mir schon viel weiter. Aber ganau wie Dil, bin ich wahrscheinlich zu feige in eine SHG zu gehen. Ich weiß, dass es eigentlich nicht schwierig/schlimm ist dort hinzugehen, weil alle, die dort hingehen ein gleiches Problem haben. Man will sich dort gegenseitig helfen. Trotzdem habe ich Bammel davor...
Am Samstag hatte ich meiner Mutter gesagt, dass sie nicht mehr anrufen brauch, wenn sie etwas getrunken hat und/oder Geld benötigt. Bis heute habe ich nichts von ihr gehört. Ihr Ex hatte mich gestern nur einmal angerufen und mir von ihr erzählt. Natürlich mache ich mir Sorgen, wenn ich das alles höre, aber ich versuche stark zu sein. Bis jetzt klappt es ganz gut. Mal sehen wie meine Reaktion ist, wenn sie anruft und ich am Telefon bin....
Ich versuche wirklich nur an mich und meine kleine Familie zu denken. Mein Mann hilft mir sehr dabei. |
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| Lüttn hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Dil neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.10.2006 Beiträge: 39
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Verfasst am: 16.10.2006, 21:05 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hi Luettn.
wir koennen doch einen kleinen Deal machen oder eine Wette abschliessen Ganz bei mir in der Naehe ist am Donnerstagabend wieder eine SHG von Al-Anon, also habe ich nur noch 2 Abende, um mir zu ueberlegen, ob ich hingehen soll Schaun wir doch mal, wer von uns beiden zuerst diesen Schritt wagt
Ich habe mir auch schon gedacht, ich gehe da einfach mal hin und hoere mir an, was die anderen so von sich geben. Aber das ist ja wohl kein Kino, oder Meinst Du, man setzt sich da hin, muss sich vorstellen und erzaehlen, warum man da ist? Brrrrrrrr, schon der Gedanke daran, auweia. Kann man da auch mit einer guten Freundin hingehen???? Das waere bestimmt viel einfacher.
Ich freue mich uebrigens sehr fuer Dich, dass Dich Dein Mann unterstuetzt. Das ist irrsinnig wichtig!!! Vielleicht solltest Du, wenn sie betrunken anruft, einfach auflegen. Oder ihr sagen, ich spreche nicht mit Dir, wenn Du betrunken bist und dann auflegen.
Liebe Gruesse
Dil |
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| Dil hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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