| Der alte neue Petter • Wieso soll ich mich schämen ?? |
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Kirsi neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.09.2006 Beiträge: 48
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Verfasst am: 27.09.2006, 10:36 Titel: Feiern ohne Alkohol...(?) |
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Ich bin Kirsi, 25 Jahre alt und Alkoholikerin. Ich habe,wie viele hier, lange daran gezweifelt ob ich es wirklich bin und die Grenze zur Sucht ziemlich verwischt. Ich mache mir seit längerem Gedanken über meinen Alkoholkonsum (jeden 2.Tag soviel, bis ich betrunken bin, das seit ungefähr 6 Jahren). Ich habe wahrscheinlich deshalb so lange gebraucht, weil ich Alkoholiker immer mit Menschen in Verbindung brachte, die wegen ihrer Sucht nichts mehr zu Stande bringen und so ziemlich am Ende sind. Zur Zeit bin ich noch Studentin, ich würde mich nicht als besonders intelligent bezeichnen aber irgendwie schaffe ich es trotz Kater und ohne grossen Aufwand immer auf sehr gute Resultate. Und gerade deswegen dachte ich mir lange Zeit "ok,so lange alles gut läuft brauche ich mir ja keine Sorgen zu machen." Bis ich vor einigen Tagen ein Buch gelesen habe (Funktionierende Alkoholiker) und mich in den Beschreibungen zu 100% wieder gefunden habe. Ich bin sehr erschrocken über diese Übereinstimmung, ich konnte Nächte lang nicht mehr schlafen weil mich der Gedanke, Alkoholikerin zu sein, so beschäftigte.
In der 4.Nacht, in der ich wieder nicht schlafen konnte, bin ich dann aufgestanden, habe sämtlichen Vorrat an Alkoholischem weggekippt und beschlossen einen neuen Weg einzuschlagen. Dies war vor 5 Tagen.
Ich weiss, dass es die beste und einzige Lösung für mich ist, gar nichts mehr zu trinken (weniger zu trinken klappt eh nicht) und doch macht mir der Gedanke daran Angst. Um mich selbst von meiner Entschlossenheit und inneren Kraft zu überzeugen, begab ich mich gestern Nacht (wie üblich an Dienstagen) in unser Stammlokal zur After Work-Party. Sozusagen in die Höhle des Löwen. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass so ein "einfaches" Unterfangen wie raus gehen und mit Freunden feiern ohne Alkohol mir so grosse Schwierigkeiten bereitet. Es mag lächerlich klingen, aber ich habe mich 1 Stunde vorher darauf vorbereitet, mir sämtliche Situationen vorgestellt, die auf mich zukommen werden. (z.Bsp. jemand lädt mich ein, spricht mich an, fordert mich zum tanzen auf etc.). Und ich hatte unglaubliche Angst all diese Situationen ohne Alkohol bewältigen zu können. Geschweige denn dabei noch irgendwie Spass zu haben.
Trotzdem habe ich es "durchgestanden", es war schlussendlich auch nicht so wild, wie ich es mir ausgemalt habe. Aber irgendwann, so gegen halb 3 Uhr Morgens, waren meine Freunde schon ziemlich gut bedient. Da ich als einzige nichts getrunken habe, fühlte ich mich etwas aussen vor. Ich verstand ab einem gewissen Zeitpunkt die Witze nicht mehr, konnte bei den sogenannten "tiefsinnigen" Gesprächen (die man im Rausch immer wieder gerne führt...)keinen Sinn entdecken und kam mir schliesslich mehr schlecht als recht vor. Normalerweise bin ich eine von den Letzten, die das Lokal verlässt, gestern war ich die Erste.
Ich bin mir bewusst, dass es für mich keinen Mittelweg gibt, es gibt nur Alkohol ohne Kontrolle oder gar keinen. Ich zweifle auch nicht an meiner Entscheidung weder stelle ich irgendetwas in Frage. Aber ich habe nur Angst davor, mein soziales Leben, Feiern und Feste, Abende wie diese an Dienstagen nicht mehr im gleichen Sinne geniessen zu können. Ich habe Angst davor, nüchtern meine Freunde nicht "ertragen" zu können oder keine Lust mehr zu haben sie überhaupt im Rausch zu treffen. Es ist bestimmt kein Privileg trinken zu können, es ist sogar sehr bedauerlich wenn man Alkohol braucht um in Stimmung zu kommen. Aber bis anhin habe ich ihn immer gebraucht und kann mir im Moment nicht vorstellen wie es ohne gehen soll. Das macht mir Angst.
Ich hatte ein grosses Bedürfnis meine Gedanken und Sorgen nieder zu schreiben. Vielleicht kennt jemand von euch meine Bedenken und weiss was ich meine. Und vielleicht finde ich hier auch einige Antworten auf all die Fragen die in meinem Kopf rumschwirren.
Danke im Voraus... |
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| Kirsi hat zum Thema: Feiern ohne Alkohol...(?) geschrieben
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Annika sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2005 Beiträge: 3855 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 27.09.2006, 10:55 Titel: re |
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Hallo Kirsi
und ein herzlich willkommen hier im Forum.
Immer wieder wundere ich mich, was Menschen, die gerade ein paar Tage nicht trinken, sogar noch teilweise im Entzug stecken ,in der sogenannten " Höhle des Löwen " machen.
Vorweg, schon einmal zur Beruhigung, wenn du wirklich trocken lebst, also nicht nur nichts Trinkst, sondern zufrieden ohne Alkohol lebst, ändern sich deine Gedanken und Interessen so sehr, dass du so etwas nicht vermissen wirst.
Was bringt dir betrunkenes Geschwafel deiner sogenannten Freunde ?
Vielleicht verbindet euch nur diese betrunkene Feierei und sonst nichts ?
Wenn wahre Freunde darunter sind, an denen dir etwas liegt und denen du wichtig bist, kann man sich ohne Alkohol jederzeit treffen. Man kann nüchterne Gespräche führen und nüchtern Spaß haben.
Glaub nicht, das wir hier alle nicht mehr feiern können. Wir haben auch unseren Spaß nicht verloren und können sogar lachen und tanzen
Nein, im Ernst, du wirst den Alkohol eines Tages nicht mehr vermissen, ihn nicht zu trinken nicht als Verzicht sehen und auf jeder Party nur so lange bleiben, bis dir alles zu betrunken und zu doof ist.
Habe keine Angst vor einem nüchternen Leben, es ist normal nicht zu trinken. Alles andere ist Show, wegrennen, sich benebeln, keine Gefühle nüchtern aushalten können ?
Viel Kraft den Weg , deinen Weg zu finden
wünscht Dir Annika |
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| Annika hat zum Thema: re geschrieben
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eveline sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 04.08.2006 Beiträge: 543
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Verfasst am: 27.09.2006, 10:58 Titel: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) |
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Hallo Krisi,
herzlich Willkommen bei uns.
Du hast Dein Problem erkannt und vor 5 Tagen angefangen einen anderen Weg zu gehen.
Dein Körper ist jetzt noch mit dem Entzug beschäftigt,
den Du wohl allein machst? Davon raten wir Dir hier ab.
Es kann gefährlich werden. Ein Arztbesuch und ein offenes Gespräch wäre besser.
Du willst trocken leben. Da bedeutet, dass sich viel verändern muss. Da braucht Zeit und Geduld.
Trocken zufrieden leben, dass musst Du, wie wir alle hier lernen.
Ddich gleich am Anfang in "die Höhle des Löwen" zu begeben ist sehr gefährlich und Du mutest Dir damit unnötig viel zu. Langsam angehen.
Ist wie bei einem kleinen Kind, dass erst das aufstehen lernt, bevor es loslaufen kann.
Am Anfang ist sehr wichtig, sich jeden Tag für diesen Tag, für diese 24 Stunden, zu sagen, heute trinke ich nicht.
Viel Flüssigkeit, wie Waser oder Tee solttest du zu dir nehmen.
Deine Gedanken, Deine Sorgen, Deine Ängste, das Alles ist ein Teil von Dir. Durch den Entzug wirst Du gefühlsmäßig Achterbahn fahren, mal rauf, mal runter. Das gehört dazu. Es geht vorbei, wird weniger und Du wirst stabiler.
Gönn Dir viel Ruhe, Dein Körper arbeitet jetzt auf Höchstleistung.
Geduld ist angesagt.
Du kannst hier in vielen Beiträgen den Weg ins trockene Leben verfolgen/lesen. Das wird Dir helfen.
Uns ging es Allen so. Ganz viele Fragen, ganz viele Sorgen und Ängste.
Und schreib, wann immer Dir danach ist. Ich hab das auch getan und es hat geholfen.
Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg in ein trockenes Leben.
Liebe Grüsse
Eveline |
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| eveline hat zum Thema: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) geschrieben
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 5478 Alter: 46 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 27.09.2006, 11:03 Titel: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) |
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hallo kirsi
ja das kennt wohl jeder diese gedanken, ich denke aber das du das mit der höhle des löwen im eigenen interesse erst mal lassen solltest, zumal es ja sowieso blöd wird wenn die anderen unter alk anfangen stuß zu reden.
du wirst mit der zeit andere menschen kennen lernen die spaß haben können ohne sich zu betrinken, gibt ne menge davon.
ich bin fast 5 jahre trocken und gehe mitlerweile auch wieder in die disco, und nehme da die entgleisungen immer als abschreckendes beispiel zur kenntniss.
das leben ist ohne alk nicht vorbei, es fängt an!!
das kann aber auch nicht jeder so machen, das sollte dir auch klar sein.
hast du eigentlich vor es allein zu schaffen oder hast du dir ärztliche hilfe geholt? allein kann böse ins auge gehen.
gratuliere dir übrigens zu tag 5, weiter so bist auf dem richtigen weg.
lg doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 22995 Alter: 47 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 27.09.2006, 11:23 Titel: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) |
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Hallo kirsi
fünf Tgae nichts zu trinken, ist schon mal ein Anfang.
Trocken denken wird noch sehr lange dauern.
Die erforderlichen Lebensveränderungen werden sich über Jahre hinziehen. Man gewinnt keinen neuen Freundeskreis in ein paar Tagen oder Wochen.
Wenn Dich der Alkohol so sehr im Griff hatte, dass Du dankbar bist, eine Stunde nichts trinken zu brauchen, dann sind Dir auch alle anderen Dinge, wie jetzige Freunde, Deine Arbeit, Deine Wohnung, eben alles so egal, dass Du darauf gerne verzichtest.
Was ich damit sagen will? Der persönliche Tiefpunkt beinhaltet diese Denkweise. Lieber Hunger, allein, ohne Wohnung, ohne Geld, eben ohne alles, aber eben auch ohne Alkohol.
Wenn man das verinnerlicht hat, kann man sich ein neues Leben aufbauen.
Dieses Festhalten an alten Dingen, wie Feiern, wird Dich immer an solche Orte bringen, wo getrunken wird. Du nimmst Dich überall mit hin. Deine Denkweise muß sich ändern.
Dann wird aus Max in Berlin nicht ein neuer Max in Augsburg, sondern ein Freund. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) geschrieben
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Kirsi neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.09.2006 Beiträge: 48
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Verfasst am: 27.09.2006, 12:03 Titel: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) |
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Wow...das ging ja schnell! Vielen Dank für Eure Unterstützung und Eure Zuschriften!
Mich überraschen immer wieder die Beiträge, in denen über den körperlichen Entzug geschrieben wird. Was ist damit genau gemeint? Ich weiss, dass 5 Tage erst der Anfang sind und noch sehr viele schwierige Momente auf mich zukommen werden. Aber ich habe bis jetzt noch keine körperlichen Schmerzen/Beschwerden oder sonstiges erfahren. Das heisst meine Hände haben stark gezittert und ich hatte in den ersten beiden Tagen ziemliche Kopfschmerzen. Aber auch das ist nun vorbei und wenn ich jetzt lese, dass mein Körper erst umschalten muss etc. beunruhigt mich das etwas. Kommen die körperlichen Entzugserscheinungen erst noch? |
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| Kirsi hat zum Thema: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) geschrieben
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Michael1969 aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.09.2006 Beiträge: 133
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Verfasst am: 27.09.2006, 13:13 Titel: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) |
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Hallo Kirsi,
das Schlimmste dürftest du überstanden haben. Also bei mir hat das Zittern der Hände selbst in der Klinik mit medikamentöser Unterstützung ca. 4 Tage angehalten. Am ersten Tag ohne Alkohol war ich nicht in der Lage eine Tasse Kaffee zu trinken ohne das ich die Hälfte verschüttet hätte. Was ich in den Tagen danach als viel schlimmer empfand war diese ständige Unruhe die immer dann einsetzte, wenn die Wirkung der Medikamente nachgelassen hat. Aber das geht vorbei. Jetzt nach einem Monat geht es mir körperlich gut.
Aber wie Karsten schon geschrieben hat die Lebensveränderungen die zum zufriedenem trocken sein nötig sind dauern länger. Das kommt natürlich darauf an in wie weit man sich durch den Alkohol schon runtergezogen hat. Und Zufriedenheit empfindet wohl jeder anders.
Für mich war und ist Kontakt zu anderen trockenen Alkoholikern das wichtigste. Und da bist du doch hier schon mal richtig
Ich wünsche dir alles Gute. |
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| Michael1969 hat zum Thema: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) geschrieben
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esgehtanders sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.09.2006 Beiträge: 671
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Verfasst am: 27.09.2006, 19:28 Titel: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) |
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hallo kirsi
bei mir war der Entzug ne ziemliche Hölle, scheinbar hast du da etwas weniger Probleme; finde toll, daß du was ändern willst, bleib bei der Stange  |
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| esgehtanders hat zum Thema: Re: Feiern ohne Alkohol...(?) geschrieben
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