| Gelegentlicher Konsum - körperliche Schäden? • Genetisch bedingte Süchte |
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LaLuna neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.10.2006 Beiträge: 17
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Verfasst am: 08.10.2006, 20:59 Titel: Re: Genetische Veranlagung? |
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Hallo!
Ich denke, dass es eine Mischung aus Prägung im Elternhaus und eigener Stabilität ist.
Persönliches Beispiel:
In der Familie meines Mannes wird viel gesoffen, besonders der Opa und der Stiefvater. Mit 14 zur Jugendweihe gabs vom Stiefvater eine Zigarette und einen Schnaps, weil: Ein "richtiger Mann" trinkt und raucht!
Besagter Stiefvater hielt unserem damals 4 Monate alten Sohn eine Bierflasche unter die Nase und meinte: Nimm maln Schluck!
Mein Mann ist ebenfalls alkoholkrank. Mein Sohn hat keinen Kontakt mit dieser Familie, weil sie einfach nicht verstehen WOLLEN.
Mein Vater ist Alkoholiker gewesen, sein Vater auch. Ich habe von früh auf mitbekommen, dass er oft "stramm" war. Mir ist es auch passiert, dass ich als Kind einen Schluck aus einer offenen Coladose genommen habe und *würg* da war Jim Beam drin. Ich habe bis ich 20 war aus purer Wut gegen den Alkohol gar nichts getrunken, weil ich ihm die Schuld gab, dass er die Ehe meiner Eltern und mein Zuhause zerstört hat, bis ich mir gesagt habe, dass dieses Verhalten genauso "schwachsinnig" ist. Wenn ich Alkohol trinke und zB richtig "die Sau rausgelassen habe", kommt irgendwo ein Punkt, wo ich merke: Nu is genug! und aufhöre. Das kommt aber so selten vor, dass ich es an einer Hand fürs Leben bisher abzählen kann.
Meine Eltern sind auch beide starke Raucher (gewesen). Für mich war schon als Kind klar, dass ich das NIIIIE tun werde. Im Auto, in der Wohnung, na danke! Und ich habe in meinem Leben nicht eine einzige probiert.
Ich würde sagen, dass ich mich mit all diesen Suchtmitteln schon früh auseinandergesetzt habe und mir gesagt habe: DAS will ich alles NICHT!
Mein Mann hat sich in das Fahrwasser mitreinziehen lassen und ist dann irgendwann an einem Punkt angekommen wo er gemerkt hat, dass der Moment, wo er die Fähigkeit verloren hat, verantwortungsbewußt mit Alkohol umzugehen, vorbei ist.
In der Familie meines Mannes ist das heute noch so. Als ich die Stieftochter kennenlernte, durfte die mit 6 beim Opa Bierschaum abtrinken. Wenn ich was gesagt hab, war ich natürlich stets die Zicke, die sich dämlich hat. Mein Gott, Bier ist doch kein Alkohol, das ist flüssig Brot *harhar*
Mein Mann hat die Erfahrung gemacht, man muss trinken, um dazu zu gehören. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass man mit Hochachtung behandelt wird, wenn man sagt: nein danke, ich rauche/trinke/kiffe nicht.
Ich hätte damit leben können, wenn man mich deshalb verarscht. Mein Mann konnte es nicht.
LG LaLuna
PS: Meine "Macke" aus der Kindheit: Ich hab n Helfersyndrom und hab meinen Mann "trotzdem" genommen, obwohl ich von Anfang an wußte, dass er alkoholkrank ist. Als wir sechs Wochen zusammen waren, sagte ich ihm auf den Kopf drauf zu: Du hast ein Problem mit Alkohol! Und er antwortete: Ja! Von dem Moment an kämpften wir zusammen, bis zum Supergau und nun dem Weg mit Entgiftung und AEB... |
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| LaLuna hat zum Thema: Re: Genetische Veranlagung? geschrieben
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Ayki79 Gast
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Verfasst am: 10.10.2006, 20:46 Titel: Re: Genetische Veranlagung? |
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Hallo alle zusammen,
ich kann zu dem Thema nur soviel sagen, dass ich mal gelesen habe, dass Alkoholsucht wissenschaftlich bewiesen vererbbar ist und auch genetisch bedingt vorkommen kann! Ich glaube das stand in der Zeitung "Gehirn & Geist", aber ich weiß es nicht mehr ganz genau...
Ich persönlich glaube daran, aber ich kann nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, was jetzt stimmt und was nicht! Trotzdem würde auch ich mir keine Gedanken darüber machen. Denn wenn eine Alkoholsucht vorliegt, dann ist es meiner Meinung nach egal, wo sie her kommt. Es ist einzig und allein entscheident, dass man etwas für ein trockenes Leben unternimmt - und zwar aus Einsicht! Sonst nichts! |
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| Ayki79 hat zum Thema: Re: Genetische Veranlagung? geschrieben
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Kirsi neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.09.2006 Beiträge: 48
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Verfasst am: 28.10.2006, 23:04 Titel: Re: Genetische Veranlagung? |
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Hallo an alle!
Vielen Dank für Eure Gedanken und Antworten!
Natürlich spielt es nicht wirklich eine Rolle ob die Krankheit nun vererbt ist oder nicht, interessant finde ich es trotzdem.
allen ein schönes Wochenende!
LG Kirsi |
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| Kirsi hat zum Thema: Re: Genetische Veranlagung? geschrieben
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Peanuts neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.10.2006 Beiträge: 9 Wohnort: Gummersbach
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Verfasst am: 29.10.2006, 07:39 Titel: Re: Genetische Veranlagung? |
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| Ayki79 hat Folgendes geschrieben: | ...ich kann zu dem Thema nur soviel sagen, dass ich mal gelesen habe, dass Alkoholsucht wissenschaftlich bewiesen vererbbar ist und auch genetisch bedingt vorkommen kann! Ich glaube das stand in der Zeitung "Gehirn & Geist", aber ich weiß es nicht mehr ganz genau...
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Auch ich hab es mal irgendwo gelesen und zwar ganz konkret im Zusammenhang mit einer Studie über den Niedergang der amerikanischen Ureinwohner, die ja, wie jeder weiß, durch die Europäer willkürlich und mit System mit Hilfe von Alkohol in den Ruin getrieben worden sind.
Sinngemäß stand da, dass die Indianervölker eine genetische Besonderheit (keinen Defekt!) aufweisen, nämlich dass ein sehr viel höherer Anteil als bei jeder anderen Rasse die Suchtrezeptoren im Gehirn "unbesetzt" (mir fällt das korrekte Wort grade nicht ein) sind, so dass suchterzeugende Stoffe an den Rezeptoren "andocken", so dass es von dem Moment an unmöglich ist, den Umgang mit dem entsprechenden Suchtmittel der freien Willensentscheidung zu unterwerfen. Mit anderen Worten: Diese Menschen werden sehr viel schneller süchtig und tun sich auch sehr viel schwerer damit, sich aus der Sucht zu befreien.
Aber...irgendwie beisst sich da die Schlange in den Schwanz. Selbst wenn das stimmt, dann ist trotzdem die Prägung eines Menschen in der Kindheit nicht minder ausschlaggebend und ob es nun vererbt oder anerzogen ist, spielt kaum eine Rolle, wenn es darum geht, dagegen anzukämpfen.
Und als Entschuldigung für einen erfolglosen Kampf gegen die jeweilige Sucht wäre diese Theorie sowieso genauso unbrauchbar wie jede andere. |
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| Peanuts hat zum Thema: Re: Genetische Veranlagung? geschrieben
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Kirsi neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.09.2006 Beiträge: 48
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Verfasst am: 29.10.2006, 19:25 Titel: Re: Genetische Veranlagung? |
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"Und als Entschuldigung für einen erfolglosen Kampf gegen die jeweilige Sucht wäre diese Theorie sowieso genauso unbrauchbar wie jede andere."
Da geb ich dir zu 100% recht! Bin sehr erstaunt dass es sowas wirklich geben soll...
Schönen abend und guten Start in die neue Woche...
Kirsi |
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| Kirsi hat zum Thema: Re: Genetische Veranlagung? geschrieben
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7472 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 01.11.2006, 09:19 Titel: Re: Genetische Veranlagung? |
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hallo ihr alle
ich denke das man das nicht so einfach abtun sollte, sicher für uns ist der zug ein für alle mal weg und es ist letztendlich wirklich egal warum es ist wie es ist, nur ich habe 4 kinder. wenn eine genetische veranlagung da ist, wovon ich nach lektüre diverser studien ausgehe, und da ich und mein mann abhängig sind, ist die warscheinlichkeit sehr hoch das auch meine kinder ein gewisses suchtpotential geerbt haben.
ich fühle mich hier als mutter in der pflicht meine kinder darüber aufzuklären und ihnen die gefahren vor augen zu führen. die hände in den schoß zu legen und zu hoffen das alles gut geht wäre in meinen augen blauäugig.
meine beiden ältesten sind in einem alter wo sie anfangen mit ihren freunden party zu machen und eben auch schon ab und zu zuviel getrunken haben, ich stehe dann nicht als moralapostel mit erhobenem zeigefinger da, aber ich rede mit ihnen, denn das ist mir sehr wichtig das ihnen klar ist das sie sich in größerer gefahr befinden als vielleicht ihre freunde.
insofern denke ich ist dieses thema schon sehr wichtig denn viele von uns haben ja teilweise noch recht kleine kinder und haben diese erfahrung noch vor sich.
in diesem sinne gruß doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: Genetische Veranlagung? geschrieben
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lavendel sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.05.2006 Beiträge: 2869
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Verfasst am: 01.11.2006, 10:59 Titel: Re: Genetische Veranlagung? |
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hallo zusammen,
karsten hat auf der einen seite recht wenn erschreibt, dass es letztlich egal ist, wenn man schon drinsteckt.
auf der anderen seite gebe ich dorothea recht: ich glaube, dass man (als eltern, aber auch als kind) aufmerksamer ist, wenn man alkoholiker in der familie hat (oder selbst eine/r ist). meine eltern waren beide alkoholiker, und nach irgendwelchen studien haben kinder von alkoholikern eine um 50% erhöht "chance", selbst zum alkoholiker zu werden. für mich hieß das immer, meinen konsum ganz misstrauisch zu betrachten, mit dem wissen, dass ich durch prägung (sei es genetisch oder durch das vorleben der eltern) besonders gefährdet bin. und diese wachsamkeit ist sicher gut.
was die genetische prägung aber natürlich NIE heißen darf: sich darauf zurückzuziehen nach dem motto "ich kann ja nicht anders". das ist genau wie bei straftätern, die sich mit ner schlimmen jugend rausreden. das finde ich unverantwortlich, und deshalb darf die theorie der vereberung wirklich nur für eine erhöhte wachsamkeit dienen, nie aber zur entschuldigung. das ist gefährlich.
gruß
lavendel |
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| lavendel hat zum Thema: Re: Genetische Veranlagung? geschrieben
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Glückskatze neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.09.2006 Beiträge: 35 Wohnort: nähe Hamburg
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Verfasst am: 10.11.2006, 23:28 Titel: Re: Genetische Veranlagung? |
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Meine Großväter haben getrunken und trinken.
Meine Mutter ist schwere alkoholikerin und leugnet es.
Mein vater gibt vor, nicht mehr zu trinken, aber er tut es trotzem.
Meine Mutter hat bereits getrunken, als sie mit mir schwanger war  |
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| Glückskatze hat zum Thema: Re: Genetische Veranlagung? geschrieben
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