| Hi • Wieder mal ein Lebenzeichen von mir - fühl mich schlecht |
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Lüttn neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.10.2006 Beiträge: 8
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Verfasst am: 16.10.2006, 21:54 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Dil!
Wenn ich auf Dein Abkommen eingehen würde, hätte ich jeden Tag die Gelegenheit in eine SHG zu gehen. Hier im Umkreis sind mehrere Angebote. Nur die Überwindung ist so schwer. Das "Brrrr" kann ich nur erwidern.
Leider muss ich noch ein bisschen warten, da mein Mann mich beim Füttern noch nicht unterstützen kann. Ich stille voll.
Falls Du in 2 Tagen zur SHG gehen solltest, wünsche ich Dir viel Erfolg und hoffe, dass Du ein bisschen davon berichten wirst.
Über meine Reaktion mit meiner Ma kann ich noch nichts sagen. Wir werden sehen... Es ist alles so schwierig...!!! |
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| Lüttn hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Skye Gast
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Verfasst am: 16.10.2006, 23:38 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Dil!
Ich habe letztendlich eine SHG Gruppe besucht und besuche sie immer noch. Anfangs eher mit dem Gedanken, na, wenn’s denn sein muß. Mittlerweile gehe ich gerne, genauer gesagt komme ich gerade von da.
Ich habe mich lange gewehrt. Nicht aus Scham, ein alkoholkrankes Elternteil oder einen alkoholkranken Partner zu haben ist kein Grund sich schämen zu müssen. Über diesen Punkt, dass mir der steigende Alkoholkonsum meiner Mutter peinlich war, war ich zu diesem Zeitpunkt schon Jahre hinweg. Aber über sie reden stand trotzdem noch auf einem anderen Blatt Papier. Da habe ich auch heute noch Hemmungen laut auszusprechen was ich denke, was manchmal vielleicht auch nicht das Verkehrteste ist.
Gewehrt habe ich mich, weil ich es allein und ohne Hilfe schaffen wollte. Genauso wie ich mich lange dagegen gewehrt habe nochmals eine Psychotherapie anzufangen. Beides zu tun kam für mich einer Kapitulation gleich, ich war doch stark, also musste das doch auch ohne Hilfe gehen. Irgendwie hatte ich immer alles geschafft, also warum auch nicht das. Ich dachte ich hätte keine Hilfe nötig. Aber vielleicht musste ich erst vor mir kapitulieren, damit ich mir selbst helfen konnte. Nicht vielleicht, sondern ganz bestimmt.
Ich hatte mir das so vorgestellt, dass man dort in der Runde sitzt und jeder Geschichten von „seinem“ Alkoholiker erzählt. Da hatte ich nun wahrlich keine Lust zu. Ich kannte und kenne bereits genug Horrorgeschichten mit meiner Mutter und mir in den Hauptrollen. Da brauchte ich nicht wirklich noch die von anderen. Außerdem war ich zur der Zeit ohnehin für jeden und alles der Mülleimer, jemand dem jeder seine Sorgen erzählt und der immer brav zuhört und der sich dann endlos lange Gedanken um die Lösung gemacht. Wohlgemerkt um die Probleme von anderen, nicht um meine. Davon wollte ich nicht noch mehr haben, ich war so schon am Ende meiner Kraft. Aber ich wollte mich kooperativ zeigen und dachte mir dann geh ich eben mal.
Allerdings war es ganz anders. Außer einer kurzen Vorstellung, wer ich bin und warum ich komme, musste ich gar nichts erzählen. Das kann man in zwei Sätzen erledigen, wenn man mag. Ich konnte einfach dabei sitzen und zuhören bis ich selbst soweit war, etwas zu sagen. Die Treffen waren weit davon entfernt, dass jeder nur sein Leid klagt und die anderen bedauernd und weise nickend zu hören. Natürlich kommen auch aktuelle Probleme auf den Tisch, vor allem von denen die noch mit nassen Alkoholikern zu tun haben. Aber das ist nicht das Hauptthema, das sind die Angehörigen und ihre eigenen Probleme. Wir haben nämlich noch eine ganze Menge davon, auch ohne den Alkoholiker. Sonst wären wir nicht da wo wir sind.
Aber ich stellte beim zuhören fest, ich bin nicht alleine. Nicht alleine mit meinen wirren Gedanken, nicht alleine mit meinem fehlenden Selbstbewusstsein, nicht alleine mit meinen Problemen mit meiner Umwelt, mit meinem Leben, nicht alleine mit meinem falschen Selbstbild, nicht alleine mit meinen Sorgen. Ich habe mich plötzlich ohne große Erklärungen abgeben zu müssen, verstanden gefühlt. Wenn ich sonst mit jemandem gesprochen habe, hatte ich immer noch das Bedürfnis mich lang und breit erklären zu müssen. Meist musste ich es auch, sonst hätte mein Gegenüber mich überhaupt nicht verstanden. Das erste Mal seit vielen Jahren fühlte ich mich einfach aufgehoben und verstanden. Und wenn es mir nicht gut ging oder geht ist immer jemand da, der mich einfach und ohne große Worte in den Arm nimmt.
Dieses Gefühl nicht alleine zu sein, nicht der einzige Mensch mit diesen wirren bis irren Gedanken und Problemen zu sein, ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl und es hat mir sehr geholfen. Es hat mir auch geholfen mich selbst ganz anders und in einem vollkommen neuen Licht zu sehen. Was ich sehe gefällt mir gut, besser als das alte Bild.
Natürlich ist jede Gruppe anders. Die, die ich besuche, hat eine gute Mischung aus alten Hasen, Neulingen und vielen Stufen dazwischen. Ich hatte Glück, dass mir die erste zugesagt hat. Es kann schon einmal ein wenig dauern, bis man das passende für sich gefunden hat. Aber ich finde es lohnt sich.
Ich hoffe, ich konnte helfen. Eine gute Nacht wünscht….
Skye |
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| Skye hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Dil neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.10.2006 Beiträge: 39
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Verfasst am: 17.10.2006, 20:59 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Luettn,
ok, dann warte ich auf Dich, bis nicht mehr stillen musst (Du koenntest aber auch abpumpen, hoere ich da ein bisschen heraus, dass dies ein willkommener Grund ist ist nicht boese gemeint, also bitte nicht sauer sein). Ich werde Dich hin- und wieder daran erinnern, ok? Ich hab ja schon in meinem Thread geschrieben, es macht unheimlich stark, hier im Forum zu sein. Und wenn ich weiss, dass Du am anderen Ende sitzt und Dir auch 'brrrr' denkst, gibt mir das Mut, weil ich weiss, ich bin nicht alleine mit diesem Gefuehl. Und sollte ich am Donnerstag hingehen, muss ich bestimmt auch an Dich denken und laecheln
Liebe Skye (und auch Luettn),
weisst Du, ich finde, einzusehen, dass man Schwaechen hat, ist eine grosse Staerke. Die meisten rennen doch (aeusserlich!!) durch die Welt und denken, dass alles an ihnen in Ordnung ist. Aber zu erkennen, dass wirklich etwas nicht stimmt und sich professionelle Hilfe holen, ist stark, sogar sehr stark!! Ich kann aber verstehen, dass wir hier eine Weile brauchen, um genau das einzusehen. Vor allem haben wir es nie gelernt, uns um uns zu kuemmern, auf unsere Seele, unsere innere Stimme zu hoeren. Natuerlich hab ich mich schon oefter gefragt, wieso (scheinbar) nur ich diese und jene Probleme habe. Aber das geschah meistens unbewust und wurde gleich wieder verdraengt (Co-Abhängige sind wahre Meister im Verdraengen). Ausserdem denken wir immer, es gibt soooviel Elend auf dieser Welt, da ist doch mein Problem gar nicht so gross. Tja, leider ein Trugschluss, wie ich hier immer wieder lesen muss.
Schoen, dass Du so ausfuehrlich geschrieben hast, ich habe es foermlich verschlungen!! Und ich glaube, dass Dein Bericht vielen hier den Mut geben wird, genau denselben Schritt zu gehen. Ich wuensche es mir sooo sehr. Im Moment denke ich, wenn JETZT eine SHG in meiner Naehe waere, ich wuerde sofort hinlaufen
Und genau wie Du habe ich auch gedacht, diese ganzen Horrorgeschichten will ich mir nicht antun (habe mich natuerlich bei diesem Gedanken schlecht gefuehlt, wie kann ich so egoistisch sein...). Aber wenn es vielleicht auch in meiner SHG nicht so ist, dann gibt es eigentlich keinen Grund mehr, dort nicht hinzugehen. Denn sich nicht lang und breit erklaeren zu muessen und sich aufgehoben zu fuehlen, klingt phantastisch.
Naja, habe noch einen Abend zum Ueberlegen, die Tendenz ist aber im Moment eher steigend
Liebe Gruesse
Dil |
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| Dil hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Lüttn neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.10.2006 Beiträge: 8
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Verfasst am: 17.10.2006, 23:45 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Skye!
Erst einmal vielen Dank für den ausführlichen Bericht einer SHG. Auch bei mir steigt das Gefühl, dass ich mir nur etwas Gutes damit tun kann.
Hallo Dil!
Es ist wirklich schön, mit jemanden zu reden, der (fast) genau so denkt wie ich. Ich bin Dir nicht böse, weil es auch ein bisschen stimmt. Zur Zeit bin ich wirklich froh darüber, dass ich noch stille und somit nicht vor der Entscheidung stehe - hingehen oder nicht?! Aber die Zeit ist auch bald vorbei.
Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen für Donnerstag. Sei stark (und evtl. auch mein Vorbild ). Du schaffst das schon.
So, und nun Neues von der "Front":
Heute hat meine Ma mal wieder angerufen. Sie hörte sich heute morgen recht nüchtern an. Natürlich, wie soll sie auch trinken, wenn man bis zum 15. sein ganzes Geld schon in Alkoholika investiert hat. Also kann die gute Tochter mich doch unterstützen und mir Geld bringen. Es gab ein kurzes Hallo, wie geht´s? Und der nächste Satz war dann: Kannst Du mir 20 Euro bringen. Ich habe keine Zigaretten mehr.... Heute habe ich mich strikt geweigert und werde es auch in Zukunft tun. Ich ihr werde kein Geld mehr geben!!! Anschließend war das Gespräch sehr kühl und auch ziemlich schnell zu Ende. Sie war wohl etwas sauer. Aber da muss ich jetzt durch, weil anders kommt sie ja nicht zur Besinnung. Ich hoffe, sie kommt so wieder zur Besinnung!!!???
Ich wünsche Euch auf jeden Fall eine angenehme Nachtruhe. |
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| Lüttn hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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Dil neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.10.2006 Beiträge: 39
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Verfasst am: 18.10.2006, 20:40 Titel: Re: Auch meine Mama ... |
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Hallo Luettn,
gut hast Du das gemacht mit dem Geld. Zumindest kannst Du somit sicher sein, dass DU ihre Sucht nicht auch noch finanzierst...Ob sie damit zur Besinnung kommt, wird sich zeigen. Aber es koennte ein kleiner Baustein von vielen sein, der letztendlich vielleicht wirklich irgendwann dazu beitraegt, dass sie zur Besinnung kommt. Es sind oft viele Kleinigkeiten, die etwas Grosses bewirken...
Fuer Donnerstag habe ich jetzt eine gute Freundin gefragt, ob sie mitkommt (sie ist prinzipiell auch an diesem Thema interessiert). Sie sagt mir morgen Bescheid. Aber ich glaube, inzwischen bin ich auch soweit, dass ich alleine gehen wuerde (jaja, einen Tag vorher redet man sich immer leicht, ich weiss ).
Auf alle Faelle werde ich morgen IRGENDWAS berichten, ich hoffe, das Richtige.
Liebe Gruesse
Dil |
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| Dil hat zum Thema: Re: Auch meine Mama ... geschrieben
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