| Trennung von alkoholkrankem Freund • möchte von meinem mann erzählen |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
mydear Gast
|
Verfasst am: 21.09.2006, 22:34 Titel: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt |
|
|
Hallo an alle!
Hier meine Geschichte - eine von vielen: Wir sind seit 20 Jahren zusammen und haben zwei Töchter (11, 10) und bekommen in 5 Wochen noch einen Nachzügler.
Mein Mann hat seit vielen Jahren ein Alkoholproblem (tägl. mind. 4 Bier, am WE 6- . Den Schnaps habe ich seit ca. 1 Jahr aus unserem Haus (mehr oder weniger erfogreich) verbannt. Ich habe diese Krankheit anfangs bei ihm nicht realisiert - war wohl blind vor lauter Liebe.
Als unsere Kinder zur Welt kamen ging mir so langsam ein Licht auf. (Vielleicht lag das auch daran, dass wir uns vorher berufsbedingt nicht so oft gesehen haben, vielleicht waren die Probleme auch andere und er trank noch nicht so viel; ist ja auch egal warum, die Tatsache DAS ist das schlimme).
Ich habe mich erst nicht getraut, ihn darauf anzusprechen. Habe eine Weile immer nur die leergetrunkenen Bierflaschen in der Küche aufgestellt, damit er das am nächsten Morgen sieht.
Nachdem er mich eines Abends nicht nur verbal sondern auch körperlich angegriffen hat, dann erst habe ich ihn auf den Alk hingewiesen.
Reaktion: Abstreiten, Schuld auf mich schieben, etc.
Heute, nach 10 Jahren will er es immer noch nicht realisieren, dass er ein Alkoholproblem hat. "Männer trinken halt nun mal Bier".
Ich zeige ihm mittlerweile deutlich, welchen Zustand ich an ihm akzeptiere (=nüchtern) und welchen nicht. Bspw. haben wir nur noch sehr selten S**. Kontakt, da es mich anwiedert, wenn er getrunken hat. Das ist natürlich auch ein Grund (wenn nicht der ausschlaggebende) für sein Trinken - sagt er. Ausserdem: ich habe keine Lust nur deswegen mit ihm ins Bett zu springen, damit er nicht trinkt!
Mittlerweile kann ich bald nicht mehr weiter: Die ständigen Provokationen, Demütigungen und (wenn auch extrem selten) Angriffe halte ich nicht mehr aus. Auch die Kinder bekommen es natürlich mit - entweder sehen sie mich verzweifelt - oder Sie verstehen sein Verhalten nicht (widersinnige Ausagen, unterschiedliche Gemütsverfassungen zwischen tagsüber und abends, etc...)
Das der Alk ihn kaputt macht, will er nicht wahrhaben. Körperlich ist er inzwischen bei weitem nicht mehr so leitstungsfähig wie früher. Das liegt natürlich z.T. am Alter aber zu einem weitaus größeren Teil am Alk. Weil er das nicht wahrhaben will, arbeitet er an manchen Tagen wie ein Wilder (trinkt dazu und steigert sich immer hinein) und ist am kommenden Tag völlig groky.
Vor einigen Tagen habe ich ihm gesagt, dass ich, sobald das Baby da ist und ich so weit bin, ausziehen werde. Daraufhin wollte er mich sofort! aus dem Haus werfen! Das ist doch nicht normal! Irgandwann ist er dann einfach gegangen. Ich glaube, jetzt richtet er seine Sachen zusammen, um zu gehen. Für mich ist das im Augenblick die absolute Katastrophe. Ich weiß, dass ich kosequent bleiben muss, nur dann haben wir eine Chance. Aber er tut mir auch so leid. Ich liebe ihn über alles und er mich und uns alle auch. Er freut sich so sehr auf das Baby - und auf die Geburt - ich weiß nicht mehr wie ich mich verhalten soll.
Seit meiner Auszugsankündigung herrscht übrigens "Funkstille".
Hat denn irgendjemand einen winizigen Rat?? |
|
| Nach oben |
|
| mydear hat zum Thema: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt geschrieben
|
|
 |
Ayki79 Gast
|
Verfasst am: 21.09.2006, 22:42 Titel: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt |
|
|
| Ja, ich habe einen Rat: Zieh es ohne ihn durch! Ich bereue es, es damals nicht durchgehalten zu haben und wieder auf ihn reingefallen zu sein. Ich weiß noch genau, wie ich mit vorzeitigen Wehen mit unserem zweiten Kind in der 30. Woche im Krankenhaus lag, morgens meine damals 3jährige Tochter anrufen wollte, um ihr einen schönen guten Morgen zu wünschen - und er ging einfach nicht ans Telefon, weil ich ihn "angeblich kontrollieren wollte". Das ist doch völlig krank! Und man kann sich auf Alkoholiker eh nicht verlassen! Lass ihn fallen und bekomm das Kind alleine!! Du schaffst das - du hast auch schon zwei andere Kinder großgezogen, denen du damit auch einen riesen Gefallen tust. Denn sie bekommen sehr viel mit und es ist genauso wie für dich auch für sie eine unerträgliche Situation... Denk an dich, ich drück dir die Daumen!!! Und viel Kraft für die anstehende Geburt!!! |
|
| Nach oben |
|
| Ayki79 hat zum Thema: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt geschrieben
|
|
 |
mydear Gast
|
Verfasst am: 22.09.2006, 23:18 Titel: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt |
|
|
Hallo Ayki79,
ich war gestern ziemlich geschockt von Deiner spontanen direkten Antwort - aber eigentlich hatte ich gar nichts anderes erwarten können.
Du hast es damals nicht durchgezogen und bereust es heute. Ich weiß im Augenblick auch nicht, ob ich es durchziehen kann, weil ich momentan etwas hilflos bin - so kurz vor der Geburt. Es ist ein Teufelskreis. Du hattest ja bestimmt einen Grund, warum Du "es nicht durchgezogen" hast.
Ich war heute spontan bei den AlAnon und habe mir so ein Meeting angehört. Ich denke ich werde zunächst in dieser Richtung weitermachen um auch bei mir selber den Druck etwas herauszunehmen und zudem versuchen eine Paartherapie zu beginnen. Ich denke, da macht er mit.
Ist vielleicht doch etwas anderes, als zu Hause immer über selbe Leier zu diskutieren und doch keinen Ausweg zu finden. Ev. hilft da einfach ein neutraler Dritter, um zur Selbsterkenntnis zu glangen.
Ich für meinen Teil bin (heute auf jeden Fall) froh, endlich etwas konkretes unternommen zu haben - und weiß auch das ich es bei gegebener Zeit durchziehe. Nur im Moment habe ich die Kraft nicht dazu.
Danke für deinen lieben Ratschlag.
LG mydear |
|
| Nach oben |
|
| mydear hat zum Thema: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt geschrieben
|
|
 |
Ayki79 Gast
|
Verfasst am: 23.09.2006, 11:50 Titel: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt |
|
|
Ich kann das total gut verstehen! Mach es so, wie du meinst! Das, was ich geschrieben habe ist halt meine Sicht der Dinge - jeder sieht das anders. Eine Paartherapie wäre zwar evtl. ein Anfang - löst aber auch sein Problem nicht. Du versuchst - ganuso wie ich das jahrelang versucht habe - SEIN Problem zu lösen! Das geht mit Sicherheit nach hinten los... Und es kostet deine ganze Kraft, obwohl es hinterher nichts gebracht hat. Du brauchst deine Kraft für die Kinder, und für das Baby! Verschwende sie nicht!! ER muss etwas unternehmen, NICHT DU!! Alles andere bringt nichts!
Natürlich kann ich mich aus irren - ich spreche nur aus meiner Erfahung heraus...
Ich drück dir die Daumen für alles!! Egal, wie du dich entscheidest, ich wünsche dir viel Glück!! |
|
| Nach oben |
|
| Ayki79 hat zum Thema: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt geschrieben
|
|
 |
Ayki79 Gast
|
Verfasst am: 23.09.2006, 11:54 Titel: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt |
|
|
| Achso, noch etwas... Ja, ich hatte einen Grund, warum ich es nicht durchgezogen habe... ich hatte die Hoffnung, dass sich durch das 2. Kind einiges verändert - wie man ja immer die Hoffnung hat, ja, jetzt hat er es kapiert... dass er es endlich einsieht - durch das Kind! Und dann auch dafür kämpft. Damals hatte ich die ganzen Informationen über die Krankheit noch nicht, habe mich jetzt immer mehr damit auseinandergesetzt. Und aus heutiger Sicht kann ich nur sagen: das war einfach blauäugig... |
|
| Nach oben |
|
| Ayki79 hat zum Thema: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt geschrieben
|
|
 |
Yorkie neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.06.2006 Beiträge: 498
|
Verfasst am: 23.09.2006, 12:14 Titel: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt |
|
|
Hallo mydear,
herzlich willkommen im Forum!
Ich finde die Reaktion von Deinem Mann ungewöhnlich.
Sofort rauswerfen !
Er richtet seine Sachen um zu gehen !
Funkstille !
Woher nimmt er diese Stärke?
Evt eine andere Frau?
Ich will ja keine Pferde Scheu machen, aber wer so schnell aufgibt und das Feld räumt.
Aber nun gut. Es geht ja um Dich.
Für mich wäre ein Grund von körperlicher Gewalt ein Trennungsgrund, ohne wenn und aber.
Wo leben wir denn.
Gruß
Yorkie |
|
| Nach oben |
|
| Yorkie hat zum Thema: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt geschrieben
|
|
 |
Kaleigh neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.08.2006 Beiträge: 22 Wohnort: NRW
|
Verfasst am: 23.09.2006, 13:38 Titel: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt |
|
|
Gewaltätig, wenn auch selten ?!?
Denk an deine Kinder, auch wenn er sie jetzt noch nicht geschlagen hat, das kann umschwenken, denn bei so einem Menschen ist die Hemmschwelle recht niedrig.
Und selbst wenn er die Kinder nicht angreift, weißt Du wie deine Kinder es aufnehmen, wenn er dir gegenüber handgreiflich wird ???
Ein Bild, dass sich bei mir eingebrannt hat aus meiner Kindheit. Mein Vater packt meine Mutter (beide betrunken) und wirft !!! sie gegen den Wandschrank. Ich war 5 Jahre alt, mein kleiner Bruder sitzt auf der Treppe und weint meine Mama stirbt, meine Mama stirbt. Das war der erste Moment wo ich begriffen habe, dass irgendetwas nicht stimmt, nicht normal ist.
Zieh die Kraft aus deinem Baby, geh um deiner Kinder Willen und wenn es nur auf Zeit ist, in Form eines Ultimatums. Nur bitte denk an dich und deine Kinder.
Wenn ihm etwas an dir liegt und an den Kindern, dann wird es sich auch mit sich selber auseinandersetzen (wenn er nüchtern ist).
Hoffe für euch das beste und wünsche dir viel Kraft |
|
| Nach oben |
|
| Kaleigh hat zum Thema: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt geschrieben
|
|
 |
mydear Gast
|
Verfasst am: 25.09.2006, 09:16 Titel: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt |
|
|
Hallo an alle,
vielen Dank erstmal für Eure Antworten.
Die Funkstille ist inzwischen gebrochen - ich habe ihm gestern gesagt, dass ich mir Hilfe holen werde, um die Situation für mich zu klären - egal wie er sich entscheidet. Nur wenn er sich für den Alkohol entscheidet bin ich weg! Ich werde diese Woche einen entsprechenden Termin vereinbaren. Ich habe ihn auch nicht nach seiner Meinung zu diesem Entschluss gefragt, weil mich die nicht interessiert.
Wie ich schon vorher schrieb, habe ich im Moment nicht die Kraft und auch nicht die Möglichkeit wegzugehen - oder vielleicht habe ich auch nicht den Mut? Um mir darüber klar zu werden, brauche ich eben jemanden, der mich in die eine oder andere Richtung unterstützt.
Und umgekehrt, wird er nicht freiwillig gehen - ich habe keinen "offiziellen" Grund, um ihn rauszuwerfen.
Übrigens zum Thema Kinder: Die haben noch nie miterlebt, das er mir gegenüber gewalttätig geworden ist.
Na ja, und das mit einer anderen Frau?! Da bin ich mir ziemlich sicher, dass das auch nicht der Fall ist - er ist ja immer zu Hause. Und tagsüber sind wir bis vor kurzem (wegen Schwangerschaft) gemeinsam im Büro gewesen. Vielleicht würde das ja die Entscheidung für mich einfacher machen. Ist aber m.E. nicht so.
Wie dem auch sei: mir geht es im Augenblick o.k., ich konzentriere mich jetzt auf das Baby und die beiden Mädels und werde die Zeit nutzen um mich "mental" aufzurüsten.
LG
Mydear |
|
| Nach oben |
|
| mydear hat zum Thema: Re: In 5 Wochen kommt unser 3. Kind - Ultimatum gestellt geschrieben
|
|
 |