| Sinnlos und immer wieder von vorne! • Wie kann ich helfen |
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ABC Gast
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Verfasst am: 28.09.2006, 14:53 Titel: Gibt es auch positive Berichte? |
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Wenn ich mir all diese Berichte, die hier zu lesen sind, durch den Kopf gehen lasse, erfüllt mich tiefe Verzweiflung.
Gibt es nicht auch Co-abh., die davon berichten können, daß dadurch, daß sie ihre Situation klar erkannt haben und die Konsequenzen daraus gezogen haben, dem Angehörigen zu einem dauerhaften Trockenwerden geholfen haben?
Danke für Antworten! |
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| ABC hat zum Thema: Gibt es auch positive Berichte? geschrieben
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lavendel sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.05.2006 Beiträge: 2869
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Verfasst am: 28.09.2006, 15:19 Titel: Re: Gibt es auch positive Berichte? |
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hallo abc,
ein halb positiver bericht: meine mutter war - ist - seit ich denken kann alkoholikerin. sie hat es bis fast ganz unten "geschafft" - und ist dann doch wieder rausgeklettert. aber erst, nachdem sie wirklich ganz tief gefallen ist. ich als tochter habe mich in dieser zeit komplett distanziert bis dahin, dass ich sie nicht zu meiner hochzeit eingeladen und jeglichen kontakt verweigert habe.
ich will nicht sagen, dass es mein verdienst war, dass sie (schon länger) nicht mehr trinkt, aber wenn ich weiterhin für sie dagewesen wäre, verhandlungen mit vermietern und banken geführt hätte, wäre es sicher nicht besser geworden.
viele grüße
lavendel |
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Tatjana neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.09.2006 Beiträge: 13 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 29.09.2006, 08:38 Titel: Re: Gibt es auch positive Berichte? |
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Guten Tag ABC
Ja auch ich habe einen mehr oder weniger positiven Bericht, mein Vater ist ebenfalls seit ich denken konnte Alkoholiker...
Jahrelang haben wir als Familie gekämpf, gelitten, geweint... bis es zum totalen Zusammenbruch kam... ich bin ausgezogen, meine Schwester hat die Sachen gepackt und ist mit in meine neue Wohnung gekommen (Ich 25ig / meine Schwester 17)... meine Muttter hat den totalen Zusammenbruch erlitten und ist vorübergehnend zu ihrer Mutter gezogen...
Ja...nach 2 Wochen hat er sich gemledet und eingewiligt mit zum Hausarzt zu kommen... so nahmen die Dinge ihren Lauf...
Zum jetztigen Zeitpunkt ist mein Vater in einer Ezugsklinik (seit knapp 2 Wochen).....
Jetzt mal sehen wie die Geschichte weitergeht... ob ich bald noch mehr positives schreiben kann *hoff*...
Prinzip... Du weisst erst was Du hattest, wenn Du es verloren hast .... traurig aber wahr... !
Küsschen
Tatjana |
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lizard Gast
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Verfasst am: 29.09.2006, 22:35 Titel: Re: Gibt es auch positive Berichte? |
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Hallo ABC,
mein Partner ist nun den 22. Tag trocken. Das er zur Entgiftung wollte ist betimmt auch unter anderm dadurch gekommen, das ich gesagt habe das ich das nicht mehr mitmache und nur noch eine Chance besteht, wenn er zur Entziehung geht. Was ihn inun dazu gebracht hat, weiß er selbst nicht ganz genau, aber ich denke es war unter anderem das ich nicht mehr mitgemacht habe.
Grüße lizard |
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| lizard hat zum Thema: Re: Gibt es auch positive Berichte? geschrieben
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Whitewolf sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 1204 Alter: 44 Wohnort: Homburg/Saar
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Verfasst am: 29.09.2006, 23:54 Titel: Re: Gibt es auch positive Berichte? |
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Hallo ABC,
ich habe die Frage wohl verstanden, mir ist jetzt nur nicht so ganz klar was für eine Antwort Du darauf haben möchtest. Sowohl die Alkoholkrankheit, als auch die Krankheit des Co-Abhängigen sind Personenbezogen und nur bis zu einem gewissen Punkt in ein Schema zu pressen.
Ich mache mittlerweile einen Bogen um Leute ( m. oder w. ) bei denen ich den Eindruck habe das sich eine Co-Abhängigkeit entwickeln könnte.
Ein Alkoholiker kann sich letztendlich nur selbst in einer dauerhaften Trockenheit bewegen, der Co-Abhängige entdeckt dann das er nicht mehr in dem Maße gebraucht wird wie es seine Co-Abhängigkeit verlangt.
Das klingt jetzt nicht sehr aufbauend, aber Du musst eben genau schauen wie weit Du persönlich mit Deiner Form von Co-Abhängigkeit gehen kannst ohne selbst auf der Strecke zu bleiben. Erfolgsmeldungen von anderen Co-Abhängigen lassen Dich höchstens unvorsichtig werden und verleiten zum Schema 'F' .
Mir persönlich konnte übrigens kein Co-Abhängiger helfen, wie ich dann im Nachhinein festgestellt habe, aber das hast Du Dir wahrscheinlich schon gedacht.......
Viele Grüsse
White
Es ist ein Drahtseilakt wenn eine klare Co-Abhängigkeitsproblematik und ein trockener Alkoholiker sich gegenseitig unterstützen wollen.
Bei allem was ich über diese Form der Erkrankung gelesen, gehört, in Gesprächen mit Psychologen erörtert und erlebt habe, ist es so, das jemand der eine UNgesunde Form der Co-Abhängigkeit entwickelt, mit sich und seiner Persönlichkeit genug zu tun hat ( insofern er sich damit beschäftigt), als das er noch die Kraft hätte eine andere Persönlichkeit zu stützen. |
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| Whitewolf hat zum Thema: Re: Gibt es auch positive Berichte? geschrieben
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pepita neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 11.09.2006 Beiträge: 11 Wohnort: Stuttgart
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Verfasst am: 30.09.2006, 00:04 Titel: Re: Gibt es auch positive Berichte? |
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Hallo Whitewolf,
Du hast es absolut präzise und treffend dargestellt!
Mehr kann ich dazu gar nicht sagen, ich würde sonst nur zerreden, was Du so klar widergegeben hast.
Einen lieben Gruß
von Co pepita |
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| pepita hat zum Thema: Re: Gibt es auch positive Berichte? geschrieben
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ABC Gast
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Verfasst am: 30.09.2006, 02:41 Titel: Re: Gibt es auch positive Berichte? |
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Vielen Dank für eure Antworten.
Whitewolf, du schreibst "...mir ist jetzt nur nicht so ganz klar was für eine Antwort Du darauf haben möchtest."
Ich denke, es kommt doch nicht darauf an, welche Antwort ich haben möchte oder erwarte.
Ich habe sicherlich das Problem, das mich beschäftigt, nicht genau genug beschrieben.
Es ist mir natürlich klar, daß Menschen verschieden sind und daher Ergebnisse nicht direkt übertragen werden können.
Mein Mann ist Alkoholiker, das steht inzwischen auch für ihn (wenigstens im Suff von sich aus so ausgedrückt) fest.
Inwieweit ich Co-abhängig bin, ist mir nicht so klar.
Etliche und vielleicht wesentlichen Kennzeichen des Co-piloten fehlen einfach, - andere treffen wieder zu. - aber das wäre ein eigener Thread.
Nun, da mir aber vor kurzem wie Schuppen von den Augen gefallen ist, daß mein Mann nicht nur seit Jahrzehnten viel trinkt, - wie praktisch alle Freunde - , sondern daß er tatsächlich seinen täglichen Pegel braucht. Die 1 wöchige Enthaltsamkeit vor 14 Tagen kostete ihm enorm viel Anstrengung, allerdings hat er sie offensichtlich als notwendig erkannt, weil er geistig arbeiten und sich vorbereiten mußte, - und wie freute ich mich, als nach dieser Woche wieder der Mensch zum Vorschein kam, den ich schon lange nicht mehr kannte --- ich dachte bisher, seine persönlichen Veränderungen, wechselnden Launen ... seien auf vieles andere zurückzuführen (auch daß ich daran schuld sei), dachte aber nicht an den Alkohol .... nun trinkt er wieder täglich. Lobt wie gut er sich in dem "Naßbiotop", das in seinem Betrieb von Gesinnungsfreunden eingerichtet wurde, unterhalten habe (Er ist bereits im Ruhestand) - hat offensichtlich überhaupt keine Einsicht, wie gefährlich weit er sich schon in die Fänge des Alkohols begeben hat.
Ich habe bis jetzt überhaupt nichts kontrolliert, er konnte immer tun, was er wollte, ich habe nie Vorwürfe erhoben, beobachte mich allerdings dabei wie ich anfange Flaschen zu zählen und zu suchen. Das würde ja einen Schritt weiter und tiefer in meine Co-Abhängigkeit führen.
Wenn ich also hier lesen würde, daß Angehörige bzw. Co-piloten mehr als eine minimale Chance haben, den Alkoholiker dazu zu bringen den Ernst seiner Situation zu erkennen und Konsequenzen zu ziehen, würde ich daraus Hoffnung für unsere Situation schöpfen.
Da ich aber immer wieder nur lese, der Alkoholkranke muß seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht haben, um dann - möglicherweise - etwas wirklich zu ändern, ich als Angehöriger aber fast keine Möglichkeit der Einflußnahme habe oder meine diesbezüglichen Versuche eher in einem Katz- und Mausspiel enden könnten, ich aber überhaupt keine Lust habe eine Talfahrt mit ungewissem Ausgang zu begleiten, denke ich mir, es ist jedenfalls für mich besser, gleich einmal die Konsequenzen zu ziehen und wegzugehen.
So eine Erkenntnis ist sehr bitter, es waren doch viele gemeinsam verbrachte Jahre und auch schöne Zeiten; es könnten auch in Zukunft noch etliche gemeinsame, schöne, sorgenfreie Jährchen sein.
Wenn es Aussicht auf Erfolg hätte, würde ich wie eine Löwin darum kämpfen. Aber, der Kampf der Löwin ist ja ziemlich aussichtslos, der Löwe muß ja kämpfen - ja, und der will nicht. |
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| ABC hat zum Thema: Re: Gibt es auch positive Berichte? geschrieben
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Whitewolf sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 1204 Alter: 44 Wohnort: Homburg/Saar
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Verfasst am: 30.09.2006, 09:21 Titel: Re: Gibt es auch positive Berichte? |
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Hallo ABC,
in dieser Situation war es wohl wirklich das richtige für Dich dieses Forum zu finden. Die Tatsache das Du schon jahrelang mit einem 'kranken' Menschen zusammenlebst, still bleibst, duldest, deckst und Deine Bedürfnisse in den Schatten stellst, deutet wohl darauf hin:
| Zitat: | | Inwieweit ich Co-abhängig bin, ist mir nicht so klar | .
Grundvorraussetzung für ein gemeinsames 'WIR' ist natürlich, das er was ändern möchte. Eine angedrohte Trennung kann schon was bewirken, -aber mit einer kurzen Abstinenz ist es eben nicht getan, nach so langer Trinkerei. Eine Therapie wäre wohl angebrachter. Die Entscheidung liegt bei Ihm und alles folgende dann auch. Du hast das richtig erkannt:
| Zitat: | | Wenn es Aussicht auf Erfolg hätte, würde ich wie eine Löwin darum kämpfen. Aber, der Kampf der Löwin ist ja ziemlich aussichtslos, der Löwe muß ja kämpfen - ja, und der will nicht. |
Inwieweit du wirklich ungesund Co-Abhängig bist kannst Du wohl rausfinden, wenn Du ehrlich mit dir ins Gericht gehst.
Wenn eine wirkliche Erkrankung vorliegt ist es mit dem Verlassen des Partners nicht getan. Vielmehr suchst Du Dir mehr o. weniger unbewusst andere , ähnliche Lebensmuster, in der Du Deine Co-abhängigkeit ausleben kannst.
Das musst Du für Dich klären.
Co-Abhängigkeit ist ein eigenständiges Krankheitsbild das behandelt werden kann.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute , und viel Kraft wenn Du die richtigen Entscheidungen triffst.
Viele Grüsse
White |
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| Whitewolf hat zum Thema: Re: Gibt es auch positive Berichte? geschrieben
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